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MALEACHI 3.16

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Ein Überblick über das 4. Buch Mose

Hauptgedanken aus Wortbetrachtungen mit Charles Andrew Coates


Kapitel 7

Die in diesem Kapitel berichteten Vorgänge sind von besonderer Bedeutung, da sie zeigen, wie hoch „die Fürsten der Stämme“ den in ihrer Mitte errichteten heiligen gesalbten Bau schätzten. Die Opfer, von denen hier die Rede

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1. Mose

1. Mose Kapiel 27 + 28

Ein Überblick über das 1. Buch Mose

 

Hauptgedanken aus Wortbetrachtungen mit Charles Andrew Coates

 

 

Kapitel 27 und 28

 

Kapitel 27 ist sehr betrübend, weil es uns den niedrigen Zustand vor Augen stellt, in den Männer wahren Glaubens geraten können. Der Mangel an Wahrnehmungsfähigkeit bei Isaak und der Betrug Jakobs, der von Rebekka angestiftet und gefördert wurde, und der Mangel an Einsicht bei Isaak, sogar dann, als er wirklich einen göttlichen Segen aussprach, alles das ist betrübend und demütigend.

Das Kapitel zeigt Isaak außer Gemeinschaft und betrogen. Es zeigt, wie Rebekka und Jakob, obschon besorgt, Jakob den Segen Isaaks zu sichern, mit Betrügerei umgehen, dies zu erreichen.

Wenn so etwas bei Isaak und Jakob zum Vorschein kam, und uns das berichtet wird, so dürfen wir gewiss sein, dass das Zustände sind, in die das Volk Gottes auch zu anderen Zeiten geraten kann. Es ist zu unserer Ermahnung niedergeschrieben (1. Kor. 10, 11). Das Einzige, was seinen rechten Platz in dem Kapitel hat, ist die Segnung Jakobs. Sie konnte nicht rückgängig gemacht werden.

Isaak scheint uns einen wahren Heiligen darzustellen, der aber nicht gelernt hat, seine natürlichen Neigungen zu richten und zu verleugnen. In Kap. 25, 28 lasen wir, dass Wildbret nach seinem Munde war. Seine natürlichen Neigungen brachten ihn unter den Einfluss des verkehrten Menschen, denn er liebte Esau, der ihnen Befriedigungen verschaffte. Und so kam es dahin, dass er gänzlich versagte, der besonderen Wahrheit des Augenblicks zu entsprechen. Und diese war Gottes Unumschränktheit, nach der der Ältere dem Jüngeren dienen sollte.

Rebekka mit all ihren Fehlern hatte durch Übungen gelernt, dass Gott unumschränkt sein musste, und dass der Ältere dem Jüngeren dienen sollte, und so liebte sie Jakob. Doch Isaaks Zuneigungen waren natürlicher Art und durch natürliche Neigungen beeinflusst, und so liebte er den verkehrten Menschen: er stand unter dem Einfluss Esaus. Das ist eine Warnung für uns.

Jakob wäre auch ohne Betrug gesegnet worden, nach Gottes unumschränkten Vorsatz war ihm der Segen gewiss. Es bedurfte daher keines erfinderischen Scharfsinns, keiner besonderen Pläne oder Täuschungen auf Seiten Rebekkas und Jakobs, ihn zu sichern.

Jakob selbst hatte am Ende seiner Tage zu lernen, seine Hände zu kreuzen. Was wir bei Jakob zu lernen haben, ist Unumschränktheit. Und er lernte sie am Ende. Er legte seine linke Hand auf Manasse und Joseph sagt gleichsam: Das ist verkehrt. Er aber sagte: O nein, ich weiß, was ich tue. Er hatte die göttliche Unumschränktheit kennengelernt, und das machte ihn zu einem Anbeter. Er ist der Einzige in Hebräer 11, der als Anbeter erwähnt wird.

Es ist etwas Trauriges, wenn die Augen eines Heiligen trübe werden. Man möchte sagen, dass in sittlicher Hinsicht Isaaks Mangel an Wahrnehmungsvermögen darauf zurückzuführen war, dass er seinen natürlichen Neigungen willfahrte. Jemand, der nie gelernt hat, seine natürlichen Neigungen zu verleugnen, wird sicherlich durch das beeinflusst werden, was er liebt, und kommt dadurch vom Willen Gottes ab. Was wir daher in diesem Kapitel bei Isaak sehen, ist eine ernste Warnung. Sogar als er die Segnung aussprach, geschah es ohne geistliche Einsicht.

Mose steht im Gegensatz dazu: Er hatte gelernt, alles das zu verleugnen, was ihm von Natur anziehend gewesen sein musste, nämlich eine hohe Stellung in Ägypten als Sohn der Tochter Pharaos. Er hatte die Unumschränktheit kennengelernt, denn er hatte gelernt, dass eine Schar verachteter Ziegeleiarbeiter das Volk Gottes war, ein Gegenstand Seiner unumschränkten Wahl - und er wählte lieber, mit ihnen Ungemach zu leiden (Hebr. 11, 25). Er verleugnete seine natürlichen Neigungen und folgte seinen geistlichen Neigungen, und so erlangte er geistliches Wahrnehmungsvermögen. Und als das Ende seiner Laufbahn kam, waren seine Augen nicht schwach (5. Mose 34, 7), und er segnete in 5. Mose 33 Israel mit Einsicht.

Sogar Jakob sah in 1. Mose 49 klar, was seinen Söhnen am Ende der Tage bevorstand. Er konnte von all der Verdrehtheit und Verkehrtheit reden, die in ihrer Geschichte zum Vorschein kommen würde, und auch von der Segnung durch die Rettung Jehovas. Isaak jedoch segnete ohne Verständnis, da er betrogen wurde.

Als Isaak sagte: „er wird auch gesegnet sein“ (V. 33), war er sich bewusst, dass der Segen zurückgezogen werden konnte. Das ist die eine lichte Stelle im Kapitel 27, das eine, was Bestand hat: „er wird auch gesegnet sein“, d. h. die Segnung nach der Auswahl kann nicht zurückgezogen werden.

Wenn wir dies glaubten, brauchten wir keine Pläne zu machen. Rebekka und Jakob waren zwei Plänemacher. Ihr Inneres war ein seltsames Durcheinander. Sie hatten wahren Glauben an die Segnung Gottes, ein wahres Verlangen, sie zu bekommen, aber einen großen Mangel wirklichen Gottvertrauens. Es mag sein, dass sie an Isaaks Schwachheit dachten, und daran, dass er Esau den Vorzug geben würde, aber sie trauten Gott nicht zu, Seinen Vorsatz auf Seine Art durchzuführen. Was sie suchten, war gut, und in gewissem Sinne verlieh Gott ihren Plänen Erfolg; aber um alles dessen und des Weges willen, den sie einschlugen, das zu erreichen, kamen sie nur in Übungen, Kummer und Zucht ihr ganzes Leben lang.

Es ist sehr selten, dass beim Plänemachen der Menschen nicht etwas Betrug dabei ist, und in der Regierung Gottes zieht das immer Zucht nach sich. Wenn wir die göttliche Unumschränktheit anerkennen, so auch die göttliche Weisheit. Er ist nicht nur „wunderbar in seinem Rat“, sondern auch „groß an Weisheit“ (Jes. 28, 29). Es ist besser, Ihm zu vertrauen, dass Er alles auf die Ihm eigene vortreffliche Weise zustande bringt. Wenn wir auf dem Wege Seines Willens sind, haben wir nicht nötig, Pläne zu machen, damit wir etwas erreichen.

In diesem Zusammenhange ist es beachtenswert, dass Jakob das irdische Volk darstellt, und gerade, was irdische Dinge anlangt, sind die Heiligen geneigt, Pläne zu machen, um das zu erreichen, was ihnen gut dünkt. Doch das trägt nichts zur Vermehrung des Guten bei (das Gott uns geben will) und macht es auch nicht gewisser oder sicherer. Es hindert nur das Herz daran, es als lediglich von Gott kommend zu erkennen und hinzunehmen, bringt sie um die ruhe- und friedvolle Gewissheit, dass Seine Hand es gewirkt hat, und dass nicht wir es zustande gebracht haben.

Jedes Täuschungsmittel wird sicherlich eine kümmerliche Frucht haben. Sowohl Rebekka als auch Jakob litten manches lange Jahr bitterlich daran, und soweit wir wissen, sah Rebekka den Sohn, den sie liebte, niemals wieder.

Wir finden, dass wohl Isaak und Jakob in dieser Weise segneten, aber keiner von Jakobs Söhnen. Abraham, Isaak und Jakob waren große Segenshäupter, wie keine der Stammväter es waren. Die Segnung war ihnen durch einen Bund verbürgt. Jakobs Söhne waren nicht Gefäße der Verheißung wie diese drei: „der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs ... Das ist mein Name in Ewigkeit, und das ist mein Gedächtnis von Geschlecht zu Geschlecht“ (2. Mose 3, 15). Was Gott ist - Sein Name und Sein Gedächtnis - kam in Beziehung zu diesen drei Männern ans Licht.

Es ist lehrreich zu sehen, in welchem Zusammenhange mit Jakob Esau in Heb. 11, 20 erwähnt wird. Da sehen wir, dass Gott sogar für Esau Segen hatte. Doch dieser schätzte sein Erstgeburtsrecht nicht, und so kommt er schließlich um die Segnung. Wir können wohl sagen, er wollte die Segnung ohne Den, von dem sie kam.

Esau war ein Ungöttlicher. Er schätzte die Verheißungen nicht, die sonst ein Band zwischen seiner Seele und Gott gebildet hätten. Er begehrte Segnung in Verbindung mit der Erde, schätzte aber das Erstgeburtsrecht nicht, das ihn mit dem Ölbaum der Verheißung verbunden und ihm ein Teil in Christo und allem, was Christus einführen würde, gesichert hätte. Er brauchte das nicht, er brauchte irdische Segnungen, und diese allein. „Der Segen Abrahams“ (Gal. 3, 4) war nicht nach seinem Geschmack, und am Ende der Weissagung Isaaks haben wir eine Umdeutung, dass er sich als ein gesetzloser Mann erweisen würde, denn da heißt es: „wenn du umherschweifst, wirst du sein Joch zerbrechen von deinem Halse“ (V. 40). Er würde als gesetzlos erfunden werden. Er war vom Beginn seiner Laufbahn an ungöttlich und sollte gesetzlos enden. Und so geht er der Segnung verlustig, wenn alle Nationen der Erde gesegnet werden. Er wird für immer abgeschnitten (siehe Ob. 10 u. 18, Mal. 1, 4).

Ein Leben der Frömmigkeit würde uns vor Plänemachen und Betrügerei bewahren. Bringen wir Gott in alles? Wenn wir das tun, so haben wir nicht nötig, in fleischlicher Weise Pläne zu machen und sie durchzuführen.

Paulus‘ Planen in 1. Kor. 9 war ganz anderer Art. Da sehen wir, dass die Gnade bis zu dem tiefsten Punkte hinabsteigen wollte, um dem Sünder die Erkenntnis Gottes zu bringen. Das ist kein Pläne machen und sie durchführen, um etwas für sich selbst zu erlangen, das war ein göttliches Planen, die lautere Erwägung der Liebe zum Nutzen anderer. Es ist, wenn man sich das vorstellen könnte, als ob Rebekka und Jakob geplant hätten, den Segen Esaus zustande zu bringen!

In Kapitel 28 haben wir den Anfang von Jakobs Leben der Zucht. Es beginnt damit, dass Isaak den Jakob ruft und ihn segnet. Er hätte ihn tadeln können.

Es ist beachtenswert, dass zu Beginn des Lebens der Zucht, unter der Jakob infolge seines Betruges mehr als zwanzig Jahre zu leiden hatte, Gott nie auf diesen Betrug zu sprechen kam. Das steht im Einklange mit dem, was Gott geredet hatte, ehe er geboren wurde. Nichts hatte Seinen göttlichen Vorsatz geändert: „die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar“ (Röm. 11, 29).

Jakob war in Wirklichkeit ein Flüchtling. Er floh vor dem Zorn seines Bruders. Wohl haben wir hier im Bilde noch den Gedanken, dass die Braut aus dem Geschlechte des Bräutigams sein musste, aber was uns hauptsächlich entgegen tritt, sind Jakobs Erfahrungen fern vom Lande der Verheißung. Das ist ein Bild von den Juden heutzutage [Anm.: Vortrag ist von 1919/1920). Sie sind flüchtig, außerhalb ihres Landes, werden als die für die irdische Segnung Gottes Auserwählten betrachtet, leiden aber Seiner Regierung nach unter den Folgen ihrer natürlichen Eigenart. Sie sind, was Selbstsucht und Betrug anlangt, über die ganze Welt hin sprichwörtlich geworden. Doch Gott hat Sein Auge auf sie gerichtet, und schließlich werden sie zurückgebracht werden.

Was dieses Kapitel so beachtenswert macht, ist, dass es zeigt, wie Gott gerade zu Beginn des Wanderlebens und der Zucht Jakobs ihm kundtat, dass er der Gegenstand der Fürsorge und Teilnahme des Himmels und des Schutzes der Engel war, und dass Jehovas Vorsatz in Treue und Gnade feststand. Er gedenkt mit keinem Worte der Vergangenheit Jakobs oder auch nur einer seiner Verkehrtheiten. Darin zeigt sich Gottes Unumschränktheit genau so, wie in dem, was Er geredet hatte, ehe Jakob geboren war. Damals hatte er noch nichts Böses getan. Doch nun, wo sein Wesen ans Licht gekommen war, änderte es Gottes Vorsatz durchaus nicht. Er hat gesagt: „ich, Jehova, ich verändere mich nicht; und ihr, Kinder Jakobs, ihr werdet nicht verzehrt werden“ (Mal. 3, 6).

Wenn wir heute auf die Kinder Jakobs blicken, welch eine Geschichte des Abweichens und der Schlechtigkeit sehen wir da! Doch sie sind „Geliebte um der Väter willen“ (Röm. 11, 28), und die Väter wurden geliebt, weil es Jehova in Seiner Unumschränktheit erwählte, sie zu lieben.

Und wenn wir heute auf die Heiligen blicken, nach dem, was sie ihrer Jakobsnatur nach sind, wie vieles kommt da ans Licht, was nicht in Übereinstimmung mit der himmlischen Berufung ist! Wie vieles steht da überhaupt nicht im Einklange mit Gottes Hause!

Jakob fühlte, dass dies bei ihm nicht der Fall war, doch Gott wendet Sich an Sein Volk von Seinem eigenen Standpunkte aus, dem eines Vorsatzes und einer Gnade, die ihnen in Christo Jesu vor den Zeiten der Zeitalter gegeben war (2. Tim. 1, 9). Da hatten wir weder Gutes noch Böses getan, so dass, wenn wir einen Platz in Seinem Vorsatz hatten, dies gänzlich der Unumschränktheit Seiner Liebe gemäß sein musste, und nichts, was sich danach ereignet, wird oder kann daran etwas ändern.

Jakob wurde das Land gegeben, ein zahlloser Same sollte es besitzen, und Gottes Treue verpflichtete sich, ihn überall zu behüten und in das Land der Verheißung zurückzubringen. Jehova sprach: „ich werde dich nicht verlassen, bis ich getan habe, was ich zu dir geredet habe“ (V. 15).

Wie lernen wir daran die Gnade und Treue des Gottes erkennen, mit dem wir es zu tun haben, und obendrein auch die wahre Quelle der Sicherheit aller unserer Segnung! Dazu ihre Eigenart, und da sie durchaus von Gott geplant und beschlossen ist, so kann sie nie vermindert oder verkürzt werden.

Sie wird nie so weit erniedrigt, dass sie den Gedanken des Gläubigen oder seinem geistlichen Zustande entspricht. Der Gläubige muss vielmehr zu ihr in all ihrer Fülle und Kostbarkeit kommen. Von Jakob wird noch gesagt werden: „Was hat Gott da gewirkt!“ (4. Mose 23, 23).

Man könnte sagen: Weshalb wird alles das einem Menschen angeboten, dessen Laufbahn Gottes so unwürdig war, und der sich augenscheinlich so ganz und gar nicht im Einklange damit befand? Nun, wenn die Gnade einen Menschen nicht demütigt und unterwürfig macht, was dann?

In dem Maße, wie Gott gekannt wird und einen Platz im Herzen des Menschen erhält, wird auch das rastlose Fleisch unterworfen. Sieh, wie Gott der Fleischlichkeit der Korinther und der Gesetzlosigkeit der Galater gegenüber handelte! Tut Er ihnen beiden nicht Seinen eigenen Vorsatz und Seine Gnade kund und macht die irregeleiteten Heiligen mit ihrem Anteil daran bekannt?

Des Menschen Art würde sein, dies und jenes richtig zu stellen und gegen den offenkundigen geistlichen Mangel und das Abweichen einzuschreiten. Gottes Weg aber ist es, dem Glauben und den Zuneigungen Seiner armen Heiligen Sich Selbst und alle Seine Gnade in Christo zu bringen und Seine unfehlbare Treue, um sie dadurch aus den inneren Tiefen ihres Seins heraus wiederherzustellen.

Er wollte alles von Grund aus heilen und kein oberflächliches Werk tun. Wenn Gottes erkannte Gnade und Treue das Herz füllt, so ist die beste Sicherheit gegen jedes Eindringen der Welt und des Fleisches gegeben. Können wir nicht erkennen, dass solch eine Handlungsweise Gottes würdig und in der Tat der einzig wahre Weg der Bewahrung und Wiederherstellung ist?

Bei Jakob war es, wie es so oft ist: Er entsprach dem Gesichte, das ihm die Gnade offenbarte, nicht mit freudigem Herzen. Wohl erkannte er an, dass „dieser Ort ... nichts anderes als Gottes Haus“ war, doch er fühlte sich dort nicht heimisch, „er fürchtete sich“ (V. 17).

Jemand, der in fleischlicher Weise Pläne gemacht und eine natürliche Tätigkeit entfaltet hat, fühlt sich in der heiligen Luft des Hauses Gottes ganz und gar nicht am Platze. Mehr als zwanzig Jahre Zucht waren erforderlich, ihn zuzubereiten, in Einsicht und sittlicher Übereinstimmung zu diesem Hause zurückzukehren.

Doch es ist oft Gottes Weg, einer Seele von Anbeginn einen göttlichen Eindruck davon zu geben, wohin Er sie bringen will. So verbleibt ein Eindruck im Herzen, an den Gott anknüpfen kann, um Sein Wert fortzusetzen. Er sagt daher in Kap. 31, 13: „Ich bin der Gott von Bethel...“. Gott hatte dieses Gesicht nicht vergessen, und auch Jakob nicht, und so konnte Gott auf den Eindruck hin, der auf Jakobs Seele gemacht worden war, weiter wirken.

Das war der Ort, an den Gott mit Bezug auf Jakob dachte, und Er gab Jakob das zu verstehen. Gott hatte Sich ihm da in Gnade und Treue kundgetan, und das kennzeichnet Sein Haus.

Jakob sprach: „dieser Stein... soll ein Haus Gottes sein“ (V. 22). Es ist ein Grundsatz, dass das, was Gott uns gibt, um darauf zu ruhen, unser Zeugnis wird. Das Kopfkissen wird zu einer Denksäule. Gottes Gnade und Treue war es, die Er Jakobs Haupte zu einem Ruheort gab! Worauf du ruhst, wird dein Zeugnis.

Die Leiter deutet auf eine Verbindung zwischen Himmel und Erde. Anstatt dass der Himmel weit entfernt ist, ist er sehr nahe. Gott versicherte Jakob, dass er der Gegenstand der Anteilnahme und Fürsorge des Himmels war.

Du kannst jedem armen Gläubigen sagen, der so verdreht wie Jakob ist: „Du bist der Gegenstand der Fürsorge des Himmels, und die Engel haben auf dich Acht! Dienstbare Geister sind ausgesandt, für dich zu sorgen, und du brauchst dich vor nichts zu fürchten“.

Das Haus ist Gottes Wohnstätte hienieden, und der Himmel ist nicht weit davon. Der natürliche Mensch denkt, er ist weit, aber Jakob lernte, dass er nahe war, und dass seine Pforte hier auf Erden ist.

Damit in Verbindung steht ein Gedanke, der mit dem Tausendjährigen Reiche zusammenhängt. Wir haben hier nämlich einen Hinweis auf den Tag der Zukunft, wo „die Engel Gottes auf- und niedersteigen auf den Sohn des Menschen“ (Joh. 1, 51). Dann werden die Himmel „die Erde erhören“ (Hos. 2, 21). Der Himmel wird sehr nahe sein. Das wird im Tausendjährigen Reiche geschehen.

Doch wenn wir wissen, was es ist, im Hause Gottes zu sein, so ist es nicht nur nahe, sondern wir sind in seinem Tore. Engel steigen auf und nieder, ihr Ort des Dienstes ist hienieden. Sie sind hier, wo die Heiligen sie brauchen. Der Prophet Elisa sagte: „öffne doch seine Augen, dass er sehe!“, und dann sah der Knabe, dass der Berg voll feuriger Rosse und Wagen war (2. Kö. 6, 17). Sie fahren auf und berichten, was sie getan haben, dann kommen sie in diese Welt zurück. Sie kommen nicht nur hernieder und gehen dann wieder hinauf, sie sind im dienstlichen Auftrage hier und gehen dann wieder hinauf, darüber zu berichten.

Im Tausendjährigen Reiche wird die Glückseligkeit des Himmels einen Widerhall in der Glückseligkeit der Erde finden. Dann wird Gottes Wille auf Erden ebenso wie im Himmel getan werden. Erde und Himmel werden einander sehr nahe sein. Die Art der Zustände auf Erden wird die nämliche sein wie im Himmel.

Die Mitteilungen der Gnade führten dahin, dass ein bestimmter Punkt in der geistlichen Geschichte Jakobs erreicht wurde. Die Errichtung des Denkmals stellt das dar. Er stand nicht auf der Höhe der ihm entgegengebrachten Gnade, er fühlte sich nicht in ihr zu Hause. Doch sie hinterließ einen Eindruck in seiner Seele: Er erkannte an, dass die Gnade, in der Gott zu ihm geredet hatte, hienieden in einem Zeugnis in der Kraft des Heiligen Geistes bewahrt werden sollte.

Ich darf wohl behaupten, dass einige von uns wissen, was es heißt, ein Denkmal zu errichten. Wir haben erkannt, dass gewisse Dinge als Licht von Gott in unsere Seelen gekommen sind, und dass ein wahres Zeugnis damit in Verbindung stand. Wenn du einmal etwas als von Gott erkennst, und dass du dem treu sein solltest, so wird es nie recht mit dir stehen, du wirst nie glücklich sein, bis du zu dem Punkte zurückkehrst.

Als Jakob nach Bethel zurückkehrte, fügte er noch ein Trankopfer hinzu. Er befand sich dann im Einklange mit dem Orte und genoss göttliche Freude, so dass etwas für Gott vorhanden war. Jakob war über zwanzig Jahre fern von Bethel, er sagte zu Laban: „Zwanzig Jahre bin ich nun in deinem Hause gewesen“ (Kap. 31, 41 u. 38). Es war eine Geschichte voller Enttäuschung und Verdruss, und er war nie glücklich, bis er an den Ort zurückkam, wo er das Denkmal errichtet hatte.

Der Herr wandte sich mit den Worten an Israel: „Ich habe dir gedacht die Zuneigung deiner Jugend, die Liebe deines Brautstandes“ (Jer. 2, 2). Er redete damals zu ihnen, wie Er hier zu Jakob redete. Er hatte das nie vergessen, und Er wird sie dahin zurückbringen.

Er brachte Jakob zurück, und Er wird uns zu dem Punkte zurückbringen, wo wir das Denkmal errichtet haben. Jeder Gläubige hat zu dem besten Punkte, den er in der Geschichte seiner Seele vor Gott erreicht hat, zurückzukehren. Die Treue Gottes ist unablässig bemüht, dies zustande zu bringen.

Jakobs Gelübde, so armselig es auch war, bekundete, dass er ein Bewusstsein davon hatte, dass Gott eine Stätte und ein Teil haben sollte, und dass Gott dieses Ziel vor Sich haben musste. Sein Gelübde band ihn, das zu fördern. Gott hat das nie vergessen. In einem Gelübde kommt zum Ausdruck, dass etwas für Gott, d. h. Ihm geweiht, sein sollte.

 

 

Abschrift:  Nicole F.