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UNTERREDUNGEN.CH

MALEACHI 3.16

Der Ölberg                      Original in DOC

Und so ging jeder in sein Haus.
Jesus aber ging an den Ölberg. (Joh 7,53-8,1)

Wir sehen in diesen Versen ganz schön, wie unser Herr Jesus uns zeigt wo Sein Platz ist.
Jeder ging, nachdem Jesus gepredigt hatte, in sein Haus, od
...

 Das Buch der Richter     Mp3

 (Charles Andrew Coates)

 

Kapitel 2

 

In Kapitel 1 wird unsere Aufmerksamkeit auf die anwachsende Schwachheit des Volkes gelenkt, wie sie dem Feinde allmählich immer mehr vom Erbe überließen. Ich nehme an, dass der Anfang unseres Kapitels uns das Geheimnis von alledem gibt.

Das ganze Geheimnis bestand darin, dass sie nicht mehr nach Gilgal gingen. Gilgal war der Ort, wo der Engel Jehovas sich befand, dort war göttliche Macht. Ich glaube nicht, dass uns vorher gesagt wird, dass der Engel Jehovas dort war. Seit der Zeit Josuas war das Volk nicht mehr dorthin zurückgekehrt, und das war das Geheimnis ihrer Schwachheit. Es fanden wohl Siege statt, sie behielten aber die Grundsätze der Schwachheit bei. Gilgal war der Ort der Beschneidung, der Ort, wo alles, was mit uns selbst verbunden ist, in schonungslosem Gericht abgeschnitten wird. Das ist der Ort der Kraft, und der Engel Jehovas war dort.

Die Beschneidung des Christus ist das, was die große Beschneidung genannt werden kann. Das heißt, im Tode Christi ist das Fleisch völlig abgeschnitten worden. Wir müssen dies aber als Vorrecht und Kraft erreichen, und wenn wir dies einmal erreicht haben, müssen wir dahin zurückkehren.

Es ist augenscheinlich, dass der Mangel an Zurückkehren nach Gilgal das Geheimnis ihrer Schwachheit ausmachte. Durch erfahrungsgemäßes Gericht über alles, was mit uns selbst verbunden ist, bringt uns Gott dorthin zurück.

Am Anfang des Buches Josua sehen wir, wie Josua und das ganze Volk ins Lager zu Gilgal kamen. Die zwölf Steine, die aus dem Jordan gehoben worden waren, waren dort.

Nichts sollte bestehen bleiben, außer dem, was dem Tode Christi entnommen wurde. Nichts, was in den Tod Christi geht, bleibt vor Gott bestehen. Was aus diesem Tode hervorgegangen ist, ist Gott dienlich, und das umschließt das Abschneiden des ganzen Leibes des Fleisches. Paulus sagt: Ich bin mit Christo gekreuzigt“; das war bei ihm eine erfahrungsgemäße Sache.

Wenn an mir etwas ist, was zur Auferstehungswelt Gottes nicht passt, muss es im Selbstgericht abgeschnitten werden, wenn ich geistliche Kraft erlangen soll. Selbstgericht ist das Gegenteil von Selbstbeschäftigung. Selbstbeschäftigung bedeutet, dass ich entweder mit dem guten oder dem schlechten „Ich“ beschäftigt bin. Wenn ich aber zum Abschneiden des Fleisches im Tode Christi komme und mich in diesem Lichte richte, ist das gute und schlechte Fleisch weg. Gott kann das Fleisch nicht unterstützen. Das fortwährende Gericht über alles, was mit dem Fleische verbunden ist, muss aufrechterhalten werden; sonst ist keine Kraft vorhanden.

Weinen ist an und für sich ein Zeichen von Schwachheit und nicht von Kraft. Es zeigt aber, dass rechte Empfindungen übriggeblieben sind. Wenn das Abweichen beginnt, verlieren wir nicht alle rechten Gefühle auf einmal.

Als Jehova sagte, Er würde die Bewohner des Landes nicht austreiben, waren gottesfürchtige Gefühle vorhanden. Sie weinten. Sie wussten, einigermaßen, was Jehova gebührte. Sie opferten Ihm dort; es war aber in Bochim und nicht in Gilgal. Es war eine Veränderung in den Wegen Gottes.

Schon die Gegenwart der Dinge, die sich aus der Regierung Gottes ergaben, waren eine Prüfung. Sie wurden als Prüfung dagelassen, und wenn in Israel eine Überwindungsgesinnung vorhanden war, so kam sie ans Licht. Es erwies sich, ob das Volk im Gehorsam den Geboten Jehovas gegenüber wandeln würde.

Dinge, die in dem christlichen Bekenntnis aufgekommen sind und an denen wir leiden, sind gleichfalls eine Prüfung, ob wir im Gehorsam wandeln können. Es müssen Parteiungen sein, auf dass die Bewährten offenbar werden.

Sehr viele Schwierigkeiten, die wir untereinander haben, entstehen daraus, dass wir den Zustand der öffentlichen Kirche nicht mit Gott empfinden. Hier geht es um die öffentliche Stellung - um die öffentliche Geschichte des Volkes Gottes. Man ist von der geheimen Kraft abgewichen, und Gott verheißt nicht, sie wiederherzustellen. Aus unserer Kirchengeschichte - Offenbarung 2 und 3 - wissen wir, dass die Dinge immer schlimmer werden, es gibt aber Überwinder. Durch die Treue Gottes gibt es Wiederherstellung.

Hier erweckte Gott Richter. Gott sah, wie Sein Volk ausgeplündert und bedrängt wurde, und Er erweckte ihnen Richter, die sie von den Ursachen der Niederlage befreiten. Gott schaut hernieder und sieht, dass Sein Volk das Erbteil nicht genießt, denn sie sind bedrängt und elend. Genießen wir unser Erbteil? Wenn wir an die Versammlung als das Volk Gottes denken, so können wir sehen, dass sie durch die apostolische Führung in alles eingeführt wurde, was Gott für Sein Volk vor Sich hatte. Im Epheserbrief führt Paulus das Volk in alles ein, was Gott ihnen zugedacht hatte; zum Schluss sagt er aber: Ihr müsst auch darum kämpfen. Es ist eine prüfungsvolle Zeit, und zum Kämpfen müssen wir Kraft haben. Wenn wir von der Wahrheit des Kolosserbriefes (der Beschneidung) abirren, werden wir im Kampfe in Epheser 6 wenig leisten. Die Epheser-Waffenrüstung ist ein moralischer Zustand: „Eure Lenden umgürtet mit Wahrheit. . . und angetan mit dem Brustharnisch der Gerechtigkeit. .. Nehmet auch den Helm des Heils . . . den Schild des Glaubens . . . beschuht an den Füßen mit der Bereitschaft des Evangeliums des Friedens.“ Alle diese Dinge bedeuten einen Zustand, und diesen Zustand können wir ohne tiefstes Selbstgericht nicht haben. Außer Gilgal gibt es keinen Ort, wo wir diese Waffenrüstung anziehen können.

Bochim ist die öffentliche Stellung hienieden. Öffentlich ist die Kraft Gottes nicht mehr bei Seinem Volke, es ist angesichts der Feinde hier gelassen worden, denen sie das Land nicht entreißen können. Sie opferten immer noch Jehova, sie waren tatsächlich keine Götzendiener, aber die Kraft hatten sie verloren. Sie hatten aber noch nicht jedes geistliche Empfinden verloren, noch das Bewusstsein davon, was dem Herrn gebührte.

Gott schaltete Sich in diesen Zuständen ein, indem Er Richter erweckte, und Seine Kraft war mit dem Richter. Durch die ganze Kirchengeschichte hindurch hat Gott Richter, Erretter, erweckt und ihnen Kraft verliehen, Sein Volk von dem, woran es zu einer bestimmten Zeit gehindert wurde, zu erretten. Gott hat Seine Diener immer unterstützt, und denen, die auf sie hörten, kam das zugute. Jede Errettung, die Gott gibt, gilt der ganzen Versammlung, obwohl sie vielleicht nur einigen wenigen zugute kommt. Kraft wird immer in Verbindung mit Selbstgericht gefunden. Wenn wir uns selbst richten, machen wir viel aus Christum, und dann wird geistliche Kraft inmitten der größten äußeren Schwachheit gesehen.

Solange die Richter lebten, war Errettung da. Das Volk wollte aber sogar dann nicht hören, wann Gott Richter erweckte, und Kapitel 2 zeigt, wie der tatsächliche Götzendienst zustande kam. Solange das Geschlecht Josuas lebte, erkannten sie Jehova an; dann kam aber ein anderes Geschlecht auf, und es wird ein ernstes Wort von ihnen gesagt — sie kannten Jehova nicht, noch Seine Werke. Das ist sehr ernst, wenn man in Betracht zieht, dass Gott angeordnet hatte, dass diese Dinge dem nächsten Geschlecht im Lande weitergegeben werden sollten. Es scheint auf irgendein Fehlen bei dem ersten Geschlechte hinzuweisen.

Das erste Geschlecht wurde durch Schwachheit gekennzeichnet, weil es von Gilgal wegging. Man muss persönliche Erlebnisse mit Gott haben; Eltern können ihren Glauben nicht an die Kinder weitergeben. Unsere Eltern mögen uns getauft haben und uns in der Wahrheit belehren; sie können den Glauben aber nicht weitergeben. Diese Frage müssen wir selbst aufnehmen. Paulus redet über den ungeheuchelten Glauben in der Mutter und der Großmutter des Timotheus, er sagt aber, er ist „auch in dir“.  Das muss ich selbst aufnehmen. Sonst würde man an den Platz des Vorrechts durch Vererbung kommen, ohne Gott in seiner Seele erlebt zu haben, und man kann Ihn nicht anders kennen. Dieses Volk verließ Jehova, weil sie weder Ihn noch Seine Werke kannten.

Sehr früh waren in der Versammlung eine Menge Leute, die äußerlich die Versammlungsvorrechte genossen, sie hatten aber in ihrer Seele Gott nicht erlebt, und das öffnete dem Götzendienst den Weg. Wir müssen alle die Seelenübung betreffs unseres persönlichen Glaubens selbst aufnehmen. Ich mag hören, was mein Vater mir sagen konnte, und ich mag an den Platz des Vorrechtes kommen, den mein Vater genoss, und dabei in meiner Seele nichts erlebt haben.

Es gab Menschen, die keine: erfahrungsmäßige Erkenntnis der ägyptischen Knechtschaft hatten, noch der Erlösung am Roten Meere, am Jordan und bei der ehernen Schlange. Sie kannten Jehova nicht, und dennoch waren sie im Lande. Die Anwesenheit solcher Leute öffnete dem Götzendienst den Weg.

Das wirft die Frage bei uns auf: Inwieweit sind wir durch die, welche vor uns waren, beeinflusst und mitgerissen worden? Viele vor uns sind leicht zu diesen Dingen gekommen, sie waren für uns schon bereitgemacht. Die Frage lautet: Haben wir Glauben dafür? Was haben wir unmittelbar und deutlich von Gott empfangen? Wenn der Dienst von Wert ist, erzeugt er persönliche Seelenübungen, und das führt zum Glauben und Erlebnis der Seele.

Das Buch der Richter stellt die öffentliche Stellung dar — es ist die für die ganze Wahrheit Gottes verantwortliche Versammlung. Die Versammlung wurde durch die Apostel in alle Vorrechte des Christentums eingeführt. Ist das genossen worden? Ist Gott verherrlicht worden? Nachdem wir solche Vorrechte und solches Licht gehabt haben, ist es wirklich der Fall, dass wir dem Baal dienen? Es heißt: „Sie . . . dienten dem Baal und den Astaroth.“ Baal bezieht sich auf die Energie des Dienstes, und Astaroth stellt das dar, was die Liebe verdirbt. Wenn eine Seele Gott erlebt hat, will sie Gott dienen; sie will ihre Energie im Dienste Gottes verbrauchen, sie will das Land genießen.

Ein Götze ist ein Herr. Baal bedeutet Meister oder Besitzer. Die Frage lautet: Wer ist mein Herr? Wer besitzt mich? Es ist leicht, durch den Wunsch Geld zu erwerben, eingenommen zu sein. Ein Mensch, der seine Kraft dem Gelderwerb widmet, ist ein Anbeter des Baal; er dient dem Baal. Dieses Buch zeigt, wie leicht es ist, dem Einfluss des Götzendienstes zu verfallen.

Es ist sehr ernst, dass Paulus zu den Korinthern, also zu denen, die äußerlich an den Versammlungsvorrechten teil hatten, sagen musste: „Etliche sind in Unwissenheit über Gott; zur Beschämung sage ich es euch.“ Sie waren der Macht des Feindes verfallen.

Wenn wir im Selbstgericht wandeln, werden wir keinem Gott feindlichen Einfluss verfallen; wenn wir uns aber nicht richten, wird das geschehen. Wir müssen alle lernen, den Dingen, die uns ansprechen, zu entsagen. Der Teufel versucht mich durch etwas, was mir gefällt; wenn ich dem entsage, leide ich; aber dann ruhe ich von der Sünde, und Gott bleibt vor meiner Seele stehen  - das ist der Segen des gottesfürchtigen Wandels.

Der Christ beginnt damit den Tag, dass er bittet, vor den Einflüssen der Welt und des Fleisches bewahrt zu werden. Er möchte seine Kraft dem Dienste Gottes widmen und seine Liebe Christo geben; dann verfallen wir nicht den Feinden, die das Volk Gottes bedrängen und unterdrücken, so dass sie des Wohlgefallens am Genusse des Landes verlustig gehen.

Wie betrübt ist Gott, wenn Er herniederschaut und Sein Volk mit Dingen beschäftigt sieht, die keine Beziehung zu Ihm und zu Seinem Dienste haben, Dinge, die der Selbstverherrlichung und der Gesinnung des Fleisches dienen! Gott sieht, wie Sein Volk seine Kraft in dieser Weise vergeudet, und das betrübt Ihn. Das bedeutet, dass sie keine Freude haben.

Kaleb ging nach Gilgal, um sein Erbteil zu beanspruchen (Jos. 14, 6), und er empfing es und wurde gesegnet. Kaleb war ein mächtiger Mann. Dies ist aber ein göttliches Bild von dem, wie das Volk Gottes seines Erbteils dadurch beraubt wurde, dass sie die Beschneidung - das Selbstgericht - nicht beachteten, und der Feind hatte ihnen mancherlei Dinge angeboten und sie zu Götzendienern gemacht. Der Genuss des Landes war verlorengegangen, und anstatt vor Freude überzuströmen, von Fettspeisen sich zu nähren und von geläutertem Hefenwein zu trinken (Jes. 26, 2), waren sie von den wertlosen Dingen dieser Welt erfüllt. Gott empfand das. Wenn wir heute das Erbteil nicht genießen, so ist Gott betrübt.