Suche

Unterredungen.ch

MALEACHI 3.16

Zufalls Beitrag

Das Erste  Doc

5min

 

Unser Erstes

Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast.

Off 2,4

 

Die erste Liebe. Wie banal und unspektakulär dieser Titel auch klingen mag, so ist es eben genau das was uns jeden einzelnen Tag, Stunde und Sekunde begleiten soll. Was hat bei uns den ersten Pla

...

4. Mose

4. Mose Kapitel 5

Ein Überblick über das 4. Buch Mose

 

Hauptgedanken aus Wortbetrachtungen mit Charles Andrew Coates

 

 

Kapitel 5

 

Nun da das Lagern der Kinder Israel mit Bezug auf das Zelt der Zusammenkunft geordnet und der Dienst der Leviten bestimmt worden ist, lernen wir, dass Gott in der Mitte der Lager wohnt. Das erfordert Unbeflecktheit, denn wenn Gott in der Mitte Seines Volkes wohnt, so müssen dessen Zustand und Beziehungen Ihm entsprechen.

Deshalb heißt es: „Gebiete den Kindern Israel, dass sie alle Aussätzigen und alle Flüssigen und alle wegen einer Leiche Verunreinigten aus dem Lager hinaustun“ (V.2). Dieses Hinaustun aus dem Lager war nicht den Priestern und Leviten überlassen, dafür trugen alle „Kinder Israel“ die ernste Verantwortung. Dann lesen wir: „die Kinder Israel taten also“ (V.4), sie zögerten nicht, den göttlichen Befehl auszuführen, hatten also das Bewusstsein, dass Gott in ihrer Mitte wohnte, und dass alles Ihm entsprechen musste.

Der Aussätzige hatte eine eingewurzelte, den ganzen Körper verseuchende Krankheit, die ein Bild der Sünde, das heißt, der im Fleische wirkenden Gesetzlosigkeit ist. Wen der Eigenwille kennzeichnet, der ist in sittlicher Hinsicht aussätzig, und solche können keinen Platz in einer Weltordnung haben, die in jeder Einzelheit dem Willen Gottes gemäß ist. Eigenwille, wo immer er sich vorfindet, ist unrein. Doch er ist nie so offenbarlich unrein, als wenn er sich auf göttlichem Gebiete durchzusetzen sucht; da darf er durchaus keinen Fuß fassen.

Wer einen Fluss hat, stellt solche dar, die wohl begehren das Offenbarwerden des Fleisches zu verhindern, doch sie sind unfähig, das zu tun. Sie haben keine Kraft, sich selbst zu beherrschen.

Auf die bildliche Bedeutung des Aussatzes und des Flusses ist bei der Betrachtung von 3. Mose 13 - 15 hingewiesen worden (siehe den „Überblick über das dritte Buch Mose“). Hier erfahren wir, dass wer einen Fluss hat, ebenso vom Lager auszuschließen ist wie der Aussätzige. Das Gebot ist hier strenger als in 3. Mose, und das enthält eine Unterweisung für uns.

Zwischen 3. Mose 15 und 4. Mose 5 ist das Lager den Gedanken Gottes gemäß geordnet worden, und das brachte einen neuen Maßstab heiliger Anforderungen mit sich. Ehe das geschehen, mag Gott ein gut Teil von dem ertragen, was nicht Seinem Wohlgefallen entspricht, doch sowie Er Licht darüber gegeben, wird ein neuer und göttlicher Maßstab aufgestellt.

Gott hat in dem christlichen Bekenntnis, wo in Wahrheit keine Ordnung gekannt wird, vieles hingehen lassen, was Er unter denen, die Seinen Willen kennen, als etwas sehr Ernstes ansehen würde. Vermehrtes Licht über die göttliche Versammlungsordnung bringt auch die vermehrte Verantwortlichkeit mit sich, Zustände aufrechtzuerhalten, wie sie sich dort, wo Gott wohnt, geziemen.

Dem Eigenwillen und dem Offenbarwerden des Fleisches würden wir eine große Zurückhaltung auferlegen, wenn wir dessen eingedenk wären, dass derartiges da, wo Gott wohnt, unpassend ist; dort kann dem kein Platz eingeräumt werden.

Gott will, dass wir hieraus lernen, dies an uns selbst zu richten, und wenn ein jeder so etwas von sich weist, so wird die ganze Versammlung rein. Dieser Gedanke liegt dem Ausfegen des alten Sauerteiges in 1. Kor. 5, 7 zugrunde. Böse Leute sollte man nicht in der Gemeinschaft des Volkes Gottes zu halten suchen. Das Ausfegen des alten Sauerteiges besagt, dass sich die ganze Versammlung durch Selbstgericht von dem reinigt, was im Fleische wirkt. Jeder hat auf Reinigung bei sich selbst zu achten, damit die Versammlung wahrhaft ungesäuert sei.

Ferner waren auch „alle wegen einer Leiche Verunreinigten“ aus dem Lager hinauszutun (V.2). Dieses Buch weist mehr als ein anderes darauf hin, dass wir durch eine Leiche verunreinigt werden können. Der Nasir verunreinigte das Haupt seiner Weihe, wenn er einen Toten anrührte (Kap. 6); die wegen der Leiche eines Menschen Verunreinigten durften das Passah nicht essen (Kap. 9); jeder Israelit, der sich nach dem Anrühren eines Toten nicht reinigte, verunreinigte die Wohnung Jehovas (Kap. 19, 13).

Dabei handelt es sich immer um „die Leiche eines Menschen“ (Kap. 6,7; 9,6.7; 19,11.13), nicht um die eines Tieres. Ein Zeichen, dass nicht der Tod an sich verunreinigt, sondern Mensch, der in diesem Zustande ist.

Das Anrühren einer Leiche besagt, dass wir durch einen Menschen mit dem in sittliche Berührung kommen, was kein Leben Gott gegenüber hat. Im christlichen Bekenntnis gibt es ungeheuer viel davon; von Sardes heißt es: „Ich kenne deine Werke, dass du den Namen hast, dass du lebst und bist tot“ (Offb. 3,1). Ein solcher Zustand jedoch verunreinigt das Volk Gottes, wenn es ihn anrührt.

Einem Aussätzigen und einem, der einen Fluss hat, haftet etwas Ekel Erregendes an. Sie stellen das Fleisch in seiner Eigenwilligkeit und Zügellosigkeit dar. Doch die Verunreinigung, die man sich durch Anrühren einer Leiche zuzieht, hemmt oder erstickt wahres Lebens. Sie ist die Folge davon, dass ein Lebendiger derart in Berührung mit dem kommt, was kein Leben Gott gegenüber hat, dass er dessen Einfluss erliegt.

So steht es um das Fleisch in seinem besten Zustande. Wenn der Mensch dem Fleische nach nichts für Gott hervorbringt, und wir räumen ihm in religiöser Hinsicht einen Platz ein, so führen wir damit das ein, was seinem Wesen nach unrein ist.

Wenn nun Gott in der Mitte Seines Volkes wohnt, wie das gewisslich der Fall ist, so kann Er unter ihnen eine derartige Verunreinigung nicht dulden. Was vom Fleische herrührt, sogar auf religiösem Gebiete, ist Gott gegenüber tot, es kann daher nur verunreinigen.

Später in diesem Buche erfahren wir, wie ein derart Verunreinigter rein werden kann, so dass er im Lager sein kann ohne dieses oder die Wohnung, wo Gott wohnt zu beflecken. Hier jedoch werden wir nur darin unterwiesen, dass Gottes Wohnen in der Mitte Seines Volkes keine Verunreinigung in dessen Lagern zulässt.

Dem folgt ein Abschnitt in unserem Kapitel, der dafür sorgt, dass Unrecht unter dem Volke Gottes wieder in Ordnung gebracht werde. Eine Übertretung gegen einen Bruder ist in Wahrheit „Untreue gegen Jehova“ (V.6), sie ist zu bekennen und wiedergutzumachen. Nur so kann Gottes Volk gemeinsam durch die Wüste ziehen in Treue gegen Den, der in ihrer Mitte wohnt.

Die dem Jehova erstattete Schuld (V.8) zeigt, dass eine Verschuldung gegen einen Bruder in Wahrheit eine Verletzung der Rechte Gottes ist; in jedem Fall muss der Übertreter die Sache mit Gott in Ordnung bringen.

Keiner in dem Lager, wo Gott wohnt, darf unter der Wolke der Untreue bleiben. Gott erwartet Treue gegen Ihn in unseren Beziehungen zueinander, und wenn sie irgendwie gebrochen wurde, so trifft Er Vorsorge, damit das in Ordnung gebracht werden kann, und dadurch wird der Priester reicher. Sogar eine Schuld dient ebenso zur Bereicherung des Priesters wie „jedes Hebopfer“ und „eines jeden heiligen Dinge“ (V. 9 und 10).

Jede richtig behandelte Schuld vermehrt das Geistliche unter den Heiligen. Das ist offenbar Gottes Absicht, und wenn wir Seinen Weg einschlagen, so werden wir auch Sein Ziel erreichen.

Die Bundesbeziehungen zwischen Jehova und Seinem Volke werden im Bilde oft durch das Band der Ehe dargestellt, und der noch verbleibende Teil dieses Kapitels ist in diesem Lichte zu lesen und seiner Bedeutung nach zu erkennen.

Nun das Volk zum Heeresdienst gemustert, die Lagerung angeordnet und der levitische Dienst bestimmt war, wird hier auf eine tieferer und mehr innerliche Herzensübung hingewiesen: Gott ist eifersüchtig auf die Liebe Seines Volkes bedacht. Die Seinen sind verpflichtet, Ihm treu zu sein. Die Untreue derer, die in bewusster Beziehung zu Gott standen, ist ernster als der böse Pfad von Menschen, die nie ein Band mit Ihm hatten.

Der Geist der Eifersucht kommt da auf, wo man die göttliche Liebe anerkennt und in einen Bund getreten ist, aber dem Verdacht Anlass gegeben hat, dass ein verderblicher Einfluss am Werke sei.

Wie oft ist das Verhalten des Volkes derart, Ihn zur Eifersucht zu reizen! Wir sehen das im Alten wie im Neuen Testament (siehe 1. Kor. 10, 22). Und wenn das der Fall ist, so wird eine göttliche Prüfung die inneren Teile erforschen und den wahren Herzenszustand offenbar werden lassen.

Gegenwärtig ist es allezeit möglich, dass Untreue vorliegen kann, und deshalb wird der Treue und der Untreue beständig einer Prüfung unterzogen, die uns so erforscht, dass sie die verborgenen Gedanken und Absichten des Herzens ergründet.

Einer derartigen Prüfung, wie sie dieses Kapitel im Bilde vor uns bringt, bedarf es bei denen nicht, die sich offenbarlich vom Herrn abgewandt haben und in die Welt zurückgegangen sind. Ihr Wandel stellt sie bloß. Das Weib aber, das der Eifersuchtsprüfung unterzogen wird, ist im Falle der Untreue „im Geheimen“ untreu gewesen, „es ist kein Zeuge gegen sie, und sie ist nicht ertappt worden“ (V.13).

Vor der Öffentlichkeit scheint alles in Ordnung zu sein: sie steht in Beziehung zu geistlichen Einflüssen, kann zu dem Priester gebracht werden und durch ihn vor Jehova gestellt werden, und kann dem Altar nahen. Damit handelt es sich um die Prüfung jemandes, der sich nach außen hin Nähe befindet, und der anscheinend dem Bande treu ist, in dem er steht, sich aber „im Geheimen verunreinigt“ haben kann.

Wir haben hier eine Prüfung solcher, die dem äußeren Bekenntnis nach treu sind, und gegen die kein Beweis des Gegenteils erbracht werden kann. Wenn wir jedoch wirklich den Herrn aus reinem Herzen anrufen, so brauchen wir vor der Prüfung nicht zurückzuschrecken; uns erforschen zu lassen, bringt einen unermesslichen Gewinn mit sich.

Das erste, was der Mann tut, über den der Geist der Eifersucht kommt, ist, er bringt sein Weib zum Priester und auch „ihre Opfergabe ihrethalben ..., ein Zehntel Epha Gerstenmehl; er soll kein Öl darauf gießen und keinen Weihrauch darauf legen; denn es ist ein Speisopfer der Eifersucht, ein Speisopfer des Gedächtnisses, das Ungerechtigkeit ins Gedächtnis bringt“ (V.15).

Kein ungetreues Weib in Israel konnte von ihrem Mann ohne die Opfergabe ihrethalben zum Priester gebracht werden! Nichts ist wunderbarer als dies. Sofort kommt Christus unter dem Bilde des „Gerstenmehls“ vor uns - ein gnadenreicher und doch heiliger Gedanke!

Das ist das einzige Opfer, in dem „Gerstenmehl“ vorkommt. Es stellt somit Christum auf eine besondere Weise dar. Darin haben wir nicht Seine Beziehung zur Sünde oder den Sünden im Allgemeinen, sondern die Tatsache, dass Er ein Opfer für die geworden, die in Bundesbeziehungen zu Gott standen, ihnen aber untreu wurden.

In diesem Vorbilde sehen wir Ihn als ein Opfer für die, die ihrem Bekenntnis nach Gott lieben, aber untreu gewesen sind. Das wendet sich im Grunde genommen auf Israel oder auf alle die an, die gegenwärtig Gott zu kennen bekennen, kurz auf einen jeden, der eine Stellung in Beziehung zu Gott einnimmt.

Wie ergreifend für jedes aufrichtige Herz ist die Erwägung, dass Christus ein Opfer für solche geworden ist, die der Beziehung, in der sie zu Gott standen, untreu gewesen sind! Soviel ich sehe, haben wir es alle früher oder später schätzen zu lernen, dass Er diesen Platz eingenommen hat. Indem Christus ein Opfer für Ungetreue ward, hat Er das Gedächtnis der Untreue vor Gott gebracht, damit es dem Urteil Gottes gemäß gerichtet werde; und deshalb ward weder Öl noch Weihrauch auf das Gerstenmehl gebracht.

Christus war der Gesalbte, alles Begehren Seines Herzens war Gott ein überaus duftender Wohlgeruch, und so sehen wir Ihn in anderen Opfern als das „Feinmehl“, das ein Bild Seiner sich auf die geringste Einzelheit erstreckenden sündlosen und persönlichen Vollkommenheit ist.

Doch diese kostbaren Gedanken kommen in dem „Speisopfer der Eifersucht“ nicht vor uns, es ist „ein Speisopfer des Gedächtnisses, das Ungerechtigkeit ins Gedächtnis bringt“ (V. 15). Gottes Absicht ist, uns gegen Untreue mit Abscheu zu erfüllen, aber Er tut das, indem Er unsere Gedanken auf Christum richtet, der die Ungerechtigkeit eines untreuen Volkes vor Gott brachte, damit sie in Seiner heiligen Person gerichtet werde.

Alles Verborgene ist vor Gott erforscht und bloßgestellt worden, doch es ward darin als etwas bloßgestellt, das Christus trug. Er war Sich der Untreue Seines Weibes Israel bewusst, als Er zu ihm kam, doch der Beleidigte nahm das Gericht auf Sich, so dass, wenn ihr Herz sich zu Ihm wendet, sie das richten und verabscheuen lernt wie Er.

So verhält es sich im Grunde genommen bei jeder Untreue.

Der Herr ist immer denen gegenüber eifersüchtig, die Er liebt, und diese Eifersucht beseelt alle Seine wahren Diener (2. Kor. 11, 2). Sowohl Er wie sie suchen uns immer zu dem „Priester“ zu bringen, damit der wahre Zustand unserer Herzen offenbar werde. Doch dahin werden wir nicht ohne ein Opfer gebracht, ein Zeichen, dass es in Wahrheit Gottes Gedanke ist, Christum durch diese Erfahrung mehr schätzen zu lernen.

„Und der Priester soll sie herzunahen lassen und sie vor Jehova stellen“ (V. 16). Zum Priester gebracht werden besagt, dass wir von allen fleischlichen Einflüssen getrennt werden und unter eine geistliche Leitung kommen, die uns vor Gott stellt. Wenn wir uns bewusst werden, vor Gott zu sein, so ist das die Folge von priesterlichen Schritten, und so sucht uns der geistliche Einfluss auch zu erhalten.

Der „Priester“ wird in diesem Abschnitt des Kapitels dreizehnmal erwähnt. Er stellt das, was heilig und geistlich ist, dar, und das, was auf Gott bedacht ist.

In der Regel lebt eine geistliche Person gewohnheitsmäßig vor Gott. Paulus war sich in all seinem verantwortlichen Dienste bewusst, „vor Gott“ zu sein (siehe 2. Kor. 2, 17; 4,2; 5,11; 7,12; Gal. 1, 20; 1. Tim. 5, 21; 2. Tim. 4, 1).

Früher oder später wird uns die Gegenwart Gottes alle auf die Probe stellen. Es ist daher weise, dass wir geistliche Einflüsse frei auf uns einwirken lassen, damit wir jetzt bewusstermaßen vor Gott kommen. Dann werden wir vom Selbstbetrug frei, jeder verderbliche Einfluss wird bloßgestellt, und wir lernen, wie untreu wir gewesen sind, und dies vielleicht gerade da, wo wir keinen Argwohn hatten. Dem allen gegenüber lernen wir aber Christum mehr kennen und auch mehr schätzen, und das fördert wahre Herzenstreue gegen Ihn.

„Und der Priester nehme heiliges Wasser in einem irdenen Gefäße; und der Priester nehme von dem Staube, der auf dem Fußboden der Wohnung ist, und tue ihn in das Wasser“ (V.17).

Die Gebrechlichkeit des menschlichen Gefäßes wird anerkannt (siehe 2. Kor. 4,7), doch das heilige Wasser in dem Gefäß zeigt, dass göttliche Kraft zur Reinigung in jedem Gefäße ist, worin der Geist wohnt. Gott erwartet keine Treue von der schwachen Menschheit, die nicht die Frucht Seines Geistes ist (siehe Gal. 5, 22). Das wahre Wesen des Heiligen, der ja ein Gefäß des Geistes ist, wird damit ein Gegenstand der Prüfung.

Paulus wendet das so an, als er den Korinthern und den Galatern schrieb. Beide Briefe können als die Prüfung der göttlichen Eifersucht aufgefasst werden. Er sagt in 1. Kor. 6, 19: „Wisset ihr nicht, dass euer Leib des Heiligen Geistes Tempel ist, der in euch wohnt, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euer selbst seid?“

Sind wir als Einzelne wie als Gesamtheit im Einklange mit der Tatsache gewesen, dass der Heilige Geist als „heiliges Wasser“ in uns ist? Wie sehr erforscht uns diese Prüfung!

Dann haben wir noch den weiteren Gedanken, „von dem Staube, der auf dem Fußboden der Wohnung ist“, und der in das Wasser zu tun ist. Dieser ist offenbar ein Bild des Todes (siehe 1. Mose 3,19; Ps. 22,15), doch nicht des Todes, wie ihn die Welt oder die menschliche Erfahrung kennt, sondern wie er an heiliger Stätte gekannt wird, nämlich in dem in den Staub des Todes gelegten Christus. Weshalb war Er dort?, wenn nicht, um unmissverständlich zu zeigen, dass das Ende alles Fleisches vor Gott gekommen war?

Jede Äußerung des fleischlichen Wesens, alles, was zum Leben der Welt gehört, wird sicher im Tode zunichte gemacht. Für das Volk Gottes ist das schon im Tode Christi geschehen. Der in uns wohnende Geist bezeugt uns immer die im Tode Christi zum Ausdruck gebrachte Liebe Gottes, doch Er zeugt auch davon, dass alles, was mit uns im Fleische verbunden ist, in den Staub des Todes gelegt ward.

Untreue besteht darin, dass man davon abirrt, indem man das liebt, was von der Welt ist, und dem Fleische gemäß lebt. Jeder, der Gott oder Christo den Ihnen zukommenden Platz rauben will, setzt das in Tätigkeit, was dem Fleische entspricht. Doch wenn wir die wahre Bedeutung des Staubes in dem heiligen Wasser erfassen, so wird uns dies in sittlicher Hinsicht als Tod und Verderbtheit bloßgestellt.

Was die Vorbilder der Wohnung anlangt, so lasst uns ja den „Staub“, der auf deren Fußboden ist, nicht vergessen! Möchten wir verstehen, dass der Geist den unter diesem Bilde dargestellten Tod Christi als eine Probe auf unserer Herzenstreue gegen Den anwendet, der uns so überschwenglich liebt!

„Und der Priester stelle das Weib vor Jehova und entblöße das Haupt des Weibes, und lege auf ihre Hände das Speisopfer des Gedächtnisses - es ist ein Speisopfer der Eifersucht; und das fluchbringende Wasser der Bitterkeit soll in der Hand des Priesters sein“.

Beachten wir diese Handlungen sorgfältig, denn wir alle haben uns ihnen zu unterziehen. Priesterliche Tätigkeit, sei es infolge eigener Herzensübungen von unserer Seite aus oder von Seiten geistlicher Personen, wird uns immer in die Gegenwart Gottes führen. Treue oder Untreue kann allein dort recht beurteilt werden.

Wie schon bemerkt, wird uns die Gegenwart Gottes früher oder später auf die Probe stellen; wir werden entblößt und das Speisopfer wird auf unsere Hände gelegt werden. Wir werden dahin gebracht, zu erfassen, dass Gott nicht das in uns dulden kann, was Er im Tode Christi gerichtet hat. Es ist uns gut, dahin auf eine priesterliche Weise in heiligen Übungen unserer Seelen zu kommen.

Zweifellos soll dieses Kapitel dazu dienen, dass wir uns den Übungen unterziehen, die es uns nahelegt. Wir sollten des Todes Christi, von der Seite des „Speisopfers der Eifersucht“ aus betrachtet, eingedenk sein und uns der Probe, auf die wir dadurch gestellt werden, in Lauterkeit und Demut unterziehen.

Das kann uns dahin führen, dass uns wie nie zuvor zum Bewusstsein kommt, wie untreu wir gesehen sind. Doch wenn wir das fühlen und in Aufrichtigkeit der Seele bekennen, so empfinden wir etwas davon, wie das im Tode Christi gerichtet worden ist. Wir sind dann sittlich von unserer Untreue gereinigt, und damit ist das Vertrauen unseres Ehemanns völlig wiederhergestellt.

Wenn keine Lauterkeit des Herzens vorhanden, so bringt das Wasser der Bitterkeit nur den Fluch. Es kommt dann in die Eingeweide, „um den Bauch schwellen und die Hüfte schwinden zu machen“ (V.22).

Wenn Gott im Begriffe steht ein Herz zu prüfen, das Ihm nicht wirklich treu ist, so wird man finden, dass der Bauch schwellen wird, also dass Ziele verfolgt werden, die dem Ich und nicht Gott dienen.

So war es auf eine entsetzliche Weise bei Judas, und eine sehr ernste Schriftstelle ermahnt uns des weiteren, uns von denen wegzuwenden, „die Zwiespalt und Ärgernis anrichten, entgegen der Lehre, die ihr gelernt habt ... Denn solche dienen nicht unserem Herrn Christo, sondern ihrem eigenen Bauche“ (Römer 16, 17 und 18).

Mit all ihren „süßen Worten und schönen Reden“ verfolgen sie eigene Ziele. Paulus warnt auch vor einigen, „deren Gott der Bauch“ ist (Phil. 3, 19). Solche werden vom Eigennutz beherrscht, und bekennend, Christen zu sein, sinnen sie auf das Irdische.

Ihr „Wandel“ hatte sie Paulus völlig bloßgestellt. Sein Priesterauge konnte erkennen, dass ihr Bauch geschwollen war, sie waren unter dem Volke Gottes zum Fluche geworden (V.27). Der geschwollene Bauch und die geschwundene Hüfte gehören zusammen. Sie stellen öffentlich die Abwesenheit geistlicher Beweggründe bloß, und dass keine Kraft zu einem geistlichen Wandel vorhanden ist. Das zeigt sich nach der Eifersuchtsprüfung, und es bringt die völlige Treulosigkeit ans Licht.

Bei einem wahren Gläubigen wird es nicht ganz so schlimm sein, doch hüten wir uns vor jedem Schritte in dieser Richtung.

Wir wissen nicht, wann der Herr unsere Treue prüft; zweifellos tut Er das oft ganz unerwartet. Es steht uns aber jederzeit offen, uns der Übung, die uns dieses Kapitel nahelegt, zu unterziehen und die göttliche Prüfung mit gutem Gewissen auf uns anzuwenden.

Ja, ich denke, dass das Weib in Vers 22 aufgefordert wird, „Amen, Amen!“ zu sagen, besagt, dass angenommen wird, dass sie in ihrem Herzen treu und damit einverstanden ist, von Gott auf die Probe gestellt zu werden. Wenn wir den Herrn aus reinem Herzen anrufen, so wissen wir, wieviel wir auch in uns zu richten haben mögen, dass wir Ihm treu zu sein wünschen.

Die Prüfung mag in solchen Fällen demütigend sein, wie auch bei Simon, doch sie führt zu vermehrter Abhängigkeit und dazu, dass unsere Liebe zum Herrn offenbar wird.

Die Flüche, die der Priester in ein Buch schrieb und mit dem Wasser der Bitterkeit auslöschte, sollten bestehen bleiben, wenn sie nicht in sittlicher Hinsicht durch den Geist einen Wandel in der Seele hervorbringen, so dass die sie veranlassende Untreue innerlich gerichtet wird.

Wenn sie wie das bittere Wasser, das das Weib trank, in uns kommen, so wendet ein reines Gewissen sie in Gestalt der Bitterkeit des Selbstgerichtes an, und dies führt zur Reinigung, so dass der Fluch im Laufe der Regierung Gottes nicht auf uns kommt. Er wird gleichsam durch die sittlichen Übungen einer treuen Seele im Voraus geschmeckt. Alles Treulose innerhalb wird gerichtet, und wenn das der Fall, so sind diese Flüche insofern ausgetilgt, als sie regierungsgemäß nicht auf uns kommen.

Es ist sehr auffallend, dass der Priester das Weib nicht eher das Wasser trinken lässt, als er das Speisopfer der Eifersucht aus ihrer Hand genommen und es vor Jehova gewebt und auf dem Altar dargebracht hat. Er hatte das Speisopfer in ihre Hände gelegt, ehe er die Flüche verkündet hatte.

Gott möchte nicht, dass sich Sein Volk ernstlichen Übungen über seine eigene Untreue unterzieht, ohne dessen Hände zuerst mit Christus zu füllen. Ehe wir der Frage persönlicher oder gemeinsamer Untreue oder Prüfung, die sie ans Licht bringt, ins Angesicht zu schauen haben, erinnert Gott uns daran, dass Christus dieserhalb für uns in den Tod ging.

Alles das, und was dem gebührte, ist an der Stätte vor Gott gekommen, die Er unseretwillen einnahm. Christus hat dadurch Ungerechtigkeit ins Gedächtnis gebracht, dass Er sie auf Sich nahm, so dass alles ihr Gebührende über Ihn kam. Getrennt davon gäbe es keine Hoffnung auf Wiederherstellung oder Segnung für einen Untreuen.

Das Bewusstsein hiervon wird Israels Herz am Tage der Zukunft brechen. Sie werden ihre lange Geschichte der Untreue nie recht verurteilen, bis sie sehen, dass ihr Messias sie in wunderbarer Gnade auf Sich genommen hat. In Selbstgerechtigkeit hatten sie nach einem mit Herrlichkeit und Herrschergewalt angetanen Messias Ausschau gehalten, der sie rein äußerlich befreien sollte, doch sie werden lernen, wie untreu sie waren, wenn sie sehen, dass ihr Messias das auf Sich zu nehmen hatte und dafür sogar bis in den Tod leiden musste.

Wenn dieses Vorbild auch in besonderer Beziehung zu Israel steht, so haben seine Grundgedanken gleicherweise auf uns Anwendung. Das christliche Bekenntnis, als Ganzes genommen, ist untreu gewesen, und keiner von uns kann sagen, dass er persönlich nicht untreu war.

Doch Gott will das „Speisopfer des Gedächtnisses“ in unsere Hände legen (V. 15 und 18). Er möchte uns erkennen lassen, dass Christus sogar in Beziehung zu unserer Untreue getreten ist. Der Gedanke daran macht uns Christum sehr kostbar, doch wie wahrhaft führt das dahin, die Treulosigkeit zu verabscheuen, deren Gericht Er trug!

Wenn Paulus mit eigener Hand schrieb: „Wenn jemand den Herrn Jesum Christum nicht lieb hat, der sei verflucht, Maran atha!“ (1. Kor. 16, 22), so verkündigt er damit den göttlichen Fluch über Untreue. Doch es gibt keinen, der unter diesen Fluch gekommen ist, für den Christus nicht heute noch erreichbar wäre.

Gott möchte in wunderbarer Gnade Christum in die Hände des Treulosesten unter Seinem Volke legen. Zur geistlichen Wiederherstellung mag es bitterer Übungen bedürfen, doch Gott will sie alle durch Seinen Geist in der Seele mit Bezug auf Christum wirken, der dieserhalb gelitten hat und dafür gestorben ist.

Ehe das Weib das bittere Wasser trinkt, wird ihr Speisopfer gewebt und zum Altar gebracht, dessen Gedächtnisteil wird auf dem Altar geräuchert (V. 25 und 26). Es ist „ihre Opfergabe ihrethalben“, die ihr Ehemann für sie bringt, wie untreu sie auch gewesen sein mag. Und der Priester nimmt sie aus ihrer Hand, webt sie und bringt sie dar.

Es gibt kein ergreifenderes Vorbild, wenn wir bedenken, dass Jehova Selbst in Wahrheit der Ehemann ist, gegen den Untreue begangen wurde. Der Priester stellt das dar, was unter Seinem Volke geistlich ist. Doch Christus ist vorgesehen und wird sogar den Händen des Weibes übergeben, damit sie inne werde, dass Er in der Tat „ihre Opfergabe“ ist, und eben aus ihren Händen wird Er genommen und zum Altar gebracht.

Gott sagt damit klar, mein Gedanke ist, dass du verstehen sollst, dass Christus deine Opfergabe ist. Dein Verhalten war derart, mich zur Eifersucht zu reizen, aber ich möchte, dass du erfasst, dass Christus für dich ist. Richte doch all deine Treulosigkeit in den Seelenübungen, die mein Geist darüber in dir hervorbringt, wie alles das in Christo am Kreuze gerichtet worden ist. Christus ist vor mir gewebt worden, Sein duftender Wohlgeruch ist vom Altar aufgestiegen. Wenn nun dein Herz Christum schätzt und dein Inneres deine Untreue im Lichte Christi richtet, so wirst du sittlich rein und unbefleckt dastehen und für mich fruchtbar werden. Wenn du aber Christum nicht schätzt, so wisse, ich erachte alles andere als Ihn als Treulosigkeit. Richtest du das Fleisch nicht, so ist das der Beweis, dass du Christum nicht schätzt, und dann musst du deine Ungerechtigkeit tragen.

Danach hat das Weib das Wasser zu trinken (V.26). Es gelangt in ihr Inneres, um alles zu erforschen, was daselbst ist. Gottes Gedanke scheint mir der zu sein, die Untreue soll durch innere Übungen ans Licht kommen, die die Folge davon sind, dass der Geist die Bedeutung des Todes Christi der Seele nahegebracht hat.

Gott will, dass der Zustand der Treulosigkeit, den das befleckte Weib darstellt, Seinem Volke verabscheuenswert werde. Wenn jemand gänzlich untreu ist - wenn also kein Werk Gottes in der Seele ist -, so läuft die göttliche Prüfung allein darauf hinaus, dass der wahre Zustand offenbar wird.

Doch das ungetreue Weib ist in jedem von uns, unserem Fleische ist nicht einen Augenblick zu trauen. Doch wenn es im Lichte einer wahrhaften Wertschätzung Christi innerlich gerichtet wird, so werden uns der geschwollene Bauch und die geschwundene Hüfte nicht öffentlich kennzeichnen. Wir werden rein sein und fruchtbar für Gott werden. Die offenbaren Züge wahrer Ergebenheit, wie wir sie im Nasir des nächsten Kapitels sehen, werden in uns zum Ausdruck kommen.

Die in unserem Kapitel vorgeschattete Prüfung hat es nicht nur mit dem natürlichen Gewissen zu tun, sie ist vielmehr ein Vorgang, der ans Licht bringt, ob geistliche Empfindsamkeit vorhanden, und ob Christus in den Tiefen der Seele wirklich geschätzt wird. Wenn dieses der Fall, so findet die Prüfung etwas ihr Entsprechendes. Wird Christus aber nicht geschätzt, so ist tatsächlich nichts für Gott da, und die Prüfung macht offenbar, dass Eigennutz das Herz beherrscht und keine Kraft für einen geistlichen Wandel vorhanden ist.

 

Abschrift durch:
Nicole F.  Juli 2009