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UNTERREDUNGEN.CH

MALEACHI 3.16

1. Johannesbrief  mit Synopsis von J.N.Darby mp3

 

Kp 1

KP 2

Kp 3

Kp 4

Kp 5

Ein Überblick über das 1. Buch Mose

 

Hauptgedanken aus Wortbetrachtungen mit Charles Andrew Coates

 

 

Kapitel 37 - 39

 

Wir kommen nun in der Geschichte Josephs zu einem höchst fesselnden Vorbild, oder vielmehr zu einer ganzen Reihe von Vorbildern.

Wie wir schon gesehen haben, wurde Joseph von Rahel in Paddan-Aram geboren, als Jakob fern von seinem Ort und Lande war (Kap. 30, 22 - 25). Das scheint davon zu reden, dass Christus zu einer Zeit kam, da Israel nicht wirklich im Besitz oder Genuss des Landes ihres Erbteils war. Sie hatten das Reich verloren, und obschon sie unter der Fürsorge der Vorsehung Gottes standen, waren sie nicht im Besitz ihres Erbteils.

Die Tatsache, dass ein Überrest von zwei Stämmen in Palästina war, war der Vorsehung zufolge auf den Erlass eines heidnischen Königs zurückzuführen, und zur Zeit der Geburt Christi waren sie Untertanen des römischen Reiches. Der Umstand, der der Vorsehung gemäß Joseph und Maria nach Bethlehem brachte, damit Christus daselbst geboren wurde, war der Beweis, dass eine fremde Macht im Lande Israel herrschte.

Unter solchen Umständen also wurde Christus geboren, und in der weiteren Geschichte Josephs haben wir eine auffallende Reihe von Bildern, die davon reden, wie Christus einerseits vom Vater geliebt und geehrt wurde, und andererseits unter Seinen jüdischen Brüdern dienend, von diesen gehasst und getötet, und danach unter den Nationen erhöht wurde.

Dort ist es, wo sie nach ihrer Buße finden, dass Er ihre Rettung ist, und sie werden dann von Ihm am Leben erhalten im besten Teile des Landes, das Er ihnen geben kann. Daselbst können Ihn die Juden heute finden. Sie bekommen heute nicht Kanaan, sondern Gosen. Das heißt, wenn sie überhaupt von Gott gesegnet werden, so werden sie dadurch gesegnet, dass sie unter Seine Herrschaft kommen, und zwar unter der Form, die diese heute angenommen hat. Sie erlangen also die Segnung der Kirche.

Sie haben teil an der größeren Segnung, die jetzt unter den Nationen gekannt wird, d.h. an einer vermehrten Segnung (Joseph heißt „Er wird hinzufügen“), obschon ihnen ihr irdisches Reich und Erbe nicht wiederhergestellt sind.

Weiter aber hat es die Tatsache, dass Joseph sich seinen Brüdern zu erkennen gibt, im Bilde mit dem Tage der Zukunft zu tun, wo Gottes besondere Wege mit den Juden wieder aufgenommen werden.

Benjamin ist Christus von einem ganz anderen Standpunkte aus betrachtet. Er ist in der Königsstadt im Lande der Verheißung geboren und tritt uns damit in all den Rechten des Reiches entgegen. Doch Er ist der Sohn der Schmerzen Seiner Mutter, und ich glaube, das ist Er im Blick darauf, dass alle Hoffnungen Israels gleichsam in Seinem Tode abgeschnitten wurden. Er wurde abgeschnitten und hatte nichts, und dadurch, dass Er abgeschnitten wurde, ging Israel dem Fleische nach jeder von ihnen gehegten Hoffnung verlustig.

Die Erfüllung der Verheißung wurde Israel in Ihm angeboten, fand aber nur eine entschiedene Ablehnung, wie sie in Seiner Verwerfung und Kreuzigung zum Ausdruck kam. Der göttliche Überrest hatte durch dieses tiefe Leid zu gehen, ein Leid, das in den Seelenübungen Seiner Mutter dargestellt wurde, über die Simeon sagte: „deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen“ (Luk. 2, 35). Auch die Jünger hatten nach Joh. 16, 20 - 22 durch diese Drangsal der Seele zu gehen.

Doch wenn Er einerseits der Sohn der Schmerzen Seiner Mutter ist, so ist Er andererseits der Sohn der Rechten Seines Vaters. er ist der Mann der Rechten Gottes, den Er Sich gestärkt hat, der Israel noch von dem Eber aus dem Walde erretten (Ps. 80, 17 u. 13), und der das reich zu seiner Zeit aufrichten wird. Doch Seine Macht handelt gegenwärtig in keiner Weise öffentlich für Israel. Diese ist dem Bilde nach wie Rahel gestorben, und Benjamin ist einstweilen gleichsam zur Rechten Gottes verborgen.

Im Alter von siebzehn Jahren sehen wir Joseph mit seinen Brüdern die Herde weiden und den Dienst verrichten (Kap. 37, 2). Aber er konnte keine Gemeinschaft mit ihren üblen Reden haben und hinterbrachte seinem Vater, was er gehört hatte. Der wahre Joseph war hienieden immer im Geiste und der Tätigkeit des Dienstes, und Joseph, wie andere Vorbilder Christi, weidete die Herde und diente als Hirte. Mose war ein Hirte, ehe er König in Jeschurun war (5. Mose 33, 5), und David wurde von den Hürden der Schafe weggenommen, „um Jakob, sein Volk, zu weiden, und Israel sein Erbteil“ (Ps. 78, 70 u. 71). Das zeigt, dass Der, der für die Herde sorgen kann, auch imstande ist, zu herrschen. Er herrscht im Geist der Fürsorge eines Hirten und hat Sein Anrecht darauf durch den Dienst der Liebe erwiesen.

Doch das böse Treiben derer um Ihn her war Seinem Geiste immer ein Kummer. Er stand dem in sittlicher Hinsicht gänzlich fern. Wir sehen das sehr klar in den Psalmen, die sich auf Christum persönlich beziehen, und auch in denen, wo Sich der Geist Christi prophetisch im Überrest äußert. Da hören wir Ihn in tiefem Kummer zu Jehova über das reden, was Er in dem Betragen, den Wegen und Worten und dem Geiste derer, die um Ihn her waren, sah. Er konnte Seinem Vater nur einen üblen Bericht von ihnen bringen. Dieser bezog sich auf Dan, Naphtali, Gad und Aser, also auf die vier Brüder, die Kinder der Mägde waren.

Das scheint auf den sittlichen und politischen Zustand des Volkes hinzudeuten, als der Herr zu ihnen kam. Sie waren in Knechtschaft, und kein Zug geistlicher Freiheit konnte unter ihnen wahrgenommen werden.

Joseph war der besondere Gegenstand der Liebe seines Vaters, und seine Brüder wussten das. Es trat klar in dem „bunten Leibrock“ (V. 3) zutage. Gott kleidete Jesum öffentlich in das Zeugnis der Wonne, die Er an Ihm hatte. Bei Seiner Taufe sprach Er: „Dieser ist mein geliebter Sohn“ (Mat. 3, 17; Mark. 1, 11; Luk. 3, 22), und auf dem Berge der Verklärung: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; ihn höret“ (Mat. 17, 5; Mark. 9, 7; Luk. 9, 35).

Und in wieviel verschiedenen Farben wurde das Zeugnis, dass Er der Gegenstand der Liebe des Vaters war, all Seine Tage hindurch gegeben! Siehe Joh. 10, 32; 14, 11 usw. Ich denke, das, worauf Petrus in Apostelgeschichte 2 hinweist, entspricht dem „vielfarbigen Leibrock“ sehr. Daselbst beißt es in Vers 22: „Jesum, den Nazaräer, einen Mann, von Gott an euch erwiesen durch mächtige Taten und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte tat, wie ihr selbst wisset“. Es bestand ein öffentliches Zeugnis, dass Er von Gott anerkannt war. In welch ein mannigfaches Zeugnis kleidete Gott Ihn in Seinem ganzen Dienste und Wirken hienieden! Die vielen guten Werke (Joh. 10, 32), die Er tat, waren Seine öffentliche Beglaubigung.

Doch alles dies brachte nur ihre Feindschaft ans Licht, wie auch bei Joseph. Je mehr Gott Ihn anerkannte, desto mehr hassten sie Ihn. Es ist schon traurig genug, das im Vorbilde zu sehen, doch es ist schrecklich, es als ein wahres Abbild dessen zu erkennen, was dem Sohne Gottes widerfuhr. Er musste sagen: „jetzt aber haben sie gesehen und gehasst, sowohl mich als auch meinen Vater“ (Joh. 15, 24).

Dann träumte Joseph „einen Traum und teilte ihn seinen Brüdern mit; und sie hassten ihn noch mehr“ (V. 5). Der Traum war eine göttliche Offenbarung, dass sie alle die Größe Josephs anzuerkennen haben würden. Er war in Wahrheit das Haupt der Familie, und so wird auch Christus, wenn Er kommt, in allem den ersten Platz haben.

Je mehr nun Gottes Vorsatz hierin im Zeugnis ans Licht kam, desto mehr trat auch der Neid und die Feindschaft der Juden zutage, und der Höhepunkt wurde erreicht, als Er sagte: „Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des Himmels“ (Mat. 26, 64).

In Josephs Geschichte tritt uns klar entgegen, dass da, wo ihm die Oberhand eingeräumt wurde, auch Gedeihen war. Jehova war mit ihm, und wo immer ihm sein Platz gegeben ward, gedieh alles. Er ist ein Bild von Christo als Herrn und von Dessen Segensherrschaft, die sich weit über Israel hinaus erstreckt, und in deren Ausübung Er der „Retter der Welt“ ist (Kap. 41, 45).

Es ist ein beachtenswerter Grundsatz, dass wir in dem Maße, wie wir dem Herrn Raum geben, auch gedeihen. Er ist der Erhabene, und wenn wir Ihm Seinen Platz geben, so sind wir sicher, nicht auf einem bösen Wege zu sein.

Unter Josephs Hand gedieh alles, sei es in Potiphars Hause oder bei der Verwaltung Ägyptens, und das Geheimnis des Gedeihens wurde Josephs Brüdern und seinem Vater und seiner Mutter in diesen Träumen geoffenbart: alles hatte sich Joseph zu beugen!

Wir sind in das Reich des Sohnes Seiner Liebe versetzt. Von diesem Gesichtspunkte aus gesehen ist Seine Oberhoheit die der Liebe, in Seinem Reiche muss die Liebe die Oberhand haben. In dieser Hinsicht kommt Er als König dem, dass Er das Haupt ist, sehr nahe. In der Tat ist ja auch der König das Haupt.

Der König von England ist nicht nur der Beherrscher des Reiches, sondern er ist auch das Haupt der ganzen Gesellschaft. Dergestalt, dass seine sittliche Eigenart und sein Benehmen und seine Art, etwas zu tun, mehr oder weniger Einfluss auf die ganze Gesellschaft hat - es wird als wohlanständig betrachtet, der Anleitung, die er gibt, zu folgen. In dieser Hinsicht übt also der König einen ungeheuren Einfluss als Haupt aus, ebenso wie er diesen als Herrscher hat.

Die Herrschaft und Oberhoheit Gottes, wie sie den Menschen in vollkommener Gnade kundgetan wird, wird uns in dem Herrn dargestellt. Christus als Haupt jedoch nimmt auf unserer Seite den ersten Platz ein, um so die erste Anregung in alledem zu geben, was nach dem Wohlgefallen Gottes ist.

Josephs Brüder mussten am Ende erfahren, dass seine Träume wahr waren, sie hatten sich tatsächlich vor ihm zu beugen, und sogar als solche, die ihm ihr Leben verdankten. Doch zuvor kam ihre Feindschaft in schrecklicher Weise ans Licht.

Als er von seinem Vater gesandt wurde, um nach dem Wohlergehen seiner Brüder zu sehen, verabredeten sie sich, als sie ihn von ferne sahen, ihn zu töten. Sie wollten ihn, wenn möglich, des Platzes berauben, den Gott vorhatte, ihm zu geben. Gott wachte darüber und sorgte durch Ruben und Juda dafür, dass er nicht getötet wurde. Gott hielt alles in Seiner Hand, genau wie bei Seinem geliebten Sohne, obwohl Er in diesem Falle, der Weisheit Seiner Wege gemäß, es ihnen erlaubte, ihren Vorsatz, Ihn zu töten, auszuführen.

In Ruben schienen einige rechte Empfindungen vorhanden zu sein, Regungen des Gewissens und der Liebe. Sein Vorhaben war, Joseph seinem Vater wiederzubringen, und so war er ein Bild derer, die wie Joseph von Arimathia nicht in ihren Rat und ihre Tat einwilligten (Luk. 23, 51), oder derer, die wie Nikodemus es versuchten, ein Wort zugunsten des Herrn einzulegen (Joh. 7, 51). Es gab einige unter den Juden, in denen eine gewisse göttliche Übung vorhanden war. Sie waren nicht alle gesonnen, den Herrn umzubringen. Alles das aber vollzog sich dem Plane Gottes gemäß.

Ruben gedachte, den Knaben aus der Grube zu ziehen und ihn seinem Vater wiederzubringen. Aber das war nicht Gottes Plan: Er sollte nach Ägypten gehen und dort hoch erhoben werden, damit er ein Bild von Christo in Seiner Größe unter den Nationen sei. Die Verwerfung Christi durch Seine Brüder und Sein Tod - im Bilde das Hineinwerfen Josephs in die Grube - führte in der Weisheit und Macht Gottes nur dazu, Ihm einen viel umfangreicheren Kreis Seiner Größe und Herrlichkeit zu sichern: Er ist im Blick auf die Segnung des ganzen Weltalls erhöht worden.

In Potiphars Hause gedieh alles unter der Hand Josephs, und man sah, dass Jehova mit ihm war. Dann wurde er auf die Probe gestellt. Diese aber erwies seine Treue, und dass er Gott vor sich hatte. Seine Treue und Reinheit zogen ihm den Hass der Welt zu, aber das konnte ihn nicht vom Pfade der Unbescholtenheit abbringen. Ins Gefängnis geworfen, kam er dann unter Umstände, die ihn hinsichtlich seines persönlichen Vertrauens auf das, was Gott zu ihm geredet hatte, prüften: „Man presste seine Füße in den Stock, er kam in das Eisen, bis zu der Zeit da sein Wort eintraf; das Wort Jehovas prüfte ihn“ (Ps. 105, 18 u. 19).

Die Prüfung für ihn war, dass gerade das Gegenteil von allem, was ihm gesagt worden war, über ihn kam. Er hatte manches geweissagt, was er als das Wort des Herrn erkannt hatte, und nun stellte ihn das, was er gesagt hatte, auf die Probe. Er hatte im Bilde von seiner Größe und Erhöhung gesprochen, aber die Grube und das Gefängnis sahen nicht gerade wie der Weg dahin aus. „Das Wort Jehovas prüfte ihn“, es übte ihn, es im Glauben festzuhalten, als alles dem gänzlich entgegen war.

Durch das Wort des Herrn geprüft zu werden, bedeutet so viel wie durch die Schwierigkeiten des Zeugnisses und nicht nur durch persönliche Umstände auf die Probe gestellt zu werden.

Sind wir bereit, selbst unter widrigen Umständen standzuhalten? Manchmal nehmen Gläubige eine Stellung in Übereinstimmung mit dem Worte des Herrn ein, aber sobald eine ernstliche Schwierigkeit kommt, geben sie auf. Solche erweisen sich dem Zeugnis unseres Herrn als von recht geringem Werte.

Fortwährend bestand des Herrn Kummer und Prüfung im Widerspruch der Sünder. Er musste sogar sagen: „Umsonst habe ich mich abgemüht, vergeblich und für nichts meine Kraft verzehrt“ (Jes. 49, 4). Er musste es erleben, dass die Städte, worin seine meisten Wunderwerke geschehen waren, dadurch unberührt blieben. Aber gerade „zu jener Zeit hob Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Verständigen verborgen hast, und hast es Unmündigen geoffenbart. Ja, Vater, denn also war es wohlgefällig vor dir“ (Mat. 11, 25 u. 26). Bei der Prüfung wurde nichts als vollkommenes Vertrauen auf die Wege und das unumschränkte Walten Seines Vaters in Ihm gefunden.

In Apg. 7, 9 lesen wir, dass Gott mit Joseph war. Jehova war die ganze Zeit mit ihm, sogar unter den unangenehmsten Umständen. Wir sollten an unsere Herzen die Frage stellen, ob uns das genug wäre. Als Joseph geprüft wurde, entsprach er der Probe. Aber wenn wir geprüft werden, kommt oft sehr vieles ans Licht, was nicht bestehen kann. Wie oft prüft uns das Wort des Herrn und stellt unsere unwürdigen und selbstsüchtigen Beweggründe bloß. Denn dieses Wort geht allem, was nicht Christus ist, auf den Grund und stellt es bloß.

Wir dürfen nicht erwarten, irgendeine Stellung für Gott einnehmen zu dürfen, ohne dieserhalb auf die Probe gestellt zu werden. Doch wir werden den Herrn mit uns haben, wenn wir einfältig sind.

Der Herr ist Seinem Volke genug, und diese Erfahrung befähigt einen Mann, voranzugehen. Wir sehen das In Paulus in 2. Timotheus, als das Zeugnis gleichsam im Gefängnis war. Wir können sagen, dass Paulus durch alles das auf die Probe gestellt wurde, was er anderen gebracht hatte, und durch die Unterstützung des Herrn entsprach er der Probe in den widrigsten Umständen. Der Herr wird mit einem treuen Heiligen sein, wenn seine Seele in Eisen kommt. Doch damit soll nicht gesagt sein, dass die Prüfung nicht empfunden wird.

Joseph wurde im Gefängnis aufrechterhalten. Das Wort des Herrn prüfte, aber es unterstütze ihn auch, und sogar da hatte er Gedeihen.

Paulus im Gefängnis stellt die wahre Stellung des Zeugnisses in dieser Welt dar. Wir sollten nicht erwarten, in den Umständen hienieden vorwärts zu kommen, uns gleichsam ausdehnen zu können, sondern vielmehr eingeschränkt zu werden, Leiden und Schwierigkeiten zu haben: es ist Gefängniszeit.

Paulus im Gefängnis war trotz allem das Gefäß der Verwaltung alles dessen, was segensreich ist. Der Dienst des Evangeliums und der Dienst der Versammlung kamen in Paulus völlig ans Licht, als er persönlich und in den Umständen sehr eingeengt war. Sein Herz wurde dadurch in sittlicher Hinsicht weit, denn er hat nie solche Briefe geschrieben, als da er im Gefängnis war.

Joseph hatte dreizehn Jahre ernster Prüfung durchzumachen. Mit 17 Jahren begann sie, und mit 30 Jahren stand er vor dem Pharao. Doch der Herr war in allem mit ihm gewesen, und derjenige, der erfahren hatte, dass der Herr in den schlechtesten Umständen mit ihm war, kann auch für den Herrn in den besten Umständen handeln. Was wir in Schwachheit und Leiden gelernt haben, wird uns in der Zeit der Herrschaft nützlich sein.

Den Traum eines Mundschenken deuten, mag und geringfügig scheinen, aber dieselbe Weisheit Gottes, die den Traum eines Mundschenken deuten konnte, konnte auch den des Pharao deuten und in der öffentlichen Verwaltung tätig sein. Wir lernen jetzt in kleinen Verhältnissen die Grundsätze, durch die das ganze Weltall verwaltet werden wird. Die geistlichen Aufgaben, die jetzt an uns herantreten und die wir zu lösen haben, begreifen den Erwerb einer Weisheit in sich, die die Heiligen zur Verwaltung des ihnen anzuvertrauenden Reiches befähigt.

Es ist oft darauf hingewiesen worden, dass wir in Joseph im Bilde Christum als die Weisheit Gottes und die Kraft Gottes sehen.