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MALEACHI 3.16

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Bibelstellen: Johannes 14,16; Johannes 14,26; 1. Johannes 2,1; Offenbarung 12,10; 1. Johannes 3,3; Römer 11,29; Römer 6,23; Epheser 1,13; Epheser 4,30; Römer 8,38-39


Joh 14,16 und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Sachwalter geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit,

 

Von welchem Sachwalter ist denn hier die

...

Rückgang und Wiederherstellung

Link:

http://www.bibelkommentare.de/mags.php?splitfile=BdH_1909.pdf&pfrom=64&pto=75

 

Rückgang und Wiederherstellung   Abschrift: Anita L.

 

Es gibt drei grosse Feinde, welche beständig den Christen auf seinem Pfade bedrohen; sie heissen: Welt, Fleisch und Satan. In demselben Verhältnis, wie wir einem von ihnen nachgeben, entfernen wir uns von Gott. In der Geschichte des Petrus in Luk. 22 finden wir sie alle drei vereinigt. In den Versen 45 und 50 wird Petrus durch das Fleisch irregeleitet: da wo er hätte wachen sollen, schlief er, und da wo er keinen Widerstand hätte leisten sollen, zog er das Schwert. In den Versen 54 und 55 fehlt er aus Furcht vor der Welt: zuerst wagt er nur in weiter Ferne dem Herrn zu folgen, dann kommt er näher und macht Gemeinschaft mit den Feinden Jesu. In den Versen 57, 58 und 60 endlich sehen wir ihn dreimal durch Satan verführt: er verleugnet Christum, er verflucht sich und schwört, und schliesslich verleugnet er IHN nochmals.

 

Man kann den Weg, welchen Petrus hier geht, schon in den Einleitungsworten des ersten Psalms beschrieben finden. Der Rat der Gesetzlosen oder die Einflüsterungen der fleischlichen Vernunft verleiteten Petrus zur Ziehung des Schwertes; das Stehen auf dem Wege der Sünder erblicken wir in seinem Stehen am Feuer, um sich zu wärmen, während das Sitzen auf dem Sitze der Spötter in Vers 55 gefunden wird.

Der Pfad eines Christen, der sich also von Gott entfernt, ist unendlich schmerzlich und kummervoll. Ja, ich möchte fast sagen, in der ganzen weiten Welt gibt es keinen Menschen, der sich so unglücklich fühlte wie ein Gläubiger, welcher sich von der Heiligkeit und der Freude am Gehorsam zu Pfaden der Selbstsucht und Sünde gewandt hat. Welch ein Unbefriedigtsein und welch eine Leere, statt Friede und Glück, erfüllen da das Herz! Die Seele hat ihre "erste Liebe" verlassen und die Freude am und im Herrn vertauscht mit der Gunst und den Vergnügungen der Welt.

"Zweifach Böses hat mein Volk begangen", klagt schon Gott im Alten Testament durch Seinen Knecht Jeremia; "mich, den Born lebendigen Wassers, haben sie verlassen, um sich Zisternen auszuhauen, geborstene Zisternen, die kein Wasser halten." (Jer. 2, 13). Wie richtig bezeichnet Er sich selbst als "den Born lebendigen Wassers", die Quelle und den Ursprung jeglicher Segnung! Und welch eine ernste, aber so wahre Beschreibung der Erfahrungen einer Seele, die sich von Ihm abgewandt hat, liegt in dem Ausdruck: "geborstene Zisternen, die kein Wasser halten"!

 

Ach! wir müssen oft erst durch wahre Wogen der Trübsal zu der Erkenntnis gebracht werden, dass die Brunnen, zu denen wir uns gewandt haben, in Wahrheit geborsten sind, dass sie kein Wasser halten, dass als Ergebnis unserer Abkehr von Gott nichts anderes bleibt als eine schmerzende Leere im Innern und ein verstörtes, unbefriedigtes Herz, ein Seelenzustand, der in den unglücklisten Stunden vor unserer Bekehrung nicht seines Gleichen findet. O wie oft verbirgt sich hinter einem lächelnden Antlitz, hinter manch heiterer Bemerkung ein schmerzendes Herz, das sich auf diese Weise über die Leere, welche die Entfernung von Gott ihm verursacht, hinwegzutäuschen sucht! Nicht eher wird ein solches Herz seine Ruhe wiederfinden, bis es dahin kommt, zu erkennen, dass die Liebe, mit welcher es geliebt wird, eine ewige Liebe ist, eine Liebe, die ihr Auge auf einen armen, gefallenen Petrus richten konnte; zwar mit einem stillen, schmerzerfüllten Blick, aber doch mit einem Ausdruck, der ihm völlige Vergebung ankündigte.

 

Mein lieber Leser, hast du dich von dem Herrn weg zur Welt und ihren Dingen zurückgewandt? Dann gilt auch dir das in Offbg. 2 an die Versammlung zu Ephesus gerichtete Wort: "Du hast deine erste Liebe verlassen". Fühlst du nicht selbst, wie wahr diese Worte sind? Erinnerst du dich nicht mit blutendem Herzen der einst verliebten schönen und herrlichen Stunden, jener Zeit, wo die Bibel dein liebstes Buch und die Versammlungsstätte der Gläubigen dein liebster Aufenthaltsort war? Wo du glücklich warst im Dienste für deinen Herrn? Wohl magst du dich auch jetzt noch ein Eigentum des Herrn nennen und auch dann und wann aus alter Gewohnheit Sein Wort lesen; aber in all der Zeit hörst du Seine Stimme: "Du hast deine erste Liebe verlassen". Mehr und mehr ziehst du dich von den Dingen, die du einst liebtest, zurück und wendest dich wieder denen zu, die du damals, bei deiner Bekehrung, um Christi willen aufgegeben hast. Vielleicht nimmt unnützes und gefährliches Romanlesen dir Herz und Sinn gefangen und raubt dir einen grossen Teil deiner Zeit; oder die Vergnügungen dieser Welt binden dich mit immer stärkeren Fesseln; oder der Drang, es zu etwas zu  bringen, die Sucht nach Stellung und Ehre unter den Menschen hat dich ergriffen und dein Herz von der Einfalt gegen Christum abgewandt. Mannigfaltig sind die Abwege, auf welche ein Christ geraten kann. Aber ist er glücklich dabei? Du gibst dir vielleicht alle Mühe, es zu sein; aber es ist umsonst. Du beneidest die geistlich Toten um dich her wegen ihrer Sorglosigkeit. Sie fühlen keine Gewissensbisse; die Vergnügungen der Welt, wenngleich sie ihre Herzen nicht glücklich zu machen vermögen, enthalten für sie doch nicht den verborgenen Stachel, den sie für dich haben. Es sind unbekehrte Menschen, die den Herrn, von welchem du dich abgewandt hast, nie gekannt und geliebt haben. Die Stimme des Gewissens ruft ihnen nicht unaufhörlich zu: "Du tust unrecht. Du sündigst wider das Licht, das du empfangen hast und betrübst den Herrn, der dich so unaussprechlich liebt."

 

O möchten wir auf der Hut sein, dass wir nicht in Satans Netze verstrickt werden, wie so manche, die einst mit uns glücklich im Herrn waren! Stete Wachsamkeit tut dazu Not. "Wachet und betet!" sagt der Herr. "Seid nun besonnen und seid nüchtern zum Gebet!" mahnt der Apostel Petrus. Die Anfänge geistlichen Rückgangs sind oft sehr geringfügig, kaum wahrnehmbar. Man beginnt nicht damit, dass man die Bibel für irgend ein schlechtes Buch dahingibt; auch nicht damit, dass man die Versammlung mit dem Theater und dem Konzertsaal vertauscht. Nein, der Anfang ist ein allmähliches Vernachlässigen des Gebets und des Lesens des Wortes. Das Herz wird kälter, das Interesse an göttlichen Dingen nimmt ab, und der Teufel benutzt dies, um der Seele zuzuflüstern: "Gib doch die vergeblichen Bemühungen, fromm zu sein, auf. Eine blosse Form hatkeinen Wert. Warte lieber, bis dein Herz wieder warm geworden ist." Er weiss sehr wohl, der listige Verführer, dass er damit das lau gewordene Herz ganz sicher vor Erwärmung und Erleuchtung verschliesst. Nimmt so die Gleichgültigkeit dem Worte Gottes und dem Gebet gegenüber zu, so geht's bald mit Riesenschritten bergab. Darum "habet acht auf euch selbst!"  und: "Richtet euer Herz auf eure Wege!" Der Herr erhalte uns nüchtern und treu und helfe uns, die Bahn unseres Fusses zu ebnen und alle unsere Wege zu richten! (Spr. 4,26)

 

Lasst mich im Nachstehenden noch kurz erzählen, wie einst eine Seele, die auch weit abgeirrt war, durch Gottes Gnade wiederhergestellt wurde. Vielleicht hilft ihre Geschichte der einen oder anderen Seele, die in ähnlicher Weise gebunden ist, wie sie es war.

 

Ein Knecht des Herrn, der in einer gewissen Stadt das Evangelium verkündigte, wurde gebeten, eine Frau zu besuchen, die einst bekannt hatte, ein Kind Gottes zu sein, dann aber völlig zurückgegangen war. Er fand bei seinem Besuch, dass die Welt und ihre Dinge ganz und gar die Liebe zu Gott aus ihrem Herzen verdrängt hatten. Eine traurige Änderung! Liebevoll wies er sie auf die ernste, im Briefe des Jakobus ausgesprochene Wahrheit hin, dass alle, welche Freunde der Welt sein wollen, sich als Feinde Gottes darstellen, und führte aus, wie schrecklich es doch sei "Feindschaft wider Gott" zu offenbaren. "Die Seele, welche die Welt liebt", sagte er unter anderem, "nimmt nach dem Wort Gottes eine Stellung offener und entschiedener Feindschaft gegen den lebendigen Gott ein. Welch eine Stellung für einen armen Erdenwurm, und dies ganz besondern nach all der Liebe, die sie erfahren haben!"

Doch die Worte des treuen Mannes schienen keinen Eindruck auf seine Zuhörerin zu machen. Endlich verliess er sie und schrieb ihr am nächsten Tage einen längeren Brief, worin er sie noch einmal auf ihren traurigen Zustand und auf die Folgen ihres Weges aufmerksam machte und sie dringend bat, doch umzukehren.

Auf dieses Schreiben emfing er einige Tage später folgende Antwort:

 

"Lieber Herr - ! Ihren freundlichen Brief habe ich erhalten und danke Ihnen vielmals dafür. Ich glaube alles, was Sie über die ewigen Dinge sagen, und wünschte, von Herzensgrund sagen zu können, dass ich willens wäre, als der Welt gestorben zu leben. Aber das kann ich nicht. Ich möchte ein Kind Gottes und zu gleicher Zeit ein Freund der Welt sein. Beides aber geht nicht zusammen. Ich bin (ich erkenne es vollkommen an) von dem Bösen gefangen geführt worden, wie Sie in Ihrem Briefe sagen, und es kommt mir vor, als ob ich gänzlich in seine Gewalt geraten sei; denn trotz aller entgegengesetzten Versuche scheine ich Gott immer mehr entfremdet zu werden. Ich habe in der Tat die Erfahrung gemacht, dass "es schlimm und bitter ist, Gott zu verlassen", wie Jeremia sagt. Aber ich kann nicht zurück.

Meine Freundinnen und Bekannten haben mich ernstlich gewarnt und tun es noch, aber ich fürchte, sie werden mich bald aufgeben.

Ich will jetzt schliessen, indem ich Ihnen nochmals für Ihr freundliches Interesse an mir danke."

 

Ehe wir weitergehen, möchte ich auf einen Punkt aufmerksam machen, der von manchen Gläubigen übersehen wird. Es gibt im täglichen Leben des Christen Verfehlungen oder Verunreinigungen, die eine Folge des Zustandes sind, in welchem wir uns befinden, so lange wir hienieden pilgern. Nicht als ob wir irgend eine Entschuldigung hätten, wenn wir uns in Gedanke, Wort oder Tat verunreinigt haben; keineswegs, aber diese Befleckungen oder Verunreinigungen sind möglich, und wir bedürfen im Blick auf sie der täglichen Waschung, der Reinigung unserer Füsse. Ohne diese könnten wir kein Teil mit Jesu haben. (Joh. 13). Aber die Sache, mit welcher wir uns jetzt beschäftigen, ist nicht Befleckung, sondern Rückgang, und zur Heilung dieses Schadens ist nicht nur Reinigung, sondern eine tiefe, wahre Wiederherstellung, eine gründliche Umkehr nötig.

 

Für den Israeliten unter dem Gesetz bedeutete die bloss versehentliche Berührung einer Leiche Verunreinigung, und so wirkt für uns jede geistige Berührung mit der Welt und dem Bösen in ihr verunreinigend. Hierbei gibt es aber, wie gesagt, für uns keine Entschuldigung. Denn wir sind berufen, "uns von der Welt unbefleckt zu erhalten". Wenn wir uns daher aus Unachtsamkeit oder Gleichgültigkeit beflecken, so haben wir nur uns selbst dafür zu tadeln. Diese Befleckungen sind indes etwas anderes als jenes allmähliche Sich-entfernen von dem lebendigen Gott, jener geistliche Rückgang, von dem wir reden. Immerhin sind sie ein Hindernis für die Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohne und können deshalb, wenn sie nicht ernstlich bekannt und gerichtet werden, leicht zu einem wirklichen Rückgang führen. Solange eine Seele in Gemeinschaft mit Christo bleibt, ist kein Rückgang möglich. Die Gemeinschaft, welche durch das Wort und durch das Gebet aufrecht gehalten wird, muss aufgehört haben oder doch ernstlich gestört sein, ehe der Rückgang einsetzen kann. Wiederherstellung oder Umkehr ist also nichts anderes als das Zurückkehren in die Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohne. Aber welch eine lange Zeit nimmt diese Rückkehr häufig in Anspruch! Hüten wir uns deshalb vor jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes, vor jeder Berührung mit dem Bösen! Und sollten wir unsere Füsse in irgend einer Weise verunreinigt haben, entziehen wir sie dann nicht der Waschung durch das Wort von seiten Christi! Als "Knecht auf ewig" (vergl. 2. Mose 21,6), welcher Sein Weib (die Gläubigen in ihrer Gesamtheit, Eph. 5) und die Kinder, die Gott Ihm gegeben hat (die einzelnen Gläubigen, Hebr. 2), liebt, reinigt Er uns durch die Waschung mit Wasser durch das Wort, wie wir es in der lieblichen Szene in Joh. 13 sehen.

 

Das neu beginnende Werk der Wiederherstellung einer Seele ist indes nicht das Erste, was der Herr für sie tut. Diesem Werke geht ein anderer Dienst voraus. Wie aus Offbg. 12,10 und anderen Schriftstellen hervorgeht, hat Satan Zugang zu den äusseren Höfen der Gegenwart Gottes, und seine gehässige Tätigkeit besteht darin, uns Tag und Nacht bei Gott zu verklagen. Aber Gott sei gepriesen! es steht auch geschrieben: "Wenn jemand gesündigt hat - wir haben einen Sachwalter bei dem Vater, Jesum Christum, den Gerechten". Er ist dort, um jeder Anklage zu begegnen und unsere Sache zu vertreten. Sein Dienst als Sachwalter mag Seinem Werke der Wiederherstellung in der Seele, die zu dem Bekenntnis gemäss 1. Joh. 1,9 führt, lange vorausgehen. Das Eine tut ER für uns im Himmel, das andere wirkt ER in uns hienieden, indem ER uns zu wahrem Selbstgericht leitet. Jede wahre Wiederherstellung ist deshalb auch von zwei Dingen begleitet, von einer tieferen Abscheu vor der Sünde und allem, was der Gemeinschaft mit Christo hindernd im Wege steht, und von einem tieferen Gefühl Seiner unveränderlichen Liebe.

 

So war es auch bei jener Frau, von welcher wir weiter oben hörten. Ihrem ersten Briefe liess sie mehrere andere folgen, welche das fortschreitende Werk in ihrem Inneren klar erkennen lassen. Der zweite lautetete:

 

Lieber Herr -! Sie haben jedenfalls gedacht, Sie würden auf Ihr letztes Schreiben überhaupt keine Antwort erhalten. Aber ich konnte nicht eher schreiben, weil Sie ja die Antwort von mir wünschten, dass ich frei sei.

Nun, dem Gott, welchem es gefallen hat, "Seinen Sohn in mir zu offenbaren", sei Lob und Dank! ich bin frei! Satan hatte mich zwar fest in der Gewalt, aber der HErr Jesus hat sich stärker erwiesen als er. Ewig werde ich Gott dankbar sein, dass ER mir Sie zugesandt hat. Ihre Worte verfolgten mich, wohin ich ging. Beständig klang es mir in den Ohren: "Du bist eine Feindin Gottes". In diesem Zustande schrieb ich Ihnen meinen ersten Brief. Sie antworteten ganz richtig, dass ich am verkehrten Ende anfange. Ich geriet in grosse Sorge betreffs meiner Seele; dabei hatte ich Angst und Furcht vor Gott. ich erblickt in Ihm keine Liebe zu mir. Ich konnte nur an IHN denken als den gerechten Gott, der die Sünde hasst. In diesem Zustand verblieb ich längere Zeit, bis ich endlich wieder Ihren Brief zur Hand nahm und nochmals durchlas. Mein Auge blieb jetzt an der Stelle haften, wo Sie von dem Vaterherzen sprechen, das nach der Umkehr des Abgewichenen verlangt. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen, und heute kann ich mich wieder in Gott, meinem Heiland, erfreuen...

 

Dieser Brief wurde kurz beantwortet. Ein halbes Jahr später lief folgendes Schreiben

:

Lieber Herr -! Wie unsagbar herrlich wird es sein, unseren Herrn Jesum von Angesicht zu Angesicht zu schauen! Seit einigen Tagen habe ich mich viel beschäftigen müssen mit der wachsamen Sorge Gottes für Seine schwachen Kinder.

Er kannte die verwirrten Gedanken, die mein Herz erfüllten betreffs meiner Stellung vor IHM. Aber ER hat mich in einer Versammlung von Gläubigen Worte hören lassen, die meinem Bedürfnis völlig entsprachen.

Ich kann die Ruhe und den Frieden nicht beschreiben, die ich geniesse, seitdem ich geglaubt habe, was ich in Gottes Augen bin. Welch wunderbare Wahrheit, dass ich jetzt vor Gott in Christo Jesu lebe! Wenn ich daran denke, was der Herr für mich getan hat, dass ER, während meine Gedanken Feindschaft und Aufruhr wider Ihn waren, nichts als Liebe, endlose, in alle Ewigkeit währende Liebe, für mich hatte, o dann kann ich nicht anders als mein ganzes Vertrauen auf diesen Gott der Liebe setzen.

 

(Acht Jahre später.)

Teurer Bruder im Herrn! Verzeihen Sie mir, dass ich Sie so lange auf Antwort habe warten lassen.

... Ich kann keine Worte finden, um die wunderbare Gnade zu preisen, die mich in all den Jahren auf dem Wege erhalten hat, und die mich, wenigstens in gewissem Masse, den Wert, des Hochgelobten hat erkennen lassen, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat....

 

Diese Auszüge zeigen klar, wie die Gnade Gottes nicht nur wiederherzustellen, sondern auch zu bewahren und weiterzuführen vermag. Sollten diese Blätter jemandem in die Hände fallen, der sich auch einst zu Christo bekannte, dann aber seine eigenen Wege ging, dessen Herz nun kalt und hart geworden, ja, scheinbar erstorben ist - ich sage scheinbar erstorben, denn beim Lesen der obigen Zeilen sind gewiss Gefühle besonderer Art in ihm wach geworden, ein Sehnen zurück zu Christo, von dem er sich weiter und weiter entfernt hat, so dass die Entfernung, die ihn von Christo trennt, so gross geworden ist, dass ihm eine Rückkehr unmöglich erscheint -  sollte es so mit dir stehen, mein lieber Leser, dann gib die Hoffnung nicht auf, aber zögere auch nicht länger, dem Zuge der göttlichen Liebe zu folgen! Du kannst heute, in diesem Augenblick, wiederhergestellt werden. Nichts anderes ist nötig, als dass du dich von deinem verkehrten Wege zum Vater zurückwendest und IHM alles, was du getan hast, rückhaltlos bekennst. Er wird dich mit Seiner Antwort nicht Wochen oder Monate oder gar Jahre lang warten lassen. Nein, wenn du ein wahres, aufrichtiges Bekenntnis ablegst, so ist ER treu und gerecht, dir zu vergeben und dich von aller Ungerechtigkeit zu reinigen.