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MALEACHI 3.16

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Die Welt – Auflösung, nicht Stabilität, ist ihr wesentliches Merkmal

 

Reihenfolge der kommenden Ereignisse

Weltuntergang

Der Tag des Herrn steht bevor. Es ist der Tag, da Christus herrschen wird.

1.       Er muss herrschen, bis er alle  Feinde unter seine Füsse gelegt hat (1 Kor 15,25)

2.       Seine Herrschaft (nicht als Gott, sondern) als Sohn des Menschen dauert 1000 Jahre (Off 20,4)

3.       Am Ende der 1000 Jahre

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Selbstgericht

Link: http://www.bibelkommentare.de/mags.php?splitfile=BdH_1930.pdf&pfrom=268&pto=276

 

Selbstgericht    Abschrift Anita L.

 

Unter den geistlichen Übungen, die für den Christen wichtig und heilsam sind, nimmt das Selbstgericht wohl einen der ersten Plätze ein. Ich meine damit nicht jene unglückliche Gewohnheit, sich beständig mit sich selbst zu beschäftigen und in sich nach Beweisen des Lebens oder des Geborgenseins in Christo zu suchen. Das ist ein törichtes Beginnen. Was kann Gutes dabei herauskommen, wenn man unaufhörlich auf ein wertloses, ja, verderbtes Ich schaut? Ein solches Tun kann eine aufrichtige Seele nur unglücklich machen und muss schliesslich in der qualvollen Frage enden: Habe ich überhaupt je Leben aus Gott besessen?

 

Ohne Zweifel ist eine ernste Selbstprüfung gut für alle, die auf sandigen Grund gebaut haben, damit ihnen die Augen aufgehen und sie sich der Gefahr ihrer Täuschung bewusst werden. Sie ist ferner gut für alle, die sich in pharisäischem Geist in ein selbstgefertigtes Kleid gehüllt haben, um die ganze Wertlosigkeit desselben vor Gott zu erkennen. Sie ist gut für Schlafende, damit sie aus ihrem gefährlichen Schlummer aufwachen, gut für solche, die einem furchtbaren Abgrunde zustreben, damit ihnen die Binde von den Augen falle und sie zurückschrecken, ehe es für ewig zu spät ist. Die Richtigkeit dieser Dinge wird von keinem verständigen und rechtgeleiteten Sinn bestritten werden, aber sie haben nichts mit der Frage zu tun, die uns beschäftigt. Der Gläubige wird nirgendwo im Worte Gottes aufgefordert, sich zu prüfen, ob er wirklich ein Christ sei. Im Gegenteil wird er immer wieder ermuntert, in voller Glaubensgewissheit auf dem vollendeten Werke Christi zu ruhen und von sich weg auf Den zu schauen, der für ihn gestorben ist.

 

Wohl gibt es im neuen Testament zwei Stellen, die den Gläubigen zu einer Selbstprüfung auffordern und deshalb oft zu grossem Schaden ängstlicher Seelen missdeutet worden sind. Wir werden aber bei einer näheren Untersuchung bald sehen, dass der Zweck dieser Ermahnung ein ganz anderer ist, als in dem Gläubigen Zweifel an seiner Errettung zu wecken. Die erste dieser beiden Stellen findet sich in 1. Kor. 11, 28.29 und steht in Verbindung mit der Feier des Abendmahls. Wir lesen dort: "Ein jeder aber prüfe sich selbst, und also esse er von dem Brote und trinke von dem Kelche. Denn wer unwürdiglich isst und trinkt, isst und trinkt sich selbst Gericht, indem er den Leib nicht unterscheidet."

Die verkehrte Auslegung dieser Stelle rührt meist daher, dass man den Ausdruck "undwürdiglich essen" auf die Personen anwendet, die die heilige Handlung vornehmen, während er sich in Wirklichkeit auf den praktischen Zustand bezieht, in welchem sie vollzogen wird. Der Apostel denkt gar nicht daran, die Echtheit des Christentums der Korinther in Frage zu stellen, sie also zu einer Prüfung aufzufordern, ob sie wirklich ein Anrecht hätten, an dem Mahle des Herrn teilzunehmen. Wenn er sie im ersten Kapitel seines Briefes als "die Versammlung Gottes, die in Korinth ist", als "Geheiligte in Christo Jesu", "berufene Heilige" anredet, wie könnte er dann im elften die Würdigkeit dieser Heiligen, ihren Platz am Tische des Herrn einzunehmen, in Zweifel ziehen? Nein, er betrachtet die Korinther als Heilige und ermahnt sie als solche, das Mahl des Herrn in würdiger Weise zu begehen. Die Möglichkeit, dass ausser wahren Gläubigen auch andere an dem Mahle teilnehmen könnten, wird hier gar nicht in Betracht gezogen, so dass das Wort "unwürdiglich" sich überhaupt nicht auf Personen beziehen kann. Die Personen waren als Geheiligte in Christo Jesu würdig, aber ihr praktischer Zustand konnte nicht würdig sein, und so werden sie aufgefordert, sich hinsichtlich iher Handlungen und Wege, ja, ihrer ganzen Gesinnung und Herzensstellung vor Gott zu prüfen; anders würde der Herr sich mit ihren Personen in richterlicher Weise beschäftigen müssen, wie es ja schon geschehen war, denn viele unter ihnen waren schwach und krank, und ein gut Teil war entschlafen.

 

Noch einmal denn: Weil die Korinther Christen waren, werden sie aufgefordert, sich selbst zu richten. Hätte ihre Gotteskindschaft noch in Zweifel gestanden, so wären sie zu diesem Selbstgericht völlig unfähig gewesen. Ein Vater denkt nicht daran, sein Kind zu einer Prüfung aufzufordern, ob es wirklich sein Kind ist. Aber Er erwartet von ihm, dass es sich bezüglich seines Verhaltens, seiner Gewohnheiten, ja, seiner ganzen Gesinnung prüft, ob es sich auch als sein Kind benimmt. Tut es das nicht, ist es sorglos und gleichgültig, so bleibt dem Vater nichts anderes übrig, als es auf dem Wege der Züchtigung dahin zu bringen, wohin es durch Selbstgericht hätte kommen sollen. Eben weil es sein Kind ist, kann der Vater ihm nicht erlauben, sich mit schmutzigen Kleidern oder ungebührendem Betragen an seinen Tisch zu setzen.

Die zweite der angedeuteten Stellen finden wir in 2. Kor. 13,3-5. Dort heisst es: "Weil ihr einen Beweis suchet, dass Christus in mir redet,... so prüfet euch selbst, ob ihr im Glauben seid, untersuchet euch selbst". Der Apostel beruft sich hier auf die Gläubigen in Korinth als den Beweis der Echtheit seines Apostelamtes. Das Bestehen der Versammlung in Korinth bewies klar und unzweideutig, dass "Christus in ihm redete". Die Korinther waren Gläubige, waren wahre Christen. So betrachtete Paulus sie, ungeachtet der vielen Unordnungen, die es in ihrer Mitte gab. Sie waren, wie gesagt, das Siegel seines Apostelamtes, der allen sichtbare Beweis, dass Paulus von dem Herrn selbst in Seinen Dienst gestellt war. Deshalb sollten sie nicht auf die bösen Arbeiter hören, die ihn und seinen Dienst zu verleumden suchten. Die Echtheit ihres Christentums und seine Apostelschaft waren so eng miteinander verbunden, dass die eine mit der anderen gleichsam stand und fiel. Die Korinther wussten sehr gut, was sie einst gewesen waren; aber sie waren jetzt "abgewaschen, geheiligt, gerechtfertigt in dem Namen des Herrn Jesus und durch den Geist Gottes". (Vergl. 1. Kor. 6,11.) Und diese völlige Umwandlung war die Frucht des Dienstes des Apostels. Das Ergebnis ihrer Selbstprüfung sollte also nicht etwa die traurige Entdeckung sein, dass sie gar keine Christen waren. Genau das Gegenteil!

 

Ähnlich könnte ich zu jemand sagen: "Hier ist eine Anzahl gutgehender Uhren. Wenn Sie einen Beweis haben wollen, ob der Mann, der sie gemacht hat, ein Meister in seinem Fach ist, so prüfen sie nur diese Uhren."

 

Keine der beiden Stellen bietet also irgendwelche Gewähr für die Art von Selbstprüfung, an die viele irrtümlich denken, die aber in Wirklichkeit keinerlei Stützpunkt in Gottes Wort findet, sondern sich nur auf ein System von Zweifeln und Befürchtungen gründet. Das Selbstgericht, zu welchem das Wort den Gläubigen immer wieder auffordert, ist etwas ganz anderes. So verkehrt und verhängnisvoll jene Prüfung ist, so gut und segensreich ist dieses Gericht. Wir dürfen es eine durchaus notwendige christliche Übung nennen, die von äusserst heilsamer Wirkung ist, sich aber gerade auf ein ungetrübtes Vertrauen hinsichtlich der Errettung und Annahme in Christo gründet. Der Christ richtet sich selbst nicht, um festzustellen, dass er ein Christ ist, sondern weil er ein Christ ist.

So einfach und selbstverständlich diese Wahrheit zu sein scheint, so wenig wird sie von manchen Gläubigen verstanden. Obwohl sie bekennen, an Christum als die einzige Grundlage ihres Heils zu glauben, lassen sie sich doch immer wieder durch die Entdeckung verwirren, dass in ihnen, d.i. in ihrem Fleische, Gutes nicht wohnt. Ach, wenn sie doch verstehen möchten, dass auch eine Jahrzehnte lange Selbstprüfung nichts anderes in ihnen zum Vorschein bringen kann als ein wertloses, verderbtes, durch und durch schlechtes Ich, das aber Gott beiseite gesetzt hat, und das sie berufen sind für "tot" zu halten! Wie könnte man erwarten, durch eine solche Prüfung jemals zu einem erfreulichen Ergebnis zu kommen? Die Quelle der Freude des Christen und die einzige Ursache zu seinem geistlichen Wachstum liegt ausser ihm, in Christo, seinem auferstandenen Heiland. Und je mehr er mit sich abgeschlossen hat und mit Christo sich beschäftigt, umso glücklicher wird er sein, und umso heiliger wird sein Wandel werden.

 

Immer wieder sei es betont, dass der Christ seine Gedanken, Worte und Handlungen, seine Gewohnheiten und Wege im Lichte Gottes beurteilt, sich selbst prüft und richtet, weil er weiss, dass er ein Christ ist, nicht weil er das bezweifelt. Gerade das unumstössliche Bewusstsein von der Gnade Gottes, von der reinigenden Kraft des Blutes Jesu Christi, von der nie erlahmenden Tätigkeit seines Hohenpriesters und Sachwalters droben, von der unfehlbaren göttlichen Sicherheit auch des schwächsten Schäfleins Christi setzt ihn in den Stand, sich selbst zu richten. Solang er zweifelt, ist er dazu unfähig. Die irrige menschliche Selbstprüfung, von der wir sprachen, geht aus dem Unglauben hervor, wahres, göttliches Selbstgericht aus dem Glauben.

Lasst uns dabei aber nicht vergessen, dass dieses Selbstgericht niemals aufhören darf, nicht aufhören kann, solang wir in diesem Leibe sind. Wenn wir es vergessen oder auch nur vernachlässigen, wird die alte Natur sehr bald in uns die Oberhand gewinnen und uns zu Dingen verleiten, die sich für einen Christen nicht geziemen. Ja, je treuer und hingebender wir zu wandeln begehren, desto mehr werden wir bei uns zu richten finden. Nicht als ob dann das Böse in uns zunähme, aber das geistliche Verständnis wächst, das Auge wird schärfer, das Gewissen zarter. Das Licht, in dem wir wandeln, macht alles offenbar. Alle Art von Oberflächlichkeit, Eigenliebe, Reizbarkeit und dergleichen, jeder Mangel an Fleiss oder Treue, jede Neigung zu Eitelkeit oder Hochmut - lauter Dinge, die aus der alten, gefallenen Natur hervorkommen, werden samt allen Versäumnissen und Fehlern von uns gerichtet und durch die Macht der Gnade besiegt werden. Was aufrichtig und dauernd gerichtet wird, wird sich niemals als eine Schuld auf unser Gewissen legen. Wahres Selbstgericht erkennt und erfasst die Wurzeln und Quellen von allem, erhält uns im Lichte Gottes und damit auf dem rechten, geraden Wege. Wird aber die alte Natur nicht im Tode gehalten, so wissen wir nicht, wie, wann oder wo sie plötzlich zum Vorschein kommt, der Seele Bitterkeit und Not bereitet und vielleicht gar grosse Verunehrung auf den Namen des Herrn bringt. Grobe, schmerzliche Verfehlungen sind sehr oft auf die Vernachlässigung des Selbstgerichts in kleinen und kleinsten Dingen zurückzuführen. Seien wir deshalb auf der Hut!

 

Zum Schluss sei noch darauf aufmerksam gemacht, dass es drei deutlich unterschiedene Stufen des Gerichts gibt: das Selbstgericht, das Gericht von seiten Gottes und das Gericht seitens der Versammlung. Wenn der Gläubige sich selbst richtet, so braucht der Herr mit seinen Züchtigungen nicht einzugreifen. Wenn wir uns selbst beurteilen, so werden wir nicht gerichtet. "Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir vom Herrn gezüchtigt, auf dass wir nicht mit der Welt verurteilt werden." (1. Kor. 11,31.32.) Sein Name sei gepriesen, dass ER in Seiner Treue uns nicht gehen lässt!

Wenn wir aber auf die ernsten Weisungen des Herrn nicht achten, so wird über kurz oder lang das Böse in irgend einer Form allen sichtbar werden, sodass die Versammlung darin verwickelt wird und sich von ihm reinigen muss. Sollte die Versammlung es unterlassen, das Böse zu richten, so müsste Gott schliesslich mit ihr selbst handeln, denn ER kann sich selbst nicht verleugnen. Wie ernst ist das alles! Hätte Achan vor alters die habgierigen Gedanken seines Herzens gerichtet, so wäre Israel nicht in das Böse hneingezogen worden. (Jos. 7.) Hätten die Korinther sich selbst geprüft und verurteilt, so hätte der Herr nicht nötig gehabt, die ganze Versammlung so ernst zu tadeln und mit Seinen züchtigenden Wegen einzugreifen.

Gott will, dass alle Seine Kinder das unaussprechlich grosse Vorrecht kennen, eingeführt zu sein in die Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohne. Aber soll ihre Freude völlig sein, so dürfen sie ihrerseits nie vergessen, dass Gott Licht ist und gar keine Finsternis in IHM ist. "Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit IHM haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit." Anderseits aber dürfen Gottes Kinder vertrauensvoll mit jeder Verfehlung, jedem Zukurzkommen, jeder Sünde im Selbstgericht vor ihren himmlischen Vater treten, und wenn sie ihre Sünden bekennen, so ist ER treu und gerecht, dass ER ihnen die Sünden vergibt und sie reinigt von aller Ungerechtigkeit. (1. Joh.1).