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UNTERREDUNGEN.CH

MALEACHI 3.16

Hingabe eines Dieners

(Teil  2)    Abschrift: Anita L. M.

 

David Gilliland, Lurgan, Nordirland

Vorträge in Lotstetten und Zürich 2010

(Niederschrift der mündlichen Übersetzung)

 

Wir setzen heute Abend unser Thema der Hingabe, des Engagements fort.

Gestern Abend haben wir uns das höchste Vorbild der Hingabe, des Engagements, angeschaut: unseren Herrn Jesus selbst. Heute Abend möchten wir zum Alten Testa

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Ein Überblick über das 1. Buch Mose

Hauptgedanken aus Wortbetrachtungen mit Charles Andrew Coates

Kapitel 22

In Kapitel 22 sehen wir, wie Abraham berufen wird, seinen Sohn Isaak als Brandopfer zu opfern. Der Erbe konnte weder das Erbe antreten, noch die Braut besitzen, es sei denn, dass er gestorben und auferstanden war. Und hier sehen wir in Abraham einen derartigen Glauben, der bereit war, sogar den Isaak im Blick darauf aufzugeben, dass er ihn in der Auferstehung wiedererlangte (Heb. 11, 17 - 19).

Alle Verheißungen gipfelten in Dem, von dem Isaak ein Vorbild war, und mit dem Gottes Bund bestand. Die Erkenntnis all des Holdseligen in Ihm, dem Sohne der Verheißung, machte den Glauben in der Tat lachen; und Sein Kommen erforderte, dass der Mensch nach dem Fleische ausgestoßen werden musste. Die Verheißungen und Segnung Gottes schlossen die vollständige Beiseitesetzung jenes Menschen in sich.

Isaak musste beschnitten werden, was ich als ein Bild von der Abschneidung des Fleisches im Tode Christi auffasse. Der Brief an die Kolosser nennt das „die Beschneidung des Christus“ (Kap. 2, 11).

Aber im Tode Christi war viel mehr als das enthalten: Christus war ein „Brandopfer“ (V. 2), worin der liebliche Wohlgeruch vollkommener Zuneigungen, die Er Gott in Seinem Tode bewies, zum Ausdruck kam.

In diesem Kapitel erweitert sich unser Gesichtskreis hinsichtlich des Brandopfers ungemein. In Abels Opfer fanden wir im Bilde Vortrefflichkeit, in Noahs Opfer sahen wir im Bilde sittliche Reinheit, aber hier kommen wir zu einem überaus ergreifenden Bilde von den Zuneigungen, die das Opfer in sich begriff. Es handelt sich nun um einen Vater und einen Sohn, darum, dass der geliebte Gegenstand des Vaterherzens geopfert werden muss.

Bedenken wir, was Isaak dem Abraham war - sein Sohn, sein Einziger, sein Geliebter! Das geht über ein bloßes Vorbild hinaus, denn Abraham war berufen, in mitfühlender Liebe in das einzugehen, was das Herz des glückseligen Gottes zu tun vorhatte. Es ist der herzergreifendste Vorgang, den man sich denken kann. Wer vermöchte zu sagen, was es für Gott war, Seinen geliebten Sohn dem Tode auszuliefern?

Dieser Tod war in der Tat die volle Offenbarung der Liebe Gottes. Und andererseits konnte in ihm allein das volle Maß des Gehorsams und der Ergebenheit des Sohnes zum Ausdruck gelangen.

Bedenken wir, was Er für den Vater war, Er, der im Blick auf Seinen Tod sagen konnte: „auf dass die Welt erkenne, dass ich den Vater liebe und also tue, wie er mir geboten hat“! (Joh. 14, 31) Bedenken wir, was Ihm und dem Vater die Heiligen sein mussten, für die Er Sich also geopfert hat! Er liebte sie in Seinem Herzen all den Gedanken gemäß, die der Vater über sie hatte, und dazu Seiner eigenen Liebe gemäß, und Er gab Sich Selbst für sie, damit all diese kostbaren Gedanken zustande kommen konnten. Und der Vater schätzte diese Seine Liebe, die Ihm so vollkommen entsprach, sie stieg als ein überaus duftender Wohlgeruch in dem Opfer Seiner Selbst auf, das eine göttliche und heilige Grundlage dafür bildete, dass all die Vorsätze ewiger Liebe durchgeführt werden konnten.

Die Heiligen verweilen oft bei dem, was Er hinweg tat, aber was Er dadurch brachte, ist unendlich größer: Er hat den Willen Gottes, Sein Wohlgefallen, in all seinem Umfange, zustande gebracht, und Er brachte die Liebe Gottes ans Licht. Ferner hat Er in dem Opfer Seiner Selbst im Menschen die der Sohnschaft eigene Liebe völlig enthüllt; und die Frucht wird sein, dass „viele Söhne“ Gott in alle Ewigkeit in der der Sohnschaft eigenen Liebe entsprechen werden. Gerade diese Seite sehen wir in so lieblicher Weise im Abendmahl des Herrn.

Dass der geliebte Sohn gegeben wurde, um Gott an der Stätte des Todes ein duftender Wohlgeruch zu sein, brachte alles das ans Licht und zur Durchführung, was im Herzen Gottes ist. Gott tat hochbegünstigten Männern kund, was Ihm jener Gesegnete war. Sie haben Seine Herrlichkeit als die eines Eingeborenen bei einem Vater. So wurde Er den Menschen vor Augen gestellt, damit sie einigermaßen verständen, was es für Gott war, Ihn dem Tode preiszugeben.

Weiter unterwarf Sich der Sohn dem Tode in all dem Wohlgeruch der Zuneigungen und des Gehorsams des Sohnes, um so eine Grundlage zur Erfüllung all der Vorsätze der göttlichen Liebe zu schaffen. Dieserhalb endet das Kapitel mit der Einführung Rebekkas. Und wenn Rebekka den Schauplatz betritt, so verschwindet Sara. Sara stellt Israel dar, insofern Christus nach der Verheißung aus ihm geboren wurde; doch in Rebekka haben wir ein Bild der Kirche, die zu dem verherrlichten und auferstandenen Christus im Himmel gebracht wurde. Ein auferstandener und himmlischer Christus ist es, der die Braut bekommt.

„Das Holz zum Brandopfer“ (V. 6), das auf Isaak gelegt wurde, redet sicherlich von dem für jenen Holdseligen bereiteten Leib; damit Er geopfert werden konnte, musste Er „im Fleische“ kommen (1. Joh. 4, 2 u. 3; 2. Joh. 7). Durch den Menschen waren die Sünde und der Tod in die Welt gekommen, es war der Mensch, der ungehorsam gewesen war und Gott verunehrt und Ihm ein Herzeleid verursachte hatte; und so musste es auch ein Mensch sein, der in dem Gehorsam und der Hingebung einer Liebe, die bis in den Tod gehen konnte, Gott auf das vollkommenste verherrlichte, und so ein vollkommenes Wohlgefallen, einen lieblichen Wohlgeruch für Gott herbeiführte, der ewigen Bestand haben wird.

Als im Fleische gekommen, konnte Er durch das heilige Feuer geprüft und zur Herrlichkeit Gottes in jeder Hinsicht als vollkommen erfunden werden. In jenem heiligen Menschen war keine Sünde; Er war „das Heilige“, das in der Jungfrau Maria durch den über sie kommenden Heiligen Geist und die sie überschattende Kraft des Höchsten gezeugt wurde (Luk. 1, 35).

Wir sehen daher im Sohne Gottes einen in sittlicher Hinsicht von jedem anderen ganz und gar verschiedenen Menschen, nämlich den Heiligen Gottes, den Gerechten, Einen, der durch alles, was Gott ist, auf die Probe gestellt werden konnte, und das sogar, da Er als Opfer den Platz der Sünde und des Todes einnahm. Er konnte aus allem durchaus vollkommen hervorgehen.

Wie sehr freut sich der Glaube, diese einzig dastehende und unbefleckbare Wesensart jenes Menschen und jenes heiligen Fleisches anzuerkennen, in dem Er kam, um zur Verherrlichung Gottes geopfert zu werden! Und wenn wir das anerkennen, so füllt es das Herz des Gläubigen mit Anbetung.

Doch wenn wir uns so Ihm und dem Vater, der Ihn sandte, in anbetender Bewunderung zuwenden, mit welch heiligem Abscheu wendet sich unser Herz da von den unreinen und lästerlichen Gedanken derer ab, die sich unter Beibehaltung des christlichen Bekenntnisses erdreisten, Seine Geburt durch eine Jungfrau, und damit auch Seine Gottheit und Seine sündlose menschliche Wesensart, anzuzweifeln. Die Menschwerdung - das Kommen des Sohnes Gottes im Fleische - ist die Grundlage und Grundfeste von allem im ganzen sittlichen Weltall.

Dann heißt es: „und in seine Hand nahm er das Feuer“ (V. 6). Feuer redet von dem, was Gott ist - „unser Gott ist ein verzehrendes Feuer“ (Heb. 12, 29; 5. Mose 4, 24) - , und zwar in der eingehendsten und schärfsten Weise auf das, was Ihm zur Prüfung vorliegt, zur Anwendung gebracht. Einen Hinweis darauf sehen wir in der „Flamme des kreisenden Schwertes“, die nach dem Fall den Weg zum Baume des Lebens bewahrte (Kap. 3, 24), doch die erste unmittelbare Anspielung auf Feuer ist in der Tatsache enthalten, dass Noah Brandopfer auf dem Altar opferte (Kap. 8, 20).

Es ist sehr gesegnet, das Feuer zuerst in einer solchen Verbindung erwähnt zu sehen, denn es deutet hier darauf hin, dass Einer gefunden werden würde, auf den die eingehendste göttliche Prüfung angewandt werden konnte, ohne dass etwas anderes als Vollkommenheit entdeckt wurde, und etwas anderes als ein „lieblicher Wohlgeruch“ zu Gott emporstieg. In diesem Zusammenhange finden wir auch das Feuer in unserem Kapitel erwähnt.

Wenn Sünde vor Gott kommt, und Er mit ihr der Heiligkeit Seiner Natur gemäß verfahren muss, so nimmt das Feuer notwendig das Gepräge des Zornes an, und in dieser Weise sehen wir es, als Gott in Kap. 19, 24 zur Zerstörung der schuldigen Städte in der Ebene Feuer aus dem Himmel regnen ließ.

In dieser Eigenart sehen wir das Feuer auch bei den Opfern, die in Gerechtigkeit Segnung für den Menschen als schuldigen Sünder sichern sollten. Da wurden die Leiber der Tiere, deren Blut für die Sünde in das Heiligtum gebracht wurde, außerhalb des Lagers verbrannt: Christus, der Heilige Gottes, der keine Sünde kannte, wurde für uns zur Sünde gemacht. Er wurde als Opfer zu dem gemacht, was wir tatsächlich persönlich waren; und als Er so den Platz der Sünde einnahm, wurde Er von Gott verlassen und hatte den Kelch des Zornes Gottes zu trinken. Seine Gnade brachte Ihn dahin, und das Feuer - alles, was Gott in Seiner Heiligkeit gegen die Sünde ist - verzehrte in einer Weise seine Kraft an Ihm, wie wir es nie völlig erkennen werden.

Wenn wir das betrachten, so können wir nur anbeten. Er trug den Zorn und hatte ihn für alle, die an Seinen Namen glauben, völlig erschöpft.

Was wir nun im Vorbilde in Verbindung mit dem Brandopfer sehen, ist, dass das Feuer die ganze Vollkommenheit des Opfers in einem annehmlichen Wohlgeruch zum Vorschein bringt. Als Er der schärfsten und eingehendsten Prüfung unterzogen wurde, da, als Er sogar den Platz der Sünde und des Todes einnahm und, von Gott verlassen, den Kelch trank und alles das erduldete, was die Sünde, dem gerechten Gericht und der Heiligkeit Gottes gemäß, verdiente - da ward nichts als Vollkommenheit in höchster Vollendung in Ihm gefunden.

An der Vollkommenheit, die unter der Wirkung des Feuers in einem lieblichen Wohlgeruch zum Vorschein kam, hatte Gott Wohlgefallen.

Im Hebräischen werden für das Verbrennen des Sündopfers außerhalb des Lagers und das Verbrennen des Brandopfers verschiedene Worte gebraucht; im letzten Falle hat das Wort die Bedeutung „Rauchwerk verbrennen“. Das, was Gott ein Abscheu war, wurde, wenn es in dem Sündopfer vor Ihn gebracht wurde, gänzlich verzehrt. Zu gleicher Zeit kamen aber im Brandopfer unter der Prüfung des heiligen Feuers die unendlichen Vollkommenheiten Dessen zum Vorschein, der Sich Selbst Gott opferte.

Der Herr wusste, was der Kelch, den Ihm Sein Vater gab, in sich begriff. Er konnte daher nur vor ihm zurückschrecken, und so kam es, dass Er, als Er an ihn dachte, sprach: „nicht mein Wille, sondern der deine geschehe!“ (Luk. 22, 42); und „den Kelch, den mir der Vater gegeben hat, soll ich den nicht trinken?“ (Joh. 18, 11).

Als der Verlassene rechtfertigte Er Gott darin, dass Er Ihn verließ, wie es in Ps. 22, 3 in den Worten zum Ausdruck kommt: „Doch du bist heilig, der du wohnest unter den Lobgesängen Israels“. Gott fand einen Menschen, der zu Seiner Herrlichkeit Ihm vollkommen gehorsam und ergeben war, und dies sogar da, als Er den Platz der Sünde und des Todes einnahm und das volle Gericht der Sünde trug. Er wurde durch das Feuer alles dessen, was Gott in Seiner Heiligkeit gegen die Sünde war, geprüft, aber nichts als Vollkommenheit wurde in Ihm gefunden. Gott wurde in diesem holdseligen Menschen, Seinem geliebten Sohne, verherrlicht.

Diese kostbare Seite der Leiden und des Todes Christi tritt uns im Brandopfer entgegen. Die scharfe und eingehende Prüfung des Feuers, auf Christum, den geliebten Sohn angewandt, konnte nur all Dessen innere Vollkommenheiten und Seine Hingebung enthüllen. Es rief den Duft des lieblichen Wohlgeruchs und all Seiner Holdseligkeit hervor.

Er kam vom Himmel hernieder, um den Willen Gottes zu tun und alle die „Schatten“ der „Schlachtopfer und Speisopfer und Opfer für die Sünde..., die nach dem Gesetz dargebracht werden“, an denen Gott kein Wohlgefallen fand, durch das Schlachtopfer Seiner Selbst zu ersetzen (Heb. 10, 1 u. 8; 9, 26).

Wie gut können wir nun die in unserem Kapitel zweimal erwähnten ergreifenden Worte verstehen: „sie gingen beide miteinander“ (V. 6 u. 9). Der Vater hatte den Sohn gesandt, Seinen Willen zu vollbringen, und der Sohn war gekommen, ihn zu tun, und sie gingen beide auf jenem gesegneten Pfade miteinander, der uns so klar und völlig im Evangelium des Johannes dargestellt wird. Der Sohn sprach: „Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe“; und „mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke“ (Joh. 4, 34; 5, 17). „Der Sohn kann nichts von sich selbst tun, außer was er den Vater tun sieht; denn was irgend er tut, das tut auch der Sohn gleicherweise. Denn der Vater hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er selbst tut“ (Joh. 5, 19 u. 20). Ich bin „nicht allein..., sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat“; und „der mich gesandt hat, ist mit mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich allezeit das ihm Wohlgefällige tue“ (Joh. 8, 16 u. 29). „Ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir“ (Joh. 16, 32).

Ja, man kann in der Tat das ganze Evangelium im Lichte der Worte lesen: „sie gingen beide miteinander“.

„Ich aber und der Knabe wollen bis dorthin gehen und anbeten, und zu euch zurückkehren“ (V. 5). Bei keinem des bisher Geopferten haben wir eine Andeutung, dass es der Gegenstand der Wirksamkeit der Auferstehungsmacht sein werde; diesen neuen Zug sehen wir in diesem Vorbilde. Isaak würde „zurückkehren“!

Für den Glauben Abrahams konnte es nicht anders sein, wenn er daran dachte, wer Isaak war, und dazu an alle die Verheißungen, die Gott in Verbindung mit ihm gegeben hatte. Und wie gewiss war es für den wahren Isaak, dass die „Wehen des Todes“ aufgelöst werden mussten, „wie es denn nicht möglich war, dass er von demselben behalten würde“ (Apg. 2, 24). Die Kraft der Auferstehung wohnte Ihm inne, Er war „die Auferstehung und das Leben“ (Joh. 11, 25).

Der Widder war „im Dickicht festgehalten durch seine Hörner“ (V. 13). Als das Lamm kennzeichnete den Sohn Gottes makel- und fleckenlose Vollkommenheit und Sanftmut im Leiden; doch der Widder redet von Reife und Tatkraft, und seine Hörner sind das Sinnbild der Stärke.

Man hat sehr recht bemerkt, dass Christus durch die Stärke Seiner Liebe imstande war, das ganze kostbare Werk zu tun, das zur Herrlichkeit Gottes und zur Befriedigung des Herzens des Vaters notwendig war, um viele Söhne zu haben. Aufgrund dessen, dass Er als Brandopfer geopfert wurde, kann jeder Gedanke und Vorsatz des glückseligen Gottes zustande kommen; nichts wird fehlen, das Herz Gottes mit Befriedigung zu erfüllen.

„Und unser Gott, den wir erkannt hier haben, -

In Jesu Liebe, ach, so wohl erkannt! -

Wird ruhen in der Segnung all der Seinen,

Dort vor Ihm Selbst, in der Verheißung Land.“

(Lied 174, 3)

Christus ist der Erstgeborene unter vielen Brüdern, die Seinem Bilde zur Befriedigung Gottes gleichgestaltet werden. Und Er bekommt die Braut zur Befriedigung Seines eigenen Herzens. Das sind die wunderbaren Folgen davon, dass Christus „sich selbst für uns hingegeben hat als Darbringung und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch“ (Eph. 5, 2).