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(Charles Andrew Coates)

 

Kapitel 4               Mp3

Von einem geistlichen Standpunkte aus sind in diesem und in dem nächsten Kapitel sehr interessante Wesenszüge enthalten. Wir sehen ganz neue Entfaltungen und Arten des göttlichen Wirkens. Wir müssen immer darauf vorbereitet sein; Gott wiederholt Sich nicht. Dieses Mal ist es der König von Kanaan, der das Volk b

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1. Mose

1. Mose Kapitel 1

Ein Überblick über das 1. Buch Mose

Hauptgedanken aus Wortbetrachtungen mit Charles Andrew Coates

Kapitel 1

Im ersten Buch Mose haben wir den Anfang dessen, was seinen Abschluss im Buche der Offenbarung findet. Es ist ein sehr wichtiges Buch, da es die Grundlage der ganzen Heiligen Schrift bildet und im Wesentlichen die meisten ihrer Hauptgrundgedanken darstellt.

Die Schöpfung, die Sünde, das Gericht, die Verheißung, das Opfer, die Auferstehung, Gottes Auswahl der Gnade und Sein Bund, die Aussonderung Seines Volkes aus der Welt, die Pilgerschaft des Glaubens, die Entrückung, die schließliche Segnung Israels und der Nationen unter Christo, wie wir sie in Joseph sehen - alles hat hier seinen Platz.

Und außerdem haben wir noch viele kostbare Bilder von Christo und der Kirche.

Es ist besonders wichtig, dass wir in einem Zeitalter des Unglaubens, wie das gegenwärtige, wo sich allerhand Lehren über den Ursprung der Welt vorfinden, in der Wahrheit dieses ersten Kapitels befestigt sind. Wir sollten im Glauben an die Schöpferweisheit und Schöpfermacht Gottes stehen; denn „durch Glauben verstehen wir, dass die Welten durch Gottes Wort bereitet worden sind, so dass das, was man sieht, nicht aus Erscheinendem geworden ist“ (Heb. 11, 3).

Ich bezweifle, dass es in der Macht des menschlichen Geistes steht, die Schöpfung zu begreifen. Das ist etwas, was wir nur durch Glauben verstehen können.

„Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.“ (V.1)

Der Verstand des Menschen lässt Gott aus und erschöpft sich in endlosen Theorien; der Glaube sieht Ihn, und alles ist einfach.

Man braucht nicht bange zu sein, dass die Entdeckungen der Geologie [Lehre vom Erdkörper und seiner Entwicklung] oder irgendeiner anderen Wissenschaft, je die Wahrheit dieses Kapitels erschüttern werden. Es ist Gottes Bericht, und alle wahre Wissenschaft wird im Einklange damit bleiben. Jede Lehre, die dem hier gegebenen Bericht widerstreitet, ist sicherlich falsch.

„Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde“; das ist alles, was wir über die ursprüngliche Schöpfung erfahren.

Im zweiten Verse sehen wir dann, dass sich die Erde in einem Zustande des Verfalls befindet: „Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe.“

So war sie jedenfalls nicht erschaffen, denn in Jesaja 45, 18 wird uns ausdrücklich gesagt: „nicht als eine Öde [im Hebräischen dasselbe Wort wie in 1. Mose 1,2] hat er sie geschaffen“. Dieselben Worte wie „wüst“ und „leer“ werden auch in Jesaja 34, 11 von Edom gebraucht und in Jeremia 4, 23 von Israel, als beide Nationen der Rache und der Glut des Zornes Jehovas anheimfielen.

Es hat also zwischen dem ersten und dem zweiten Verse von 1. Mose 1 eine gewichtige Veränderung stattgefunden. Wir wissen nicht, welche Spanne zwischen den beiden Versen verstrichen ist. Vielleicht sind hier die langen Zeiträume, von denen die Geologen reden, einzuschalten.

In Vers 2 finden wir, dass die Erde ein Schauplatz der Unordnung und Finsternis ist, und gerade an einem solchen Schauplatze griff Gott ein und entfaltete Seine Tätigkeit. Eine Tätigkeit, die in sechs Tagen zum Abschluss kam, so dass Gott am siebenten Tage ruhte.

Das zeigt uns von Anbeginn, was der Gegenstand der Heiligen Schrift ist: die Entfaltung dessen, wie Gott gewirkt hat und auch wirken wird, um auf einem Schauplatze sittlicher Unordnung einen Zustand herbeizuführen, worin Er ruhen kann, nämlich in einem Schauplatze der Ordnung, des Lebens und der Fruchtbarkeit, wo alles unter der Herrschaft des Menschen steht, der in Seinem Bilde und nach Seinem Gleichnis gemacht ist.

Dieses gesegnete Ziel wird in der zukünftigen Welt erreicht werden, wenn Gott in dem Christus „alles unter ein Haupt“ zusammenbringen wird, „das was in den Himmeln und das was auf der Erde ist“; das ist das „Wohlgefallen, das er sich vorgesetzt hat in sich selbst für die Verwaltung der Fülle der Zeiten“ (Eph. 1, 10 u. 9).

Somit hat 1. Mose 1 die Gestaltung der zukünftigen Welt vor sich und die verschiedenen Bestandteile, die sie kennzeichnen. Gott hat von Anfang an das Ende vor Sich (Jes. 46, 10).

Wir haben also hier nicht nur einen göttlichen Bericht über die Zubereitung der Erde zu einer Wohnstätte des Menschen, sondern auch vieles von geistlicher Bedeutung, was dem allen zugrunde liegt. Ich denke, wir sollten auch erwarten, dass eine gewisse Beziehung oder Ähnlichkeit zwischen Gottes stofflichen Werken und Seinem Walten auf dem Schauplatze des Geistes besteht.

Dieses Kapitel macht uns auf eine vollkommene und göttliche Weise mit der Ordnung der gegenwärtigen stofflichen Schöpfung bekannt; aber es deutet zugleich im Vorbilde große Grundsätze an, die von tiefster Bedeutung und Wichtigkeit sind.

In den Worten „die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe“, tritt uns ein Schauplatz entgegen, an dem Gott kein Wohlgefallen hat, und in dem Er keine Ruhe finden konnte - das ist ein treffendes Bild des Zustandes des Menschen, der unter die Macht der Sünde, Satans und des Todes fiel und ohne Erkenntnis Gottes ist.

Aber es ist gesegnet zu sehen, dass Gott, der in solchen Umständen nicht ruhen konnte, doch daselbst war und wirkte: „der Geist Gottes schwebte über den Wassern“.

Das Wort „schwebte“ deutete auf liebevolle Anteilnahme hin, denn es ist im Hebräischen dasselbe Wort wie in 5. Mose 32, 11: „Wie der Adler sein Nest aufstört, über seinen Jungen schwebt“. Es redet zu uns von der Besorgtheit göttlicher Liebe, die da, wo alles dem Verderben anheimgefallen war, ihre Tätigkeit entfalten wollte, um einen Zustand herbeizuführen, der als „sehr gut“ bezeichnet werden konnte, und worin Gott ruhen konnte.

Ehe das Werk der sechs Tage begann, haben wir diese erste Bewegung des Geistes Gottes.

In einer gefallenen und verderbten Welt, wo alle unter die Sünde und den Tod gekommen sind, muss als Ausgangspunkt irgendwelcher Ergebnisse für Gott zuerst eine Bewegung des Geistes Gottes in den Seelen der Menschen stattfinden. Die neue Geburt muss zustande gebracht werden, sonst scheint das Licht Gottes vergeblich. In allen Zeitaltern und Haushaltungen war das unbedingt notwendig, und wird es auch immer sein.

In Johannes 2, 24 und 25 heißt es: „Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an, weil er alle kannte und nicht bedurfte, dass jemand Zeugnis gebe von dem Menschen; denn er selbst wusste, was in dem Menschen war.“

Es gibt nichts im Menschen, dem Gott vertrauen kann, bis er von neuem geboren ist. Vom natürlichen Menschen lesen wir in Römer 3, 10 - 18: „da ist kein Gerechter, auch nicht einer; da ist keiner, der Gott suche ... Es ist keine Furcht Gottes vor ihren Augen.“ Deshalb muss Gott erst dem göttlichen Lichte auf eine geheimnisvolle Weise Bahn machen, die wir nicht erklären können. „Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht; also ist jeder, der aus dem Geiste geboren ist“ (Joh. 3, 7 und 8).

Die Predigt des Evangeliums würde keinen Erfolg haben, wenn Gott nicht unumschränkt durch Seinen Geist gegenwärtig wäre und in den Seelen der Menschen die neue Geburt hervorbrächte. Der Mensch, der gefallene Sünder, ist als solcher hoffnungslos verloren, denn er hat kein Verlangen nach Gott. Und wenn ihm das Licht Gottes in Christo gebracht wird, hasst und verwirft er es.

Die photographische Platte muss erst in eine Lösung gebracht werden, um sie lichtempfindlich zu machen. Eben durch diese neue Geburt wird nun der Mensch gegen das göttliche Licht empfindlich, und wenn es dann auf ihn fällt, stört es sein Gewissen auf und bringt sein Herz wirklich Gott näher. Aber getrennt von der neuen Geburt würde sogar das Scheinen göttlichen Lichts nichts hervorrufen, denn dann gäbe es nichts im Menschen, was es schätzte oder was ihm entspräche. Die neue Geburt ist also die unbedingt erforderliche Grundlage.

Am ersten Tage sprach dann Gott: „Es werde Licht!“, und es ward Licht.

Dass Gott dem Licht gebot, deutet sehr klar auf das Kommen Christi. Denn alles wahre Licht, was dem Menschen geschienen hat, ist Licht über Christum gewesen. Er schien in der Verheißung viertausend Jahre, ehe Er persönlich erschien. Das ganze Alte Testament hindurch schien das Licht in der Verheißung immer deutlicher. Aber nun, da Christus gekommen, gestorben und auferstanden ist und Sich verherrlicht zur Rechten Gottes befindet, haben wir den völligen Tag. „Der Gott, der aus der Finsternis Licht leuchten ließ, ist es, der in unsere Herzen geleuchtet hat zum Lichtglanz der Erkenntnis Gottes im Angesicht Christi“ (2. Kor. 4, 6).

Da haben wir die volle Herrlichkeit des Lichts. Aber das Licht war von allem Anfang an „gut“: wie gut war zum Beispiel das Licht von 1. Mose 3, 15 und 22, 18 !

Als das Licht kam, schied Gott „das Licht von der Finsternis“. Das ist ein Hauptgrundgesetz, Licht und Finsternis sind unvereinbar miteinander. Satan sucht immer beide zu vermengen; aber Paulus sagt: „Seid nicht in einem ungleichen Joche mit Ungläubigen. Denn welche Genossenschaft hat Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Gemeinschaft Licht und Finsternis? Und welche Übereinstimmung Christus mit Belial? Oder welches Teil ein Gläubiger mit einem Ungläubigen?“ (2. Kor. 6, 14 und 15)

In Jesaja 5, 20 lesen wir: „Wehe denen, die das Böse gut heißen und das Gute böse; welche Finsternis zu Licht machen, und Licht zu Finsternis“.

Es ist wichtig, alles beim rechten Namen zu nennen: „Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht.“

Wenn Christus unseren Herzen das Licht wird, erkennen wir, dass alles was nicht Christo gemäß ist, Finsternis ist, und dass wir daher keine Gemeinschaft damit haben können. Die Verwerfung Christi hat die Welt in Finsternis zurückgelassen, aber Christus wird wiederkommen und den Tag bringen.

In der Zwischenzeit sind die Gläubigen vom Tage, sie sind Söhne des Lichts (1. Thess. 5, 8 u. 5) und sollten deshalb keine Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis haben, sondern sie vielmehr strafen (Eph. 5, 11). In der Welt mag man von Fortschritt und vermehrtem Licht reden, die Söhne des Lichts aber betrachten es als Finsternis, weil Christus nicht darin ist. Sie bekennen Christum und halten sich von der sittlichen Finsternis um sie her abgesondert.

Die Worte „und es ward Abend, und es ward Morgen“, werden sechsmal in diesem Kapitel wiederholt. Aber in Verbindung mit dem siebenten Tage wird kein Abend erwähnt. Das ist in Übereinstimmung mit der Tatsache, dass es im Tausendjährigen Reiche kein Abendlamm gibt (siehe Hes. 46, 13 - 15), an einen Abend wird nicht mehr gedacht.

Andererseits finden wir in Daniel 8, 14 den bemerkenswerten Ausdruck „Abendmorgen“ in Verbindung mit der Zeit des Abfalls. Auf all diesen Morgen lagert gleichsam der Schatten des Abends, denn sie bringen kein göttliches Licht.

In Wahrheit sind alle menschlichen Morgen wirklich Abende. Immer wieder denken die Menschen dann und wann einen neuen Tag zu haben, infolge einer neuartigen Verfassung, Gesetzgebung, Erziehungsweise, eines Zusammenschlusses von Völkern und dergleichen. Aber diese neuen Tage des Menschen sind alle Abendmorgen, es sind Morgen, auf die der Schatten des Abends schon von ihrer Dämmerung an fällt. Das wahre Licht ist ihnen fern.

Doch ein Tag kommt, dessen Morgen ohne Wolken ist (2. Samuel 23, 4), der von der Sonne der Gerechtigkeit eingeweiht wird; und dieser Tag hat keinen Abend, er geht, was die Heiligen anlangt, in den endlosen Tag der Ewigkeit über.

Am zweiten Tage ruft Gott die Ausdehnung ins Dasein, und sie wird eine Scheidung zwischen dem, was unter und über ihr ist - Gott nennt sie die Himmel.

Es ist, wie ich glaube, der Luftkreis der Erde, der sich deutlich von den Wassern, die er voneinander trennt, unterscheidet.

In sittlicher Hinsicht deutet er auf die Einführung himmlischer Wesensart hin, die dem Glauben zur Heimatluft wird, in der er frei atmen kann. Es wurde schon darauf hingewiesen, dass Gott das Licht über Christum in kostbaren Verheißungen gab; aber Er gab Seinen Heiligen auch schon sehr früh einen Begriff vom Himmlischen, und das wurde, wie wir aus Hebräer 11, 8 - 16 sehen, ein sehr scharfer Scheidegrundsatz.

Abraham wartete auf die Stadt, welche Grundlagen hat, und diese Stadt ist eine himmlische. Isaak und Jakob waren mit Abraham Erben der Verheißung und suchten ein himmlisches Land. Sie atmeten gleichsam die Luft himmlischer Hoffnungen, und deren absondernde Kraft machte, dass sie als „Fremdlinge und ohne Bürgerschaft auf der Erde“ waren. Dieser Scheidegrundsatz nach dem, was „unten“ und „oben“ ist (Joh. 8, 23), hat seine Kraft bis auf diesen Tag geltend gemacht und die Heiligen als himmlisch nach Hoffnung und Wesensart gekennzeichnet.

Wenn wir wirklich das Licht der Erkenntnis Gottes in Christo haben, brauchen wir einen neuen Lebenskreis. In der Welt gibt es niemand, der an unseren Freuden und Übungen teilnehmen, oder sie mitfühlen könnte. Wir können einen für uns geeigneten Lebenskreis nur im Kreise der Brüder finden.

Wie könnte ein wahrhaft zu Gott Bekehrter eine Luft des Götzendienstes, des Hasses und der Gesetzlosigkeit atmen? Er verlangt, unter seinesgleichen zu sein. Er liebt die Brüder und hat darin die Gewissheit, dass er aus dem Tode in das Leben hinübergegangen ist (1. Joh. 3, 14).

Am dritten Tage erscheint dann das trockene Land. Im trockenen Lande haben wir ein Bild von dem, was fest ist und Bestand hat und Frucht für Gott hervorbringt. Es kann weiter als ein Sinnbild der Sonderstellung aufgefasst werden, die Israel, als von Gott berufen und in göttlicher Ordnung dastehend, abgesondert von den Nationen ringsumher hatte.

Beim Lesen der Heiligen Schrift kann es uns nicht entgehen, welch einen abgesonderten Platz Israel besaß, und dass es Gottes Gedanke war, dass sie ein von Gott geleitetes und fruchtbares Volk sein sollten, um seinen Ruhm vor den Nationen kundzutun. Als der Hüter und Beschützer Seiner Verheißungen, der in sittlicher Hinsicht teil an deren Festigkeit hatte, und der durch das Gesetz und Zeugnis Gottes beherrscht wurde, entsprach Israel dem trockenen Lande. In Wirklichkeit bewahrheitete sich das jedoch nur von einem kleinen Überrest.

Israel nach dem Fleische entsprach nicht den Gedanken Gottes. Sie waren ebenso unter der Sünde und dem Tode wie die anderen Menschen, und dazu noch solche, die Gottes Gesetz gebrochen hatten.

Alles das lässt uns die Tatsache schätzen, dass der dritte Tag in der Heiligen Schrift oft in Verbindung mit der Auferstehung gebracht wird.

Die dem Abraham gegebenen Verheißungen brachten Licht über eine Ordnung, die in der zukünftigen Welt aufgerichtet werden wird, und die um deswillen, was der Mensch ist, von dem Kommen Christi und Seinem Tode und Seiner Auferstehung abhängt.

Abraham hatte zu lernen, dass der Gott, dem er glaubte, einer war, der die Toten lebendig macht. Die Verheißung war einem gegeben, dessen eigener Leib schon erstorben war, damit er von allem Anfang an das Wesen der Kraft kennenlernte, die die Verheißung zustande bringt.

Dass er dies gelernt hatte, tritt uns klar in der Aufopferung Isaaks entgegen. Im Glauben an die Auferstehungsmacht Gottes hielt er an den ihm gegebenen Verheißungen fest, so dass er den Isaak opfern konnte. Und er empfing ihn im Bilde, als aus den Toten auferstanden, wieder.

So wurde der Glaube gelehrt, die Aufrichtung alles dessen, was in Gottes Gedanken und Verheißungen war, von einer Kraft zu erwarten, die da wirken konnte, wo auf Seiten des Menschen nur der Tod war. Es handelte sich bei ihm nicht nur um die Aussonderung eines Mannes und seines Samens aus der Verwirrung und dem Götzendienst einer Babelwelt, sondern ihm wurde zugleich etwas von der Tatsache gelehrt, dass der Tod auf dem Menschen war, und dass daher jede göttliche Verheißung, aller Segen in der Kraft der Auferstehung bestehen sollte.

Später, bei einem neuen Ausgangspunkte der Geschichte Israels, gab ihnen Gott das Passah, das im Bilde eine deutliche Unterweisung über ihren Zustand unter Tod und Gericht enthielt, und auch davon, dass Jehovas Verheißungen und Bund ihnen gegenüber nur auf Grund des Todes Christi aufgerichtet werden konnten.

Und gerade so, wie sich alles, was sie in der Vergangenheit waren, im Bilde hierauf gründete, wird es auch am Tage der Zukunft sein, wo sie dies zunächst in seiner sittlichen Wirklichkeit verstehen lernen müssen, und dann erst werden sie in göttlicher Ordnung als ein fruchtbares Volk gesehen.

Christus ist in göttlicher Gnade in den Tod gegangen, der auf dem Menschen lastete. Aber Er ist wieder aus dem Tode hervorgegangen, um die feste und unerschütterliche Grundlage einer Ordnung zu werden, die durch Fruchtbarkeit und Leben gekennzeichnet ist.

Wir sind jetzt zu den „gewissen Gnaden“ gekommen (Jes. 55,3; Apg. 13, 34), zu Dingen, die durchaus geordnet sind und Bestand haben. Wir sind eines Anderen geworden, „des aus den Toten Auferweckten, auf dass wir Gott Frucht brächten“ (Röm. 7, 4).

Nach dem Erscheinen des „Trockenen“ finden wir „Kraut, das Samen hervorbringt nach seiner Art, und Bäume, die Frucht tragen, in welcher ihr Same ist nach ihrer Art“ (V.12).

Nur was in Beziehung zu Christo steht, ist wirklich von Bestand und fruchtbar für Gott. Die Versammlung steht jetzt in Beziehung zu Ihm, Israel am Tage der Zukunft; dann, wenn sie die „gewissen Gnaden Davids“ erlangen, werden sie Bestand haben und zu Gottes Wohlgefallen fruchtbar sein. Inzwischen haben die Heiligen der Kirche jenen Platz inne.

Am vierten Tage wurden Lichter an der Ausdehnung des Himmels, „um auf die Erde zu leuchten! ... das große Licht zur Beherrschung des Tages und das kleine Licht zur Beherrschung der Nacht, und die Sterne“ (V. 15 und 16).

Das weist klar auf den Gedanken Gottes, das die Erde im Lichte dessen stehen sollte, was in den Himmeln aufgerichtet ist, also unter himmlischer Herrschaft oder himmlischem Einfluss.

Der verherrlichte Jesus ist „das große Licht“ in den Himmeln. Als Er hienieden war und „der Aufgang aus der Höhe“ die Menschen besuchte (Luk. 1, 78), war Er „das Licht der Welt“ (Joh. 8,12; 9,5); aber die sittliche Finsternis, in die Er kam, war so dicht, dass sie das Licht nicht erfasste (Joh. 1, 5).

Er ist jetzt als ein auferstandener und verherrlichter Mensch im Himmel, und in der zukünftigen Welt (Hebr. 2, 5) wird Er der Welt als „die Sonne der Gerechtigkeit“ strahlen (Mal. 4, 2). Doch in der Zwischenzeit sind die an Ihn glauben in Seinem Lichte: „die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber sehet mich“ (Joh. 14, 19); „wir sehen aber Jesum ... mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt“ (Heb. 2, 9). Das, was sich nachmals von Jerusalem bewahrheiten wird: „Stehe auf, leuchte! denn dein Licht ist gekommen“, ist geistlich von Seinen Heiligen jetzt wahr; es heißt: „Wache auf, der du schläfst, und stehe auf aus den Toten, und der Christus wird dir leuchten!“ (Eph. 5, 14)

Weil die Kirche im Lichte Christi ist, entspricht sie dem Monde, dem untergeordneten Lichte; Israel wird am Tage der Zukunft den Platz des kleinen Lichtes haben, wenn es als der „Neumond“ (Ps. 81, 3) aufs Neue unter das Licht Christi kommen wird.

Der Mond scheint nur, soweit er im Lichte der Sonne ist; und so wird auch die im Lichte Christi bleibende Kirche zur Leuchte während der Nacht Seiner Verwerfung.

Die Heiligen sind im Lichte des Tages. Infolgedessen sollte ihr Wandel die Züge des Tages offenbaren, sie sollten als Himmelslichter in der Welt scheinen (Phil. 2, 15).

Christus ist die Sonne des geistlichen Weltalls, und alles andere Licht ist nur Sein Licht, das entweder von der Versammlung, Israel oder einzelnen Heiligen widergestrahlt wird. Der Mond scheint nur in Abwesenheit der Sonne. So scheint auch das himmlische Licht jetzt durch die Heiligen der Versammlung; und bald, wenn der Mond untergegangen, werden die Sterne leuchten.

In Daniel 12, 3 heißt es: „Und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsfeste, und die, welche die Vielen zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne, immer und ewiglich.“

Das bezieht sich auf den Überrest der Verständigen am Tage der Zukunft. Christus ist hinweggegangen; und bald wird auch die Kirche von hinnen gehen, und dann werden andere Heilige die Gefäße des göttlichen Lichtes sein, wie wir aus Offenbarung 7 und dem, was folgt, sehen.

Die Lichter sind zum Herrschen gemacht und bestimmt. So wird es auch in der zukünftigen Welt sein: die Nationen werden durch das Licht der himmlischen Stadt wandeln. Es wird keine Unbotmäßigkeit oder Gesetzlosigkeit geben, sie werden durch das Licht Gottes, das ihnen in der Stadt scheint, wandeln.

Gegenwärtig herrscht die Kirche, insofern sie heilige und göttliche Einflüsse unter den Menschen verbreitet. Von denen, die in Gerechtigkeit, Heiligkeit und Liebe wandeln, geht göttliches Licht aus.

Man hat schon oft beobachtet, dass Menschen, die gewohnt sind, eine niedrige Sprache zu führen, in der Gegenwart eines Christen davon Abstand nehmen. Es ist also ein Einfluss vorhanden. Im Lichte Christi ist der Heilige mit einer strahlenden Rüstung angetan; er trägt die Waffen des Lichts, und das macht sich geltend.

Wie oft sind solche, die in Schwierigkeiten oder Gefahr sind, froh, einen Christen in ihrer Nähe zu haben! Sie erkennen das Licht an und empfinden etwas Wohltuendes darin.

Dann finden wir, dass die Lichter „zu Zeichen und zur Bestimmung von Zeiten“ sein sollten, und um „das Licht von der Finsternis zu scheiden“ (V. 14 u. 18). Das ist in sittlicher Hinsicht wichtig: der Christ sollte Einsicht in die Zeiten haben (1. Chron. 12,32; Mat. 16,3; Luk. 12,56; Röm. 13,11).

Der Welt ist die Sonne durch ihre Verwerfung Christi untergegangen. Die Kirche ist nun als das Gefäß des Heiligen Geistes ein Himmelslicht; es wohnt eine göttliche Person in den Heiligen hienieden, und so scheint den Menschen göttliches Licht durch ein Gefäß, das im Gegenbilde dem Mond entspricht. Bald wird das Licht durch andere Heilige scheinen.

Vor dem Weltkriege wurde ein Buch geschrieben, um zu beweisen, dass das Tausendjährige Reich gekommen sei. Solche Leute können kaum etwas „von Zeiten“ verstanden haben, und von dem Unterschied zwischen Tag und Nacht (V. 14). Was dann in der Welt eintrat, hätte solche Theorien über den Haufen werfen müssen.

Die Vorgänge an den ersten vier Tage können dahin aufgefasst werden, dass an ihnen die Lebensbedingungen geschaffen wurden. Am fünften und sechsten Tage kommen wir dann zum Leben selbst. Die Lebensbedingungen sind Licht, Luft, Speise und Herrschaft.

Das Licht, in dem geistliches Leben möglich ist, ist die Offenbarung Gottes.

Die Lebensluft, die denen angemessen ist, die Gott kennen, atmen wir, wie schon bemerkt, im Kreise der Brüder, wo geistliche Zuneigungen wirksam sind.

Sodann muss das Leben durch Speise aufrechterhalten werden, das ist sehr wesentlich. Johannes 6 redet von der Speise, dem Brote des Lebens.

Und schließlich haben wir himmlische Herrschaft, d.h. es gibt in dem Kreise des Lebens keine Gesetzlosigkeit. Finsternis, Unkenntnis Gottes, Götzendienst, Hass und Gesetzlosigkeit, das alles ist der Tod. Doch wenn das Licht Gottes kommt, tritt Liebe und Gehorsam in einem angemessenen Lebenskreise in Tätigkeit, und durch geeignete Nahrung aufrechterhalten und unter himmlischer Herrschaft, haben wir dann das Leben.

Am fünften und sechsten Tage erblicken wir einen Schauplatz, der vom Leben wimmelt. Gott ist der lebendige Gott, und Er hat Freude am Leben. Das tritt einem geradezu auffällig in der Natur entgegen.

Nachdem Gott die Lebensbedingungen geschaffen hatte, hat Er Wohlgefallen an Leben im Überfluss, und an Wachstum und Vermehrung. „Lebendige Seelen“ sind solche, die die Lebensbedingungen genießen können. Gottes Gedanke war sogar hinsichtlich der unvernünftigen Geschöpfe, dass sie die Umstände, in die Er sie versetzt hatte, genießen sollten.

Sobald lebendige Seelen geschaffen wurden, segnete Er sie. Das war Seine erste sittliche Tat. Und das Zeichen Seiner Segnung war Fruchtbarkeit und Vermehrung. Das ist die unfehlbare Begleiterscheinung der Lebenskraft.

In geistlicher Hinsicht sind die Lebensbedingungen gegenwärtig geschaffen, und unsere Übung sollte dahin gehen, sie uns zunutze zu machen; und wenn wir das tun, genießen wir den Segen Gottes.

Am fünften Tage wimmeln die Wasser von lebendigen Seelen, und am sechsten Tage bringt die Erde solche hervor. Sowohl die Fische des Meeres als auch die lebendigen Wesen der Erde sind von der Weisheit Gottes als Bilder des gegenwärtigen Wirkens Seiner Gnade gebraucht worden.

Die Fische des Meeres stellen die Menschen in ihrem natürlichen Zustande und Lebenskreise dar, aus dem sie herausgenommen werden müssen, um in die Segnung des Reiches Gottes einzugehen. Der Her macht Seine Nachfolger zu „Menschenfischern“, und das ins Meer geworfene Schleppnetz ist eines der Gleichnisse vom Reiche der Himmel (Mat. 4,19; 13, 47-50). In Verbindung hiermit haben wir gute und wertlose Fische. Die guten stellen die dar, in denen ein göttliches Werk ist. Sie können in Gefäße gesammelt werden.

Das „Netz voll großer Fische“, das in Johannes 21,11 ans Land gezogen wurde, ist zweifellos ein Bild der großen Sammlung zu tausendjähriger Segnung am Tage der Zukunft. Dieses Netz wird nicht reißen, und bei ihm finden wir auch keinen Hinweis auf wertlose Fische.

Da wir gerade vom Meere reden, mag die auffällige Tatsache erwähnt werden, dass auf der neuen Erde das Meer nicht mehr ist (Offb. 21,1). Das Meer und das mit ihm in Verbindung stehende Leben besteht nur für diese Zeit. Aber die Erde besteht im ewigen Zustande weiter, sie redet von dem, was beständig und bleibend ist, was wirklich einer geistlichen Ordnung angehört. Das Geistliche allein ist ewig.

In Apostelgeschichte 10 sah Petrus die lebendigen Wesen der Erde in einem Gefäße, „gleich einem großen leinenen Tuche, herabkommen an vier Zipfeln auf die Erde herniedergelassen“ (V.11). Er hatte zu lernen, niemand als gemein oder unrein anzusehen. Er musste seinen Standpunkt, den er als Jude einnahm, aufgeben, demzufolge er die Heiden als unrein betrachtete, und zu einer geistlichen Auffassung durchdringen, die der Unumschränktheit göttlicher und himmlischer Gnade entsprach. Er hatte den großen Umfang der Gnade, ihr allumfassendes Wesen zu lernen und zu sehen, dass Gott durch den Tod Christi eine Reinigung für die Menschen geschaffen hatte, derart, dass sogar Heiden durch den Glauben an den auferstandenen Christus die Vergebung der Sünden haben und den Geist empfangen konnten.

Das ganze Sechstagewerk bis zur Erschaffung des Menschen sollte einen Kreis schaffen, den zu beherrschen der Mensch nach den Gedanken Gottes bestimmt war. Die Erschaffung des Menschen war eine sehr feierliche und wohlerwogene Tat. Gott ging dabei gleichsam mit Sich Selbst zu Rate und sprach: „Lasset uns Menschen machen in unserem Bilde, nach unserem Gleichnis; und sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über das Gevögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das sich auf der Erde regt!“ (V. 26)

Adam war das „Vorbild des Zukünftigen“ (Röm. 5, 14). Alles soll unter die Herrschaft Christi kommen. In Psalm 8 heißt es von Vers 6 an vom Sohne des Menschen: „Du hast ihn zum Herrscher gemacht über die Werke deiner Hände; alles hast du unter seine Füße gestellt: Schafe und Rinder allesamt und auch die Tiere des Feldes, das Gevögel des Himmels und die Fische des Meeres, was die Pfade der Meere durchwandert.“ Jedes erschaffene Wesen wird Christo unterworfen sein; und in Adam sehen wir im Bilde die Art des Einflusses, den Christus ausüben wird.

Der erste über den Menschen geoffenbarte Gedanke war, dass er das Bild, d.h. die sichtbare Darstellung Gottes im Weltall sein sollte. Diese besondere Würde und Größe hatte Gott dem Geschöpf Seines Wohlgefallens zugedacht.

Doch bei dieser Enthüllung der göttlichen Gedanken müssen wir über Adam hinausschauen hin zu Dem, dessen Bild er war. Gottes Gedanke war, ein herrliches Haupt der ganzen Welt des Lebens zu haben, das imstande war, alles zu beherrschen und zu Seinem Wohlgefallen aufrechtzuerhalten. Christus ist „das Bild des unsichtbaren Gottes ..., der Erstgeborene aller Schöpfung“ (Kol. 1, 15). Wenn Er also kommt, wird Er den ersten Platz haben, den Adam im Vorbilde hatte. Alles sollte unter ein Haupt zusammengebracht werden; sei es das im Himmel oder das auf der Erde, alles sollte in Christo seinen Mittelpunkt haben. Nichts steht in der Tat recht im Weltall, das nicht in Christo seinen Mittelpunkt hat.

„Niemand hat Gott jemals gesehen“ - so wurde es notwendig, dass Einer kam, der das Bild des unsichtbaren Gottes ist - der „eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn kundgemacht“ (Joh. 1, 18). Der Gott, den niemand gesehen hatte, ist nun vollkommen in einem Menschen gesehen worden, in Einem, in dem alles, was Gott ist, völlig zum Ausdruck kam.

Wenn wir vom „Gleichnis“ in Bezug auf Christum reden, sollten wir sehr auf der Hut sein, denn wir müssen immer bedenken, dass Christus Gott ist.

Zweifellos können wir die Weisheit des Geistes in der Tatsache erkennen, dass Er im Neuen Testament nie das „Gleichnis“ Gottes genannt wird, trotzdem Er in verschiedenen Stellen ausdrücklich als das „Bild“ Gottes bezeichnet wird (2. Kor. 4,4; Kol. 1,15).

Doch wir können Ihn auch als den gesegneten Gesalbten betrachten, der vor Gott in Liebe wandelte: Christus hat „uns geliebt und sich selbst für uns hingegeben ... als Darbringung und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch“ (Eph. 5, 2). Und Er vermag allem, was unter Seinen Einfluss kommt, die Kraft zu verleihen, dass es in sittlicher Übereinstimmung mit Gott sei.

Als das „Bild Gottes“ wird Er nicht nur das ganze Weltall mit dem Lichte Gottes erfüllen, sondern Er wird ihm Gott gegenüber eine derartige Anregung sein, dass auch das „Gleichnis“ die vollkommene sittliche Übereinstimmung mit Gott in der ungeheuren Welt, deren herrliches Haupt Er sein wird, vorhanden ist. Dieses Gleichnis wird Ihm allein sein Dasein verdanken. Gott steht im Begriff, alles unter die Herrschaft jenes Gesegneten zu bringen.

Und Er herrscht durch Liebe, denn Er ist das Bild Gottes, Er ist notwendig der Ausdruck der Liebe Gottes, „denn Gott ist Liebe“ (1. Joh. 4, 8). Das Bild hat es mit dem Offenbarwerden zu tun; das Gleichnis ist mehr das, was in sittlicher Hinsicht mit diesem Offenbarwerden in einem Menschen in vollkommenem Einklange steht.

Alles wird unter den Einfluss und die Herrschaft jenes Menschen kommen, und unter Ihm als Herrn und Haupt wird alles zum Wohlgefallen Gottes aufrechterhalten. Wenn wir unter Seiner Herrschaft und Leitung stehen, kommt alles in Ordnung. Wer unter der Herrschaft Christi steht, wird ein guter Vater, eine gute Mutter, ein gutes Kind oder ein guter Knecht sein. Jede natürliche Beziehung, in der er steht, wird er zum Wohlgefallen Gottes ausfüllen; und auch in den geistlichen Dingen wird es recht mit ihm stehen.

„Füllet die Erde und machet sie euch untertan“ (V. 28) zeigt, dass Christus vermag, Sich alles Widerstrebende untertan zu machen. Und dann wird Er alles in Übereinstimmung mit Sich Selbst als Haupt bringen. Er wird „unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten ... zur Gleichförmigkeit mit seinem Leibe der Herrlichkeit, nach der wirksamen Kraft, in der er vermag, auch alle Dinge sich zu unterwerfen“ (Phil. 3, 21).

Inzwischen schreitet das Untertanmachen und Umgestaltetwerden infolge der Wirksamkeit der Macht Dessen, der das Bild Gottes und nach Seinem Gleichnis ist, in geistlicher Hinsicht fort. Dadurch, dass sich der Segenseinfluss Gottes geltend macht, wird alles untertan.

Es ist beachtenswert, dass hier das Weib gleichsam im Manne inbegriffen ist. „Lasset uns Menschen machen in unserem Bilde ...; und sie sollen herrschen ... Und Gott schuf den Menschen ...; Mann und Weib schuf er sie.“ (V. 26 und 27).

Die Kirche ist in Christo inbegriffen. Vor Grundlegung der Welt hatte Gott die Heiligen in Christo auserwählt (Eph. 1, 4). „Indem er uns kundgetan hat das Geheimnis seines Willens nach seinem Wohlgefallen, dass er sich vorgesetzt hat in sich selbst für die Verwaltung der Fülle der Zeiten: alles unter einem Haupt zusammenzubringen in dem Christus ..., in ihm, in welchem wir auch ein Erbteil erlangt haben, die wir zuvorbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Rate seines Willens“ (Eph. 1, 9 - 11). Das entspricht dem, was wir in unserem Kapitel lesen. Am Ende von Epheser 1 sehen wir Christum als Haupt der Welt, und die Kirche mit Ihm vereinigt. Sie ist Seine Fülle.

Dann heißt es: „Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan“ (V. 28).

Die Segnung besteht in Fruchtbarkeit und Vermehrung, denn Gott ist der lebendige Gott, und Er hat an Lebendigem und Sich Vermehrendem Freude; bei Ihm gibt es keinen Stillstand.

Die Herrlichkeit des Sohnes des Menschen besteht darin, dass Er eine Welt mit Frucht für Gott füllen kann. Hierzu ist Er in den Tod gegangen. Gott hat große Freude an Vermehrung. Das Christentum begann mit zwölf Männern, und die Vermehrung ist fortgeschritten, so dass wir im gegenwärtigen Augenblick trotz allem, was man über den Mangel an Bekehrungen redet, heilige Myriaden Heiliger auf Erden haben!

Gott hat eine wunderbare Grundlage der Fruchtbarkeit und Vermehrung in Christus geschaffen, und jede bekehrte Seele ist ein Beweis davon. Es ist wunderbar, dass es durch Gottes Segen so viele Herzen gibt, die fähig sind, zu erfassen, was Gott ist, und es zu genießen und Ihm Lob zu bringen. Das ist die Frucht, die Gott sucht.

Gott schätzt das menschliche Herz - das Herz eines Geschöpfes, das so gebildet ist, dass es Ihn zu erkennen vermag - das Herz eines Geschöpfes, das in die tiefsten Tiefen gesunken, aber nun durch die Erlösung zu Gott gebracht ist. Gott sucht solche Herzen, damit sie Ihn preisen.

In Adam und Eva war eine natürliche Lebenskraft, die die Erde gefüllt hat. Alle die Millionen auf Erden sind Frucht jenes Paares. Das deutet auf die Christo innewohnende Lebenskraft hin, auf das Weizenkorn, das in die Erde fiel, starb und viel Frucht brachte. Durch den Tod ist Er imstande, das Weltall mit Frucht für Gott zu füllen.

Wenn diese Lebenskraft in uns wirken soll, müssen wir lebendige Speise haben; deshalb wird am Ende des Kapitels die Nahrung erwähnt: „Siehe, ich habe euch gegeben alles samenbringende Kraut, ... und jeden Baum, an welchem samenbringende Baumfrucht ist: es soll euch zur Speise sein“ (V. 29). Das samenbringende Kraut und die samenbringende Baumfrucht werden dem Menschen zur Speise gegeben. Beim Samen handelt es sich um etwas Lebendiges, er ist eine Speise, die innewohnende Lebenskraft besitzt.

In der Natur gibt es nichts Wunderbareres als den Samen; er hat oft eine winzige Größe, doch wer kann seine Ausbreitungsfähigkeit ermessen! In ihm ist eine Kraft, einen Wald zu erzeugen, der die ganze Erde bedeckt.

Es ist sehr wichtig zu sehen, dass der Mensch Speise mit innewohnender Lebenskraft bedarf. Samen und samenbringende Frucht enthalten Lebensbestandteile; Fortpflanzungskraft kennzeichnet sie.

Viele geistliche Schwachheit ist auf die Speise zurückzuführen, von der die Gläubigen leben. Wir brauchen das, was das Leben unterhält. Der Herr konnte sagen: „nicht vom Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Worte Gottes“, und „ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennet“; und wiederum: „Gleichwie der lebendige Vater mit gesandt hat und ich lebe des Vaters wegen, so auch, wer mich isst, der wird auch leben meinetwegen.“ (Joh. 6, 57).

Auch in der Auferstehung haben wir Speise, denn der Herr nahm als Auferstandener Speise zu Sich; und sogar in der himmlischen Stadt dient der Baum des Lebens zur Speise. Alles das zeigt, wie weit der Speise zugrunde liegende Aufrechterhaltungsgrundsatz geht.

Es ist wichtig, lebendige Nahrung zu bekommen. Wir sollten uns fragen: Liegt dem, wovon ich mich nähre, der Grundsatz des Lebens zugrunde? Wenn nicht, so ist es nicht gut. Wir sollten immer den Grundsatz beachten, der dem Samen zugrunde liegt. Sogar den Tieren ward „alles grüne Kraut“ zur Speise gegeben, d.h. sie sollten sich nur von dem nähren, was frisch und saftig war.

Wenn wir in geistlicher Frische und Kraft dastehen wollen, müssen wir frische und lebendige Speise haben.