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C.A.C.  - Wortbetrachtungen über das Lukasevangelium

 Kapitel 7

Mit dem heiligen Kindlein auf seinen Armen hatte Simeon gesagt, Er würde „ein Licht zur Offenbarung der Nationen“ sein (Kap. 2, 32), und wir sehen die Erfüllung davon in dem Hauptmann. Durch die Gegenwart Jesu in Kapernaum wurde ein Heide offenbar, der sich durch größeren

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2. Mose:

 

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Abschrift  Nichole F.

Hauptgedanken aus Wortbetrachtungen mit:
Charles Andrew Coates

 

 

Kapitel 2

 

Von den Eltern Moses heißt es: „sie sahen, dass das Kindlein schön war“ (Heb. 11, 23). Stephanus aber sagte dem Synedrium, dass er in den Augen Gottes schön war (wörtlich: „dem Gott schön“) (Apg. 7, 20). Sie erblickten in ihm eine Schönheit in Beziehung zu Gott, und dass er zu Gottes Wohlgefallen und für Seinen Dienst erhalten werden müsse.

Welch ein liebliches Bild von Christo haben wir hier vor uns! Welch ein Bild von Dem, in dem die ganze Lieblichkeit, in sittlicher Hinsicht, vor den Augen Gottes war, und an dem Er Wohlgefallen fand!

Wenn wir ein Verständnis davon bekommen, wie schön Christus vor Gott war, so denke ich, leuchtet uns sofort ein, dass Er in der Welt unter der Herrschaft Satans keinen Platz haben konnte. Dort konnte Er unmöglich geduldet werden. Der einzige Mensch, der in der Welt etwas gilt, ist der Mensch nach dem Fleische, der Gott in jeder Hinsicht ein Herzeleid ist. In ihr gibt es keinen Platz für die neue Ordnung Menschen, die wir in Christo sehen.

Die Mutter Moses fühlte, dass ein solches Kind verborgen gehalten werden musste: „sie sah, dass er schön war, und verbarg ihn drei Monate“. Wir haben der Tatsache ins Angesicht zu schauen, dass die Welt wahre sittliche Schönheit von sich weist. Im ganzen Aufbau dieser Welt gibt es keine Nische, in die das, was in den Augen Gottes lieblich ist, hineinpasst. In ihr ist es dem Tode verfallen.

Wir können diesen Gedanken mit den ersten Kapiteln des Evangeliums nach Lukas verbinden. Da sehen wir, wie das Kind „vor Gott schön“ war, aber auch, dass vollauf anerkannt wurde, dass es für Ihn keinen Platz in der Welt gab. Simeon sagte zu Dessen Mutter: „auch deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen“, und er selbst bat, in Frieden entlassen zu werden. Er hatte kein Verlangen, da zu bleiben, wo man Christo keinen Platz gewährte.

Jokebed (Kap. 6, 20; 4. Mose 26, 59) verstand, dass die Schönheit Moses etwas war, das im Verborgenen zu heben und pflegen ihr Vorrecht und ihre Freude ausmachte, dass sie aber in der ägyptischen Welt nur dem Hass und dem Tode ausgesetzt war.

Hegen und pflegen wir in unseren Herzen das, was Schönheit vor Gott hat, und was in Ägypten nie eine Aufnahme findet? Wenn wir selbst das tun, so werden wir das sicher auch bei unseren Kindern hegen und pflegen. Der gläubige Teil jeden Elternpaares, dem Christus kostbar ist, erkennt an, dass seine Kinder „heilig“ sind (1. Kor. 7, 14), und dass sie für Gott bewahrt werden sollten im Blick auf die Rechte Christi über sie und im Blick darauf, dass Christus in ihrem Glauben und ihren Zuneigungen einen Platz habe. Für solche, die heilige Kinder haben, ist es eine Übung, wie bei der Mutter Moses, sie vor der Welt zu verbergen.

Dann legte sie ihn in ein Kästlein Schilfrohr und tat es in das Schilf am Ufer des Stromes. Sie übergab ihn Gott und erkannte an, dass er unter dem Tode war, aber mit dem Glauben in ihrem Herzen, dass Gott die Schönheit bewahren würde, die sie in ihm gesehen hatte: Sie wollte Mose nicht für die ägyptische Welt, sondern für Gott und die Brüder haben (siehe V. 11 und Apg. 7, 23).

Das Fleisch ist vor Gott immer unter dem Tode und muss im Tode hinweg getan werden. Andererseits jedoch kann jeder Zug der sittlichen Schönheit Christi, der Gott lieblich und köstlich ist, in einer von Satan beherrschten Welt nur den Platz des Todes haben. Der Glaube denkt daher nicht daran, in der Welt eine Rolle zu spielen, und zwar weder, was ihn selbst noch, was die betrifft, die er als „schön vor Gott“ hegt und pflegt. Er erkennt auch über sie den Tod in Bezug auf den ganzen Aufbau dieser Welt an, da sie die Züge der sittlichen Schönheit Christi tragen, rechnet aber auf Gottes Fürsorge in Seinen Wegen der Vorsehung, damit sie für Seinen Dienst und Sein Zeugnis und für die Brüder bewahrt werden.

In Verbindung mit der Tochter Pharaos sehen wir, wie wunderbar Gott in Seiner Vorsehung das bewahrt, was von Ihm selbst und zu Seinem Wohlgefallen ist. Sogar der Herr Jesus wurde der Vorsehung gemäß durch die Flucht nach Ägypten bewahrt (Mat. 2, 13 - 15).

Wo Glaube ist, greift Gott in Seiner Vorsehung ein, das, was von Ihm ist, zu bewahren. Sonst würde gar bald kein Heiliger mehr auf Erden sein. Wenn es Satan erlaubt worden wäre, seinen Willen durchzuführen, so hätte er Jesum schon als kleines Kind getötet, und er hätte nie gelitten, dass ein Heiliger am Leben bleibe.

Gott aber bewahrt das, was in Seinen Augen kostbar ist, damit es Seinem Willen gemäß und für Sein Zeugnis trotz all der Feindschaft Satans und der Welt aufrechterhalten werde. Alles muss da Seiner Macht dienen. Er konnte das Herz der Tochter des Pharaos bewegen und sie dazu benutzen, die Pläne ihres Vaters zuschanden zu machen, und Mose noch obendrein der Fürsorge seiner Eltern belassen.

Ich denke, Mose empfing seine geistliche Erziehung unter der Fürsorge Seiner Eltern, vielleicht besonders von seiner Mutter, da sie am meisten in Verbindung mit ihm erwähnt wird. Und diese Erziehung erwies sich all den Einflüssen Ägyptens überlegen. Wir können uns darauf verlassen, dass das, was er an Pharaos Hofe und auf den Hochschulen Ägyptens lernte, für ihn als Befreier Israels oder als König in Jeschurun (5. Mose 33, 5), um das Volk Gottes in der Wüste zu leiten, nicht den geringsten Wert hatte. Die „Weisheit der Ägypter“ (Apg. 7, 22) wäre an der Lösung der Aufgabe ganz zuschanden geworden, einen Weg durch das Rote Meer zu bahnen, oder ein so ungeheures Heer in der Wüste mit Speise und Trank zu versorgen.

Die Gelehrsamkeit Ägyptens hat in der Wüste durchaus keinen Wert, und das muss ein jeder erfahren. Beim Weiden der Herde Jethros in der Wüste wurde Mose von Gott unterwiesen und gelehrt, so dass er fähig wurde, unter ähnlichen Umständen für die Herde Jehovas zu sorgen. Aber das war eine göttliche Erziehung.

Wir haben einen Unterschied zu machen zwischen dem, was wir in der Vorsehung Gottes von der Weisheit dieser Welt lernen und der geistlichen Erziehung und göttlichen Unterweisung, durch die wir die Erkenntnis Gottes bekommen und die Befähigung, für Gott und zum Nutzen Seines Volkes zu handeln. Was wir im Laufe der Vorsehung Gottes in den Schulen Ägyptens lernen, wird uns zur Erkenntnis des Pfades des Glaubens nicht die geringste Hilfe sein. Auch wird es uns keinen Funken Kraft geben, auf diesem Pfade einen einzigen Schritt zu tun.

Zweifellos hatte Mose den höchsten Bildungsgrad, den Ägypten bieten konnte, erreicht, doch alles das hatte einer weit höheren Ausbildung von ganz anderer Art Platz zu machen. Die Anfangsgründe dieser Erziehung wurden ihm ohne Zweifel von seiner Mutter zuteil und wurden durch ihren Glauben in seiner Seele wirksam.

So trat Mose im Alter von vierzig Jahren als die Frucht des Glaubens und des Einflusses seiner Mutter hervor. Es kam „in seinem Herzen auf, nach seinen Brüdern, den Söhnen Israels, zu sehen“ (Apg. 7, 23). Der Glaube hatte ihn als einen gepflegt, der Schönheit vor Gott besaß. Und wir können sicher sein, dass ihn seine Mutter nicht für Ägypten auferzogen hatte, sondern für die Brüder. Zweifellos hatte sie ihm einen Eindruck von deren sittlicher Größe als „das Volk Gottes“ und „die Söhne Israels“ gegeben, den er nie verlor, sogar inmitten der Umgebung des Hofes und des verführerischen Einflusses der Weisheit der Ägypter. Er liebte sie in seinem Herzen als seine Brüder.

Er ging hinaus „zu seinen Brüdern und sah ihren Lastarbeiten zu“. Hier wird uns nur das berichtet, was er äußerlich tat, doch im Neuen Testament lernen wir seine persönlichen Glaubensübungen kennen. Da heißt es: „Durch Glauben weigerte sich Mose, als er groß geworden war, ein Sohn der Tochter Pharaos zu heißen, lieber wählend, mit dem Volke Gottes Ungemach zu leiden, als die zeitliche Ergötzung der Sünde zu haben, indem er die Schmach des Christus für größeren Reichtum hielt, als die Schätze Ägyptens; denn er schaute auf die Belohnung“ (Heb. 11, 24 - 26). Das zeigt, dass der wahre Wert einer Stellung in dieser Welt darin besteht, dass ihr Inhaber das Vorrecht hat, sie um Christi willen aufzugeben, und dafür lieber Leiden und Schmach auf sich zu nehmen, die das Teil des Volkes Gottes und Christi in dieser Welt sind.

Doch nichts davon wird im Buche des Auszugs in Kapitel 2 erwähnt, weil Mose hier als ein Bild von Christo, dem Befreier Seines Volkes, betrachtet wird. Seine Liebe und Teilnahme gehörte seinen Brüdern. Und wie vollkommen tritt uns dies in dem wahren Mose entgegen, in Dem, Dessen Seele von jeher zu den Heiligen auf Erden und zu den Herrlichen sagte: „An ihnen ist alle meine Lust“ (Ps. 16, 3). Er wollte mit dem bußfertigen Überrest den Pfad der Gerechtigkeit wandeln, den sie damit betraten, dass sie sich der Taufe des Johannes unterwarfen und deren Bedeutung annahmen. Und Er liebte, die als Seine Brüder anzuerkennen, die das Wort Gottes hörten und Seinen Willen taten. Er liebte das Volk und hatte die Gedanken und die Meinung Gottes über sie, und wollte an jeder göttlichen Übung, die ihre Seelen bewegte, teilnehmen.

Den Geist von alledem sehen wir in Mose - nämlich den Geist Christi, des wahren Befreiers -, und er sah die Lastarbeiten seiner Brüder als einer, der sich dessen bewusst war, zu ihrer Befreiung von Druck und Knechtschaft da zu sein: „Er meinte aber, seine Brüder würden verstehen, dass Gott durch seine Hand ihnen Rettung gebe“ (Apg. 7, 25).

Gott hatte im Sinn, Sein Volk von den Beziehungen Ägyptens und allem Knechtischen freizumachen, damit sie Ihm dem Wohlgefallen gemäß, das Seine Liebe an ihnen fand, dienten. „Als Israel jung war, da liebte ich es, und aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen“ (Hos. 11, 1). Mose liebte seine Brüder als in Beziehung zu Gott, und stand darin in Einklang mit den Gedanken, die Gott über sie hatte; „sie aber verstanden es nicht“. Er musste an seinem Teile erfahren, was nachmals dem wahren Mose widerfuhr: „Er kam in das Seinige, und sie Seinigen nahmen ihn nicht an“ (Joh. 1, 11).

Wir sehen hier in ihm zwei Eigenschaften, die voller Bedeutung und Belehrung sind. Die Hand des Befreiers erschlug den Ägypter, „der einen hebräischen Mann von seinen Brüdern schlug“; und das Herz des wahren Hirten zeigte sich darin, dass er die zwei miteinander streitenden Hebräer wieder zurechtbringen suchte. Doch von denen, die er befreien wollte, verworfen, und von dem Pharao gehasst, floh er in das Land Midian, um dort dieselbe Hand und das nämliche Herz zu offenbaren. Er konnte nichts anderes sein als das, was er war - ein kostbares Bild von Dem, der Derselbe ist „gestern und heute und in Ewigkeit“ (Heb. 13, 8).

Wenn seine Brüder ihn von sich wiesen, und er aus Ägypten fliehen musste, so geschah dies nur, um anderen Umständen und anderen Bedrängten gegenüber die Hand eines Befreiers und das Herz eines Hirten zu offenbaren. Die Hand eines Befreiers griff der Töchter Reghuels halber ein, und das Herz eines Hirten kam in seiner Fürsorge für die Herde zum Ausdruck. Er war ein Ausgestoßener und augenscheinlich der Vergessenheit anheimgefallen, doch sogar dann war er seiner Wesensart als Befreier treu.

Zweifellos können wir hierin ein Bild des gegenwärtigen Dienstes der Gnade sehen, den Christus den Nationen, während der Zeit Seiner Verwerfung durch Sein Volk Israel, erweist. Er macht den kostbaren Brunnen der Erkenntnis Gottes in Gnade und der Gabe Seines Geistes den Nationen zugänglich (V. 17).

Dann geht das Bild sogar noch weiter, denn aus den durch seine Hand Befreiten bekommt er eine Braut. Das ist offenbar ein Bild von der Kirche, die Christo am Tage Seiner Trennung von Israel, das Ihn von sich wies, gegeben wurde. Und die besondere Eigenart dieses Bildes der Kirche ist, dass sie mit Christo das Bewusstsein Seiner Verwerfung teilt. Mose in Midian ist ein Bild des verworfenen Christus, der das Bewusstsein hiervon immer in Seinem Herzen trug. Das zeigt der Name, den er seinem Sohne gab, denn Gersom bedeutet „ein Fremdling (oder Gast) daselbst“. Und Zippora stellt die Kirche als die Gefährtin Seiner Verwerfung dar, die das Bewusstsein derselben hat und deren Erfahrung mit Ihm teilt. Sie bewahrt das Wort Seines Ausharrens in der Vorfreude auf den kommenden Tag, wo Israel Ihn infolge der Wirksamkeit Gottes „den Glückseligen nennen“ und die Frucht Seiner befreienden Macht in Freiheit ernten wird (Ps. 72, 17).

Christus wird Seine Rechte auf Erden nicht haben, und auch nicht Jehova die Seinen als „der Herr der ganzen Erde“, bis Israel Ihn aufnimmt und von Ihm befreit wird. Die Kirche kann in der Erkenntnis dessen und als Gefährte eines verworfenen Christus nie ein Erdbewohner werden, d.h. sie kann sich nie da heimisch fühlen, wo Christus verworfen ist. In ihrem Herzen muss immer der Name Gersom, auf deutsch „ein Fremdling daselbst“, sein!

Im Bilde stellt Rebekka die Kirche als den Trost Christi an dem Tage dar, wo Israel Ihm keinen Trost gewährt, wenn es hinsichtlich seiner Zuneigungen Ihm gegenüber tot ist. Asnath ist ein Bild von der Kirche, insofern sie Christo volle Befriedigung und Fruchtbarkeit gewährt, so dass Er kein Bewusstsein von Mühsal und der Verbannung mehr hatte. Zippora jedoch stellt die Kirche als eine solche dar, die in mitfühlender Liebe den Platz der Verwerfung und Fremdlingschaft mit Ihm teilt. Jedes dieser Vorbilder ist schön und voller Belehrung an seinem Platze.

Mose wurde zweifellos in den langen Jahren seiner Erziehung in der Verborgenheit Midians für den großen Dienst, den er schließlich ausüben sollte, befähigt. Wie Joseph entfaltete er im Verborgenen die Eigenschaften göttlicher Weisheit, die er nachmals in der höchsten Stellung öffentlich betätigte.

Das sehen wir auch in Dem, von dem sowohl Joseph als auch Mose Bilder waren. In Seiner Erniedrigung und als der Verachtete, der in dem unscheinbarsten Gewande einherging, offenbarte Er in jeder Hinsicht die Hand, die binnen kurzem die ganze Schöpfung von jeder Art Knechtschaft befreien wird, und das Herz, das die ungeheuren Völkerscharen, die dann unter Seine weltumfassende Herrschaft kommen, mit der Fürsorge eines Hirten leiten wird.

Auch die Kirche, wie wir sie im Bilde in Zippora sehen, hat ihren Platz mit Ihm in Niedrigkeit, in Verborgenheit und in Leiden, ehe sie mit Ihm die sich weithin erstreckenden Herrlichkeiten Seiner künftigen Herrschaft teilt.

Die letzten Verse des Kapitels führen uns nach Ägypten zurück, um uns zu zeigen, wie Gott daselbst Sein Volk zubereitete, damit es seine Befreiung schätzen lernte. Wir sahen sie bedrückt und niedergeschlagen, und dass sie mit Härte dienen mussten - als Mose zu ihnen hinausging, sah er ihre Lastarbeiten. Aber bis zum 23. Verse dieses Kapitels wird keines Schreis von ihrer Seite Erwähnung getan. Als ihr Schreien hinauf zu Gott stieg, hörte Er es und gedachte Seines Bundes.

Nahezu achtzig Jahre des Elends umfasst dieses Kapitel. Alles das sollte unter der Hand Gottes dazu dienen, ein solches Bewusstsein ihrer Lage und Stellung hervor zu bringen, dass sie nur noch seufzen und schreien konnten. Sie hätten keine wahren „Söhne Israels“ sein können, ohne zuerst Söhne Jakobs zu sein und in ihrer Hilflosigkeit kennenzulernen, was es war, der Segnung halber völlig auf Gott angewiesen zu sein.

Gott lässt die Bedrückung des Feindes zu, welcherlei Gestalt sie auch annehmen mag, und gebraucht sie, die Seelen Seines Volkes dahin zu bringen, dass sie nur noch zu Ihm schreien können. Er ist bereit, zu hören, sobald der Schrei zu Ihm hinaufgeht. Wenn Sein Volk keine andere Zuflucht als Ihn kennt, kann Er in befreiender Macht eingreifen. So ist es immer in den Wegen und der Gnade unseres Gottes.

Wir sehen Sein Mitgefühl darin, dass Er das Seufzen der Kinder Israel in ihrer Knechtschaft hörte. Doch Er gedachte auch „seines Bundes mit Abraham, mit Isaak und mit Jakob“. „Gott sah die Kinder Israel“, und dieses beides stand Ihm dabei vor Augen: Er hatte Mitgefühl mit ihrer Lage, ihrem Wehklagen und Seufzen. Aber Er gedachte auch Seines Bundes. „In seiner Liebe und in seinem Mitleid hat er sie erlöst“ (Jes. 63, 9). Er hatte Mitleid mit ihrer Not und ihrem Elend. Doch Er besaß auch Liebe, die ihnen lange zuvor den Segen durch einen Bund zugesichert hatte. Nun da sie ihren Zustand fühlten, konnte Er sie als Sein Volk anerkennen.

Das Kapitel schließt mit Worten, die das sichere Unterpfand der göttlichen Befreiung und Segnung sind. Sie lauten: „und Gott sah die Kinder Israel und Gott erkannte sie an“. Wann immer ein Schrei aus bewusster Not und Elend zu Gott hinaufgeht, ist das vorhanden, was Er anerkennen kann. Es gleicht der Buße, die Freude im Himmel hervorruft, oder dem Flehen eines gebrochenen und unterwürfigen Herzens, von dem Er sagen kann: „siehe, er betet“ (Apg. 9, 11). Wenn ein solcher Schrei echt ist, kann Gott die ihn Ausstoßenden nicht nur als Gegenstände Seines Mitgefühls, sondern auch als das Volk Seines Bundes anerkennen.