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MALEACHI 3.16

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Wortbetrachtungen über die Maskilm-Psalmen

(Charles Andrew Coates)


Psalm 32

1 Von David. Ein Maskil. Glückselig der, dessen Übertretung vergeben, dessen Sünde zugedeckt ist!

2 Glückselig der Mensch, dem Jehova die Ungerechtigkeit nicht zurechnet, und in dessen Geist kein Trug ist!

3 Als ich schwieg, verzehrten sich meine Gebeine durch mein Gest

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Dreierlei Arten von Gericht

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http://www.bibelkommentare.de/mags.php?splitfile=BdH_1892.pdf&pfrom=65&pto=71

 

Dreierlei Arten von Gericht    Abschrift durch Anita L.

 

Wir begegnen in der Schrift drei Arten von Gericht, deren Verständnis für den Christen höchst wichtig ist, nämlich dem Selbstgericht, dem Gericht von seiten der Versammlung und dem Gericht von seiten Gottes.

 

1. Das Selbstgericht ist die ernste Pflicht eines jeden wahren Christen. Es ist unmöglich, Fortschritte zu machen, wenn die Gewohnheit, sich selbst zu richten, nicht beharrlich ausgeübt wird. Wir sind in das Licht Gottes gebracht, so dass wir fähig gemacht sind, die Dinge zu betrachten, wie Gott sie betrachtet, sie zu beurteilen, wie ER sie beurteilt; ja, wir kennen Seine Gedanken über alles, was um uns her vorgeht. Wir sind berufen, in diesem Lichte uns selbst zu richten. So lange wir in der Finsternis der Natur wandelten, konnten wir uns weder ein richtiges Urteil über uns selbst noch über irgend etwas anderes bilden. Nachdem wir aber in das Licht gebracht sind, wie Gott im Lichte ist, und Seinen Geist und Sein Wort haben, besitzen wir sowohl die Einsicht als auch die Macht, alles zu beurteilen und zu unterscheiden, sowie ferner die Wurzeln und Grundsätze des Bösen in unseren eigenen Herzen zu richten, damit sie im praktischen Leben nicht zum Vorschein kommen.

 

Der Boden, auf welchem wir dieses Gericht ausüben, ist der, dass Gott uns nichts mehr zurechnen will, weil ER bereits alle unsere Sünde und Schuld Jesu zugerechnet hat auf dem Kreuze. Als solche, die mit Gott versöhnt sind, die in Gnaden stehen und für welche es keine Verdammnis mehr gibt noch geben kann, richten wir uns selbst. Betrachteten wir dieses Gericht von einem gesetzlichen Standpunkt aus, so würden wir sicher in einen finstern, niedrigen, knechtischen Seelenzustand geraten. Aber nein, wir führen das nötige und heilsame Werk des Selbstgerichts als solche aus, die in unumwölkter Gnade stehen und die reine Atmosphäre der Liebe einatmen. Der gefördertste Gläubige hat eine Menge von Dingen in sich, welche die grösste Wachsamkeit erfordern. Da sind Lüste, Leidenschaften, natürliche Neigungen, die gezügelt und in Unterwürfigkeit gehalten werden müssen. "Die Glieder, welche auf der Erde sind", müssen getötet werden. Die unausgesetzte Ausübung einer strengen Zensur über die Natur in allen ihren Wirkungen ist erforderlich.

Und alles das - mögen wir es wohl beachten und uns tief einprägen! - ist auf die grosse Tatsache gegründet, dass "jetzt keine Verdammnis mehr ist für die, welche in Christo Jesu sind". Verlieren wir diese Tatsache aus dem Auge, so kann das Werk des Selbstgerichts unmöglich fortschreiten. Nur in dem Bewusstsein, dass unsere alte Natur und alles, was zu ihr gehört, in dem Kreuze Christi gerichtet worden ist, sind wir fähig, die Wurzeln des Bösen Tag für Tag in unseren Herzen zu richten. Wir richten uns als solche, welche Leben und Gerechtigkeit in einem auferstandenen Heilande empfangen haben.

 

2. Wo und wann nun tritt das Gericht von seiten der Versammlung ein? Wir glauben, dass dieses Gericht in allen Fällen notwendig wird, in welchen das Selbstgericht vernachlässigt worden ist. Dies wird uns sehr deutlich in Matth. 18,15-17 vorgestellt. Wenn in einem Bruder, der gesündigt hat, der Geist des Selbstgerichts vorhanden ist, so wird er bereit sein, auf Andere zu hören und sein Unrecht einzugestehen. Wenn aber dieser Geist mangelt, so wird sich statt einer Selbstverurteilung Selbstrechtfertigung zeigen, und dann ist die Versammlung berufen, in die Sache einzutreten; beharrt nun der Betreffende, trotz der Ermahnungen seitens der Versammlung, bei seiner Halsstarrigkeit und Selbstrechtfertigung, so ist er wie ein Heide und ein Zöllner zu behandeln.

 

Ähnliches finden wir in 1. Kor. 5. Würde jener "Böse" die anfänglichen Wirkungen, die ersten Keime des Bösen in seinem Herzen gerichtet, seine Lüste gezügelt und seine Glieder getötet haben, so würde die Versammlung nicht beunruhigt worden sein; da er aber dem in seiner Natur vorhandenen Bösen erlaubte, sich in seinem Verhalten zu zeigen, wurde die Versammlung darin verwickelt und war vor Gott verantwortlich, in der Sache zu handeln. Die Versammlung wird in keiner Weise durch das Böse in meiner Natur berührt, so lange ich diesem Bösen nicht erlaube, sich tätig zu erweisen, oder wenn es beim Beginn seiner Tätigkeit aufrichtig und treu gerichtet, bekannt und hinweggetan wird. Nur dann wenn dem Bösen gestattet wird, in Tätigkeit zu treten, wenn ihm erlaubt wird, sich zu zeigen, ist die Versammlung, sowohl von Gottes wegen, als auch um der Aufrechterhaltung der Wahrheit und Heiligkeit willen, verpflichtet zu handeln.

 

Wie sorgfältig sollten wir daher stets das Selbstgericht ausüben, damit das Gericht von seiten der Versammlung nicht erforderlich werden möge! Es ist wahrlich tief beklagenswert, wenn wir uns in unserm täglichen Leben so betragen, dass wir unseren Brüdern damit zu schaffen machen. Wie vielmehr sollten wir, soweit es an uns liegt, bemüht sein, das geistliche Wohl und das Glück, das Gedeihen und das Wachstum, sowohl der Versammlung, mit welcher wir örtlich verbunden sind, als auch der ganzen Kirche Gottes zu fördern! "Keiner von uns lebt sich selbst." Und es ist eine höchst ernste und wichtige Erwägung, dass ich in diesem Augenblick den Gliedern des Leibes Christi, obwohl sie mir vielleicht persönlich ganz unbekannt sind, entweder förderlich oder hinderlich bin.

Dies, obwohl ein Stein des Anstosses für die menschliche Vernunft, ist nur eine einfache Schlussfolgerung aus jener grossen Wahrheit von der Einheit des Leibes Christi hienieden. "Da ist ein Leib und ein Geist". Und wiederum: "Gott hat den Leib zusammengefügt..., auf dass keine Spaltung in dem Leibe sei,*) sondern die Glieder dieselbe Sorge für einander haben möchten. Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; oder wenn ein Glied verherrlicht wird, so freuen sich alle Glieder mit. Ihr aber seid der Leib Christi und Glieder insonderheit." (1. Kor. 12,24-27.)

 

*) Es ist ein grosser, obgleich sehr gewöhnlicher Fehler, von einem "Zerreissen des Leibes Christi" zu reden. Dieser Leib ist unzertrennlich. Seine Einheit wird unfehlbar aufrecht erhalten durch Gott selbst. Er hat so gewirkt und es so vorgesehen, dass in demselben keine Spaltung sei. Wenn man inmitten all der Unruhe und Verwirrung in der bekennenden Kirche das nicht wüsste, so würde man verzweifeln müssen. Aber, Gott sei Dank! der Leib ist einer, vereinigt durch den einen inwohnenden Geist mit seinem auferstandenen und verherrlichten Haupte im Himmel. Er kann nimmer zerrissen oder zerteilt werden. Die vereinigten Mächte der Erde und der Hölle können die Einheit des Leibes Christi nicht zerstören. Der Herr gebe uns Gnade, dise grosse Grundwahrheit stets festzuhalten und danach zu handeln!

 

Wir wollen jedoch die Wahrheit von der Einheit des Leibes Christi hier nicht weiter verfolgen; wir haben nur darauf hingewiesen in Verbindung mit dem Gegenstande, der uns beschäftigt, und um dem christlichen Leser die Notwendigkeit des Selbstgerichts ans Herz zu legen.

Die Einheit des Leibes Christi ist entweder eine bloss menschliche Theorie oder eine göttliche Wirklichkeit. Wir glauben das letztere, und deshalb sagen wir, dass der Wandel des Einzelnen Einfluss auf den ganzen Leib ausübt. Das eine bedingt das andere. Wir können unmöglich einen unabhängigen Platz einnehmen; denn wenn wir mit dem Haupte verbunden sind, so sind wir es auch mit den Gliedern; und diese Verbindung bildet die Grundlage einer Verantwortlichkeit, die wir nicht von uns abschütteln können. Die Vernunft mag ausrufen: "Wie kann so etwas möglich sein?" u.s.w. Der Glaube erwidert: "Gott hat es gesagt", und das genügt allen, die da "versiegelt haben, dass Gott wahrhaftig ist". (Joh. 3,33.)

 

3. Zum Schluss noch ein Wort bezüglich des Gericht von seiten Gottes und des Platzes, den dasselbe einnimmt. Wir haben gesehen, dass da, wo das Selbstgericht nicht ausgeübt wird, die Versammlung in die Sache hineingezogen wird. Wenn aber die Versammlung das Gericht versäumt, was muss dann geschehen? Gott muss eintreten. Ernster Gedanke! "Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen." (Hebr. 10,31). "Die Zeit ist gekommen, dass das Gericht anfange bei dem Hause Gottes." (1. Petr. 4,17.)

Betrachten wir die Geschichte Achans in Josua 7. Was bedeutet der grosse Haufe Steine im Tale Achor? Was für eine Inschrift trägt er? Welche Unterweisung gibt er uns? Er lehrt uns in der feierlichsten Weise, dass "der HErr Sein Volk richten wird", wenn es versäumt, sich selbst zu richten. Hätte Achan die in seinem Herzen aufsteigenden habsüchtigen Gedanken gerichtet, so würde die ganze Gemeinde nicht in die Sache hineingezogen worden sein; und wenn in der Gemeinde Kraft gewesen wäre, das Böse zu entdecken und zu richten, so hätte Gott nicht nötig gehabt, die Gemeinde zu richten. Da aber weder ein Selbstgericht bei Achan, noch auch ein Gericht von seiten der Gemeinde vorhanden war, so musste das Gericht Gottes notwendigerweise eintreten. Gott kann das Böse vergeben, ER kann es auslöschen, aber ER kann es nicht gutheissen und durch Seine Gegenwart bestätigen. Wenn deshalb die Ruinen von Jericho die Gegenwart Gottes im Sieg verkündigten, so redete der Haufe Steine im Tale Achor von Seiner Gegenwart im Gericht.

 

Dieselbe ernste Unterweisung wird uns zu teil, wenn wir uns zum neuen Testament wenden. Denken wir an Ananias und Sapphira in Apostelgeschichte 5. Begegnen wir da nicht einem ernsten Gericht im Hause Gottes? Und ferner, reden die vielen Schwachen, Kranken und Entschlafenen, die der Apostel in 1 Korinth 11 erwähnt, nicht laut und deutlich von jener feierlichen Wahrheit, dass "das Gericht bei dem Hause Gottes anfangen muss? Sicherlich! "Deshalb sind viele unter euch schwach und krank und ein gut Teil entschlafen. Aber wenn wir uns selbst beurteilten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir vom Herrn gezüchtigt, auf dass wir nicht mit der Welt verurteilt werden."

Lass uns das beachten, geliebter Leser! Welch ein unermesslicher Unterschied besteht zwischen Gottes gegenwärtigem Gericht über Sein Haus und Seinem zukünftigen Gericht über die Welt! Der Vater züchtigt Seine Kinder, damit sie Seiner Heiligkeit teilhaftig und nicht mit der Welt verurteilt werden. Wir können das herrliche Wort: "keine Verdammnis" ebenso bestimmt in den Regierungswegen Gottes lesen wie in der apostolischen Belehrung von Röm. 8. In der Letzteren erwartet man es zu finden; aber dass es auch in den Ersteren zu lesen ist, zeigt auf eine höchst treffende Weise den Boden, welchen die Gläubigen in einem auferstandenen Christus einnehmen. Was "die Welt" betrifft, so geht sie dem gerechten, schonungslosen Gericht Gottes entgegen. Er hat "einen Tag gesetzt, an welchem Er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den Er bestimmt hat, und hat allen den Beweis davon gegeben, indem Er IHN auferweckt hat aus den Toten." (Apostelgeschichte 17,31.)