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UNTERREDUNGEN.CH

MALEACHI 3.16

1. Petrus Brief mit Synopsis von J.N. Darby mp3

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 Das Buch der Richter     MP3

 

(Charles Andrew Coates)

 

Kapitel 3

 

Die Untreue des Volkes war die ursprüngliche Ursache davon, dass ihre Feinde im Lande gelassen wurden. Hier sehen wir aber, dass Jehova sie da bleiben ließ und dass Er damit einen Zweck hatte. Alles, was der Wahrheit entgegengesetzt ist und im Volke Gottes Raum gewonnen hat, ist wohl zuerst durch Unwachsamkeit und einen Mangel an Eifer für Gott eingedrungen; Gott hat aber einen Zweck dabei, es dort zu lassen.

Es ist vielsagend, dass ein Geschlecht aufkam, das Jehova nicht kannte. Für das nächste Geschlecht haben wir eine gewisse Verantwortung. Paulus war um das nächste Geschlecht sehr besorgt. Es gab aber nicht viele, auf die er sich verlassen konnte, und wir können nicht sagen. dass bei ihm ein Mangel an elterlicher Fürsorge zu finden war. Er war ein wahrhaftiger Vater und eine wahrhaftige Mutter, es waren aber nicht viele, von denen er sagen konnte, sie wären seine wahren Kinder im Glauben. Timotheus war ein solcher.

Es gibt eine Seelenübung wegen des folgenden Geschlechts, ob sie auch bereit sind. den Glauben der Eltern aufzunehmen. Unsere Eltern sind nicht fähig, uns den Glauben zu geben, wir müssen ihn selbst aufnehmen. Sie können uns an den Ort der christlichen Vorrechte bringen und uns belehren, und an uns alles, was sie von der Lehre wissen, weitergeben; sie können uns den Glauben aber nicht geben. Wir müssen das aufnehmen, was unsere Väter uns hinterlassen haben. Es ist eine Seelenübung für diejenigen unter uns, die alt werden, was für ein Geschlecht wir hinterlassen; wir sollten uns sehr darüber freuen, wenn sie zielbewusster und reicher an Glauben sind als wir.

Es freut uns, einen jungen Bruder oder eine junge Schwester zu sehen, deren Herz zielbewusster als wir dem Herrn nachfolgen möchte. Es demütigt uns in Bezug auf uns selbst, aber wir freuen uns, solches zu sehen. Wenn der Herr nicht kommt, so wird es nach uns ein Geschlecht geben, und es ist eine ernste Angelegenheit, dass es ein geistliches Geschlecht sein sollte. Wie oft hat Gott in der Kirchengeschichte eingegriffen, und es sind bemerkenswerte Wiederherstellungsbewegungen entstanden; wenn das Gefäß aber wieder entfernt wurde, irrte man wieder ab. Wir sehen, dass im ganzen Buche der Richter: die Errettung geschah; sobald aber das Gefäß der göttlichen Kraft starb, hörte die geistliche Bewegung wieder auf.

Gewisse Dinge wurden zurückgelassen; es hat dem Herrn nicht wohlgefallen, das Böse, das sich eingeschlichen hat, zu beseitigen. Er hat es als Prüfung zurückgelassen, und der Feind befindet sich immer im Gelände. Deshalb muss der Kampf bis ans Ende fortgesetzt werden, wenn die Dinge für Gott bewahrt werden sollen. Man wird den Feind niemals völlig loswerden; er wird nicht vom Schauplatz vertrieben werden, bis die Versammlung entrückt ist. Wenn es darum geht, dem Feinde die Beute zu entreißen, müssen wir alle zu kämpfen lernen. W i r müssen das lernen. Die von unseren Vorgängern ausgetragenen Schlachten befreien uns nicht, wir müssen alle den Kampf aufnehmen. Wenn wir den Kampf nicht aufnehmen, werden wir irgendeiner bösen Macht verfallen.

In Vers 6 sehen wir, dass sie verschiedenartig zusammengejocht wurden. Der Grundsatz der Absonderung vom Bösen ist grundlegend, und nichts wird für Gott bewahrt, außer nach diesem Grundsatz.

Hier finden wir, dass die Kinder Israel mitten unter den Kanaanitern wohnten; deshalb verbanden sie sich mit ihnen. Menschen knüpfen solche Bande, weil ihre Eltern in der Welt wohnen, und der Begriff der Absonderung wird aufgegeben; dadurch wird die Tür geöffnet. Wenn keine innere Gesinnung der Absonderung da ist, öffnet das die Tür für unheilige Bande und Gesellschaften. Die Versuchung, verschiedenartig zusammengejocht zu werden, oder die Absonderung aufzugeben, beginnt niemals von außen her; sie beginnt innerlich.

In Vers 4 lesen wir: „Sie dienten dazu, Israel durch sie zu versuchen, um zu wissen, ob sie den Geboten Jehovas gehorchen würden, welche er ihren Vätern durch Mose geboten hatte.“ Das Gebot ist eine Prüfung, wie ich zum Herrn und zu Seinem Willen stehe. „Wenn ihr mich liebet, so haltet meine Gebote.“ Wenn Seine Gebote meine Zuneigungen nicht beherrschen, bin ich innerlich von Ihm abgewichen. Ich mag vollkommen recht vor den Brüdern wandeln, innerlich aber bin ich weit weg, und wenn ich nicht wiederhergestellt werde, werde ich schließlich auf irgendeine äußere Weise die Absonderung aufgeben.

Das erste Abgleiten war, dass sie die Wahrheit von der Berufung aufgaben. Dem Vorbilde nach waren sie Genossen der himmlischen Berufung, und sie fielen zuerst ab, als sie dies aufgaben; sie wohnten unter den Kanaanitern. Deswegen zog Kuschan-Rischathaim herauf und erstarkte. Er war der König desselben Landes, aus welchem Gott Abraham berufen hatte, und wenn wir im Herzen die himmlische Berufung aufgeben, werden wir dem Einfluss des Ortes verfallen, aus welchem wir berufen worden sind. Dort war Götzendienst. Was das Volk dem aussetzte, war, dass sie untereinander Götzendienst trieben. In Vers 6 lesen wir, dass Ehen zwischen ihnen und den Nationen eingegangen wurden und dass sie fremden Göttern dienten. Deshalb sollte man sehr um den Zustand der inneren Zuneigungen besorgt sein. Wenn sie nicht für den Herrn bewahrt werden, ist es bloß eine Frage der Zeit, bis wir öffentlich abgleiten.

Es vergingen hier acht Jahre, bevor sie ihre wahre Lage erkannten — acht Jahre waren sie unter fremdem Einfluss. Die Heiligen mögen viel versäumen, aber es vergeht eine geraume Zeit, bevor sie sich dessen bewusst werden. Wenn sie es aber erkennen, schreien sie zum Herrn. Satan stellt Knechtschaft als Freiheit dar, er sagt: Tu, was dir gefällt, tu, was du willst, und er stellt es als Freiheit hin, und oftmals dauert es recht lange, bis die Leute begreifen, dass sie nach der Richtlinie, der sie folgen, des Genusses im Lande beraubt werden. Wenn sie endlich erwachen, schreien sie zum Herrn, und Er erweckt einen Erretter. Es hat niemals einen Heiligen gegeben, der zum Herrn über irgend etwas geschrien hat, was den Genuss des Erbes verhindert hat, und Gott hätte nicht einen Erretter erweckt.

Es wäre nicht Gottes würdig, uns in Knechtschaft zu lassen, wenn wir davon frei sein möchten. Wenn das Volk Gottes erwachen und die Tatsache verstehen würde, dass sie das Erbe nicht genießen und wahrhaftig danach verlangten, würde Gott sie von jedem Feinde erretten — ob Moabiter, Kanaaniter oder Philister. Wir haben niemals dieselben Kämpfe wieder, immer müssen wir einem neuen, frischen Abschnitte entgegentreten; in jedem Falle ist aber ein Erretter da.

„Und die Kinder Israel schrien zu Jehova; und Jehova erweckte den Kindern Israel einen Retter, der sie rettete: Othniel, den Sohn Kenas, den jüngeren Bruder Kalebs.“ Was für eine Seelenübung machte er wohl durch, um diesen Zustand der Dinge zu sehen! Jedoch dauerte es acht Jahre, bevor Gott ihn gebrauchen konnte. Gott wartete auf die Seelenübungen Seines Volkes. Du sagst: Warum erlöst der Herr nicht Sein Volk von all der Verderbtheit in der Christenheit? Er wartet auf unsere Seelenübungen, Er wartet darauf, dass wir zu Ihm um Errettung schreien.

Othniel bedeutet: „starker Mann Gottes“. Ein Mann Gottes wird für Gott einstehen, und ich glaube, er ist der erste Mann in der Schrift, von welchem es heißt, dass der Geist Jehovas auf ihm war. Es ist der Geist des Herrn, der ein Panier unter dem Volke erhebt (Engl. Übers. Jes. 59, 19). Othniel stammte aus einem guten Geschlecht, er war mit Kaleb nahe verwandt — er hatte Kirjath-Sepher, die Stadt der Bücher, das heißt der Weisheit dieser Welt, erobert. Kirjath-Sepher wurde zu Debir-R e d e n , man war dort bereit, das göttliche Reden zu hören. Othniel stellt die Art eines Mannes dar, den Gott erwecken kann, und er hatte ein gutes Weib; seine Liebe richtete sich auf der, rechten Gegenstand. Er heiratete Aksa; sie war nicht eine Tochter des Landes, sondern sie war voll und ganz auf ein Mittagsland und auch auf Wasserquellen eingestellt. Solch ein Mann besaß die moralische Tüchtigkeit, ein Erretter zu sein.

Othniel war ein tief geprüfter Mann; er musste acht Jahre warten. Alle Diener Gottes müssen lernen, auf die Seelenübungen des Volkes Gottes zu warten. Was für eine Prüfung ist es, zu sehen, wie das Volk Gottes durch Unglauben leidet, jedoch mit ihnen in ihrem Elend wandeln zu müssen! Kaleb musste vierzig Jahre warten. Nichts prüft uns so wie die Geduld; das ist einer der größten Wesenszüge, die wir besitzen können. Kaleb war ein Mann, der vierzig Jahre auf das Land warten konnte.

Welchen Wert hat es, wenn ich Licht habe, die Brüder aber nicht mitreißen kann? Ich muss nicht nur dem Lichte treu sein, sondern ich muss auf die Seelenübungen der Geschwister warten und sie mitreißen. Diese Männer empfanden die Bedrängnis, und als die Zeit anbrach, standen sie zur Verfügung, schalteten sich ein, und das ergab, dass das Land Ruhe genoss.

Wir kämpfen nicht die ganze Zeit über, Gott gibt auch Zeiten der Ruhe. Der Kraft des Glaubens und dem Zustande des Volkes gemäß wird der Feind für eine Zeit im Zaum gehalten. Gott wartet auf die Seelenübungen Seines Volkes, und die, welche Glauben haben, müssen auch warten. Diejenigen, welche der Herr als Erretter erweckte, kannten den Sinn des Herrn für jenen Augenblick.

Wenn in der Geschichte der Kirche Bereitwilligkeit und Seelenübung vorhanden war, erweckte Gott einen Menschen und gewährte ihm geistliches Licht und geistliche Führung, und Er ist immer mit dem Menschen, den Er erweckt hat, gewesen. Wenn Gott einen Menschen erweckt hat, wird Er ihm bis ans Ende beistehen, Er wird ihn niemals fallen lassen. Wenn aber ein Mensch sich vornimmt, ein Führer zu sein, oder wenn das Volk ihn zum Führer macht, wird es zu einem Zusammenbruche kommen.

Der nächste Bedränger war Moab. Moab war ein mit Israel verwandtes Volk; sie waren die Kinder Lots, und sie stellen den Einfluss des Natürlichen dar. Lot wurde eine wunderbare Gelegenheit geboten, und er war das, was wir einen wahren Gläubigen nennen; jedoch wurde er durch das Natürliche beeinflusst. Von Eglon heißt es, dass er sehr fett war. Moab stellt einen Zustand der Dinge dar, der leicht zu ernähren ist und leicht riesige Ausmaße annimmt. Nichts ist leichter, als das Natürliche zu nähren, bis es fett wird; es gibt aber keine Freiheit davon, bis der fette Mensch getötet worden ist.

Wenn wir uns unter moabistischem Einfluss befinden, haben wir keine Freiheit, das Land zu genießen. Moab stellt das natürliche Element dar, das in einem wahren Gläubigen wirken kann. Lot wurde durch das Natürliche, durch die gut bewässerte Ebene beeinflusst, und das führte ihn nach Sodom. Diese Gefahr laufen wir alle.

Ich glaube, das Volk Gottes wird durch nichts so gehindert, wie durch Freunde, Bekannte und Verwandte. Sie halten sich an dem Natürlichen. Es ist viel leichter, mit Menschen, mit denen man in Berührung ist, freundschaftlich zu verkehren, als entschieden für Gott Stellung zu nehmen. Das ist der Einfluss und die Bedrängnis des Moabiters.

Gott erweckte Ehud, einen Mann, der links war, zum Erretter gegen die Moabiter. Gott nimmt Menschen auf, die augenscheinlich durch vieles behindert sind. Dieses Buch bringt den seltsamen Charakter der Menschen ans Licht, die Gott gebrauchen kann. Er gebraucht ungewöhnliche Werkzeuge, zum Beispiel eine linke Hand. Schamgar hatte einen Rinderstachel — ein unschönes, aber wirksames Werkzeug. Simson hatte einen Eselskinnbacken. Gott gebraucht unerwartete Dinge. Die Kraft ist innerlich, sie gehört nicht dem Werkzeug an.

Ehud wusste, was in dem Augenblick nötig war. Das Volk handelte verkehrt; sie sandten ein Geschenk und brachten dadurch ihren geknechteten Zustand zum Ausdruck — das ist der Fall, wenn man freundschaftliche Bande mit denen aufrechterhält, die nicht zum Volke Gottes gehören. Ehud wusste, was nötig war; er hatte es nicht auf Geschenke abgesehen, sondern auf ein kurzes Schwert. Er wusste, dass der fette Mann getötet werden musste, und er tötete ihn. Wir müssen den Moabiter in uns töten. Als er ihn getötet hatte, stieß er in die Posaune und übernahm die geistliche Führung, und andere waren ihm nachzufolgen bereit. Das ist der Grundsatz der Führung unter dem Volke Gottes. Sind wir zu folgen bereit, wenn die Posaune erschallt? Sie waren bereit zu gehen, und sie folgten ihm nach und töteten zehntausend Mann, lauter kräftige (fette) Männer.

Viele stehen heutzutage in Seelenübungen, sie werden aber durch freundschaftliche Bande gehalten und sind nicht bereit, das zweischneidige Schwert zu gebrauchen. Wir müssen das Schwert gebrauchen, damit wir nicht durch unsere Bekannten oder Verwandten oder durch irgend, etwas aus dem Bereich des Natürlichen daran gehindert werden, das Erbe zu genießen.