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NT Auslegungen

Hingabe eines Dieners (Teil 2)

Hingabe eines Dieners

(Teil  2)    Abschrift: Anita L. M.

 

David Gilliland, Lurgan, Nordirland

Vorträge in Lotstetten und Zürich 2010

(Niederschrift der mündlichen Übersetzung)

 

Wir setzen heute Abend unser Thema der Hingabe, des Engagements fort.

Gestern Abend haben wir uns das höchste Vorbild der Hingabe, des Engagements, angeschaut: unseren Herrn Jesus selbst. Heute Abend möchten wir zum Alten Testament zurückgehen und uns dort ein Beispiel anschauen.

Der Mann, über den ich sprechen möchte, heisst Kaleb.

Ihr werdet Euch sicher an die Geschichte von Kaleb erinnern: er war einer der zwölf Kundschafter, der in das Land geschickt wurde, um es zu erforschen.

Zehn dieser Kundschafter brachten eine schlechte Nachricht zurück. Aber Kaleb hatte eine sehr positive Aussicht. Und dann lesen wir von ihm 45 Jahre später: und er war immer noch in derselben Kraft, in der er voranging. Die Zeit, die vergangen war, hatte ihn nicht geschwächt.

Zuerst lesen wir aus dem 4. Buch Mose, Kapitel 14, Vers 30:

„Wenn ihr in das Land kommen werdet, darinnen euch wohnen zu lassen ich meine Hand erhoben habe, außer Kaleb, dem Sohne Jephunnes, und Josua, dem Sohne Nuns!“

Und dann Kapitel 14, die Verse 22 bis 24:

„denn alle die Männer, die meine Herrlichkeit und meine Zeichen gesehen haben, welche ich in Ägypten und in der Wüste getan, und mich nun zehnmal versucht und nicht gehört haben auf meine Stimme - wenn sie das Land sehen werden, das ich ihren Vätern zugeschworen habe! ja, alle, die mich verachtet haben, sollen es nicht sehen. Aber meinen Knecht Kaleb, weil ein anderer Geist in ihm gewesen und er mir völlig nachgefolgt ist, ihn werde ich in das Land bringen, in welches er gekommen ist; und sein Same soll es besitzen.“

Den nächsten Teil der Geschichte finden wir in Josua, Kapitel 14 ab Vers 6:

„Und die Kinder Juda traten in Gilgal zu Josua; und Kaleb, der Sohn Jephunnes, der Kenisiter, sprach zu ihm: Du kennst das Wort, welches Jehova zu Mose, dem Manne Gottes, meinet- und deinetwegen in Kades-Barnea geredet hat. Vierzig Jahre war ich alt, als Mose, der Knecht Jehovas, mich von Kades-Barnea aussandte, um das Land auszukundschaften; und ich brachte ihm Antwort, wie es mir ums Herz war. Und meine Brüder, die mit mir hinaufgezogen waren, machten das Herz des Volkes verzagt; ich aber bin Jehova, meinem Gott, völlig nachgefolgt. Da schwur Mose an selbigem Tage und sprach: Wenn nicht das Land, auf welches dein Fuß getreten ist, dir und deinen Söhnen zum Erbteil wird ewiglich! denn du bist Jehova, meinem Gott, völlig nachgefolgt. Und nun siehe, Jehova hat mich am Leben erhalten, so wie er geredet hat, diese 45 Jahre, seitdem Jehova dieses Wort zu Mose geredet hat, als Israel in der Wüste umherwanderte; und nun siehe, ich bin heute 85 Jahre alt. Ich bin heute noch so stark wie an dem Tage, da Mose mich aussandte; wie meine Kraft damals, so ist meine Kraft jetzt zum Streite und um aus- und einzuziehen. Und nun gib mir dieses Gebirge, von welchem Jehova an jenem Tage geredet hat; denn du hast an jenem Tage gehört, daß die Enakim daselbst sind und große, feste Städte. Vielleicht ist Jehova mit mir, daß ich sie austreibe, so wie Jehova geredet hat. Und Josua segnete ihn und gab dem Kaleb, dem Sohne Jephunnes, Hebron zum Erbteil. Daher ward Hebron dem Kaleb, dem Sohne Jephunnes, dem Kenisiter, zum Erbteil bis auf diesen Tag, weil er Jehova, dem Gott Israels, völlig nachgefolgt war. Der Name Hebrons war aber vordem: Stadt Arbas; er war der größte Mann unter den Enakim. - Und das Land hatte Ruhe vom Kriege.“

Und noch ein kurzer Abschnitt aus dem nächsten Kapitel, Kapitel 15, Verse 13 bis 17:

„Und Kaleb, dem Sohne Jephunnes, gab er ein Teil inmitten der Kinder Juda, nach dem Befehle Jehovas an Josua: Die Stadt Arbas, des Vaters Enaks, das ist Hebron. Und Kaleb trieb von dannen aus die drei Söhne Enaks, Scheschai und Achiman und Talmai, Kinder Enaks. Und von dannen zog er hinauf gegen die Bewohner von Debir; der Name von Debir war aber vordem Kirjath-Sepher. Und Kaleb sprach: Wer Kirjath-Sepher schlägt und es einnimmt, dem gebe ich meine Tochter Aksa zum Weibe. Da nahm es Othniel ein, der Sohn Kenas', ein Bruder Kalebs; und er gab ihm seine Tochter Aksa zum Weibe.“

Es gibt einen Ausdruck, der immer wieder vorkommt in diesen Schriftstellen die wir von Kaleb gelesen haben. Wiederholt wird uns gesagt, dass er dem Herrn völlig nachgefolgt war. Das ist ein sehr guter Ausdruck von Jüngerschaft, von Nachfolge. Er war kein halbherziger Mann. Er war nicht ein Feigling. Ohne abzuweichen folgte er dem Herrn vollständig nach.

Wir lesen davon in 4. Mose, als er etwa 40 Jahre alt war. Und wir lesen es wieder in Josua 14, als er 85 Jahre alt war. Es ist sehr ermutigend solch ein Lebensbild in der Schrift zu finden von einem Menschen, der als junger Mensch dem Herrn nachfolgte, der als älterer Mensch dem Herrn nachfolgte, und der auch als Senior dem Herrn nachfolgte.

Ihr erinnert Euch an einen grossen Jünger aus dem Neuen Testament, an Petrus. Es gab eine Zeit in seinem Leben wo wir lesen, dass er dem Herrn von Ferne nachfolgte. Und als Petrus das tat bekam er Probleme. Kaleb war aber ein Mann, der nie dem Herrn so aus der Ferne nachfolgte, sondern der dem Herrn völlig nachfolgte. Er wird  für uns daher ein sehr bildhaftes Beispiel von Hingabe, von Entschlossenheit. Ich möchte gerne einen Abriss von dem Leben des Kaleb nehmen. Allerdings bevor ich das tue, möchte ich etwas Anderes noch erwähnen. Dieser Ausdruck, dass Kaleb dem Herrn völlig nachgefolgt ist, kommt 8 Mal vor im Alten Testament. Bei 7 Gelegenheiten steht es in Verbindung mit Kaleb. Beim 8ten Mal bezieht es sich eben nicht auf  Kaleb, sondern auf  den König Salomon. Leider ist es dort in einem negativen Zusammenhang gewesen. Es wird also in einem negativen Sinn gebraucht und gesagt, dass Salomon nicht völlig dem Herrn nachfolgte. Als junger Mann war Salomon  dem Herrn sehr hingegeben. Als er älter wurde, wurde sein Herz leider geteilt. Seine Hingabe, seine Widmung an den Herrn, begann abzukühlen. Er war insofern das genaue Gegenteil von Kaleb. Sogar als er ein alter Mann wurde hat sich Salomon dann der Anbetung von Götzen zugewandt.

Manchmal denken wir, dass besonders die jungen Menschen in der Gefahr stehen den Götzen (Idolen) nachzulaufen. Aber Götzen können auch eine Gefahr für ältere Christen sein, und eine Versuchung.

Lasst uns jetzt noch einen näheren Blick auf die Erfahrung des Kaleb werfen. Ich möchte mal so eine kleine Vermutung anstellen. Ich vermute, dass Kaleb in der Zeit geboren sein musste,  als das Volk Israel noch in der Gefangenschaft, in der Sklaverei in Ägypten war. Wer hätte je gedacht, dass ein Junge, der in der Sklaverei in Ägypten, in diesen Umständen, geboren ist,  einer der Riesen für Gott werden würde. Was also den Beginn des Lebens des Kaleb betrifft war er ein Gefangener, ein Sklave des Pharao. Er hat sich sicher daran erinnert, wie er, als er noch ein junger Mann war, seine Eltern das Blut an die Türpfosten gestrichen haben. Er muss sich sicherlich bewusst gemacht haben, und auch erfahren haben, das Wunder der Erlösung durch das Lamm – was das bedeutet. Wäre dieses Opfer nicht gebracht worden, dann hätte er sehr wahrscheinlich als ein Sklave des Pharao gelebt - und wäre auch als ein solcher gestorben. Was war das für ein grosser Tag im Leben Kalebs, als sie Ägypten verliessen und sich auf den Weg in ein besseres Land machten.

Hatten wir nicht auch einen solchen Beginn? Stimmt es nicht, dass auch wir als Sklaven geboren wurden? Nicht Sklaven des Pharao, nein schlimmer, Sklaven des Satans, der Sünde. Aber wir wurden erlöst durch das kostbare Blut des Christus. Ohne diese Erlösung wäre Deine und meine Geschichte sehr wahrscheinlich eine sehr traurige Geschichte. Ohne Christus…  da würden wir geboren worden sein, leben, sterben, und in das ewige Gefängnis der Hölle gehen. Es ist eine grosse und wichtige Sache, dass es in dem Leben einer Person ein klarer und eindeutiger Moment der Bekehrung, der Umkehr, ist.

Der Beginn des Lebens des Kaleb war also sehr traurig, aber die Gnade Gottes hat ihn gerettet aus dieser Gefangenschaft in Ägypten. Nicht lange nachdem sie Ägypten verlassen hatten, hatte Kaleb einen ganz besonderen Auftrag bekommen. Ich habe schon davon gesprochen: Er hat mit Anderen zusammen, den Zwölfen, den Auftrag bekommen ein Kundschafter zu sein und das Land Kanaan auszukundschaften. Zusammen mit elf Anderen hat er einen sehr verantwortungsvollen Auftrag bekommen. Es war sicher ein aufregendes Abenteuer. Als sie so vom Süden her in das Land Kanaan zogen, da haben sie grosse Reben von Trauben bekommen. Gott hatte ihnen gesagt, das ist ein gutes Land, in dem Milch und Honig fliessen. Als sie diese Reben und Trauben entdeckten, da haben sie auch festgestellt, Gottes Verheissungen waren wahr. Aber es gab ein Problem. Neben diesen grossen Reben gab es auch grosse Riesen in diesem Land. Kaleb und Josua haben diese grossen Trauben gesehen -  die anderen 10 haben diese grossen Riesen gesehen. Und als diese zwölf Kundschafter zurückkamen, hatten 10 eine schlechte Nachricht, eine schlechte Kunde, und zwei hatten eine gute Botschaft. 10 sagten: unmöglich, dass wir da hoch gehen, und zwei sagten: Gott ist in der Lage. 10 also konnten nur diese Riesen sehen, aber zwei konnten diese Trauben sehen – und Gott! Das hat zu einer grossen Spaltung unter dem Volk Gottes geführt. Die Masse der Leute glaubten der Mehrheit, diesen 10 Kundschaftern. Josua und Kaleb waren völlig in der Minderzahl. Diese Spaltung wurde sogar so stark, dass sie eigentlich Josua und Kaleb steinigen wollten. Stellt Euch vor: ihr habt 500 000 Menschen gegen Euch. Was würdet ihr tun? Es braucht eine gehörige Portion Mut, um sich gegen eine Zahl von 500 000 zu stellen. Und das ist genau das, was Kaleb tat.

Lasst uns daraus lernen, und uns daran erinnern: die Mehrheit hat nicht immer unbedingt recht. Die Leute, die die grossen Zahlen aufweisen können, die sind nicht immer auf dem richtigen Weg.

In der Tat war wirklich ein grosser Gegensatz zwischen Kaleb und Josua, und all diesen tausenden von Leuten. Und Gott sagt uns auch worin dieser Gegensatz bestand. In 4. Mose 14 steht, dass Gott sagt: mein Knecht Kaleb, in ihm ist ein anderer Geist. Kaleb sagte auch etwas anderes in seiner Rede zu den Menschen. Gott hat in sein Inneres, hat seinen Geist gesehen. Diese 10 Männer hatten einen Geist des Unglaubens, und Kaleb hatte einen Geist des Glaubens. Diese 10 Männer hatten einen Geist der Niederlage, und Kaleb hatte einen Geist des Sieges. Es ist so wichtig, und wird in der Schrift betont, dass wir einen richtigen Geist in uns haben. Wir haben also über Kalebs Beginn nachgedacht. Wir haben seinen Auftrag als Kundschafter angeschaut. Wir haben Kalebs Mut gesehen als 500 000 gegen ihn standen. Wir haben auch gesehen, wie Kaleb sich ganz anders verhielt als die, die um ihn herum waren.

Wir schliessen daraus, dass Leute die dem Herrn mit Hingabe folgen wollen, manchmal notgedrungen sich in der Minderheit befinden. Menschen, die dem Herrn mit Hingabe folgen, fühlen sich manchmal einsam. Vielleicht ist das Deine Erfahrung. Vielleicht ist das die Erfahrung eines Studenten an der Universität. Vielleicht wirst Du durch Deine Beziehung zu Gott von anderen Menschen an den Rand gedrängt. Vielleicht ist das Deine Erfahrung an Deinem Arbeitsplatz. Du bist vielleicht nicht bereit eine Lüge auszusprechen und hast darunter Nachteile als Geschäftsmann. Hingabe an den Herrn kann oft einen Preis kosten und bedeutet, dass man gegen den Strom, die Menge, schwimmt.

Aber es gab einen grossen Vorteil den Kaleb hatte. Ich möchte zu Euch reden über den Gefährten von Kaleb. Ganz oft, wenn wir in der Schrift von Kaleb reden, dann sehen wir direkt, unmittelbar, in diesem Zusammenhang den Namen eines anderen jungen Mannes. Dieser junge Mann heisst Josua. Und ich denke, dass diese Krise, über die wir gerade gesprochen haben, diese zwei jungen Männer viel näher zueinander gebracht haben. Ich glaube, dass Kaleb grosse Stärke gewann aus der Freundschaft mit Josua.

Darf ich zu Euch sprechen über die Wichtigkeit gute geistliche und wertvolle Freundschaft zu pflegen und in sie zu investieren. Vor einigen Jahren las ich von einer Rede, die ein Geschäftsmann in New York hielt. Er war kein  Christ. Er richtete sich an Geschäftsleute in dieser Stadt. Da waren 5000 Leute anwesend. Er sagte Folgendes: Liebe Leute, die Person die du in 5 Jahren sein wirst, wird zu einem grossen Teil von folgenden zwei Dingen bestimmt sein: Nummer 1 von den Büchern, die Du liest. Nummer 2: von den Gefährten und Freunden,  die Du hast. Ich denke, er hatte zu einem grossen Teil recht. Wenn er heute Abend sprechen würde, dann würde er Euch erzählen, auf welche Webseiten ihr gehen müsst. Anmerkung: es wäre also heute als Drittes die Frage, welche Webseiten Du besuchst, die Dich prägen. Darf ich Euch den Rat geben, sehr sorgfältig darüber zu wachen, wo Ihr Euch da im Cyberspace surfend bewegt. Indem man die Distanz des Internets benutzt, hält man oft Beziehungen zu Menschen, mit denen man – wenn man sie um sich hätte – eigentlich keine Beziehung pflegen wollte oder würde.

Ich denke, dass Kaleb dem Josua gut tat und umgekehrt Josua dem Kaleb gut tat. 45 Jahre später, beide schon alte Männer, waren sie immer noch zusammen.

Darf ich ganz aufrichtig hier zu jüngeren Gläubigen sprechen? Versuche Dir solche Freunde auszusuchen, die geistlicher sind als Du selbst.

Josua war der Knecht des Moses, des Mannes Gottes. Kaleb war der Freund von Josua. Ich glaube, das war ein grossartiges Dreieck: Mose, Josua, Kaleb. Und da standen 500 000 gegen sie. Sei immer bereit, Dich auch gegen diese Masse zu stellen. Das war ein grossartiger Anfang für Kalebs Leben. Dies waren die Umstände, die den Charakter von Kaleb formten. Wir lesen nichts weiter von ihm bis er 85 Jahre alt ist, 45 Jahre später. Und für 85-Jährige lesen wir dann eine grossartige Geschichte. Aber diese Geschichte fing nicht an als er 85 Jahre alt war. Du wirst nicht auf einmal plötzlich geistlich, wenn Du 60 Jahre alt wirst. Wenn Du ein christlicher Mensch von frühem Leben an sein willst, dann musst Du auch ein gottseliges Leben von Beginn an führen wollen. Manche Menschen denken: ja später mal werde ich mich ernsthaft mit der Sache auseinandersetzen. Nachdem ich dann mein Studium abgeschlossen habe, dann möchte ich mich hingeben und hingegeben sein. Wenn ich dann mal in Rente gehe, dann möchte ich mich dem Herrn zur Verfügung stellen. Ich habe gute Nachricht für Euch. Du wirst plötzlich feststellen, Dein Traum wird zu spät sein. Hingabe, Entschlossenheit beginnt jetzt. Was Kaleb als ein 85-Jähriger war, war er bereits als ein 40-Jähriger. Lass uns nun über die Geschichte dieses 85-Jährigen nachdenken. Endlich, endlich, nach 40 Jahren wandern in der Wüste, kam das Volk Israel in das Land Kanaan. Es war wirklich grosses Erbarmen Gottes, dass er sie 40 Jahre später in das Land Gottes brachte. Aber es war nicht so leicht. Ab Beginn, als Kaleb ein junger Mann war, hätten sie in das Land vom Süden her gehen  können. 40 Jahre später hatten sich die Verhältnisse geändert, und sie konnten nicht vom Süden her in das Land gehen. Vom Süden her war es eigentlich ein  leichter Weg. Aber nun hat Gott sie herumgeführt, und sie mussten vom Osten her kommen durch das tiefe Jordantal. Wenn sie von Anfang vom Süden her gegangen wären, dann hätten sie keinen grossen Fluss überqueren müssen. Ihr Unglaube hinderte sie, hielt sie zurück, und 40 Jahre später war es viel schwieriger. Wenn wir darin versagen dem Herrn zu  vertrauen,  dann schaffen wir uns nur Schwierigkeiten. Jetzt erreichen sie das Land Kanaan und kommen an, und Kaleb fragte Josua und wollte jetzt sein Erbteil.

Ich glaube den Geschmack dieser Trauben, den hatte er immer noch  auf seiner Zunge. In der staubtrockenen Wüste war er 40 Jahre lang umhergewandert. Aber er lebte stets darin und dachte daran: der Tag wird kommen, wo ich dort einmal leben werde. Wie leicht hätte er entmutigt sein können. Wie leicht hätte er die Hoffnung aufgeben können. Nach 10 Jahren schon, nach 20, nach 30, nach 35 Jahren hätte er noch sagen können: es wird nie geschehen. Kaleb folgte dem Herrn völlig nach. Der Glaube des Kaleb war stärker als die Verzögerung. Das Vertrauen des Kaleb zu Gott war grösser und stärker als der Kalender. Und als sie in diesem Land Kanaan ankamen, da hatte Kaleb die Wahl, was er als sein Erbteil wählen wollte.

Ich möchte zu Euch über seinen Anspruch, den er an das Erbe stellte, sprechen. Und lasst uns daran denken: er ist ein alter Mann von 85 Jahren. Ich glaube nicht, dass ein 85-Jähriger heute Abend hier ist. Zumindest sieht niemand so aus hier am heutigen Abend. Du sagst vielleicht so als 85-Jähriger: ja, ich möchte hier so ein kleines Fleckchen Land im Tal hier unten.  So ein kleiner Platz hier an der Seite von Gilgal, das wird ganz einfach sein, da muss ich nirgendwo hochsteigen. Als junger Mann hätte ich  natürlich auf die Spitze gewollt, aber jetzt als ein  alter Mann lasse ich mich lieber hier nieder, auch wenn das Kompromisse bedeutet. Der geistige Ehrgeiz des Kaleb war nie geringer geworden. Habt ihr bemerkt, worauf er Anspruch erhob? Er wollte ein  Gebirge. Und das war schon  ein Gebirge. Der Name dieses Gebirges war Hebron. Wisst ihr, was das heisst? Hebron war der höchste Punkt im Lande Kanaan, ca. 1000 Meter über Meereshöhe (3000 Fuss). Wenn Kaleb hier gewesen wäre, in dieser Gegend, dann hätte er gesagt: gib mir den Eiger, gib mir die Jungfrau. Wie hiess der Platz wo wir heute gewesen waren (Frage von Gilliland)? Ebenalp. Also, ich hätte lieber das flache Land von Irland. Aber Kaleb wollte so hoch als möglich steigen. Er wollte so nah als möglich beim Himmel wohnen, so nah wie das möglich war im Land Kanaan. Ist es nicht grossartig alte Leute zu sehen, die geistliche Ziele haben? Wir sollten eigentlich alle nach  Hebron unser Ziel ausrichten. Wofür steht Hebron in der Bibel? Der Name Hebron bedeutet zusammengefügt: Gemeinschaft. Ihr mögt Euch vielleicht an das erste Mal erinnern, wo Hebron in  der Schrift erwähnt wird. Ganz am Anfang des ersten Buches Mose. Zwei Männer kamen in dieser Geschichte vor. Auf der einen Seite Abraham, auf der anderen Seite Lot. Sie hatten Streit miteinander. Abraham sagte zu Lot: wenn Du nach rechts gehst, gehe ich nach links; gehst Du nach  links, gehe ich nach rechts. So gingen diese Beiden auseinander. Wo ging Lot hin? Lot ging hinunter und hinunter und hinunter zu den Stätten, die mehrere hundert Meter unter dem Meeresboden lagen. Wohin ging Abraham? Abraham ging auf 1000 Meter Höhe nach Hebron. Abraham ging zum höchsten Punkt des Landes Kanaan. Der arme, arme Lot: zum tiefsten Punkt auf dem Platz der Erde ging er hinunter. Welcher dieser beiden Männer hat die richtige Wahl getroffen? Abraham hat den Platz mit der Gemeinschaft mit Gott gewählt. Unglücklicherweise hat der arme Lot die Gemeinschaft mit der Welt gewählt. Abraham hat alles gewonnen, Lot hat alles verloren.

Ich möchte Dich fragen: auf welcher Höhe, auf welchem Niveau (Level) lebst Du? Lebst Du als Christ auf hohem, himmlischen Boden? Oder lebst Du als Christ wie Lot auf  dem tiefsten möglichen Niveau? Wir haben  alle eine Wahl zu treffen.

Ich glaube, das hatte Kaleb auch in seinem Herzen. Er hat sich sehr wahrscheinlich erinnert: der grosse Mann Abraham, der war auf Hebron. Ich möchte wie dieser grosse Patriarch sein. Lasst uns nun über Kalebs Zuversicht und Vertrauen sprechen. Kaleb sagte zu Josua: ich kann Hebron bekommen, denn Gott hat es mir versprochen. Er hat Hebron nicht aus eigensüchtigen Gründen gewählt. Er hat Hebron nicht gewollt, weil es ein toller Platz zum Leben dort war. Er wollte Hebron, weil Gott es ihm versprochen hatte. Ihr seht also: unsere Zuversicht muss immer das Wort Gottes als seine Grundlage haben. Kaleb hat also nicht nur auf Gottes Verheissungen gestanden und geruht, sondern auch auf der Kraft Gottes. Er hat gesagt: ich weiss, dass es in der Stadt Hebron drei Riesen gibt. Aber würdet ihr nicht auch sagen: aber drei Riesen sind doch zu viel für einen 85-Jährigen? Er aber sagte: ich habe noch dieselbe Kraft heute wie vor 45 Jahren. Und der Grund,  warum ich heute noch so stark bin, weil Gott diese Kraft ist. Und er sagte: Gott, der diese Riesen vor 45 Jahren ausgetrieben hatte, würde diese Riesen heute noch genau so austreiben.

Darf ich Euch ältere Christen heute Abend ansprechen? Ich meine alle 55-Jährigen und darüber. Du kannst immer noch grosse Dinge für Gott tun. Solange Gott Dich hier auf der Erde leben lässt, hat er auch eine Absicht, einen Plan mit Dir. Und das ist genau das, was Kaleb sagte. Und er sagte: Josua, Gott hat mich am Leben erhalten. Und Gott hat mich hier auf der Erde nicht am Leben erhalten, um einfach die Luft zu verbrauchen. Er hat mich hier gelassen, um Siege zu seiner Ehre zu gewinnen. Lieber Christ, verliere niemals die Hoffnung! Denke daran, der Kaleb hatte viele Begräbnisse miterlebt. Im Verlauf von 38 Jahren musste die ganze Bevölkerung, die aus Ägypten gekommen war, sterben. Das kann man vielleicht so ausrechnen mit einem Schnitt von 30 Begräbnissen pro Tag. Und er sagte: und doch bin ich hier, ein 85-Jähriger, obwohl Andere in einer so bemerkenswerten Anzahl gestorben sind. Gott hat mich am Leben erhalten.

Darf ich jetzt diese 3 Punkte zusammenbringen. Diese 3 Dinge, die uns die Zuversicht, das Vertrauen eines Kaleb geben. Erstens: Gottes Verheissung. Zweitens: Gottes Kraft. Und Drittens: Gottes Plan. Wenn wir diese 3 Dinge ergreifen, dann können wir unser Vertrauen auf Gott setzen. Und es ist grossartig Hebron einzunehmen und Gemeinschaft mit Gott zu geniessen – egal wie alt Du bist. Ja, Kaleb hat die Riesen vertrieben. Und ich möchte mal sagen, wenn wir Gemeinschaft mit Gott geniessen möchten, gibt es immer auch noch Riesen,  die wir vertreiben müssen. Es mag vielleicht der Riese der Sorglosigkeit, der Gleichgültigkeit sein. Das kann sehr offensichtlich sein. Manche kommen einfach nie in Hebron an, weil sie schlicht und einfach am Morgen nicht aus dem Bett kommen. Sie stehen einfach nicht früh genug auf, um am Morgen die Schrift zu lesen und zu beten. Du musst den Feind, den Riesen der Sorglosigkeit, besiegen um nach Hebron zu kommen. Einige müssen den Riesen der Lust besiegen. Einige füttern ihre Lust mit Magazinen, mit verschiedenen Dingen – das muss überwunden werden. Einige müssen den Riesen der Bitterkeit besiegen. Manche tragen in sich eine Wurzel der Bitterkeit für viele Jahre. Das wird den Genuss meiner Gemeinschaft mit Gott unterbrechen. Es könnten noch viele andere Riesen erwähnt werden, aber alles was ich sagen möchte: diese Riesen müssen besiegt werden um nach Hebron zu gelangen. Lasst mich noch etwas über die  Belohnung sagen, die Kaleb erhalten hat. In der Tat hat ihm Gott ein grösseres Erbe gegeben, als er erwartet hatte. Neben der Stadt Hebron hat ihm Gott noch eine andere Stadt gegeben, 13 Meilen davon entfernt, Debir genannt. Er wollte eine Stadt. Und Gott hat ihm zwei gegeben. Die Treue, die er über 45 Jahre gezeigt hatte, hat Gott belohnt. Und in der Tat, Kaleb – und darüber möchte ich jetzt noch sprechen bevor wir zum Schluss kommen – über Kalebs Beitrag. Als es darum ging, dass seine Tochter verheiratet werden sollte, war er in der Lage dem zukünftigen Schwiegersohn eine Stadt anzubieten. Er hat also einen Ansporn für die nächste Generation bereitstellen können. Das ist das Resultat der Hingabe an den Herrn. Wenn ich hingegeben bin, dann wirkt sich das nicht nur auf mich aus, sondern auch auf meine Familie. Viele Menschen, die dem Herrn wirklich hingegeben waren,  haben ein geistliches Erbe hinterlassen für ihre Kinder.

Lasst uns über die Stadt Hebron nachdenken nachdem Kaleb gestorben war. Ich möchte drei Dinge über diese Stadt erwähnen. Erstens: Hebron, die Kaleb erobert hatte, wurde eine  Zufluchtsstätte. Wisst ihr was die Zufluchtsstätte war? Der Mann, der Totschlag begangen hatte, konnte Zuflucht nehmen in dieser Stadt. Ich komme in einem Augenblick darauf zurück. Zweitens: Diese Stadt Hebron war nicht nur eine Zufluchtsstätte für einen Totschläger, sie wurde  auch der Aufenthaltsort eines Priesters. Lange nachdem Kaleb gestorben war lebten Priester in der Stadt, die er erobert hatte. Von dieser Stadt her kamen Priester und legten Gaben auf den Altar Gottes. Die dritte Weise wie Hebron gebraucht wurde war Folgende: Hebron war die Stadt, in der David gekrönt wurde.

Ich würde gerne ein solches Erbe hinterlassen. Wenn ich sterbe oder wenn der Herr kommt, dann möchte ich etwas zurückgelassen haben für den Sünder. Das ist vielleicht die Bedeutung, dass die Stadt Hebron eine Zufluchtsstätte für den Totschläger war. Der schuldige Mann fand Ruhe in Hebron. Lass in Deinem Erbe etwas zurück für Sünder. Zweitens würde ich gerne etwas für die Anbetung zurücklassen. Hebron war die Stadt, wo Priester lebten und zur Anbetung Gottes lebten und etwas für das Opfer beitrugen. In diesem Liederbuch hier - Ich bin nicht vertraut damit -, da sind Lieder drin, die benutzen wir um Gott zu preisen, aber die Menschen, die diese Lieder geschrieben haben, sind zum Teil schon Hunderte von Jahren tot. Sie haben also nicht Franken oder Euros hinterlassen, sondern sie haben geistliche Lieder hinterlassen. Wenn wir in Hebron leben in Gemeinschaft mit Gott, dann hinterlassen wir etwas für Sünder und hinterlassen Opfer für Gott. Drittens war Hebron eben die Stadt, in der David gekrönt wurde. Wäre es nicht eine besondere Ehre, etwas beizutragen zu der Ehre des Herrn Jesus? Lasst uns diese drei Dinge wieder zusammenbringen. Das war Kalebs Beitrag zur Geschichte: etwas für den Sünder, etwas für das Schlachtopfer, das Dankopfer,  etwas für den König. Das ist alles was ich sagen wollte. Zusammenfassend denke ich, ist Kalebs Geschichte wirklich eine sehr mutmachende Geschichte. Er hatte so viele Möglichkeiten, ein so grosses Potential als junger Mann, und musste 40 Jahre warten. Trotzdem hat er das Ziel nie aus den Augen verloren. Nie die Sicht, die Vision verloren. Er hat auch nie seine Kraft verloren. Kaleb ist dem Herrn völlig nachgefolgt. Wenn er angefangen hätte sich mit den Riesen zu beschäftigen, wenn er von der Spur abgelenkt worden wäre durch die anderen 10 Kundschafter, wenn er sich hätte entmutigen lassen durch die 500 000 Menschen, die gegen ihn murrten, dann hätte Kalebs Geschichte nicht so ein gutes Ende genommen. Was war das Geheimnis des Überlebens von Kaleb? Ganz einfach das Folgende: Kaleb war dem Herrn völlig nachgefolgt. Gott sagte über ihn: er ist mein Knecht. Das ist einer der grossen Titel und Namen, die Gott für den Messias gebraucht. Einen Titel des Messias darf dieser Mann tragen, damit genannt werden.

Du kennst sehr wahrscheinlich auch schwierige Leute, mit denen Du zusammenarbeiten musst. Vielleicht lebst Du an einem schwierigen  Ort. Vielleicht kämpfst Du mit vielen Schwierigkeiten. Du musst vielleicht viel Geduld haben zu warten. Möge es der Herr schenken und gewähren, dass jeder von uns gekennzeichnet ist durch völlige Hingabe.

Ich möchte Euch noch eine Geschichte erzählen – dann lass ich Euch gehen.

Es ist eine Geschichte von einem Hahn und einem Schwein. Keine Hahn- und Stiergeschichte,  sondern eine Hahn- und Schweingeschichte. Wie dem auch sei… der Hahn und das Schwein gingen auf einem Weg entlang an einer Kirche vorbei. Draussen an der Kirche war ein grosses Plakat angebracht: Wir sollten etwas tun, um den armen Leuten in dieser Welt zu helfen. Wie der Hahn und das Schwein so diesem Weg entlangliefen, begannen sie über diese Sache zu sprechen. Sie machten eine ganze Anzahl Vorschläge. Schliesslich sagte der Hahn zum Schwein: also ich denke, um all den Leuten zu helfen, sollten wir ihnen einen Schinken und ein Ei zum Frühstück geben. Aber das Schwein sagte: No No (im grunzlaut), Nein Nein, um ihnen einen Schinken zu geben bedeutet für Dich ein  Beitrag, aber für mich bedeutet es völlige Hingabe, völlige Aufopferung.

D a s ist es worüber wir sprechen: nicht nur einfach einen Beitrag zu leisten, einen Schinken, ein Ei zu spenden, sondern sich Selbst völlig hinzugeben – und wenn es das Leben kostet. Das ist es was völlige Hingabe bedeutet, fürchte ich. Kaleb war völlig hingegeben, Jesus Christus war völlig hingegeben – wie steht es mit uns? Vielen Dank, geht nach Hause und schlaft gut.