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Richter

Richter Kapitel 6

 Das Buch der Richter

(Charles Andrew Coates)

Kapitel 6    mp3

Midian ist der Feind in diesem Kapitel, es war ein der Natur nach verwandtes Volk. Nichts kann uns ärmer machen als der Einfluss von Menschen, mit welchen wir der Natur nach etwas Gemeinsames haben, denn unsere eigenen Verwandten können uns ein größerer Fallstrick sein als alle anderen. Sie „verdarben den Ertrag des Landes“, und „Israel verarmte sehr“.

Eine Person, mit der ich gemeinsame Interessen habe, ist eine große Gefahr, eine viel größere Gefahr als jemand, mit dem ich nichts Gemeinsames habe. Das Ziel des Feindes war, das Volk des Ertrages des Landes zu berauben.

Es ist ernst, wenn wir den Ertrag des Landes verlieren. Er ist unser Lebensunterhalt, und wenn wir von ihm nicht leben, verarmen wir geistlich sehr; denn irgendein midianitischer Einfluss beraubt uns. Inwieweit genießen wir das, „was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben“ (1. Kor. 2, 9)? Das ist das Land, und der Feind will uns natürlichen Einflüssen aussetzen, damit wir verarmen.

Als sie zu Jehova schrien, schickte Er ihnen einen Propheten, um ihnen einzuprägen, dass sie ungehorsam waren. Vor der Wiederherstellung, oder bevor Gott Sich einschaltete, um zu erretten, gibt es immer ein Wort der Überführung. Gott begann mit einem Manne, der durch Seelenübung gekennzeichnet war, er schlug Weizen aus in der Kelter. Er trachtete danach, einen Teil des Ertrages des Landes zu sichern. Der Engel sagte ihm, dass Jehova mit ihm war, und seine Antwort zeigte, dass er die Lage, die durch die Regierungswege Gottes bestimmt war, richtig einschätzte. Das war seine Kraft. Seine Antwort lautete: „Bitte, mein Herr! Womit soll ich Israel retten? Siehe, mein Tausend ist das ärmste in Manasse, und ich bin der Jüngste im Hause meines Vaters.“

Was bei Gideon auffällt, ist, dass er danach trachtete, zu wissen, dass es Jehova war und dass er persönlich wohlannehmlich war. Es war ein Friedensopfer zum Wohlgefallen (3. Mose 19, 5). Er war persönlich vom Bösen und vom Götzendienst nicht verunreinigt; dem Vorbilde nach besaß er eine richtige Einschätzung seiner selbst und Christi. Voll und ganz Annehmbares war vorhanden, und er stimmte damit überein.

Bevor das Werk der Rettung vollbracht werden konnte, musste der persönliche Zustand des Erretters vor Gott zurechtgewiesen werden. Gideon ging seinerseits Beziehungen zu Gott ein; dann erweiterte Jehova sein Zeugnis. Er gab ihm eine erweiterte Erkenntnis Christi als des Farrens des Brandopfers, Dies galt für das Haus seines Vaters und für die Stadt. Die wahre Grundlage des Segens Israels bestand darin, öffentlich „mit der Zurüstung“ zurechtgelegt zu erscheinen. Es geht um „den zweiten Farren“, ein Hinweis auf den Zusammenbruch von allem, was mit der ersten Ordnung verbunden war. Es deutet auf Christum, der in Kraft und Reife den ganzen Götzendienst abgeschafft hat.

Gideon ist persönlich interessanter als irgendeiner der vorhergegangenen Richter, weil wir einen Einblick in seine persönlichen Seelenübungen gewinnen können und auch erfahren, wie er mit den Gedanken Jehovas in Einklang gebracht wurde, zuerst persönlich, und dann im Hause seines Vaters, und wie er in der Stadt die geistliche Führung übernahm.

Hierin sind tiefe moralische Belehrungen, die wir zuvor nicht hatten: ein Zurückkehren zu der wahren Grundlage unserer Beziehungen zu Gott. Nichts anderes konnte den Götzendienst wirklich verdrängen. Es ist bemerkenswert, dass sein Sündopfer erwähnt wird. Es ist mehr das Einführen des Guten, das Wohlannehmlichkeit sichert, damit der Götzendienst völlig verdrängt werden möchte. Die wahre Grundlage des Segens Israels wurde gesehen, und in diesem Lichte erwies Baal sich als wertlos.

Wir müssen in Bezug auf das, was unsere Natur anspricht, recht wachsam sein. Wenn wir mit Gott vorangehen, werden diese Dinge niemals über uns Macht gewinnen. Wenn sich ein Neubekehrter von den Götzenbildern zu Gott bekehrt, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen und Seinen Sohn aus den Himmeln zu erwarten, wie es die Thessalonicher taten, und wenn er dann weiterhin diesen Weg geht, wird er niemals der Macht der Midianiter verfallen. Wenn man ihrer Macht verfällt, so zeigt das, dass wir von Gott abgeirrt sind. sonst würde dieser Einfluss keine Macht über uns haben.

Der erste Teil dieses Kapitels zeigt die öffentliche Stellung Israels. Das Volk Gottes wird allgemein durch das beeinflusst, was es natürlicherweise mit den Menschen gemein hat, und sie verlieren dadurch den Genuss am Ertrage des Landes. Gott nahm Gideon auf als einen Mann mit persönlichen Seelenübungen. Er war um den Zustand der Dinge besorgt; er fühlte ihn und tat sein Bestes, um etwas vom Ertrage des Landes vor den Midianitern zu retten. Er wollte etwas Speise für Israel haben.

Solcherart war der Mensch, den Gott aufnehmen konnte. Er wird als einer dargestellt, der die Sachlage tief empfand. Er war wie Timotheus. Dieses Kapitel entspricht dem zweiten Timotheusbrief. Gideon war das Ergebnis des prophetischen Dienstes. Wenn zu Gott geschrien wird, prägt Er zuerst die Dinge dem Gewissen des Volkes ein, bevor Er Sein Volk erreichen kann. Er sandte einen Propheten. Gideon war das Ergebnis des prophetischen Dienstes: sein Gewissen und sein Herz waren geübt.

Paulus schreibt von Timotheus: „...eingedenk deiner Tränen“. Ein Mann, der über den Zustand der Versammlung Tränen vergießen kann, ist einer, den Gott gebrauchen kann.

Hier war ein Mann, der den Zustand der Dinge tief empfand, der aber wahrhaftig danach trachtete, das, was Christo gehörte, zu bewahren. Solch einen kann Gott gebrauchen; Er sagt: „Jehova ist mit dir!“ Äußerlich war keine Auszeichnung an ihm, es sah sogar so aus, als ob er ziemlich feige war; moralisch war aber sein Tun das eines tapferen Helden.

Ich denke, heutzutage ist eine wahre Erkenntnis der Sachlage eine Macht, und Gideon besaß sie.

Es war etwas Außerordentliches, Weizen in einer Kelter auszuschlagen und auch eine recht schwierige Sache. Die Kelter deutet auf Leiden hin. Er war zu leiden bereit, damit das Volk Gottes etwas von Christo als Speise haben sollte. Wieviel sind wir bereit zu leiden, damit das Volk Gottes etwas von Christo hat?

Diese Empfindungen werden moralisch durch den prophetischen Dienst hervorgerufen. Der Prophet ist gekommen — der wahre Zustand der Dinge kommt durch Überführung ans Licht, und damit ist immer eine Erkenntnis dessen, was dem Volke Gottes not tut, verbunden: Christus — der Weizen — muss ihnen zugänglich gemacht werden.

Es ist eine große Seelenübung, den Zustand des Volkes Gottes heutzutage schmerzlich zu fühlen und darum besorgt zu sein, dass mehr von Christo als Speise vorhanden sein sollte. Gott kann durch solch einen Mann wirken und Befreiung in Israel schenken. Wenn wir solche Gefühle hegen, wenn wir Tränen vergießen, kann Gott uns gebrauchen; es sind aber sehr wenige, die über den Zustand der Versammlung weinen.

Gideon hatte ein tiefes Bewusstsein davon, wie unbedeutend er war. Sein Tausend war das ärmste in Manasse, und er war der Jüngste im Hause seines Vaters. Das Teil Gideons war kein angesehenes Teil des Stammes, er war der Ärmste in Manasse. Das alles brachte ihm zum Bewusstsein, wenn er etwas mit Jehova und mit Seinem Dienste zu tun haben wollte, so musste es Christi wegen sein, und dahin müssen wir alle kommen.

Wenn wir von Gott gebraucht werden sollen, müssen wir völlig von uns selbst absehen und auf dem Boden Christi vor Gott stehen. Auf diese Weise bringt er sein Friedensopfer und sein Speisopfer. Gideon hatte etwas von der Lehre des 3. Buches Mose gelernt (was vorher im Buche der Richter nicht ans Licht gekommen war). und zwar in Bezug auf das Friedensopfer und das Speisopfer und den Altar; er hatte alle diese Dinge in seiner Seele. Er war sich des Zusammenbruchs von allem bewusst; wenn wir das erkennen und zu einer wahren Einschätzung unserer Person gekommen sind, müssen wir empfinden, wie unbedeutend wir sind. Deshalb sagt Paulus, er sei „der Allergeringste von allen Heiligen“.

Alle sollten das empfinden. Wenn das der Fall ist, kann ich mit Gott nur auf Grund dessen sein, was völlig wohlannehmlich ist, was voll und ganz in heiligem Feuer zu Gott aufsteigen kann — das ist Christus.

Gideon war ein Timotheus, er war um den Zustand der Dinge sehr besorgt, Es war seine persönliche Seelenübung an einem Tage der allgemeinen Abtrünnigkeit, an einem Tage, wo Israel sehr verarmt war. Wollen wir zur Verarmung oder zum Bereichern beitragen? Wir tun alle das eine oder das andere, entweder tragen wir zur Bereicherung oder zur Verarmung bei. Gideon trug zur Bereicherung bei. Ich denke, seine Seelenübung war zuerst eine persönliche, dann eine örtliche und dann eine allgemeine Übung.

Zuerst brachte er sein Friedensopfer und sein Speisopfer und wurde angenommen, und im Lichte dieser wunderbaren Belehrung baute er einen Altar. Seine eigenen persönlichen Beziehungen zu Gott waren nun von Grund auf richtiggestellt.

Das muss das erste sein; es nützt nichts, wenn wir dem Volke Gottes dienen wollen, wenn unser persönlicher Zustand und unsere Verbindungen falsch sind. Am Anfang des 2. Timotheusbriefes betont Paulus den persönlichen Zustand, bevor er vom Gemeinsamen spricht; er betont den persönlichen Charakter des Dieners, ehe er über die Absonderung spricht. Was nützt die Absonderung, wenn der persönliche Zustand verkehrt ist? Das ist dann bloß Pharisäertum.

Die erste Seelenübung besteht darin, mit Gott zurechtzukommen, einen persönlichen Altar zu haben; dann kann der Herr den Bereich des Zeugnisses erweitern und ihm in der Örtlichkeit Einfluss verleihen.

Gideon bekam eine Erweiterung. Vom Friedensopfer, das von seiner Annahme redete, schritt er zum Farren des Brandopfers weiter. Dem Vorbilde nach bekam er eine Erweiterung seiner Erkenntnis Christi. Es ist etwas Kostbares, von einem Ziegenböcklein zu einem Farren überzugehen. Das Ziegenböcklein war für Gideons persönliche Annahme, der Farren des Brandopfers wies aber auf ganz Israel hin. Als Gideon persönlich zurechtgewiesen war, gab ihm Jehova einen erweiterten Dienstbereich, und dazu war eine erweiterte Erkenntnis Christi erforderlich.

Es ist bemerkenswert, dass kein Sündopfer dabei war. Das bedeutet, dass Gott den Götzendienst durch die bestimmte Glückseligkeit der Grundlage verdrängt, auf der alles Seinen Gedanken gemäß gegründet ist. Eine Erkenntnis dessen, was das Volk Gottes Ihm der Kostbarkeit Christi entsprechend bedeutet (was durch den Farren im Vorbilde dargestellt wird), würde an und für sich schon den Götzendienst niederwerfen. Es wird alles als wertlos gesehen.

Wenn wir mit Gott nach der Glückseligkeit des Farrens des Brandopfers sind, was den größtmöglichen Ausdruck von Christo in Seiner Wohlannehmlichkeit vor Gott ausmacht, dann muss alles Götzendienerische sofort das Feld räumen. Daher wurden Baal und Aschera vernichtet; wir können sagen, dass alles von Christo überragt wird.

„Der zweite Farren“ deutet an, dass in Verbindung mit der ersten Ordnung für Gott nichts gesichert wird; alles, was mit der ersten Ordnung verbunden ist, ist zusammengebrochen; Christus kommt aber deutlich als „der Zweite“ in den Vordergrund. Er ist „der zweite Mensch aus dem Himmel“. Er nahm das Erste weg, um das Zweite aufzurichten.

In der Schrift bezieht sich oft „das Erste“ auf das Natürliche, und „das Zweite“ auf das Geistliche (1. Kor. 15). Diese tiefen moralischen Belehrungen müssen beherzigt werden, ehe mit dem Feinde Krieg geführt werden kann. Es ist die Zubereitung des Dieners: er macht eine Erziehung durch, die ihn für den Dienst vorbereiten soll. Wir sehen aus Vers 34, dass der Geist Jehovas über Gideon kam. Er stieß in eine Posaune, und etliche aus Israel versammelten sich zu ihm.

Nicht nur wurde ein geistlicher Zustand bei Gideon hervorgebracht, sondern erlernte auch die Unumschränktheit Gottes sehr schätzen, und das kommt in den Zeichen zum Ausdruck, die er über das Vließ und den Tau von Jehova begehrte. Das bedeutet, dass er nicht nur seiner persönlichen Annahme sicher sein wollte, und der allgemeinen Wahrheit in Bezug auf Israel, nämlich des Wiedereinsetzens Christi als der Grundlage der Beziehungen des Volkes Gottes zu Ihm, sondern er wollte auch dessen sicher sein, dass er die Richtschnur des gegenwärtigen, unumschränkten Wirkens Gottes befolgte.

Es ist wichtig, dies zu erkennen. Wenn Gideon diese Belehrung nicht beherzigt hätte, wäre er nicht bereit gewesen, sein Heer aufzugeben. Der unumschränkte Wille Gottes muss anerkannt werden. Gideon verließ sich nicht auf seine eigenen Seelenübungen, noch auf den bis dahin erzeugten moralischen Zustand. Er trachtet danach, das bestimmte und unumschränkte Wirken Gottes zu erkennen, und zwar völlig außerhalb alles Menschlichen. Es ist ein Hinweis auf die völlige Abwesenheit des Selbstvertrauens, er stand bloß dem Herrn zur Verfügung. Der Tau der göttlichen Unumschränktheit bedeutete ihm mehr als alle Kriegswaffen. Dadurch wurde er auf die Verminderung seines Heeres vorbereitet.

Die Belehrung über das Vließ und den Tau am Ende dieses Kapitels zeigt die Bereitwilligkeit bei Gideon, im Einklang mit dem unumschränkten Willen Gottes zu handeln und nicht an die Übermacht des Feindes zu denken. Wenn man im Einklang mit dem unumschränkten Willen Gottes handelt, sind dreihundert Männer wirksamer als zweiunddreißigtausend. Die ganze Zeit wurde er darin unterwiesen, und das verlieh Gideon seinen wahren Charakter. Er war ein „Laib Gerstenbrot“ — äußerlich war er ganz unwichtig, er besaß aber die Wesenszüge Christi; er war fürstlich.

In dieser Weise werden diese holdseligen Eigenschaften Christi vor uns entfaltet. Wir sehen die gänzliche Unterwürfigkeit Christi unter den unumschränkten Willen Gottes. Er handelte gar nicht außerhalb des Bereiches der göttlichen Unumschränktheit. Als Ihn dann die Städte verwarfen, lobpries Er und sagte: „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Verständigen verborgen hast, und hast es Unmündigen geoffenbart. Ja, Vater, denn also war es wohlgefällig vor dir“ (Matth. 11, 25. 26). Das war vollkommenste Anerkennung der göttlichen Unumschränktheit. Es verleiht dem Verse Schönheit: „Kommet her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben.“ Er fordert uns auf, zu kommen und uns neben Ihn zu stellen. Er sagt uns, wo Er ist. Er freute Sich im unumschränkten Willen des Vaters, und dann sagte Er: Kommt und stellt euch neben Mich, und Ich werde euch Ruhe geben. Das ist der Ort, wo Ruhe gefunden wird.

Der moralische Zustand mag vorhanden sein, doch an und für sich macht uns das nicht fähig, dem Volke Gottes behilflich zu sein. Gott muss nach Seinem eigenen Gutdünken entscheiden, wen Er gebrauchen kann, und wie Er ihn gebrauchen kann, und auch wann Er ihn gebraucht. Ist es aber mein Wunsch, für den Dienst Gottes gebraucht zu werden? Liebe ich das Volk Gottes so sehr, dass ich zum Dienst genommen werden möchte?

Nichts ist von Wert, wenn Gott nicht darin ist. Eine ganz kleine Sache kann dafür ausschlaggebend sein, ob wir für den Meister brauchbar sind. Johannes der Täufer beherzigte diese Belehrung; er sagt: „Ein Mensch kann nichts empfangen, es sei ihm denn aus dem Himmel gegeben“ (Joh. 3, 27).

Diese Wesenszüge bei Gideon waren Gott sehr wohlgefällig. Es waren nicht die Seelenübungen des Unglaubens, sondern des Glaubens, der mit Geduld seinen Weg ausfindig machte. Es war die Seelenübung eines Mannes, der geduldig seinen Weg ausfindig machte, denn er wollte nicht voreilig sein. Wir sind es oft, wenn wir denken, dass wir recht haben. Er wollte sich jedoch jedes Schrittes sicher sein.

Der Herr handelte niemals ohne ein Wort von Gott. Er harrte auf Jehova. Es wird von Ihm prophetisch gesagt: „Beharrlich habe ich auf Jehova geharrt“ (Ps. 40, 1).

Dann wartete Gideon, um völlig überzeugt zu sein, dass sein Tun den Strom des unumschränkten göttlichen Willens befolgte, denn darauf weist der Tau hin. Micha 5 redet vom Tau, der nicht auf Menschen wartet und nicht auf Menschenkinder harrt. Er kommt mit stiller, gesegneter Macht von Gott hernieder; der Mensch hat damit nichts zu tun. Die ganze Wissenschaft der Welt könnte nicht einen einzigen Tropfen Tau auf einen Grashalm fallen lassen; er ist einzig und allein von Gott.

Gideon hatte eine doppelte Prüfung. Er wollte ein hinreichendes Zeugnis haben. Das war nicht Unglaube, sondern die Übung des Glaubens. Er wollte ein doppeltes Zeugnis über die Wirklichkeit des unumschränkten Wirkens Gottes in jenem Augenblick, und Gott antwortete darauf. Es handelte sich um die Errettung Israels. Wie würde Gott handeln? Keiner konnte das vorausahnen.

Gott könnte die unwahrscheinlichste Person in der Christenheit gebrauchen. Er erwählt, wen Er will, und Er wirkt in solch einer Weise, dass, was Er auch tun mag, der Ruhm augenscheinlich Ihm gehört. Wenn einer mit Gott nicht übereinstimmt, so wird etwas Menschlichem oder etwas Eigenem Raum gegeben; wenn aber Gott wirkt, so wirkt Er so, dass die ganze Herrlichkeit Ihm gehört. Der Anfang des nächsten Kapitels bringt das ans Licht in Verbindung mit dem Heere Gideons. Gott sagte: Für Mich sind das zu viele. Wenn zweiunddreißigtausend Mann den Sieg erringen, werden sie sich ihres Tuns rühmen: deshalb lichtete Er ihre Reihen. Nach dem Gesetz mussten die Furchtsamen zuerst gehen, zehntausend Mann waren aber immer noch zu viele. Gott musste sie bis auf dreihundert vermindern. Was konnten sie gegen ein Heer von hundertdreißigtausend ausrichten?

Es geht ausschließlich darum, was Gott tun kann; nichts hat den geringsten Wert außer dem, was Gott tun kann. Wenn wir dahin gelangt sind, bekommen wir den tiefsten Frieden.

Wenn ich klein genug bin, kann Gott mich aufnehmen und gebrauchen. Gideon behielt dreihundert Mann. Möchtest du gern zum Dienst behalten werden? Jedes Herz sollte sagen: Herr, behalte mich! Wenn wir klein genug sind, wird Gott uns behalten. Er behielt Timotheus, und im 2. Timotheusbrief handelt es sich vielfach um Personen, die als Gefäße, die dem Hausherrn nützlich sind, behalten werden.

Das einzige ist, Gott voll und ganz zur Verfügung zu stehen. Diese dreihundert Mann wurden behalten, um Gott voll und ganz zur Verfügung zu stehen. Dreihundert Mann, die Gott verfügbar waren, waren mehr wert als zweiunddreißigtausend Mann, die Ihm nicht verfügbar waren.

In Vers 34 lesen wir, dass der Geist Jehovas über Gideon kam. Das zeigt, dass außer dem moralischen Zustande noch etwas erforderlich war, nämlich die Kraft des Geistes Gottes musste vorhanden sein. Wenn wir auch den vollkommensten moralischen Zustand haben, so ist das an sich noch keine Kraft; die Kraft liegt im Geiste Gottes.

Erstens muss der moralische Zustand vorhanden sein. Es gibt niemand im Neuen Testament, über den der Geist Gottes ohne den erforderlichen moralischen Zustand gekommen wäre. Der Heilige Geist wird den Gehorsamen gegeben; es ist undenkbar, dass der Geist einer gesetzlosen Person gegeben wird, denn das wäre ein Widerspruch in sich selbst.

Gehorsam muss vorhanden sein, und dann auch die Bereitwilligkeit, das Zeugnis des Herrn aufzunehmen. Wofür brauchen wir den Geist? Wir brauchen den Geist nicht, um durchzukommen, sondern um für Christum aufrechterhalten zu werden. Das Merkmal derer, die den Geist haben, ist, dass sie wirklich für Christum da sind.