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UNTERREDUNGEN.CH

MALEACHI 3.16

                    Mirjams Aussatz. 4. Mose 12. Einst klagte Gott, daß Sein Volk ein widerspenstiges Volk sei, welches nach seinen eigenen Gedanken wandelte und Ihn beständig reize. (Jes. 65,2.3.) Alle, welche Gott zum Dienst an diesem Volke berief, mußten diese schmerzliche Wahrheit erfahren. Das angeführte Kapitel ist hierfür ein Beispiel und enthält eine Fülle von Belehrungen für alle, die dem Volke Got...

Ein Überblick über das 2. Buch Mose

Hauptgedanken aus Wortbetrachtungen mit:
Charles Andrew Coates

Kapitel 11 und 12

 

Alles erreichte in Verbindung mit der letzten - der zehnten - Plage den Höhepunkt. Gott ließ Ägypten fühlen, dass es Seinem Gericht verfallen war. Er schlug Ägypten „in seinen Erstgeborenen“ (Ps. 136, 10). Sie waren „die Erstlinge ihrer Kraft“ (Ps. 78, 51). Der Erstgeborene war das Haupt ihrer Stärke. Der Erstgeborene stellt das dar, dessen sich der Mensch rühmen kann. Alle seine Hoffnungen und Wünsche gipfeln in ihm. Er ist seine Kraft und sein Stolz. Die ganze Kraft und das Leben der Welt ist unter dem Gericht Gottes.

Ich zweifle nicht daran, dass sich die ganze Kraft und der Stolz des Menschen in dem Tier und dem Antichristen vereinigt. Alle die Hoffnungen des vollständig abtrünnigen Menschen haben ihren Mittelpunkt in ihnen. Und beim Abschluss der Geschichte der gegenwärtigen Welt - kurz vor der herrlichen Befreiung Israels und seiner Einführung in die lang verheißene Segnung - wird Gottes Gericht mit furchtbarer Gewalt die Stärke und den Stolz des Menschen in seiner vollen Lebenskraft treffen (siehe Offb. 19, 19 - 21).

Doch noch vor diesem endgültigen und öffentlichen Abschluss der Gerichte können wir aus dem Tod des Erstgeborenen jeden Hauses lernen, dass alles, worauf der Mensch stolz ist und seine Hoffnungen setzt, unter dem Gericht Gottes ist. Wenn das Vorzüglichste und Beste, was der Mensch hat, unter Gottes Gericht steht, wie hoffnungslos und nicht rückgängig zu machen ist dann sein Zusammenbruch!

Doch die Kundgebung dessen wird denen, die Gott fürchten, eine Gelegenheit, Seine Gerechtigkeit durch Gnade auf eine wunderbare Weise kennenzulernen.

Das Passah ist eine so wichtige Satzung, dass man danach verlangt, seine volle Bedeutung und die Eigenart alles dessen, was damit in Verbindung steht, zu erfassen. Es stellt Christum und Seinen Opfertod dar, der für Gott die Grundlage bildet, auf der Er Seine Verheißungen und Seinen Bund zustandebringen und Sein Volk herausführen kann, damit es Ihm in Freiheit diene.

Die ganze Versammlung der Kinder Israel musste lernen, dass die Gerechtigkeit Gottes aufgrund der Erlösung zu ihren Gunsten war. Denn von den Kindern Israel konnte nicht behauptet werden, dass sie in sittlicher Hinsicht besser als die Ägypter waren, oder dass sie von Natur eher die Gegenwart des gerechten Gerichts ertragen konnten als die Ägypter.

Wir haben zu lernen, dass es nur einen Grund gibt, auf dem ein aus Ägypten befreites Volk stehen kann, um Ihm zu dienen und das Land Seines Vorsatzes zu ererben. Und dieser Grund ist Christus als Der, der Gottes Gericht getragen hat und gestorben ist, so dass das Auge Gottes mit vollkommener Befriedigung auf Seinem Blute ruhen kann, das jedem Anspruch Seines heiligen Thrones betreffs des sündigen Zustandes, in dem Sein Volk von Natur war, gerecht ward.

Wenn Gott ein Volk für Sich haben will, so muss Er es derart haben, dass die Wahrheit des Zustandes, in dem es sich durch die Sünde befand, anerkannt wird. Und weiter derart, dass dieser Zustand ins Auge gefasst und mit ihm abgerechnet wird, damit Gott in allen Seinen Eigenschaften gerechtfertigt dastehe, wenn Er in Gnade und Segnung handelt, wodurch Er als ein Erlöser und Heiland-Gott verherrlicht wird.

Wir standen mit der Welt, die unter Gericht steht, in Verbindung. Was unseren natürlichen Zustand anlangt, machten wir einen Teil von ihr aus. Wir haben zu lernen, wie uns die Gnade erreichen konnte, und wie Gottes Gerechtigkeit zu unseren Gunsten sein kann, und wie Er uns als erlöstes Volk herausnehmen konnte, damit wir alles das kennenlernten, was Er für uns in Gnade ist.

Die Grundlage für all dieses ist Christus und Sein Tod. Und Christus ist jetzt jedem Menschen zugänglich. Jeder kann, wenn er will, dem Bilde nach ein Israelit sein.

In diesem Kapitel wird sogar für den Fremdling Fürsorge getroffen, wenn er gesonnen ist, mit dem Volke Gottes das Passah zu feiern. Doch er muss mit „Wahrheit in den inneren Teilen“ kommen (Ps. 51, 6), er muss die Beschneidung annehmen - im Bilde das Abschneiden alles Vertrauens auf das Fleisch -, so dass er sich, indem er die Wahrheit seines Zustandes als verlorener Sünder bekennt, die in Gnade geoffenbarte Gerechtigkeit Gottes gegen die Menschen zu eigen macht.

Im zweiten Buch Mose werden zwei Jahre besonders erwähnt: das erste beginnt mit dem Passah, das zweite mit der Aufrichtung der Hütte. Im ersten Jahr erfahren wir, was Gott in Gnade für uns ist, und all Seine Herrlichkeit und Holdseligkeit als Erlöser und Heiland-Gott. Im zweiten Jahre dagegen, was es ist, für Gott zu sein, und zwar als einsgemacht mit der Hütte des Zeugnisses.

Es ist beachtenswert, dass in 2. Mose 12, 3 u. 6 zum ersten Mal die „ganze Versammlung“ bzw. „die ganze Gemeinde der Versammlung Israels“ erwähnt wird. Es will sagen, dass ein aus der Welt herausgenommenes Volk Gottes Versammlung ist.

Die einfachste Darstellung der Wahrheit von der Versammlung im Neuen Testament haben wir in Apg. 15, 14, wo es heißt, dass „Gott ... die Nationen besucht hat, um aus ihnen ein Volk zu nehmen für seinen Namen“. Weiter lernen wir, dass sich „die Versammlung Israels“ aus Haushalten zusammensetzt. Auf diese Weise also wird Gottes Versammlung gebildet.

Gottes Gedanke ist, dass Seine Befreiung in Haushalten gekannt werde, und nicht nur von Einzelnen. Das macht einen wichtigen Bestandteil der Gedanken und Wege Gottes aus und offenbart die Gedanken Seines Herzens. Es ist gesegnet, heute an die Zehntausende von Haushalten zu denken, wo Christus als das Passahlamm gekannt wird. Natürlich ist es wahr, dass Christus jedem Einzelnen zugänglich ist, und dass jeder Einzelne, sogar in einem christlichen Haushalt, Glauben an Christus haben muss, um vor dem Gericht Gottes sicher zu sein. Doch das Vorbild hier redet deutlich von der Haushaltsegnung - „ein Lamm für ein Vaterhaus“ -, und es ist uns gut, dies wie es dasteht, im Auge zu behalten.

Gott gab dem Bilde ein Haushaltsgepräge, und wir werden nichts gewinnen, wenn wir es getrennt davon betrachten. Wenn wir zu sehr an Einzelne denken, gehen wir des gesegneten Gedankens verlustig, dass es eine ungeheuere Zahl von Haushalten geben sollte, wo man Christus kennt, sich von Ihm nährt, und die Sein Blut vor dem Gericht schützt. Alles nach dem Grundsatz: „Du wirst errettet werden, du und dein Haus“ (Apg. 16, 31). Und die vielen Hinweise auf den Haushalt im Alten wie im Neuen Testament, und all die Belehrungen, die mit ihm zusammenhängen, zeigen, welch einen wichtigen Platz er in den Gedanken Gottes hat.

„Alle Kinder Israel hatten Licht in ihren Wohnungen“ (Kap. 10, 23). Wie gesegnet ist es, an die vielen Haushalte zu denken, die jetzt durch das Licht Christi erhellt werden, und wo man, wenigstens bis zu einem gewissen Grade, frei von den bösen Grundsätzen ist, die in der Welt herrschen!

Die Übungen in Verbindung mit dem Passah und dem Fest der ungesäuerten Brote sollten ein Haushaltsgepräge tragen. Die ganze Gemeinde der Versammlung Israels stand in dessen Werte da, aber das musste in jedem Haushalt besonders erfasst werden.

Der Erstgeborene ist das Beste vom Haushalt. Er redet von allem, was von Natur der Stolz, der Ruhm und die Stärke des Hauses ist. Alles das ist vor Gott unter Gericht. Dieses Urteil ist verkündet worden, und alle - alt und jung - haben sich darunter zu beugen. Im christlichen Haushalt wird kein Vertrauen auf das Beste, was die Natur bietet, gesetzt. Es wird alles als unter dem Tode stehend anerkannt. Aber in jedes Haus kommt ein Lamm. Der Gehorsam des Glaubens führt Christus ein, und Er wird der Gegenstand der Betrachtung.

Das Lamm sollte vom zehnten bis zum vierzehnten Tage des Monats in Verwahrung genommen werden, damit ein jeder mit dessen untadeliger Vollkommenheit und Fleckenlosigkeit wohlvertraut werde. Das ist notwendig, um einen rechten Begriff vom Tragen des Gerichts durch Christus zu bekommen. Eine sittliche Vollkommenheit und Fähigkeit, das Gericht zu tragen und in den Tod zu gehen, sollte von jeder Seele wohl beachtet werden. In allen seinen Einzelheiten tritt uns das in den Evangelien entgegen. Die vier Tage weisen auf den Pfad des Herrn vor Seinem Tode. Gott wollte, dass alle, die tiefen und innigen Anteil an Ihm nehmen, alle Seine Vollkommenheiten anschauen sollten, denn für uns ist Er der als unser Passah Geschlachtete (1. Kor. 5, 7).

Gott wollte Tausende von Haushalten über die ganze Welt hin haben, wo Christus allen, als zum Opfer sittlich geeignet, vor Augen steht, und wo Sein Tod mit Dankbarkeit als der einzig mögliche Grund der Befreiung vom Gericht betrachtet wird, und wo man weiß, dass dieses Gericht auf allen Hoffnungen des Menschen und auf dem ruht, worauf er stolz ist. Die Kinder sollten über das alles belehrt werden und teil daran haben (Kap. 12, 26). In jedem christlichen Haushalt sollte Licht darüber herrschen.

Alsdann wurde das Blut an die Türpfosten und die Oberschwelle gestrichen, und wenn Gott es sieht, geht Er vorüber. Wo das Blut ist, wird Er dem Verderber den Eintritt wehren (Kap. 12, 23). Auf Gottes Seite kann es da keine Frage geben, denn das war es, was Er Selbst ausersehen hatte - das Blut Seines eigenen Lammes, Seines fleckenlosen Christus. In Bezug auf die Wirksamkeit jenes Blutes konnte kein Schatten von Zweifel bestehen.

Es ist das sichere Zeichen davon, dass ich meiner Natur nach unter Gericht war, dass mich aber die Gnade Gottes daselbst durch den Tod Christi erreicht hat, und dass nun die göttliche Gerechtigkeit zu meinen Gunsten ist. Wenn ich sehe, wie Gott alles, was Ihm zukommt, der Sünde gegenüber aufrechterhalten hat, und dass Er dies derart getan, dass allen Glaubenden Freiheit vom Gericht und ewige Segnung gesichert ist, so unterwerfe ich mich Seiner Gerechtigkeit.

Weiter müssen die unter dem Schutze des Blutes Stehenden im Einklang mit dem sein, was sie schützt. Deshalb haben wir nicht nur das Blut für das Auge Gottes, das auch ein Zeichen des Glaubens war, sondern das auf dem Feuer geröstete Lamm für die innerhalb des Hauses Befindlichen. Im Haus haben sie durch ernste Übungen zu gehen. Doch darin handelt es sich nicht um die Frage der Sicherheit - die hat das Blut erledigt -, aber das Gericht ist nahe, und man fühlt, dass man es verdient hat.

Gott sei Dank, es gibt Einen, der Sich ihm in Gnade unterzogen und es völlig erschöpft hat, und Dieser wird nun die Speise des geschützten Haushalts: die Herzen aller nähren sich von Dem, der in leidender Liebe das Gericht trug.

Wie tief muss jedes Herz davon berührt sein, das in Wahrheit das Passah isst! Das Vorbild redet hier nicht nur von Einzelnen, die sich also nähren, sondern von Haushalten. Wenn deren Herzen die Liebe in sich aufnehmen, die das ihnen gebührende Gericht trug, so werden sie in Einklang mit jenem heiligen Gerichte stehen. Durch den Tod Christi erlangen wir ein tiefes Bewusstsein davon, dass alles, was mit der Welt und ihrem Leben verbunden ist, unter dem Gericht Gottes steht. Doch das Passah bildet die heilige Grundlage, auf der alle Gedanken der Gnade Gottes gegen die Menschen und Seine Vorsätze der Segnung und Herrlichkeit mit Bezug auf Sein Volk durchgeführt werden können.

Die bitteren Kräuter reden von einem Selbstgericht, das durch Gnade beim Nähren von der Liebe, die das Gericht trug, hervorgebracht wird. Auch das ungesäuerte Brot hat seinen Platz. Wenn das von Natur Beste - der Erstgeborene - unter Gericht ist, so missfällt Gott alles, was vom Menschen nach dem Fleische herrührt. Die Tatsache, dass dieser Mensch im Tode Christi im Gericht hinweggetan, und dass uns Gottes Liebe auf diese Weise nahe gekommen ist, wird unsere Speise. Also genährt, können wir fernerhin dem keinen Raum geben, was im Tode Christi verurteilt wurde. Wir kommen zu einem neuen Menschen, in dem kein verderbender oder aufblähender Einfluss einen Platz hat.

Die wahre Wesensart der Heiligen ist, ungesäuert zu sein (1. Kor. 5, 7), der Verderbtheit und Aufgeblasenheit des Fleisches fernzustehen und in Übereinstimmung mit Christus zu sein. Nichts darf aufkommen, was am Kreuze gerichtet wurde. Der Sauerteig in unserem Wandel muss in der Kraft der Zuneigungen ausgeschlossen sein, von denen wir uns beim Essen des Lammes genährt haben. So werden in den christlichen Haushalten heilige Zustände gesichert und auch aufrechterhalten.

„Sieben Tage sollt ihr Ungesäuertes essen; ja, am ersten Tage sollt ihr den Sauerteig aus euren Häusern wegtun; denn jeder, der Gesäuertes isst, vom ersten Tage bis zum siebenten Tage - selbige Seele soll ausgerottet werden aus Israel ... Sieben Tage soll kein Sauerteig in euren Häusern gefunden werden; ... in allen euren Wohnungen sollt ihr Ungesäuertes essen“ (Kap. 12, 15 - 20). Das Fest der ungesäuerten Brote folgte dem Passah unmittelbar. Im Neuen Testament werden die beiden sogar als eins aufgefasst, denn in Luk. 22, 1 heißt es: „das Fest der ungesäuerten Brote, welches Passah genannt wird“ - dieses Fest der ungesäuerten Brote nun ist ein Bild vom ganzen Zeitlauf unseres Lebens als Heilige hienieden.

Paulus sagt: „Feget den alten Sauerteig aus, auf dass ihr eine neue Masse sein möget, gleichwie ihr ungesäuert seid. Denn auch unser Passah, Christus, ist geopfert. Darum lasst uns Festfeier halten, nicht mit altem Sauerteig, auch nicht mit Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit ungesäuertem Brote der Lauterkeit und Wahrheit“ (1. Kor. 5, 7 u. 8).

„Alter Sauerteig“ ist das, was einem von seinem früheren Wandel geblieben ist - die Art, in der das Fleisch bei uns in unseren unbekehrten Tagen wirkte. Der „Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit“ ist das Fleisch in seinen bösen Gedanken über andere, oder in dem Verlangen, ihnen Böses zuzufügen. Diese Art Sauerteig kleidet sich oft in ein religiöses Gewand (Mat. 22, 18; Luk. 11, 39).

Das „ungesäuerte Brot der Lauterkeit und Wahrheit“ ist nur bei denen wirklich zu finden, die das Passah gegessen haben. Zweifellos haben wir alle gefühlt, welch eine keineswegs leicht Übung es ist, wirklich lauter und wahr zu sein. Wenn die Gläubigen wahrhaft darüber geübt wären, das zu sein, was sie zu scheinen wünschen, so würde das wunderbare Folgen haben. Wir laufen ebenso wie die Welt Gefahr, den Schein zu wahren, ohne dass wir wirklich das sind, was wir zu sein scheinen. Aber damit halten wir das Fest der ungesäuerten Brote nicht.

Wie ganz anders verhält es sich, wenn Christus wirklich dem Herzen vor Augen steht und man sich innerlich von der Liebe genährt hat, in der Er das Gericht trug! Dann kommen wir zu wirklichen Zuständen der Gemeinschaft und können in lebendiger Berührung miteinander sein.

Diese Festfeier halten geht der Sache sehr auf den Grund, legt die Wurzeln bloß und würde alles das hinwegtun, was der Gemeinschaft und dem geistlichen Fortschritt ein Hindernis ist. Ihre Bedeutung ist sehr groß.

Sich von dem am Feuer gerösteten Lamme zu nähren, geschieht im Blick darauf, Ägypten gänzlich zu verlassen: „Und also sollt ihr es essen: Eure Lenden gegürtet, eure Sandalen an euren Füßen, und euren Stab in eurer Hand; und ihr sollt es essen in Eile: es ist das Passah Jehovas“ (Kap. 12, 11).

Der Haushalt ist dem Bilde nach in sittlicher Hinsicht passend für Gott gemacht und auch zubereitet, die Welt zu verlassen. Wenn wir das Passah im rechten Sinne essen, so empfangen unsere Zuneigungen Nahrung, und Gott angemessene Zustände werden zuwege gebracht.

Christliche Haushalte sollten durch Absonderung von der Welt gekennzeichnet sein, und nicht dadurch, dass man versucht, ihr so nahe wie nur möglich zu sein. Der Welt würde es Freude bereiten, wenn die Christen sie dadurch anerkennen, dass sie ihre Gewohnheiten und Sitten annehmen. Doch unsere Haltung sollte durchaus die eines Volkes sein, das in der Kraft der Errettung Gottes aus ihr hinausgeht. Wenn wir in jener denkwürdigen Nacht in das Haus irgend eines Israeliten geblickt hätten, so hätten wir sie alle marschbereit gefunden. Es war klar zu sehen, dass sie vorhatten, Ägypten zu verlassen. Wenn das im Vorbilde so war, so sollten wir darauf achten, dass an uns dementsprechende Wesenszüge wahrgenommen werden können.

„Und ihr sollt nichts davon übrig lassen, bis an den Morgen; und was davon bis an den Morgen übrig bleibt, sollt ihr mit Feuer verbrennen“ (Kap. 12, 10). Das Essen des Lammes war nicht davon zu trennen, dass es als Opfer dargebracht worden war. Es am nächsten Tage zu essen, hätte es von der Bedeutung seines Todes und der Tatsache getrennt, dass es am Feuer geröstet worden war.

In der Seele darf keine Schwächung des Bewusstseins davon eintreten, was Sein Tod und das Tragen des Gerichts wirklich waren. In Korinth redete man zweifellos vom Tode des Herrn, hatte aber das wahre Bewusstsein davon, was er bedeutete, verloren. Sogar das Abendmahl war ihr eigenes, und nicht das des Herrn geworden. Sie hatten alles das gleichsam bis auf den nächsten Tag aufbewahrt und dadurch dessen heilige Beziehungen und seine Bedeutung geschwächt. Was sie taten, stand nicht mehr in lebendiger Verbindung mit Christus und Seinem Opfer, noch wurde es in dem Bewusstsein dessen erfasst, dass man jenem kostbaren Opfer in sittlicher Hinsicht nahestand. Alles hatte seine heilige Eigenart verloren, und wenn es so steht, so ist das keine Gelegenheit innerer Gemeinschaft, sondern vielmehr ein Anlass zum Gericht.

Wenn in den Haushalten der Heiligen das Passah und das Fest der ungesäuerten Brote gefeiert würden, so würde die Gemeinschaft (Teilhaberschaft) nichts hindern, und die Heiligen wären in einem passenden Zustand, glücklich als Versammlung zusammenzukommen und an den Versammlungsübungen und -vorrechten teilzunehmen. Wenn in den Haushalten der Heiligen nicht alles gottgemäß zugeht, wird es auch in der Versammlung nicht recht stehen. Die sittliche Grundlage von allem liegt im Haushalt. Wir sehen diesen Grundsatz in 1. Tim. 3, 4.5 u. 12. Wenn z. B. ein Mann nicht mit seiner Frau und seinen Kindern betet, so ist er kaum geeignet, mit seinen Brüdern zu beten.

Wie anziehend ist alles das seiner sittlichen Schönheit und Vollkommenheit nach! Gott erhellt die Haushalte Seines Volkes und gibt ihnen Christum als ihr Passah! Er veranlasst sie, sich von Ihm zu nähren, indem sie die Liebe anschauen, die das göttliche Gericht für sie trug, und Christum schätzen und sich Ihn aneignen, und so ihre Gedanken und Zuneigungen einer gänzlich neuen Wesensart gemäß gestalten, damit sie innerlich frei von der Wirksamkeit des fleischlichen Sauerteigs seien und ihrem Wandel nach das Leben Christi offenbaren.

Dies zu betrachten, erfüllt jedes Herz, das Gott berührt hat, mit Wonne. Und auf diese Weise ist Gott in Gnade wirksam im Blick auf die Befreiung Seines Volkes und seiner Haushalte von der Welt, die unter Seinem Gericht steht.

Lasst uns den göttlichen Gedanken schätzen, dass es nicht nur errettete Einzelne, sondern errettete Haushalte geben sollte, die durch die Erkenntnis Christi in der Bedeutung und des Wertes Seines Todes gekennzeichnet sind, und dadurch, dass sie sich von Ihm nähren. So haben heilige Übungen dahin gewirkt, dass sie von allem, was in Gottes Augen Sauerteig ist, frei sind.

Das vor sich zu haben, dass die Segnung den Haushalt umfasst, ist an einem Tage, wo die Welt mehr denn je darauf ausgeht, die Kinder des Volkes Gottes an sich zu fesseln und sie zurückzuhalten, von besonderer Wichtigkeit.

Der Pharao sprach: „Jehova sei so mit euch, wie ich euch und eure Kinder ziehen lasse! ... Nicht also! Ziehet doch hin, ihr Männer, und dienet Jehova“ (Kap. 10, 10 u. 11). Doch Jokebed als eine vorbildliche „Mutter in Israel“ sah, dass ihr Sohn „schön“ war. Wenn auch nur eins von den Eltern ein Gläubiger ist, so sind die Kinder „heilig“, und wenn das der Fall ist, so hält sie der Glaube auch für den besten Platz, den ihnen die Welt bieten könnte, für viel zu schön. Sie sollten im Lichte Christi für Gott bewahrt werden und von der Welt abgesondert sein. Ihr Verlangen, göttliche Dinge kennenzulernen, ist zu nähren und zu ermutigen, und ihre Fragen sollten beantwortet werden (Kap. 12, 26). Ich hörte einen Bruder sagen, dass nichts, was er in den Zusammenkünften hörte, ihn so zum Nachdenken brächte wie die Fragen seines kleinen Knaben!

Gott lässt den Glauben nicht im Stich. An den Eltern ist es, den göttlichen Gedanken der Haushaltssegnung zu erfassen und auf Gott zu rechnen, dass Er in den lieben Kindern wirkt, damit sie schon früh selbst das Licht und den Segen des bevorzugten Platzes, den sie innehaben, schätzen und beurteilen lernen. Ich glaube, Gott gibt sogar jungen Kindern ein tiefes Bewusstsein von dem Erbarmen, das sie in einen christlichen Haushalt stellte. Ich weiß, dass ich das schon in sehr jungen Jahren empfand.

Wir hatten auch darauf hingewiesen, dass Mose im Alter von vierzig Jahren als die offenbare Frucht der göttlichen Gnade und des Glaubens seiner Eltern hervortrat.