Suche

Unterredungen.ch

MALEACHI 3.16

Zufalls Beitrag

C.A.C.  - Wortbetrachtungen über das Lukasevangelium

 

Kapitel 4

Wir wissen alle ziemlich viel über den Menschen im Fleische, nicht nur aus der Schrift, sondern aus eigener Erfahrung und durch Beobachtung anderer. Gott will aber, dass wir die in Seinem geliebten Sohne, der hienieden in Menschengestalt völlig zu Seinem Wohlgefallen weilte, geoffenbarte Schönheit verst

...

4. Mose

4. Mose Kapitel 4

Ein Überblick über das 4. Buch Mose

Hauptgedanken aus Wortbetrachtungen mit Charles Andrew Coates

Kapitel 4

Die Leviten wurden in Kapitel 3 im Alter „von einem Monat“ an gemustert; sowohl von dem seinen Anlagen nach Vorhandenen wurde Kenntnis genommen, als auch von dem sofort zum Dienste Brauchbaren.

Im vorliegenden Kapitel dagegen geschieht die Musterung „von dreißig Jahren und darüber bis zu fünfzig Jahren“. Da handelt es sich um „alle, die in die Arbeit treten, um das Werk am Zelte der Zusammenkunft zu verrichten“ (V.3).

Der betrachtete Dienst erfordert volle Reife und Tauglichkeit. Er ist zu heilig und wichtig, als dass er Kindern und Neulingen anvertraut werden könnte.

Wenn auch die Leviten von „fünfundzwanzig Jahren und darüber ... eintreten, um die Arbeit zu tun im Dienste des Zeltes der Zusammenkunft“ (Kap. 8, 24), so dienten sie doch nicht mit dem Tragen der Wohnung und ihrer Ausrüstung, bis sie dreißig Jahre alt waren. Sie hatten, wenn man so sagen darf, fünf Lehrjahre in Verbindung mit den heiligen Dingen durchzumachen, ehe sie für den Dienst von Kapitel 4 fähig waren.

Wir dürfen nicht annehmen, dass das Verlangen oder die Bereitwilligkeit zum Dienen unsererseits uns die geistliche Befähigung dazu verleiht. Diese muss von Gott gegeben sein, und sie wird in der Regel der geistlichen Reife des Dieners entsprechen. Ein Kindlein in Christo mach frisch in seiner Liebe und inbrünstig im Geiste sein, doch ein Dienst von hoher geistlicher Ordnung erfordert mehr als das. Je geistlicher ein Dienst ist, desto mehr geistliche Reife verlangt er von dem, der ihn ausübt.

In den ersten Kapiteln von 4. Mose wird alles den Gedanken Gottes gemäß hingestellt, damit wir geübt werden, dem göttlichen Maßstab in dem uns obliegenden Teile des Dienstes zu entsprechen. Ich hoffe, wir erkennen alle an, dass wir als Gottes erlöste Erstgeborene Ihm zum Dienste in Verbindung mit Seinen heiligen Dingen geheiligt sind.

In dem statt aller Erstgeburt Israels genommenen Stamme Levi sehen wir im Bilde den Dienst, für den wir geheiligt sind. Nun ist es an uns, uns die Reife und Befähigung angelegen sein zu lassen, die uns in den Stand setzt, ihn wirklich auszuüben.

Der Ausspruch: „Eifert aber um die größeren Gnadengaben“ (1. Kor. 12, 31) stellt es als Grundsatz hin, dass wir nach dem größten uns erreichbaren Dienste trachten sollten.

Auch hier sehen wir, dass Gott den heiligsten Dienst zuerst bringt. Es ist Seine Art, mit dem Besten zu beginnen. In Gottes Weltordnung wirkt sich alles vom Höchsten in die Tiefe hinab aus. Ich denke nicht, dass wir so beginnen, doch wir haben zu lernen, dass dies Gottes Weg ist. Nur ein guter Priester wird ein guter Levit sein, und ein solcher wird sich auch sehr gut zum Heeresdienst eignen.

Wir sollten begehren, wahre „Söhne Kehaths“ zu sein, denn ihr Teil war der heiligste Dienst in der Wüste, von dessen treuer Ausführung das Vorwärtsschreiten des Zeugnisses abhing. Was sie auf ihren Schultern trugen, wird im zweiten Buch Mose beschrieben (siehe: „Ein Überblick über das zweite Buch Mose“). Es redet alles im Bilde auf verschiedene Weise von Christo, und nach der Aufrichtung und Indienstnahme der Wohnung warteten die Priester ihres Amtes in Verbindung mit diesen Gegenständen.

Unser Kapitel betrachtet jedoch einen anderen Dienst, nämlich „beim Aufbruch des Lagers“ (V. 5 und 15). In gewissem Sinne wird die Wohnung zum heiligen Dienste Gott gegenüber aufgerichtet, wenn die Heiligen als Kirche zusammenkommen (1. Kor. 11, 18). Doch wir bleiben nicht zusammen, und die Zeit zwischen den Zusammenkünften bietet Gelegenheit für den Tragedienst, von dem hier geredet wird. Es ist dies ein Dienst in Wüstenumständen, ohne den es keinen Aufbruch gibt.

Alles, was die Ausrüstung des Heiligtums ausmacht, ist in verantwortungsvollem levitischen Dienste zu tragen. Das ist etwas „Hochheiliges“ (V.4). Es ist dies ein Auftrag, den Gott in Seiner Unumschränktheit solchen gibt, die imstande sind, ihn auszuführen. Es sind vielleicht nur wenige von uns, die sich solchem Dienste gewachsen fühlen.

Einer, der geistlich viel größer war als wir, stellte die Frage: „Wer ist dem gewachsen?“ Doch wenn wir den Dienst erkennen, der für das Vorwärtsschreiten des Zeugnisses in Frage kommt, so werden wir viel darum bitten, dass Gott die hierfür genugsame Kraft dazu gebe. Es entspricht dem Plane Gottes, dass Seine heiligen Gegenstände also getragen werden, und jeder Kehathiter ist dazu berufen, seine Schulter dieser Arbeit zur Verfügung zu stellen und persönlich sein Teil von der Last zu tragen.

Aber keiner der heiligen Gegenstände darf von dem Leviten genommen werden, bis er nicht durch Bedecken priesterlich zubereitet war.

Bei der Anwendung auf uns dürfen wir hieraus nicht schließen, dass Priester und Leviten verschiedene Personen sind. Damit soll uns gelehrt werden, dass dem Kehathiterdienst eine priesterliche Übung vorausgeht. Wir sehen, dass die Priester hier Einsicht über das Erforderliche haben und auch fähig sind, ihr zu entsprechen. Dies ist nur bei solchen zu finden, die gewohnheitsmäßig „Jehova nahen“ (2. Mose 19, 22).

Der Versuch, getrennt von einem geistlichen Zustande und von priesterlichen Herzensübungen mit heiligen Dingen umzugehen, ist verhängnisvoll, denn nicht einmal ein Kehathiter, der nicht Aaron und dessen Söhnen angehörte, durfte „einen Augenblick das Heilige sehen“, damit er nicht sterbe (V.20).

Das Bedecken der heiligen Gegenstände, das einen so hervorragenden Platz in diesem Kapitel hat, ist durchaus das Werk der Priester; es zeigt, dass diese Dinge, ehe sie von Leviten getragen werden können, gewisse Züge tragen müssen, die ihnen, den Decken der Wohnung gleich, ein Schutz sind. Dieser Züge bedürfen sie nicht im Heiligtum, doch für das geziemende Tragen der heiligen Gegenstände nach Levitenart sind sie wesentlich.

Wenn die kostbaren Dinge Gottes im verantwortlichen Dienste getragen werden, so erleiden sie ohne Begleitzustände, die der Ausfluss priesterlicher Übung sind, Schaden. Derartige Begleitzustände sind während der ganzen Zeit levitischen Tragens nicht von ihnen zu trennen.

„Die Lade des Zeugnisses“ war das erste und wichtigste von den heiligen Dingen. Sie redet von Christo als Dem, in dem Gott alles zustandegebracht hat, was heute Gegenstand des Zeugnisses ist. Gottes Wille hat im Weltall zu gelten, und in Christo hat er auf die denkbar völligste Weise Geltung erlangt.

Im Blick auf das Tragen nun musste die Lade mit dem „Deckvorhang“ bedeckt werden. Dadurch wurden zwei höchst kostbare und wunderbare Bilder von Christo miteinander in Verbindung gebracht; das eine diente als Decke des anderen, ein Hinweis darauf, dass man, während einerseits das Getragene das völlige und herrliche Zeugnis Gottes in Christo ist, andererseits dessen eingedenk zu sein hat, dass sich dessen Darstellung hienieden in dem Fleische eines Christus in Demut und Niedrigkeit vollzog. Das hat man beim Tragen des Zeugnisses zuerst im Gedächtnis zu behalten. Es hat im Einklang mit alldem getragen zu werden, was das Fleisch Christi kennzeichnete - Er war ein demütiger Mensch, der Schmach erduldete und auf das Kreuz ging.

Ich glaube, Paulus war ein Priester, der es verstand, die Lade mit dem Vorhang zu bedecken. Er hatte den Schatz all dieses Herrlichen in einem irdenen Gefäße, doch als er ihn nach Levitenart trug, war seine große Übung, dass das Leben Jesu in seinem Leibe offenbar werde (2. Kor. 4, 7 und 10). Diese Gestalt nahm also das Zeugnis in einer feindseligen Welt an. Und ich denke, des Apostels Übung darüber entspricht den Dachsfellen, die hier nicht, wie in den übrigen Fällen, die äußere Decke bilden, sondern unmittelbar in Berührung mit dem Vorhang gebracht werden.

Ich fasse das dahin auf, dass die inneren mit dem Zeugnis verbundenen Übungen dessen Schutz ausmachen. Es gibt heilige Übungen in unserem Inneren, wie wir sie bei Paulus in 2. Korinther 4 sehen, und diese laufen darauf hinaus, dass „das Tuch ganz von Blau“ außen zum Vorschein kommt (V.6).

Wenn die Kethatiter die Lade tragen, so sehen wir, wie etwas durch die Wüste zieht, das seinem Wesen nach durchaus himmlisch ist. Als Priester haben die Heiligen die Lade des Zeugnisses betrachtet und haben verstanden, sie angemessen zu bedecken. Doch als Kehathiter tragen sie sie bedeckt und derart, dass sich den Blicken das Himmlische darbietet. Dieser Dienst ist „hochheilig“; wollte Gott, dass er mehr zu sehen wäre.

Auch der „Tisch der Schaubrote“ war zu tragen. Er ist ein Bild von Christo als Dem, der die Heiligen vor Gott zu Dessen Wohlgefallen aufrechterhält. Das „beständige Brot“ (V.7) stellt die Heiligen als mit Christo einsgemacht und als solche dar, mit denen Sich Christus einsgemacht hat. Das heißt, sie werden ihrer Gesamtheit nach betrachtet, und zwar als solche, in denen der Wille Gottes Gestalt gewonnen hat.

Die auch auf dem Tisch zu tragenden Gefäße des Dienstes stellen die Heiligen als für den heiligen Dienst Gottes sichergestellt dar. Bei diesem Vorbilde ist nun besonders zu beachten, dass das „Tuch von Blau“ über den Tisch gebreitet wird, ehe die Gefäße oder die Schaubrote darauf gestellt werden.

Alles, was der Tisch trägt, wird damit auf eine himmlische Grundlage gestellt, so dass darin die der gegenwärtigen Zeit eigene geistliche Auffassung zum Ausdruck kommt. Ja, ich glaube, dass der in diesem Kapitel dargestellte Tragedienst einer ist, der besonders den Heiligen der Kirche oder Versammlung zukommt, und er besagt, dass gegenwärtig ein himmlisches Zeugnis vorgeführt wird.

Das „beständige Brot“ bringt die Unwandelbarkeit des göttlichen Gedankens zum Ausdruck, und in den Gefäßen auf dem Tische sehen wir, dass die Heiligen passend sind, die mancherlei Arten des Dienstes vor Gott zu Seinem Wohlgefallen verrichten.

Dem Vorbilde nach standen sie in Beziehung zu dem mannigfaltigen Dienste Gottes, wie er nun an heiliger Stätte ausgeübt wird, und der, wie wir sehen, ganz und gar auf himmlischer Grundlage steht.

Die in den Schaubroten und den Gefäßen des Dienstes dargestellten Heiligen können daher in sittlicher Hinsicht keinen Platz in dem Zeitlauf dieser Welt haben. Sie sind als Teilhaber der himmlischen Berufung dem Wohlgefallen Gottes vorbehalten.

Es ist klar, dass wer als Levit in Verbindung mit solchen Dingen dient, sie nur verunehrt, wenn er nicht etwas von der himmlischen Wesensart hat. Soviel ich verstehe, stellen die Decken Zustände dar, die beim Tragen der heiligen Dinge vorhanden sein müssen. Und wenn sie nicht in den Heiligen aufrechterhalten werden, so haben wir kein wahrhaft levitisches Tragen.

Das in diesem Kapitel so oft erwähnte „Tuch von Blau“ ist in diesem Zusammenhange von hoher Wichtigkeit, und dies besonders zu einer Zeit, wo der Feind alles tut, was er kann, um das Volk Gottes auf den Tiefstand solcher herabzudrücken, „die auf der Erde wohnen“ (Offb. 3,10; 6,10; 8,13; 11,10; 13,8.14; 17,2.8).

Es leuchtet ein, dass das Himmlische heutzutage in der religiösen Welt wenig gilt. Ein Mann von Ruf dankte letzthin Gott öffentlich, dass der Gedanke an eine andere Welt aus den Kirchen so gut wie ausgefegt sei! Wir stehen inmitten eines Bekenntnisses, das bereit ist, das Himmlische öffentlich als unzeitgemäß aufzugeben, und sich dessen noch rühmt!

Doch die Weltordnung, die Gott aufrechterhält, steht in Beziehung zu einem himmlischen Jesus Christus, „und wie der Himmlische, so auch die Himmlischen“ (1. Kor. 15, 48).

Sodann heißt es in Vers 8: „hierüber sollen sie ein Tuch von Karmesin breiten“. Man hat gesagt, dass Karmesin die menschliche Herrlichkeit darstelle, doch hier ist diese offenbar eine Herrlichkeit, die göttlichen Wert hat.

Beim Tragen der heiligen Dinge mussten Züge wahrer Herrlichkeit offenbar werden. Die Herrlichkeit der Welt oder des Menschen im Fleische kann darin keinen Platz haben. Von einigen heißt es: „sie liebten die Ehre (Herrlichkeit) von den Menschen mehr als die Ehre (Herrlichkeit) von Gott“ (Joh. 12, 43). Doch eine derartige Herrlichkeit war nie mit dem „Blau“ vereinbar. Das Karmesin (oder, was dasselbe ist, den Scharlach) ohne das Blau sehen wir in Offenbarung 17, und das ist der Abfall. Mit dem Blau als Grundlage jedoch können wir das Karmesin haben, das eine von Gott gegebene Herrlichkeit darstellt, die ihrem Wesen nach geistlich ist. Wir sollten danach begehren, von Gott ausgezeichnet zu werden.

Paulus sagt: „wenn e i n Glied verherrlicht wird, so freuen sich alle Glieder mit“ (1. Kor. 12, 26). Es ist eine wahrhafte Auszeichnung, unter den Brüdern zu dienen, doch dieser Dienst sollte durch einen damit im Einklange stehenden Wandel aufrechterhalten werden.

Das „Karmesin“ ist nicht vor den Menschen zu entfalten, es ist mit Dachsfellen zu bedecken, ein Bild von wachsamer Achtsamkeit im Verein mit einem heiligen Wandel. Man hat eifrig darauf bedacht zu sein, dass alle Bewegungen in der Wüste, und besonders die im Dienste, im Einklange mit „dem Heiligen“ stehen (V. 15 und 20). Die Kehathiter haben die Wüste als Hüter alles dessen zu durchschreiten, was höchst kostbar ist.

Wenn die Heiligen als Kirche zusammenkommen (1. Kor. 11, 18), so wird geistliche Ordnung gesehen und betätigt. Doch wir dienen Gott nicht immer unmittelbar als Priester. Es gibt noch einen anderen Dienst, und das ist das Tragen „des Heiligen“ durch die Wüste, und zwar derart, dass ihm kein Schaden oder eine Herabwürdigung widerfährt. Ton und Gepräge dessen, was „in Versammlung“ vorgeht (1. Kor. 11, 18), hängt davon ab, wie der levitische Dienst verrichtet worden ist. Jeder Mangel an heiliger Sorgfalt im Tragedienst ist sicherlich nicht ohne Folgen, wenn die Wohnung wieder aufgerichtet wird.

Alles, was die Priester innerhalb sehen, in Verbindung mit dem sie dienen, ist unter heiligen Schutzdecken durch die Wüste zu tragen, bis die Zeit für den Priesterdienst an heiliger Stätte wiederkommt.

Beim „Leuchter des Lichts“ und allen mit dessen Dienst verbundenen Geräten (V.9) und dem „goldenen Altar“ (V.11) und allen Geräten, „womit man den Dienst im Heiligtum verrichtet“ (V.12) ist das „Tuch von Blau“ innerhalb; es stellt ein inneres Erfassen der wahren Eigenart geistlichen Lichts dar.

Das Christentum ist eine Weltordnung himmlischer Dinge und himmlischen Dienstes. Es trägt nichts zu der Welt oder dem Menschen im Fleische bei. Und was für ein heiliger Dienst uns auch innerhalb in Anspruch nimmt, er muss im öffentlichen Levitendienste das haben, was ihm entspricht und seine heilige Eigenart wahrt.

Als Kehathiter bewahren die Heiligen im öffentlichen Dienste eine Haltung, die im Einklange mit dem steht, was sie als Priester innerhalb tun. „Das Heilige“ ist auf den Wüstenwanderungen von den Heiligen derart sorgfältig zu schützen und aufrechtzuerhalten, dass sie, wenn die Zeit kommt, ohne Zögern vom levitischen Tragen zum priesterlichen Dienen übergehen können. Jeder geübte Heilige muss zugeben, dass die Belehrung hierüber hochwichtig und von höchstem Werte ist.

Zum Schluss wird der Altar dadurch zum Tragen zubereitet, dass er von der Asche gereinigt und ein Tuch von rotem Purpur über ihn gebreitet wird. Das Purpurtuch deutet auf das priesterliche Verständnis darüber, dass sich Herrlichkeit auf Leiden gründet.

Petrus deckte gleichsam das Purpurtuch über den Altar, als er von den Propheten sagte, dass der Geist Christi in ihnen „von den Leiden, die auf Christum kommen sollten, und von den Herrlichkeiten danach im voraus zeugte“ (1. Petrus 1, 11).

Das Tragen des Altars von den Kehathitern zeigt, dass die Heiligen in ihrem Wandel und Dienst hienieden den Leiden, dem Wesen des Herrn Jesu gemäß, nicht aus dem Wege gehen, doch sie tun dies in dem vollen Bewusstsein, dass entsprechende Herrlichkeiten ihnen folgen werden.

Alles, was Gott uns in Christo ausersehen, und was durch Christum in den Heiligen Gestalt gewinnt, ist der levitischen Sorgfalt anvertraut, damit es in einem Leidensdienste durch die Wüste getragen werde, bis die Zeit dafür kommt, dass es in Herrlichkeit geoffenbart wird. Es handelt sich um das Zeugnis über etwas, was allen Gedanken der Menschen entgegen und durch die Leiden Christi gesichert ist.

Alles das begreift eine geistliche Bewegung in sich. Erforschen wir unsere Herzen, ob wir für die Förderung geistlicher Bewegungen zu haben sind. Jede Bewegung des Zeugnisses legt uns eindringlich die Unterweisungen dieses Kapitels ans Herz, und sie führt dahin, uns alles in Christo als der Lade, dem Tisch, dem Leuchter und den beiden Altären Verbundene immer kostbarer zu machen, und gibt den göttlichen und himmlischen Wesenszügen einen noch hervorragenderen Platz, und außerdem ein immer mehr vertieftes Bewusstsein von der Heiligkeit jeder Einzelheit, die es mit dem Dienste Gottes zu tun hat.

Die Heiligen als Söhne Kehaths sollte ein Einssein mit den heiligen Dingen kennzeichnen, nicht im Dienste des Heiligtums vor Gott, sondern in ihrem verantwortlichen Dienste und Wandel in der Wüste.

In einem derartigen Dienst wird die Treue bei jedem Schritt auf die Probe gestellt, doch wenn wir alle unserem Auftrage treu sind, so dient das unmittelbar zur Förderung des Heiligtumsdienstes bei unseren Zusammenkünften. Wir werden somit „aufbrechen“ müssen, um in einer neuen geistlichen Stellung erfunden zu werden.

Der Tragedienst hat dieses wichtige Ergebnis vor sich, und wenn er getreulich ausgeübt wird, so bleibt die Frische im Heiligtumsdienst bewahrt. Dieser findet dann in einer neuen geistlichen Umgebung statt, in der er sich nie zuvor befunden hatte. Die heiligen Dinge ändern sich dabei nicht im Geringsten, doch da die Heiligen im levitischen Dienste in Verbindung mit ihnen geistliche vorwärtskommen, so nehmen sie von Zeit zu Zeit neue Standorte ein. Infolgedessen ist der Priesterdienst nicht genau derselbe wie beim letzten Aufrichten der Wohnung: Gottes Führung und getreues levitisches Tragen haben einen geistlichen Fortschritt zustande gebracht. Welch ein Gegensatz ist das dem Feststehenden und Förmlichen gegenüber, was man in der religiösen Welt „Gottesdienst“ nennt!

Der Tragedienst der Söhne Kehaths hat es mit dem „Hochheiligen“ (V.4) zu tun, doch er schloss nicht alles zu Tragende in sich. Die Söhne Gersons und die Söhne Meraris haben auch ihr Teil, das hochwichtig, wenn auch von niedrigerer Art als das der Söhne Kehaths ist.

Deren Dienst hat es mehr mit der Wohnung selbst als mit dem zu tun, was darin aufgestellt ist. Die Teppiche und Umhänge, wie auch die Bretter, die sie stützen, haben Beziehung zu „der wahrhaftigen Hütte, die der Herr errichtet hat, nicht der Mensch“ (Heb. 8, 2). Sie stellen im Bilde das dar, was durch Gottes Gnade und Wirksamkeit in den Heiligen Gestalt gewonnen hat, so dass sie eine passende Behausung für „das Heilige“ bilden.

Was die Teppiche und Umhänge anlangt (V. 25 und 26), die die Söhne Gersons zu tragen hatten, so lasst uns daran gedenken, was in 2. Mose 35, 25 und 26 gesagt ist: „Und alle Weiber, die weisen Herzens waren, spannen mit ihren Händen und brachten das Gespinst ... Und alle Weiber, die ihr Herz trieb in Weisheit, spannen das Ziegenhaar“. Den Teppichen liegt sonach ein Werk zugrunde, das in Weisheit von Weibern angefertigt worden, und sie stellen die Heiligen als durch persönliche Übungen geistlich gestaltet dar. Jeder dem Bilde nach in den verschiedenen Teppichen und Decken der Wohnung dargestellte Zug hat durch einsichtige Übungen in den Heiligen Gestalt zu gewinnen.

Wenn wir über die neutestamentlichen Briefe nachdenken, so können wir verstehen, wie mannigfaltig diese Wesenszüge sind. Aber keiner von ihnen kommt zum Vorschein getrennt von der Wirksamkeit des Geistes Christi oder den persönlichen und gebetvollen Übungen derer, die diesen Geist haben.

Und all diese Züge sind für die wahre Wohnung wesentlich; keiner von ihnen ist als unwichtig zu entbehren, sie alle sind nötig, wenn die Wohnung ihre Eigenart, „das Heilige“ zu umschreinen, erfüllen soll. Sie alle haben ihren Platz in Beziehung zum Zeugnis und sind, den heiligen Gegenständen gleich, durch die Wüste zu tragen. Es gibt keine geistliche Übung oder Gestaltung, die nicht auch zum levitischen Dienste gehörte.

Wir sollten dessen eingedenk sein, dass unter dem vorliegenden Bilde die Heiligen als „eine“ Wohnung betrachtet werden. Es redet von dem, was wir als solche sind, die durch Übungen, an denen wir alle teilhaben, zur Einheit gebracht wurden. Gott wollte nie, dass die Einheit der Heiligen etwas Verborgenes sei. Sie sollte zu aller Zeit offenbar werden, und nicht nur, wenn wir zusammenkommen. In jeder unserer Bewegungen in der Wüste sollte zum Vorschein kommen, dass wir der Schar angehören, in der sich geistliche Übungen auswirken.

Jeder Teppich und Umhang, den die Söhne Gersons trugen, war durch geschickte Tätigkeit zustande gekommen. Der Apostel sagte der Versammlung zu Korinth: „um vieles bitten wir auch, um eure Vervollkommnung“, und dann fügt er die Ermahnung hinzu: „Übrigens, Brüder, freuet euch, werdet vollkommen, seid getrost, seid eines Sinnes, seid in Frieden, und der Gott der Liebe und des Friedens wird mit euch sein“ (2. Kor. 13, 9 und 11).

Das griechische Wort für „vollkommen werden“, dessen entsprechendes Hauptwort „Vervollkommnung“ ist, wird in Matthäus 4, 21 und Markus 1, 19 in Verbindung mit Netzen durch „ausbessern“ wiedergegeben. Es besagt, dass die Netze dadurch in jeder Einzelheit wieder vollkommen brauchbar wurden.

Der ganze Levitendienst geschieht im Blick auf den vollständigen Gedanken Gottes, und damit er im Wandel der Heiligen offenbar werde. Das sollte, soweit uns die Gnade dafür gegeben, in unserem ganzen verantwortlichen Dienste aufrechterhalten werden. Wenn wir an alles das denken, was die Heiligen als der Versammlung Gottes angehörig sind, nämlich der Tempel Gottes, der Leib, das gesalbte Gefäß des Wohlgefallens Gottes hienieden - welch eine unaufhörliche Bemühung der Liebe erfordert es, damit sich alles dies auch im Leben auswirkt!

Das Werk des Herrn, das Er Seinen Leviten anvertraut, sucht dies immer zustande zu bringen. Der vollständige Gedanke wird im Blick darauf als eine Last getragen, dass er in wahrhafter und verantwortlicher Weise aufrechterhalten werde.

Die Heiligen sind durch den ihnen gebrachten Dienst und die geistlichen Übungen, die er hervorbringt, vollkommen zu machen, so dass sie, in Liebe verbunden, miteinander in Einheit wandeln.

Es ist klar, dass das Arbeit kostet. Die Gegenstände müssen getragen werden, und die Diener müssen persönlich eins mit dem sein, was sie tragen. Der Dienst der Gersoniter hat jeden göttlichen Gedanken, der in den Teppichen, Decken und Umhängen zum Ausdruck kam, weiterzutragen. Diese Gedanken sind im Zeugnis und Wandel durch die Wüste zu tragen. Sie bilden die Gegenstände des verantwortlichen Dienstes im tagtäglichen Leben. Durch einen derartigen Dienst ward, was am Anfang das Werk Gottes kennzeichnete, weitergetragen und nicht zugelassen, dass es ausblieb oder Schaden litt.

Die den Söhnen Meraris zuerteilte Last war das Tragen der Bretter, Riegel, Säulen und Füße der Wohnung. Ihr Dienst hat es mit dem Stützen der Wohnung und ihrer Decken zu tun. Es muss etwas Grundlegendes die sittliche Stütze von alledem bilden, was Gott mit Seinen Heiligen als „der wahrhaftigen Hütte“ im Sinne hat (Heb. 8, 2).

Das weist im Bilde auf das hin, was die in der Gnade befestigten Heiligen dem Römerbrief gemäß sind.

Es ist ganz wesentlich für das Zeugnis, dies weiterzutragen, und dessen Durchführung ist ein anstrengender Teil des levitischen Dienstes. Wie all die anderen Teile des Tragedienstes umfasst er nicht nur die Aufrechterhaltung der Dinge der Lehre nach, sondern im Wandel. Und kein Levit wird grundlegende Teile der Wahrheit ordnungsgemäß tragen, wenn er nicht anerkennt, dass sie in Beziehung zu allem, was Gott im Sinne hat, zu erfassen sind.

Jeder Fuß, jedes Brett und jeder Riegel ist ein unerlässlicher Teil des ganzen Baus. Kein Levit würde das beim Tragen je vergessen. Der göttliche Wert eines jeden Teiles liegt in der Tatsache, dass er zur Vollständigkeit des Ganzen wesentlich ist. Das war von jedem Pflock oder Seil ebenso wahr wie von den größeren Teilen; nichts war unbedeutend.

Gott befestigt die Heiligen dem Römerbrief gemäß, damit sie mit all den anderen Heiligen in einer bestimmten Weise verbunden würden. Das kommt sehr klar in Römer 12 und in den Kapitel 12 bis 15 zum Ausdruck.

Da sehen wir, welche Wirkung die Wahrheit auf unseren Wandel in den Umständen des Wüstenlebens ausübt. Die in den Heiligen gestaltete Wahrheit ist in einer angemessenen Weise durch die Wüste zu tragen, damit sie nicht befleckt wird oder Schaden leidet.

Etwas dem Ähnliches haben wir auch im Kolosser- und Epheserbriefe. Da werden uns zunächst die großen geistlichen Wirklichkeiten vorgestellt, und im letzten Teile wird dann ihre Anwendung auf jede Einzelheit unseres Wandels hienieden gezeigt. Wenn der Levitendienst nicht getreulich ausgeübt wird, so werden ganz sicher die geistlichen Wirklichkeiten in unseren Seelen dahinschwinden, wir werden nicht wirklich Teil an dem Vorwärtsschreiten des Zeugnisses haben, und das, was vorgibt, Dienst im Heiligtum zu sein, wird seinen göttlichen Wert und seine Frische verlieren.

In diesem Dienst hat jeder seine bestimmte Last: „mit Namen sollt ihr ihnen die Geräte zuzählen, die ihnen zu tragen obliegen“ (V.32). Alles steht unter priesterlicher Leitung bis hinab zu den kleinsten Einzelheiten (siehe V. 19, 28 und 33). Der Priester stellt geistliche Einsicht und Nähe zu Gott dar, und aller levitische Dienst hat sich dem priesterlichen unterzuordnen.

Unter solcher Leitung wird es keinen Widerstreit eines Dienstes mit dem anderen geben, keinen Versuch, das Werk eines anderen zu tun und kein Außerachtlassen von etwas, was zum Vorwärtstragen des Zeugnisses wesentlich ist. Einem jeden liegt es ob, das ihm Anvertraute zu tragen mit all den anderen Hand in Hand zu arbeiten, und dies in dem Bewusstsein, dass der Dienst einer ist, wie viele Hände auch dabei mit zuzufassen haben.

Es ist zu beachten, wie weitgehend für den Dienst gesorgt war! Die Wohnung selbst maß höchstens sechzehn Meter in der Länge, und der sie umgebende Vorhof war nicht mehr als dreiundfünfzig Meter lang, und dennoch waren achttausendfünfhundertachtzig Leviten zum Tragen der verschiedenen Teile dieses Baus eingetragen!

Daraus erhellt, dass sich gewiss keiner zu überanstrengen brauchte. Es ist nicht des Herrn Art, „schwere und schwer zu tragende Lasten ... auf die Schultern der Menschen“ zu legen. Er konnte vielmehr sagen: „mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht“ (Mat. 23,4; 11,30).

Wir können sicher sein, dass wenn jeder Levit treu und eifrig dem ihm zugewiesenen Dienst oblag, so ward keiner über sein Maß und seine Kraft hinaus angestrengt. Wenn man sich aber vorstellte, dass neun Zehntel des Stammes ihren Dienst aufgäben, welch eine Last bedeutete das für das getreue Zehntel!

Wahrscheinlich verhält es sich heute derart. Der ganze Zustand in dem, was heute für Gott zu stehen bekennt, ist die Folge der Abwesenheit priesterlicher Zustände und Übungen und des sich daraus ergebenden Durcheinanders alles Levitischen. Doch, wie schon bemerkt, haben wir in unserem Kapitel kein Bild menschlichen Versagens, sondern das einer Dienstordnung, die durchaus den Gedanken Gottes entspricht.

Abschrift durch:
Nicole F. Juli 2009