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UNTERREDUNGEN.CH

MALEACHI 3.16

5min  DOC

Gedanken zum 2.Buch Moses

 

„Und sie kamen — jeder, den sein Herz dazu trieb, und jeder, dessen Geist willig war; sie brachten dem HERRN eine freiwillige Gabe für das Werk der Stiftshütte und seinen ganzen Dienst und für die heiligen Kleider“ 2Mo 35,21

 

Das Passah, der Auszug aus Ägypten, das Gesetz und d

...

 

Das Buch der Richter       MP3

 

 


(Charles Andrew Coates)

 

Kapitel 1

 

Das Buch der Richter entspricht mehr dem gegenwärtigen Augenblick als das Buch Josua. Im letzteren sehen wir, wie das Land unter Josua eingenommen wurde, der die Führung Christi durch den Geist in den Aposteln darstellt, weil das Erbe durch geistliche Kraft gesichert wurde. Nun entsteht aber die Frage, was geschehen wird. wenn diese außerordentliche Führung in geistlicher Kraft nicht mehr da ist.

Das ist der Tag, an dem wir leben. Wir haben jetzt nicht mehr die Apostel, um uns durch die Kraft Christi zu führen und das Erbe für uns zu sichern. Es war nicht beabsichtigt, dass dies immerwährend so bleiben sollte. Josua wurde alt und starb, denn er stellt die Ordnung der Dinge dar, die vergeht, und das Buch fängt damit an, was sich nach dem Tode Josuas ereignete.

Die Einleitung des Buches der Richter ist wichtig. Bis Kapitel 2, 5 ist es ein Vorwort, das für sich da steht, und es scheint, dass Gott uns in diesem ersten Abschnitt des Buches zeigen will, wie die Dinge aufrechterhalten werden können, wenn wir die apostolische Autorität und Führung nicht mehr unter uns haben.

Der erste Grundsatz ist, dass es immer noch möglich ist, Gott zu befragen. Es ist ein auffallender Wesenszug, der am Anfang des Buches angedeutet wird. Die Kinder Israel befragten Jehova und sprachen: „Wer von uns soll zuerst wider die Kanaaniter hinaufziehen, um wider sie zu streiten?“ Sie befragten Jehova. Dies ist der erste Grundsatz der Sicherheit und der geistlichen Führung — der erste Grundsatz, nach welchem das Erbe gesichert werden kann. Paulus ist unser Josua, und in seinem Abschiedswort an die Ältesten zu Ephesus sagte er: „Nun befehle ich euch Gott und dem Worte seiner Gnade, welches vermag aufzuerbauen und euch ein Erbe zu geben unter allen Geheiligten“ (Apg. 20, 32).

Es geht darum, unmittelbar auf Gott geworfen zu sein; das ist der erste Grundsatz der Sicherheit und des Segens. Im Geiste Christi können die Dinge aufrechterhalten werden, es ist aber der Geist der völligen Abhängigkeit. Wenn die Apostel auch weggehen, so bleibt Gott aber bestehen.

Was uns in diesem Kapitel vorgestellt wird, ist, dass uns Kampf bevorsteht. Die Frage lautet, wie der Kampf ausgetragen werden soll. Die Feinde sind alle da, und es handelt sich nun darum, wie der Krieg geführt werden soll. Sie hatten keinen Josua mehr, um sie zu führen; deshalb waren sie ganz auf Gott geworfen. Das ist auch unsere Lage: wir sind ganz und gar auf Gott geworfen, und das ist unsere große Sicherheit. Das würde uns vor jeglichem Abgleiten bewahren.

Bevor uns die Geschichte des Versagens gegeben wird, werden große Grundsätze dargestellt, die uns vor dem Versagen bewahren können: Wenn wir zu ihnen stehen, werden sie uns helfen. Das Ergebnis dieser schönen Gesinnung der Abhängigkeit, in welcher sie Gott befragten, ist, dass Er mit Juda war.

Göttliche Grundsätze können nur in Abhängigkeit ausgeführt werden. Je richtiger meine Grundsätze sind, desto mehr werde ich versagen, wenn ich nicht abhängig bin. Wenn einer vorgibt, sicher zu sein, des Herrn Sinn zu kennen, so ist bei ihm oft eine Beimischung des Selbstvertrauens. Es ist oft bei ihm ein Mangel an der Gesinnung der Abhängigkeit und der Bereitwilligkeit, geführt und durch das Wort Seiner Gnade auferbaut zu werden.

Sie befragten Gott unmittelbar, kein Priester wird hier erwähnt. Das ist auch unser Vorrecht. Wir können das nicht tun, was sie zu Korinth taten: sie schrieben an den Apostel und bekamen einen langen Brief, in welchem er ihre Fragen mit Autorität beantwortete. Wir können das nicht tun, wir haben keine Apostel mehr. Wir sind unmittelbar auf Gott geworfen, und ich denke, es ist uns nützlich, dass wir die Apostel nicht mehr haben. Der Herr hat uns gesagt, es sei nützlich, dass Er fortgehe, und ich denke, es ist nützlich, dass die Apostel weg sind, damit wir unmittelbar auf Gott geworfen sein möchten.

Der unerschütterliche Grundsatz für das Besitzergreifen des Erbes ist, auf Gott geworfen zu sein.

Der zweite große bewahrende Grundsatz ist, dass wir die Brüderschaft anerkennen. Einer könnte sagen: Ich gehe mit Gott voran. - Gehst du aber auch mit den Brüdern voran? Ohne unsere Brüder sollten wir uns nicht fortbewegen. Weil es wahr bleibt, dass wir alles nur von Gott bekommen können — in gewissem Sinne kommt alles von Gott, sogar die Hilfe der Brüder —, so erlangen wir aber die Hilfe nicht nur von Gott, sondern auch von unseren Brüdern.

Juda brauchte die Hilfe seines Bruders Simeon. Simeon hatte etwas, was Juda nicht hatte, und das, was Simeon hatte, war für Judas Erfolg beim Erwerben des Erbes notwendig. Es ist ein wichtiger Grundsatz, der uns vor Gefahr schützt, dass wir das, was in unserem Bruder vorhanden ist, anerkennen sollten. Als der Herr wegging, gab Er uns ein bewahrendes Gebot. Er war der Mittelpunkt gewesen, sie durch die Macht Seiner Liebe zusammenzuhalten; deshalb sagte Er, als Er von ihnen schied, dass es für sie die Hauptsache ist, einander zu lieben.

Er will, dass wir die wesentliche Notwendigkeit der Brüderschaft anerkennen. Dieser Grundsatz gehört nicht nur zum Kampf, sondern auch zum Dienst. Juda zeigte seine Liebe zu seinem Bruder unter Umständen, die ihr Glanz verliehen, denn er musste einen Teil seines Loses Simeon abtreten. Er hatte solch ein großes Los; jedoch beneidete er Simeon gar nicht, weil er ihn als einen Bruder zu Hilfe rief. Juda entnahm seinen Vorrang seinem Fürsten — dem Kaleb. Kaleb war der erste Mann in der Wüste, der zeigte, dass sein Herz voll und ganz auf das Erbe eingestellt war. Kaleb hatte vor sich, was Jehova tat, und Kaleb folgte Ihm darin völlig nach. Die Gegenwart Kalebs als Anführer Judas verlieh Juda den Vorrang in Bezug auf den Erwerb des Erbes. Hierbei war es nicht so sehr eine Frage des Glaubens als vielmehr der Liebe.

Gleich zu Anfang haben wir hier diese großen Grundsätze, die das Erbe bewahren sollten — Abhängigkeit von Gott und die Anerkennung der Brüder.

Ich benötige meine Brüder, und dann haben wir den Geist, der den Dingen Frische verleiht. Geschichtlich ereignete sich diese Begebenheit mit Aksa noch vor dem Tode Josuas, was uns daran erinnert, dass die Schrift durch Eingebung geschrieben wurde. Gewisse Dinge werden hier moralisch zusammengefasst.

Wenn wir auch die Führung der Apostel verlieren, verlieren wir doch Gott nicht, noch die Brüderschaft, noch den Geist Gottes und das, was Er für uns tun kann, und alle diese Dinge werden uns dazu befähigen, jede feindliche Macht zu überwinden. Darum kann das Erbe völlig in Besitz genommen werden, obwohl es äußerlich ein Tag der Schwachheit ist und die Apostel nicht mehr da sind.

Nur durch Kampf kann alles bewahrt werden: Alles, was mit dem Erbe verbunden war, musste erkämpft werden. Wenn wir persönlich nicht dafür gekämpft haben, dann haben andere für uns kämpfen müssen.

Im Buche der Richter sagt Gott, Er würde einige der Feinde im Lande lassen, damit die Notwendigkeit zu kämpfen bestehen bliebe. Grundsätzlich gilt das auch für die Versammlung. Gott wird niemals zulassen, dass man das Erbe ohne zu kämpfen besitzen kann.

Wenn wir den Kampf aufgeben, geben wir dem Kanaaniter Raum. Viele unserer Brüder bleiben vom Kampfe meist fern; sie haben sich vom Kampfe losgesagt und haben das Erbe verloren. Frieden um jeden Preis ist nicht der Weg, das Erbe zu erwerben. Sobald wir aufhören, neue Gebiete zu erwerben, wird der Feind bald einen Umschwung gegen uns einleiten. Es begann damit, dass sie den Feind nicht mehr angriffen, und es verging nicht viel Zeit, bis der Kanaaniter darauf bestand, dort zu wohnen, er wurde zum Angreifer.

Wenn wir nicht angreifen, dann wird der Feind es tun! Wir brauchen aber nicht die ganze Zeit über zu kämpfen, denn auf eine Zeit des Kampfes folgt eine Zeit der Ruhe. Das Land ruhte viele Jahre lang. Wenn es Kampf gibt, gibt es auch Ruhe, denn es gefällt Gott wohl, Seinem Volke Ruhe zu gewähren, damit das, was durch Kampf erworben worden ist, nicht nur besessen, sondern auch genossen werden kann.

Als zum Beispiel vor vielen Jahren der Dienst auf die Glückseligkeit des ewigen Lebens hinwies, und zwar darauf, dass es uns nicht bloß ein Wort sein sollte, sondern auch ein Leben der Glückseligkeit, das wir genießen sollten — was war das für ein Kampf! Nun fragt es sich: Haben wir davon Besitz ergriffen, worum es in dem Kampfe ging? Genießen wir seit jener Zeit das, worum damals gekämpft worden ist?

Die sieben Nationen stellen die vollständige Macht des Bösen dar, die dem Wohlgefallen Gottes an Seinem Volke feindlich ist. Das sind nicht rein äußerliche Feinde — die Kraft aller dieser Mächte wirkt durch das Fleisch. Welche bösen Grundsätze es auch geben mag, sie sind alle in meinem Fleische vorhanden, das ihnen die Hand reichen möchte.

Ich sollte mir dessen bewusst sein, dass in mir etwas vorhanden ist, das bereit ist, allem Bösen die Hand zu reichen und es zu dulden.

Bis zu einem gewissen Punkte verlief alles siegreich. In Vers 19 sehen wir das erste Zeichen der Schwachheit: „Die Bewohner der Niederung trieb er nicht aus, weil sie eiserne Wagen hatten.“ Durch die Kraft und Macht dessen, was uns feindlich ist, beeindruckt zu werden, ist das erste Zeichen der Schwachheit. Wir sollten durch das Bewusstsein der Macht Gottes beeindruckt werden.

Kaleb stand damals nicht mehr vor ihnen, denn er hatte, ohne zu versagen, sein Los des Erbes in Besitz genommen. Kaleb wird vom Versagen abgesehen betrachtet und als einer ausgezeichnet, der daran nicht teilnahm. Es ist gut zu wissen, dass Kaleb nicht stirbt. Kaleb ist immer noch am Leben. Wenn Josua auch gestorben ist, so erwähnt die Schrift aber nicht den Tod Kalebs.

Die oberen Quellen und die unteren Quellen kamen in Verbindung mit Kaleb ans Licht. Seine Tochter Aksa stellt den inneren Zustand des Volkes Gottes dar, der die Notwendigkeit für den Geist empfindet. Sie begehrte Wasserquellen. Darin ist etwas Bestimmtes; es ist eigentlich kein Kampf. Wasserquellen werden zur Erfrischung gegeben, damit das Land fruchtbar sein möchte; das gehört zur positiven Seite.

Wir sollten uns nicht damit begnügen zu sagen, dass wir den Geist haben. Als Erlöste und als an den Herrn Jesum Glaubende haben wir den Geist. Wir möchten aber Wasserquellen, den Fluss der oberen und unteren Quellen haben, und wir werden nicht vor dem Versagen im Buche der Richter bewahrt, wenn die Wasserquellen nicht richtig fließen.

Die große Frucht des Geistes ist das ewige Leben; es ist die Erweisung dessen, was der Geist für die Heiligen tun kann. Die Schrift sagt, das ewige Leben ist von dem Geiste. „Wer aber für den Geist sät, wird von dem Geiste ewiges Leben ernten“ (Gal. 6, 9).

Kaleb erlitt keine Niederlage, er ist ein Überwinder. Ich hoffe, dass wir alle danach streben, Überwinder zu sein, damit der Kampf uns nicht ereilt. Wenn wir nicht überwinden, werden wir unterliegen. Kaleb unterlag niemals, und es besteht keine Notwendigkeit, dass w i r unterliegen sollten. Der Herr musste auf den traurigen Zustand der Versammlungen im Buche der Offenbarung hinweisen, und Er wies in Seiner Treue auf jeden Mangel hin. In diesem' Buche der Richter werden wir alle Wesenszüge der Abtrünnigkeit sehen.

Der Herr lässt aber in Offenbarung 2 und 3 eine Versammlung nicht ohne einen Überwinder, was zeigt, dass ein Zustand, der das, was aus Gott ist, überwältigen kann, niemals zugelassen wird. Wenn ich auf einer Stufe falsch stehe, kann ich nicht zur nächsten Stufe übergehen.

Wir sehen hier, wie die außerordentliche Kraft des Volkes mit außerordentlichen Mächten des Bösen fertig wurde, und sie sicherten recht wichtige Dinge. Jerusalem wurde genommen und Hebron gesichert. Es ist etwas Großes, alle Angeber und Widersacher loszuwerden und einen Platz zu sichern, wo dem Namen des Herrn allein Ehre erwiesen wird.

In der Schrift ist Jerusalem, die Stadt des großen Königs, der Ort, wo Jehova Seinen Namen wohnen lässt.

Hebron, was „Schar“ bedeutet, entspricht der Wahrheit der Verbindung mit Christo. Wenn wir zuerst das haben, was dem Namen des Herrn gebührt, dann können wir auch die Wahrheit der Verbindung mit Christo haben. Was man in der Vergangenheit erlebt hat, lässt einen erzittern, und der Kampf ist prüfend, denn es ist leicht, beim Streit in eine Gesinnung zu geraten, die nicht aus Gott ist.

Wir sehen hier, dass das, was vom Fleische ist, niederstürzte — die Anmaßung des Fleisches sogar in dem Gebiete, das von Gott ist. Es gibt Dinge, die sich wider die Erkenntnis Gottes erheben. Solch ein Mann wie Adoni-Besek hatte siebzig Könige unter seinem Tische. Er stellt die außerordentliche Anmaßung des Menschen nach dem Fleische in einem Gebiete, das Gott gehört, dar. Als er aber nach Jerusalem kam, starb er. Wenn das, was dem Namen des Herrn gebührt, anerkannt wird, sterben alle solchen Dinge. Das war keine Buße. Er erkannte aber die Gerechtigkeit seiner Strafe an, und alle, die unter die Regierung Gottes kommen, werden die Gerechtigkeit dieser Regierung anerkennen müssen. Gott lässt Sich nicht spotten. Wir brauchen nicht zu denken, dass etwas Derartiges nicht die angemessene Frucht hervorbringen wird.

In Verbindung mit dem Buche der Richter habe ich an den ersten Johannesbrief gedacht. Johannes warnt uns vor den Übergriffen des Feindes, dem wir das Erbe entreißen müssen. Er zeigt aber auch, dass wir alles, was wir wünschen, durch Beten erhalten können. „Was irgend wir bitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und das vor ihm Wohlgefällige tun“ (1. Joh. 3, 22). Der Herr sagt: „Wenn ihr etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun“ (Joh. 14. 14). Er sagt nicht: Ich werde Mir es überlegen, sondern: „So werde ich es tun.“ Er zeigt, wie gut wir uns stehen, wenn wir mit diesem Namen einsgemacht sind.

Dann verweilt Johannes bei der Liebe zu den Brüdern. „Wir wissen, dass wir aus dem Tode in das Leben übergegangen sind, weil wir die Brüder lieben“ (1. Joh. 3, 14). Wenn wir Gott lieben, lieben wir auch die Brüder. Die Tatsache, dass eine geringe Zahl der Heiligen ohne menschliche Anordnungen zusammen wandeln kann, ist wunderbar. Wir können verstehen, dass Menschen in Zuständen einer geordneten Regierung oder nach weltlichen Grundsätzen zusammenhalten — Freundschaften mit recht viel Unterhaltung oder in gesellschaftlichen Banden und dergleichen —, aber dass Menschen mit verschiedenen Gemütszuständen und Charaktereigenschaften in der Wahrheit zusammenhalten, ist ein großes Wunder, es ist die Kraft Gottes. Nichts als nur die Macht Gottes könnte sie zusammenhalten.

Wir haben gesehen, dass der Zusammenbruch der Versammlung sich ereignete, nachdem die Apostel gestorben waren. Hier geschah es nach dem Tode Josuas. Augenscheinlich ist das erste Zeichen der Schwachheit, dass sie den Feind nicht vertreiben konnten: „Die Bewohner der Niederung trieb er nicht aus, weil sie eiserne Wagen hatten“; in demselben Verse lesen wir aber: „Jehova war mit Juda.“ Die Macht Gottes war da, aber sie zogen sie nicht in Betracht, und ich glaube, das war das erste Abgleiten der Versammlung — die Kraft Gottes durch den Geist wurde nicht mehr in Betracht gezogen. Wenn Jehova mit Seinem Volke war, was waren dann die eisernen Wagen! Sie hätten ebensogut aus Seidenpapier sein können.
Juda erkannte die Macht Gottes, die durch den Geist gegenwärtig war, nicht mehr an. Das war der Anfang des Versagens der Versammlung. Obwohl verunehrt und unbeachtet, war der Geist mit dem Volke Gottes. In den frühesten Schriften nach den Tagen der Apostel finden wir nicht die Anerkennung der Gegenwart und der Macht des Geistes. Es ist etwas Großes zu erkennen, dass die Macht der eisernen Wagen gar nichts vermag, wenn Gott durch den Geist in Seinem Volke wohnt. Johannes redet von den vielen Antichristen, dann sagt er aber: „... weil der, welcher in euch ist, größer ist als der, welcher in der Welt ist“ (1. Joh. 4, 4).
Die Anerkennung der Gegenwart des Geistes bringt passende Zustände hervor. Bringt Paulus das nicht nach dieser Linie vor die Korinther? Er ermahnt sie, die Gegenwart des Geistes als das Mittel zur Erzeugung von entschiedenen, passenden Zuständen anzuerkennen. Wie könnte jemand die Gegenwart des Geistes in sich selbst oder in der Versammlung erkennen, ohne dadurch stark beeindruckt zu sein? Es ist unmöglich, die Gegenwart Gottes zu erkennen und nicht dadurch beeindruckt zu werden. Sogar ein Ungläubiger fällt auf sein Angesicht; wie steht es denn mit einem Gläubigen? „Die Kinder Benjamin trieben die Jebusiter, die Bewohner von Jerusalem, nicht aus; und die Jebusiter hüben bei den Kindern Benjamin in Jerusalem gewohnt bis auf diesen Tag“ (V. 21). Jerusalem ist die Stadt des großen Königs, es ist der Ort, wo Jehova Seinen Namen wohnen lässt, und es ist der Ort, von dem das Wort Gottes ausging. Deshalb stellt es die Rechte Christi dar. Die Jebusiter sind diejenigen Mächte des Bösen, die ein Ausüben der Rechte Christi verhindern wollen. Es ist nicht unmöglich, dass Dinge, die in der Christenheit aufgekommen sind, auch bei uns aufkommen. Wir sind vor nichts ausgeschlossen, wir sind gegen nichts geschützt. Wir laufen ebenso Gefahr, die Gegenwart des Geistes unbeachtet zu lassen, wie die Versammlung nach dem Tode der Apostel. Wir wissen, dass sie es tat, und umlaufen dieselbe Gefahr, und die Rechte Christi als König, Herr, Haupt und Sohn über das Haus Gottes werden alle durch Jerusalem dargestellt, es ist der Mittelpunkt der Regierung und des göttlichen Einflusses.

Der Geist wird heutzutage in der Christenheit nicht beachtet, und es sind Mächte am Werke, die die Rechte Christi in Frage stellen. Als das unter den Christen aufkam, öffnete es dem Bösen die Tür. Man dachte, der Heilige Geist wäre bloß ein Einfluss, und man betet darum, der Geist möchte ausgegossen werden. In den Gedanken von vielen war Er nicht nur ein Einfluss, sondern ein abwesender Einfluss. Möchten wir an die Rechte Christi als Herr und Haupt denken! Die Christenheit ist getauft; was ist aber die Taufe ohne die Anerkennung der Rechte Christi? Bedenken wir, was Johannes über die Gebote sagt; wir sind geneigt, sie außer Acht zu lassen, denn das Wort hört sich gesetzlich an. Es gehört aber zu Jerusalem.

„Gebot“ ist ein wichtiges Wort bei Johannes; kein anderer redet so viel davon. Wenn die Christenheit davon abgewichen ist, müssen wir sie als etwas anerkennen, was nicht aufgegeben werden darf, koste es, was es wolle. Es ist Liebe, die Gewalt ausübt; deshalb sind Seine Gebote nicht schwer. Es gibt kein einziges Gebot, das nicht durch die Autorität der Liebe zu uns kommt. Derjenige, der gebietet, ist Derselbe, der für mich gestorben ist. Was könnte ergreifender sein!

Die erste Schwachheit in der Versammlung nach dem Tode der Apostel war, dass sie die Kraft des anwesenden Geistes nicht erkannten, und die zweite war — bildlich gesprochen —, dass die Mächte, die sich den Rechten Christi entgegensetzten, nicht bezwungen wurden.

In Verbindung mit Joseph kam dann B e t h e 1 ans Licht — das Haus Gottes. „Sie zogen nach Bethel hinauf, und Jehova war mit ihnen“ (V. 22).

Es ist bemerkenswert, dass der Geist Gottes uns sagt, dass Jehova mit. ihnen war. Das scheint mir ihr Versagen noch besonders hervorzuheben. Wenn Jehova mit ihnen war, warum brauchten sie dann um die Hilfe eines Bürgers zu bitten, eines Einwohners der Stadt? Sie baten um die Hilfe dessen, was sie vernichten sollten, und daraus folgte die Fortsetzung dessen, was Gott vernichten wollte. Gott wollte, dass Lus verschwinden und dass Bethel anstelle dieser Stadt da sein sollte. Das Ergebnis davon, dass sie aus dieser Quelle Hilfe erlangten, war, dass ein anderes Lus erbaut wurde. Hätte ihnen Jehova nicht den Zugang zu der Stadt gezeigt?

Wenn wir von der Welt Hilfe erbitten, müssen wir zurückzahlen. Eine Gefälligkeit verdient eine Gegenleistung. Sie sagten: Wenn du uns den Weg zeigst, werden wir dir Güte erweisen. Es war eine Abmachung. Die Liebe dieses Mannes galt nicht Bethel, sondern Lus; er liebte den alten Ort und nannte die neue Stadt Lus. Das war anders als bei Rahab, denn das Herz Rahabs war in Besitz genommen worden. Das Herz dieses Mannes war noch in der Stadt Lus, und er nahm sie mit; er erbaute eine Stadt und gab ihr den Namen Lus. Er hegte keine Liebe zum Hause Gottes. Dass sie diesen Mann um Hilfe baten, führte dahin, dass „bis auf diesen Tag“ das, was Gott völlig vernichten wollte, bestehen blieb.

Lus bedeutet verdreht; es ist etwas, was nicht gerade ist. In der Christenheit wird die ganze Wahrheit der Schrift verdreht — alles wird verdreht und dem Menschen angepasst; im Hause Gottes muss aber alles gerade sein.

Dem Vorbilde nach bezieht sich das darauf, dass die Wahrheit verdreht worden ist. Wenn der Geist nicht beachtet wird, feinden gewisse Einflüsse die Rechte Christi an, und das nächste ist dann, dass die Wahrheit verdreht und für das Haus Gottes unpassend gemacht wird, das doch der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit ist.

Die Schrift spricht vom rechten Teilen des Wortes der Wahrheit, es soll in gerader Richtung geschnitten werden; die Wahrheit ist niemals verdreht. Der Gedanke der Verdrehtheit ist, dass man Gott auf Umwegen zu erreichen sucht, und nichts Derartiges passt in das Haus Gottes. Dort ist Heiligkeit, dort ist Wahrheit, und diese ist immer gerade. Der Herr sagt von Sich Selbst, dass Er der Heilige und der Wahrhaftige ist. Die Wahrheit ist niemals verdreht, sie ist immer gerade.

Der nächste, von dem wir lesen, ist Manasse: „Aber Manasse trieb nicht aus Beth-Schean und seine Tochterstädte, und Taanak und seine Tochterstädte, und die Bewohner von Dor und seine Tochterstädte, und die Bewohner von Jibleam und seine Tochterstädte, und die Bewohner von Megiddo und seine Tochterstädte; und die Kanaaniter wollten in diesem Lande bleiben. Und es geschah, als Israel erstarkte, da machte es die Kanaaniter fronpflichtig; aber es trieb sie keineswegs aus“ (V. 27 u. 28).

Wir scheinen stufenweise hierbei niederzusteigen. Sie „wollten . . . bleiben“, das weist hin auf das Überhandnehmen des Willens. Es ist der Grundsatz, dass die Dinge durch den Willen des Menschen und nicht durch den Willen des Herrn bestimmt werden. Das, was der Mensch wünscht, lässt man mitwirken. Hilfe wird von der Welt angenommen, was unbarmherzig vernichtet werden sollte, wird geduldet, und es darf mitwirken.

In den Versen 29 und 30 ist eine weitere Stufe in Bezug auf Ephraim und Sebulon. Von den beiden wird gesagt: „Die Kanaaniter wohnten in ihrer Mitte und wurden fronpflichtig.“ Wenn wir die Grundsätze der Welt zulassen, wenn wir sie dulden, werden sie bald bei uns wohnen.

In Vers 32 wohnten die Aseriter inmitten der Kanaaniter, der Bewohner des Landes, und auch Naphtali wohnte unter den Kanaanitern. Dem Vorbilde nach wird das Volk Gottes als auf den Stand der Welt gesunken betrachtet; nicht nur werden die Grundsätze der Welt im Volke gesehen, sondern sie wohnen auch in der Welt; das ist das gänzliche Abweichen und der Zusammenbruch der Versammlung.

Bei Dan haben die Bewohner des Landes die Oberhand, und Dan wurde ins Gebirge verdrängt. Es ist die Geschichte des Verfalls der Versammlung. Die Macht dessen, was Gott entgegengesetzt ist, kann das Volk Gottes vertreiben. Das Gebirge war immer erreichbar. Durch die ganzen dunklen Zeitalter hindurch, wo die Welt in die Kirche und die Kirche in die Welt eingedrungen war, gab es solche, die im Gebirge wohnten. Zacharias und Elisabeth wohnten dort, und viele besuchten sie dort.

Wie holdselig können doch Menschen reden, die im Gebirge wohnen! Ich halte Lukas 1 für eins der ermutigendsten Kapitel der Schrift. Es war zur Zeit, wo Israel abtrünnig war — öffentlich war alles in der Hand des Feindes, und wir finden Menschen, die im Gebirge wohnten. Ihre Herzen waren voll von dem Wirken Gottes, und sie wandelten in demütiger Abhängigkeit. Diese demütigen Menschen, die in der religiösen Welt unbekannt sind, oder die, wenn sie bekannt wären, mit Verachtung angesehen werden, haben jedoch das Licht Gottes bei sich auf dem Gebirge. Gott sucht ein einsames und bedrängtes Volk. Bochim stellt die rechte Gesinnung dar, wenn das christliche Bekenntnis völlig im Verfall ist.

Ich will nicht sagen, dass Dan dem Feinde so hätte nachgeben sollen, wie er es tat; ich wollte nur darauf hinweisen, dass, wie groß die Macht des Feindes auch sein mag, er das Gebirge immer dem Volke Gottes überlassen muss.

An einem Tage des Verfalls wird ein Gebirge immer vorhanden sein. Die von den Menschen geschriebenen Kirchengeschichten schildern die öffentliche Geschichte; was ich aber wissen möchte und was ich im zukünftigen Zeitalter lesen möchte, ist Gottes Kirchengeschichte über das in den Heiligen vollbrachte geistliche Werk, über Sein eigenes gesegnetes und persönliches Werk angesichts der ganzen feindlichen Macht der Welt, des Fleisches und des Teufels; wie Er die Heiligen sogar in den finsteren Tagen im Gebirge bewahrte, als die Macht des Feindes am stärksten war.