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UNTERREDUNGEN.CH

MALEACHI 3.16

Vielleicht helfen die nachstehend genannten biblischen Gedanken von Gerrid Setzer weiter:

 

Das Gesetz -die Lebensregel?

 

Bibelstellen: Galater4,4-5; Römer7,4; 1.Timotheus 1,9; Galater3,19; Galater3,23; Römer7,9; 2.Korinther 3,7-9

 

Viele Christen betrachten das Gesetz vom Sinai als ihre Lebensregel. Ob sie folgende Punkte schon genug gewürdigt haben?

Das Gesetz ist:

 

Für das Volk Israel bestimmt (Römer 2,12; Galater 4,4-5)

Für Lebende b

...

Das Buch der Richter    mp3

 

(Charles Andrew Coates)

 

Kapitel 8

 

Es ist nicht immer genug, einen hervorragenden Sieg über die Feinde zu erringen, denn es kommen noch andere Prüfungen auf. Wenn wir das Geheimnis des Sieges gefunden haben, werden wir in Bezug darauf geprüft, ob wir auch alles selbst erfasst haben.

Wir finden hier, dass die Männer von Ephraim nicht damit zufrieden waren, wie die Dinge gemacht worden waren. Diese Brüder erkannten den großen Grundsatz nicht an, der mit dem Siege so viel zu tun hat, nämlich den Grundsatz der Erwählung nach dem unumschränkten Willen Gottes. Sie dachten, man hätte sie übersehen oder übergangen.

Wir müssen darauf gefasst sein. Der Herr wirkt, durch wen Er will, und wir müssen darauf gefasst sein, übersehen zu werden; es ist eine wirkliche Prüfung.

Als Gideon dem entgegentrat, was eigentlich Selbsterhöhung war, nahm er einen demütigen Platz ein. Der Selbsterhöhung muss man entgegenwirken, indem man die entgegengesetzte Gesinnung zum Ausdruck bringt. Gideon trat dem entgegen, indem er viel daraus machte, was sie getan hatten, und wenig daraus machte, was er getan hatte. Die von ihm gezeigte Gesinnung war eine göttliche Zurechtweisung für die Gesinnung, die die Männer von Ephraim kennzeichnete. Sie hatten zwei Fürsten gefangen, und Gideon macht möglichst viel aus ihrem Tun.

Wir sollten immer dieser Richtlinie folgen und das, was die Brüder tun, möglichst hoch einschätzen; wir sollten den Wert desselben nicht herabsetzen. Paulus schreibt an die Philipper: „Ein jeder nicht auf das Seinige sehend, sondern ein jeder auch auf das der anderen“ (Phil. 2, 4). Alles, was bei den Geschwistern gut ist, nehmen wir zur Kenntnis. Wenn wir alle dieser Richtlinie folgten, würde unsere Selbsterhebung eines natürlichen Todes sterben. J. N. Darby war darin ein wunderbares Beispiel, denn er sprach immer so, als ob er die Gabe eines Evangelisten bewunderte und beneidete, doch wenn er von seiner eigenen Arbeit sprach, empfand er, dass er bloß ein Holzhauer und ein Wasserschöpfer war.

Das ist die rechte Gesinnung. Wenn wir nur dienen dürfen, so brauchen doch wir nicht wichtig in unseren Augen zu sein. Gideon sagte: Ich habe nichts getan; eure Nachlese ist besser als meine Weinlese. So gewann er die Brüder. Es ist ebenso wichtig, die Brüder zu gewinnen, wie den Feind zu besiegen. „Ein Bruder, an dem man treulos (frevelhaft) gehandelt hat, widersteht mehr als eine feste Stadt“. Wenn du einen beleidigten Bruder gewinnen kannst, hast du mehr als eine große militärische Heldentat vollbracht.

Gideon ging mit seinen dreihundert Mann immer weiter voran, obwohl sie ermattet waren. Dann wurde er sogar noch durch schlimmere Brüder als die Männer von Ephraim geprüft, nämlich durch die Männer von Sukkoth, und zu Pnuel fand er Israeliten, die kein Interesse an dem damaligen Geschehen hatten. Sie waren völlig neutral, sie fühlten sich mit denen, die die Kriege des Herrn führten, überhaupt nicht verbunden. Das war noch eine: weitere Prüfung. Sind wir dann bereit, trotzdem noch weiterzugehen?

Gideon war berechtigt, auf Anteilnahme und Unterstützung zu rechnen. Sie waren Israeliten, und seine Männer waren ermattet und müde, doch er fand dort einen gänzlichen Mangel an Mitgefühl. Nichts reibt uns mehr auf, als wenn man in den Kriegen des Herrn kämpft und von denen, die angeben, Sein Volk zu sein, keine Unterstützung bekommt. Solche stellen Leute dar, die vom natürlichen Standpunkte aus das betrachten, was in dem Interessengebiet des Herrn vor sich geht; ja, man kann sagen, sie denken vorsichtig, weil sie meinen, dass wohl wenig Möglichkeit besteht, dass dreihundert Ermattete und Müde aus dem Kampfe mit fünfzehntausend siegreich hervorkommen können.

Wenn wir göttliche Dinge in dieser Weise betrachten, werden wir allem, was Gott tut, gar keine Anteilnahme entgegenbringen. Es ging nicht um die Frage, ob sie müde und ermattet waren, oder ob dreihundert gegen fünfzehntausend standen; es ging einzig und allein um die Frage: Ist Jehova mit diesen dreihundert Männern? Sie zogen überhaupt nicht in Betracht, wo der Herr war.

Es gibt recht viele, die, wenn Kämpfe im Gange sind, die Dinge verstandesgemäß betrachten. Sie bedenken nicht, wo der Herr ist, und sie gehen an der Gelegenheit, die ihnen geboten wird, vorbei und kommen unter die Vergeltungswege des Herrn.

Eine ernste Vergeltung ereilte diese Leute. Der Herr gibt niemals Seine Vergeltungsrechte auf. Der Herr hat das Recht, Menschen nach ihrem Verdienste zu vergelten, und Er behält Sich dieses Recht vor. Das Neue Testament ist voll davon. Paulus sagt: „Ich habe zuvor gesagt. . . dass, wenn ich wiederum komme, ich nicht schonen werde“ (2. Kor. 13, 2). Das ist der Grundsatz der Vergeltung. Wenn die Menschen in einer kritischen Stunde nicht zum Herrn stehen, leiden sie demzufolge. Johannes schreibt von Diotrephes, „Wenn ich komme, will ich seiner Werke gedenken“ (3. Joh. 10). Er hielt die Zuchtrute über Diotrephes ausgestreckt und sagt nicht, was er tun wird. Ich zweifle nicht daran, dass durch das Kommen des Paulus zu den Korinthern und durch das Kommen des Johannes zu Diotrephes das Kommen des Herrn vorweg erlebt wurde. Der Herr kam dabei durch Seine Vertreter, und wenn der Herr kommt, wird Er einem jeden nach seinem Verdienst vergelten, darüber kann kein Irrtum bestehen.

Ein großer Grundsatz wird in Verbindung mit allen diesen Dingen ans Licht gebracht, Die Männer von Sukkoth werden Sebach und Zalmunna nicht ganz gleichgestellt, die den antichristlichen Widerstand und die Macht des Antichristen darstellen. Es gibt eine Macht, die die Wesenszüge Christi vernichten möchte, und sie wird durch diese zwei midianitischen Könige dargestellt. Sie töteten Gideons Brüder. Das war entschieden antichristlich.

In Sebach und Zalmunna sehen wir einen tödlichen, mörderischen Hass gegen das, was Christo gehört, und das ist der Antichrist. Es gibt eine Macht, die gegen alles ist, was Christo ähnlich ist. Sie stellen Einflüsse dar, von denen heutzutage die religiöse Welt erfüllt ist. Johannes konnte sagen: „So sind auch jetzt viele Antichristen geworden“ (1. Joh. 2, 18). Das sagte er zu der Zeit, wo das Christentum nicht älter war als sechzig oder siebzig Jahre. Es wirkt etwas, was Christo wie auch allen Wesenszügen Christi todfeindlich ist. Wir sollten darum besorgt sein, dass wir diese bösen Eigenschaften nicht aufweisen.

Sukkoth und Pnuel erwiesen dem Zeugnis des Herrn keine Anteilnahme. Gideon und seine Männer stellen diejenigen dar, die das Zeugnis des Herrn gegen übergroße Mächte aufrechterhalten. Es ist etwas Großes, voller Anteilnahme zu sein. Wenn wir auch nicht viel kämpfen können, so können wir jedoch mitfühlen. Diese Dinge zeigen, welchen Prüfungen und Zuständen wir früher oder später gegenübergestellt werden können, und wenn wir durch diese Dinge mit Gott gehen, so wird es für uns sehr gut sein. Solche, die danach trachten, die Dinge für Gott zu bewahren, haben es mit solchen Zuständen zu tun.

Wir müssen nicht zulassen, dass eine einseitige Auffassung der Gnade über alles andere vorherrschen sollte. Wir müssen zwischen der göttlichen Gnade und der göttlichen Regierung das Gleichgewicht halten. Wir werden nicht nur durch das geprüft, was wir tun, sondern auch durch das, was wir nicht tun. Diese Leute taten eigentlich nichts gegen Gideon, doch sie machten sich durch das schuldig, was sie nicht taten. Sie unterstützten nicht das, was in jenem Augenblicke von Gott war. Es gibt solche, die in dieser Weise fehlen; sie warten ab, um zu sehen, wie die Dinge sich gestalten werden. Diese Leute sagten: Wenn ihr den Sieg schon errungen hättet, so wäre das eine ganz andere Sache; wir wollen abwarten und sehen, was dabei herauskommt. Sie betrachteten die Dinge verstandesgemäß, sie hatten keinen Glaubensblick.

Die Männer Gideons waren „ermattet, aber nachjagend“; sie gaben nicht nach, weil sie ermattet waren. Es gibt Ermattete, die Wunder tun können: „Er gibt den Müden Kraft“ (Jes. 40, 29). Es ist sehr ernst, Brot zu besitzen, das heißt das, was den gegenwärtigen Bedarf des Zeugnisses des Herrn unterstützen kann, und es vorzuenthalten. Dann werden wir sicherlich unter Vergeltungsmaßnahmen fallen.

Dann geht Gideon durch eine weitere Prüfung. Sie sagen: „Herrsche über uns, sowohl du, als auch dein Sohn und deines Sohnes Sohn.“ Sie wollten ihn zum Haupte einer königlichen Herrscherlinie einsetzen, sie wollten aus ihm einen großen Mann machen. Bis zum letzten Abschnitt seiner Lebensgeschichte erscheint Gideon als ein Überwinder, dann fehlte er aber, und das verleiht dieser Angelegenheit einen tiefen Ernst, besonders für die, welche ein gewisses Maß von Prüfungen durchgemacht haben und durch die Barmherzigkeit Gottes sich vielleicht als mehr oder weniger treu erwiesen haben.

Hier war ein Mann, der ein Überwinder war. Bis zu einem gewissen Zeitpunkt wandelte er dem Herrn völlig wohlgefällig, und am Schluss brach er zusammen. Er hatte solch eine schöne Gesinnung gezeigt, er wollte nicht über sie herrschen, sondern sagte: „Jehova soll über euch herrschen.“ Er behielt seinen Platz als Diener, als ein zum Dienst auserkorenes Gefäß bei. Unmittelbar danach kam aber noch eine Prüfung, eine innere, nicht eine äußere.

Es ist eine Sache, eine äußere Prüfung zu überwinden, doch eine ganz andere, eine innerliche Prüfung zu überwinden — etwas, was dem eigenen Herzen entspringt. Das Begehren, midianitische Ohrringe und Schmucksachen zu besitzen, entsprang seinem eigenen Herzen. Er sagte: „Eine Bitte will ich von euch erbitten“, und sie sagten: „Gern wollen wir sie geben.“ Jetzt war es etwas, was seinem eigenen Herzen entsprang — eine Nachahmung des Göttlichen. Es war ein Mann, der ein sehr erfolgreicher Führer war, jedoch fehlte er auf der priesterlichen Seite. Deshalb begehrte und machte er eine Nachahmung des priesterlichen Ephods von 2. Mose 28.

Gideon gleicht vielen, die zur Errettung des Volkes Gottes durch die ganze Kirchengeschichte hindurch gebraucht worden sind. Viele, die außerordentlich viel gebraucht wurden, haben in Bezug auf das Priesterliche gefehlt; sie haben weltliche Grundsätze in den Gottesdienst eingeführt.

Es ist bemerkenswert, dass dieser Zusammenbruch oben anfing, er begann bei dem Führer. Es ist eine Warnung, sich keinem Führer ganz und gar anzuschließen. Ein Mann mag bis zu einem gewissen Zeitpunkt göttlich und geistlich ein Führer sein, und dann kann er in dem, was augenblicklich Gott gebührt, gänzlich versagen. Wir haben Männer gesehen, die bis zu einem gewissen Zeitpunkt wunderbar geholfen haben, und dann ist bei ihnen irgendeine Anmaßung ans Licht gekommen.

Es war etwas sehr Ernstes, ein Ephod zu machen, denn es stellte in Israel den göttlichen Gedanken dar. Als Gegenstand war das Ephod nichts; der Wert des Ephods hing von der Person ab, die es trug. Ein Ephod ohne einen Priester ist einfach eine Form der Gottseligkeit ohne deren Kraft, und dem ist die Christenheit verfallen, und zwar hauptsächlich unter dem Einfluss von Männern, die von Gott wunderbar gebraucht und gesegnet worden sind.

Man wird davor bewahrt, wenn man ein tiefes Bewusstsein des geistlichen Charakters des Zutritts zu Gott hat, sonst können midianitische Merkmale bei uns auftreten. Daran ist nichts Lebendiges. Ein Ephod ohne einen Priester ist etwas äußerst Ernstes; es ist bloß die äußerliche Form des Priesterlichen. In gewissem Sinne bereitete Gideon durch sein Ephod den Weg für den Götzendienst; er stellte es in seiner Stadt auf, und sie hurten ihm nach. Es trug eigentlich den Charakter des Götzendienstes. Der priesterliche Gedanke wurde dadurch ganz umgeworfen. Sobald Gideon starb, waren sie für wirklichen Götzendienst reif, und es ist sehr ernst, dass so viel Götzendienerisches von Männern ausgegangen ist, die zur Rettung des Volkes Gottes gewirkt haben. Sie haben in dem öffentlichen Bekenntnis Dinge fortbestehen lassen, die den Charakter des Götzendienstes tragen und gar nicht geistlich sind. Als Führer waren sie groß, doch als Priester haben sie versagt.

Bei der Reformation wurde für den Menschen sehr viel gesichert; es war eine göttliche Errettung, doch es ergab sich daraus nicht viel Priesterliches für Gott. Es führte zur Aufrichtung von Midianitischem in einer Dauerform inmitten des Volkes Gottes.

Wir sollten immer wachsam sein, damit nichts Midianitisches unter uns aufgerichtet werden möchte. Es ist eine Sache, von Gott zur Errettung Seines Volkes und zur öffentlichen Niederlage des Feindes gebraucht zu werden; doch es ist etwas anderes, nur Gott dabei zu berücksichtigen. Wir mögen von Gott auf eine wunderbare Weise beim Dienst unterstützt werden, und es danach trotzdem unterlassen, für Gott Raum zu machen.

Wenn Gideon an Gott allein gedacht hätte, so hätte er niemals an dieses Ephod gedacht, dieser Gedanke wäre in seinem Herzen gar nicht aufgekommen. Nur der wird sicher durch alles hindurchgetragen, der Gott in allem berücksichtigt. Die Apostel kamen durch alles hindurch; sie brachen nicht zusammen, weil sie für Gott in allem Raum machten, und es kam ihnen niemals der Gedanke, das Natürliche an die Stelle des Geistlichen zu setzen.

Der Augenblick des Sieges wird zur Prüfung. Solange wir dem Feinde gegenüberstehen, bleiben wir in unserer Abhängigkeit auf den Knien; wenn aber der Feind für einen Augenblick besiegt ist, lässt die Spannung nach, wir sind nicht mehr wachsam, und wir stützen uns auf unsere Ruder.

Diese Dinge sind sehr prüfend. Sie zeigen die Grundsätze, mit denen wir es zu tun haben. Sie zeigen auch das Geheimnis der Kraft, wie auch das Geheimnis der Abtrünnigkeit und des Verfalls. Es gibt bei Gideon einige Wesenszüge, die als ein Vorbild von Christo betrachtet werden dürfen, doch im Allgemeinen stellt er einen Führer dar, den Gott unter Seinem Volke erweckt hat und der durch gewisse göttliche Eigenschaften gekennzeichnet ist; jedoch in Dingen, die nicht von Gott sind, neigt er dazu, abzuirren.

In allen Dingen sollte Gott verherrlicht werden. „Ihm sei die Herrlichkeit in der Versammlung“ (Eph, 3, 21). Alle Herrlichkeit gehört Gott. Wenn wir das vor uns hätten, würden wir niemals ein midianitisches Ephod machen.