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MALEACHI 3.16

Q= Alle Referenzverse/Parallelstellen der S-2000 hat jmd von euch die Zuordnung der Schlachter 2000 Referenzverse / je Vers ?
ich brauche ein File (e.g. *.txt) das ALLE Verse in etwa so gespeichert hat:

Gen 1:1 Neh 9:6, Ps 124:8, Jer 32:17, Joh 1:1-3
Gen 1:2 ...

Hat jemand soetwas vielleicht schon von euch ?

...

Lukas     

 

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Evangelium

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C.A.C.  - Wortbetrachtungen über das Lukasevangelium

 

Kapitel 9

 

Dieses Kapitel fängt mit der Aussendung der Zwölfe an. Der Herr hatte sie in Kapitel 6 erwählt, und das, was in dem Kapitel folgt, scheint die Notwendigkeit davon hervorzuheben, dass sie Jesu ähnlich sein sollten; denn der Herr redet davon, dass sie ihre Feinde lieben, Gutes tun und Söhne des Höchsten sein sollten. Sie sollten Ihm ähnlich sein, wie Er sagt: „Jeder aber, der vollendet ist, wird sein wie sein Lehrer.“ Es ist ein Hinweis auf die Notwendigkeit, Ihm ähnlich zu sein, ehe sie irgend ausgesandt werden konnten, um Ihn darzustellen.

Das ist der Gedanke der Jüngerschaft. Wir sollten nicht nur gewisse Dinge lernen, sondern wir sollten auch wie unser Lehrer werden. Der grundlegende Gedanke Gottes beim Erschaffen des Menschen war, dass er in Seinem Bilde, nach Seinem Gleichnis sein sollte. Wenn ich nun

dieses Kapitel richtig verstehe, so ist hier der Mensch im Bilde Gottes, d. h. Gott wird richtig im Menschen dargestellt. Darum muss eine Ähnlichkeit vorhanden sein; die Jünger sollten Ihm ähnlich, sie sollten wie ihr Lehrer sein. Wenn das erreicht ist, haben wir Personen, die im

Bilde Gottes sein können; sie können Gott öffentlich an einem Schauplatz, wo Er unbekannt ist, zum Ausdruck bringen.

Ich glaube, dass der Herr die Zwölfe im Blick auf das große Ausdehnen der Darstellung Gottes in dieser Welt aussandte. Der Herr wollte nicht die Darstellung Gottes auf Seine Person beschränken, sondern Er wollte sie ausdehnen; nicht nur, dass Er Dämonen austreiben

und Kranke heilen konnte, sondern Er wollte auch Menschen die Macht geben, das zu tun, was Er getan hatte.

Die Darstellung Gottes in der Macht der Gnade sollte ausgedehnt werden. Natürlich hatte der Herr bei der Erwählung der Zwölfe die himmlische Stadt vor Sich; Er dachte an die Grundlagen der Stadt. Wenn die himmlische Stadt mit den Namen der zwölf Apostel des Lammes auf den Grundlagen der Mauer herniederkommt, wird eine herrliche, öffentliche Darstellung Gottes in Seiner Schöpfung vorhanden sein, denn die Stadt hat die Herrlichkeit Gottes.

Wir dürfen nicht den besonderen Platz der Zwölfe aus den Augen verlieren, doch jede bekehrte Seele sollte grundsätzlich die Ausdehnung der Darstellung Gottes vor sich haben. Bei der  Sendung der Siebenzig gab es später eine weitere Ausdehnung. Wir sehen die Darstellung Gottes in einem Menschen, dann in den Zwölfen, dann in den Siebenzig; die Sache dehnt sich aus, und in einem gewissen Sinne hat sie sich seitdem immerfort weiter ausgedehnt.

Wir sollten den Gedanken der Darstellung Gottes schätzen. Ich habe dies in der letzten Zeit viel vor mir gehabt. Die Zwölfe vertraten den Herrn überall, wohin sie gingen; sie taten, was Er tat, und sie sagten, was Er sagte. Sie predigten das Reich Gottes. Es gibt die besondere Stellung der Zwölfe, aber moralisch gehört diese Stellung allen Heiligen. Der Herr brachte die Jünger zu dem vollen Maße Seiner Gedanken. Wir müssen alle dazu gebracht werden. Der Herr hörte nicht auf, an ihnen zu wirken, bis Er sie dahin gebracht hatte, dass sie Seinen Gedanken entsprachen, damit sie Ihn vor den fünftausend Mann völlig darstellten.

Welch eine gepriesene Darstellung von Ihm war es, die Brote aus Seiner Hand zu nehmen! Ihre eigene beschränkte Erkenntnis mussten sie zu Ihm bringen; wenn Er sie aber mit der Gnade des Himmels und mit Seiner eigenen Glückseligkeit verband, so konnten die Jünger die Speise vollkommen den Gedanken des Herrn gemäß der Volksmenge vorlegen, so dass jeder von ihnen aß und gesättigt wurde. Es war eine vollkommene Darstellung Seiner gnadenreichen Kraft durch die Jünger vorhanden. Sie mussten erkennen lernen, wie auch wir

es müssen, dass sie in allem hoffnungslos unzulänglich waren. Wenn die Dinge aber in einer lebendigen Weise mit Seiner Person verbunden wurden, so gab es  keine

Unzulänglichkeit, und es war genug vorhanden, um einen jeden der fünftausend Mann zu sättigen, die vermutlich die ganze Anzahl derer darstellen, die unter Seiner glückseligen Hand im Laufe der ganzen gegenwärtigen Verwaltung gespeist werden sollten, und dann blieb noch

genug für Israel übrig.

Dieser Gedanke der Darstellung ist in den Gedanken Gottes sehr wichtig. Ich glaube, es ist ein großer, grundlegender Gedanke Gottes, und er verleiht den Zwölfen eine große Würde, wie auch allen, die in den Zwölfen vertreten sind. Für diese Darstellung ist nichts erforderlich als nur Ähnlichkeit mit Jesu und mit dem, was in Ihm ist; kein Zubehör ist nötig - weder Stab, noch Tasche, noch Brot, noch Geld, und keine zwei Leibröcke. Der Herr konnte die Jünger mit der Fähigkeit bekleiden, das zu tun, was Er Selbst tat, und dieselben Dinge zu sagen, die Er Selbst gesagt hätte, und die Dinge zu vollbringen, ohne etwas von außen hinzuzufügen, wie nötig das vom menschlichen Standpunkte aus auch sein mochte - sie waren ohne jede zusätzliche Hilfe genügend ausgerüstet.

Es geht nicht nur darum, die Dinge richtig zu machen, sondern sie sollten auch in solch einer Weise und durch solche Leute getan werden, dass Christus und der gepriesene Gott durch diese Art und Weise dargestellt werden. Wir sollen den Gedanken Gottes verstehen und einsehen, dass in Christo das vorhanden ist, was Ihn in jedem von uns nach unserem Maße zum Ausdruck bringen kann.

Es scheint mir, dass die von uns verlesenen Verse einen großen Kreis der Dinge umschließen: das Befreien, das Heilen und das Ausrufen des Reiches Gottes umfasst die Darstellung in Bezug auf das Evangelium. Das Speisen der Volksmenge umfasst das, was wir als Versammlungsdienst bezeichnen. Das Befreien und das Heilen ist die evangelistische Seite, wenn aber Menschen befreit und geheilt sind, brauchen sie Nahrung.

Der Herr dachte daran, sie zu speisen; Er wollte, dass jeder Einzelne von ihnen gut genährt sei. Diese Volksmenge stellt das Ergebnis des Befreiens und Heilens des Herrn dar. Der Herr beachtete die Volksmenge ganz genau, und nicht einer von diesen fünftausend Mann entging Seiner Kenntnis. Der Begriff einer Volksmenge ist eine ungeordnete Menschenmasse, und der Herr möchte Ordnung in der Menge bewirken, damit sie gespeist werden konnte.

An einem öden Ort, wie es hier der Fall war, befand sich eine große Schar Menschen, die auf eine göttliche Weise mit etwas gespeist und gesättigt werden sollte, was völlig außerhalb der Kenntnis des Menschen liegt. Das war der göttliche Gedanke, und die Jünger, die in befreiender und heilender Kraft Seine Vertreter waren, mussten nun lernen, auch Seine Vertreter beim Speisen zu sein. Der Herr sagt: „Gebet ihr ihnen zu essen.“

In diesem Evangelium wird nicht wie im Johannesevangelium dargestellt, dass Er Selbst die Volksmenge speiste. Hier macht Er die Jünger zu Seinen Vertretern. Die Heiligen haben Speise zu verwalten. In diesem Kapitel hatten sie fünf Brote und zwei Fische, die das darstellten, was durch geistliche Übung und geistlichen Fleiß von Christo erworben worden ist. Ein Brot ist das Ergebnis von mannigfaltigen Verfahren; es ist gesät, geerntet, gedroschen, gemahlen und gebacken worden, was viel Fleiß erforderte. Ein Fisch ist ein wenig anders; er ist nicht das Erzeugnis der Mühe des Menschen, er ist durch eine unumschränkte Wirkung Gottes ins Netz gebracht worden.

Das Brot stellt das dar, was wir von Christo durch Übung und Überlegung lernen, der Fisch aber das, was Gott uns in Seiner Unumschränktheit schenkt. Ich glaube, dass, wenn wir die fünf Brote liefern würden, Gott uns die zwei Fische schenken würde. Fünf redet von der menschlichen Schwachheit, wenn aber die zwei Fische hinzugefügt werden, haben wir die Zahl sieben, ein Hinweis auf geistliche Vollständigkeit, und das genügte, um fünftausend Mann zu speisen.

Niemand kann ohne Seelenübungen Christum im Dienste vertreten. Viel geistliche Mühe ist erforderlich, dann das Begehren, den Sinn Gottes zu erkennen, und endlich Gebet. Außerdem

kommt noch das hinzu, was Gott aus Seinen verborgenen Quellen in Seiner Unumschränktheit schenkt, so dass die Diener Gedanken über Christum und Erkenntnis bekommen, um welche sie sich nicht bemüht haben. Die Fische waren durch die unumschränkte Einwirkung Gottes in ihre Netze gekommen. In dieser Weise werden die Nahrungsmittel zugänglich gemacht.

Die Brote und die Fische stellen beide das dar, was von Christo ist, was aber von Seinen Heiligen erfasst wird. Die Jünger konnten sagen: Es ist sehr wenig, aber wir haben es. In einem gewissen Sinne macht es nicht viel aus, ob nur sehr wenig da ist, denn wenn es von Christo ist, kann es maßlos vermehrt werden. Die Frage ist, ob wir etwas haben, was der Herr vermehren kann, wenn Er es berührt.

Philadelphia hat etwas, was der Herr vermehren kann. Er konnte sagen: Du hast Mein Wort bewahrt, Meinen Namen nicht verleugnet und das WortMeines Ausharrens bewahrt. Sie schätzen Christum und sie haben etwas, was der Herr vermehren und zur Speise für alle Seine Heiligen auf Erden machen kann. Die Laodicäer sagen, sie hätten recht viel - „Wir sind reich und sind reich geworden und bedürfen nichts“ -, wenn der  Herr aber das berührt, so verwelkt es und wird zu nichts - „du bist arm und bloß und blind“.

Wenn wir einen Eindruck von Christo haben, wie klein er auch sei, so kann Er ihn vermehren und zur Nahrung für die ganze Versammlung Gottes auf Erden machen; die Möglichkeiten, was Er damit machen kann, sind unbegrenzt. Ich sehe mich um in der Christenheit und sehe allenthalben Leute, die sich mit Dingen beschäftigen, die wie eine Blase platzen würden, wenn der Herr sie berühren würde. Was für eine Gnade ist es, dort zu sein, wo der Dienst Christi ist und wo der Geist köstliche Gedanken über Christum gibt!

Wenn wir nur ein wenig haben und es in die Hand Christi gelangt, so ist etwas da, was Er mit der ganzen Gnade und Macht des Himmels bedecken kann. Er blickte auf gen Himmel und segnete sie, und Er gab sie den Jüngern, und es reichte für alle Fünftausend. Dies ist ein bemerkenswertes Bild von dem, was der Herr gegenwärtig tut. Heute herrscht ein schrecklicher Mangel an Nahrung unter dem Volke Gottes. Für viele ist es ein öder Ort. Die Volksmenge ist eine ungeordnete Schar; der Herr will aber die Dinge in Ordnung haben, und Er lässt sie sich reihenweise zu je fünfzig lagern, was darauf hinweist, dass Scharen, die aus einer solchen Anzahl bestehen, die Verwaltung der Nahrungsmittel erleichtern.

Es ist wichtig, dass das, was der Herr weltweit gibt, in unseren Ortsversammlungen zugänglich ist. Diese Gruppen zu „je fünfzig“ liefern passende Zustände für das persönliche Interesse und die Fürsorge der Hirten und für eine tatsächliche Vertretung Christi in Seinem Dienste des Nährens und Pflegens der Versammlung. Beim Vorlegen der Nahrung sollten die Jünger Vertreter Christi sein.

Es ist ein ernüchternder Gedanke, dass ich bei allem Dienst unter den Heiligen Christum persönlich vertreten soll. Was für einen Charakter würde das dem Dienste verleihen! Ich soll nicht deswegen dienen, weil ich ein gewisses Wissen besitze, sondern weil ich Christum persönlich in Seiner Tätigkeit des Erzählens Seinen Heiligen gegenüber vertrete. Unser Dienst wäre wirksamer, wenn wir Ihm ähnlicher wären - kein anderer Dienst ist etwas wert.

Der Bericht des Lukas über die Verklärung (Verse 28 - 36) entspricht dem allgemeinen Ausblick des Evangeliums. Er redet zu uns vom gegenwärtigen Anblick des Reiches Gottes. Matthäus stellt die zukünftige Herrlichkeit des Reiches dar, damit das Zukünftige sich als Kraft in unseren Seelen auswirken möchte: „Der Sohn des Menschen ... in seinem Reiche“ kommend (Matth. 16, 28). Hier sollten sie aber „das Reich Gottes“ sehen.

Matthäus stellt die Majestät des Königs dar; es ist die göttliche Seite. Lukas stellt jedoch unsere Seite, die in Jesu vorgezeichnet ist, dar. Er ist das Vorbild für alle wahren Untertanen des  Reiches. Darum wird hier der Herr Jesus verklärt, indem Er betete. Es ist der abhängige Mensch in Zuständen der Herrlichkeit.

Es ist nicht unwichtig, dass Lukas schreibt, die Verklärung wäre „bei acht Tagen nach“ den Worten des Herrn geschehen, während Matthäus und Markus von sechs Tagen sprechen. „Sechs Tage“ sind ein Hinweis auf die Zeitspanne der Tage des Menschen, wonach Gott Seinen siebenten Tag im Gegensatz zu allem Vorhergegangenen einführen wird. Der achte Tag weist aber auf einen völlig neuen Anfang hin. Die Zahl des Tieres (siehe Offb. 13, 18) ist 666, und sie kommt zu kurz, das ist keine Vollkommenheit. Die Zahl 8 redet aber von dem Wohlgefallen Gottes an Jesu. (Es ist bemerkenswert, dass der Zahlenwert der griechischen Buchstaben, die den Namen Jesus bilden, 888 beträgt.)

Wir haben gesehen, dass Er in diesem Evangelium fortwährend als betend dargestellt wird. Unterwürfigkeit und Abhängigkeit sind grundlegende Elemente des Reiches Gottes, was das

Aufgeben unseres eigenen Willens in sich schließt und die Anerkennung, dass der Wille Gottes vorherrschen muss. Das erste Anzeichen für die Erhöhung eines Menschen ist, dass er betet, wie wir es bei Saulus von Tarsus sehen - „siehe, er betet“ (Apg. 9, 11). Er war wahrhaftig ein unterwürfig gemachter Mensch, und das ist das Ergebnis der Darstellung des Matthäus, nämlich der Herr in Seiner Majestät. Saulus von Tarsus wurde durch „ein Licht aus dem Himmel“ zu Boden geworfen (Apg. 9, 3), und die Erkenntnis über dieses Licht wuchs in ihm heran: in Kap. 22 war es „ein großes Licht“, und in Kap. 26 „ein Licht, das den Glanz der Sonne übertraf“. Als er unterwürfig gemacht war, wurde er durch Abhängigkeit gekennzeichnet, denn er betete.

Der Mensch ist niemals so hoch erhöht, wie wenn er zu Gott redet. Wenn ich jederzeit eine Audienz bei der Königin haben könnte, würde man mich für einen hoch angesehenen Menschen halten: Zutritt zu Gott zu haben ist die höchste Würde.

Als Jesus auf dem Berge betete, „wurde das Aussehen seines Angesichts anders“. Der Geist eines Menschen kommt in seinem Angesicht zum Ausdruck. Bei dem Herrn Jesu war keine moralische Veränderung nötig, sondern bei Ihm wird uns die eigentliche Wirkung des Gebets gezeigt. Wenn wir beten, werden wir von der Erkenntnis dessen, was Gott ist, erfüllt - von Seinen Gefühlen, Seinem Mitgefühl und Seinen Gedanken -, und das beeinflusst selbst unser Angesicht. Wir werden verwandelt (dasselbe Wort wie umgestaltet), wenn wir die Herrlichkeit des Herrn anschauen (siehe 2. Kor. 3).

Der tatsächlich umgestaltende Gegenstand ist die Herrlichkeit, doch es geht durch Gebet vor sich. Wenn wir das gepriesene Hervorstrahlen Gottes in Jesu sehen, beten wir deswegen, und wir werden verwandelt.

Dann wurde Sein Gewand weiß und strahlend. Es war ein Vorschatten von Seiner Herrlichkeit. Auf uns angewandt bedeutet das, dass alles an uns der Gegenwart Gottes entsprechen sollte - unsere Gewohnheiten, unsere Verbindungen, unser Haushalt, unsere Geschäfte und unsere Beziehungen zu unseren Geschwistern. Der Apostel ermahnte sogar die Neubekehrten, sie sollten „würdig des Gottes, der euch zu seinem eigenen Reiche und seiner eigenen Herrlichkeit beruft“, wandeln (1. Thess. 2, 11. 12). Sind wir alle darüber in Seelenübung, dass wir dem Lichte, das über uns geleuchtet hat, auch entsprechen?

Dann werden Mose und Elia gesehen, Männer, die mit Jesu reden. Sie stellen Menschen dar, die geistliche Erkenntnis besitzen. Damals war sie auf Erden nicht zu finden, darum werden diese zwei Männer erwähnt. Sie redeten über Sein Abscheiden oder Seinen Ausgang; Er sollte aus allem hienieden abscheiden. In dem geistlichen, himmlischen Verkehr mit Ihm wussten Mose und Elia nur zu gut, dass das Reich Gottes, das in Jesu dargestellt wurde, unmöglich in dieser Welt einen Platz haben konnte. Das Reich Gottes fordert von uns, dass auch wir unseren Ausgang erleben, denn das Beispiel desselben ist in Jesu zu sehen.

Die Kinder Israel mussten Ägypten verlassen, weil dort nichts war, was für sie als Volk Gottes passend war, und wir müssen das System dieser Welt verlassen, sogar in seinem religiösesten Charakter, denn Sein Ausgang vollzog sich in Jerusalem.

Hier ist es nicht die Seite der Sühnung für die Sünden, sondern es handelt sich darum, dass Jesus in Seinem Tode den ganzen Schauplatz der Macht des Feindes verließ. In der Anwendung auf uns entspricht diese Schriftstelle Römer 6: „Was er gestorben ist, ist er ein für allemal der Sünde gestorben.“Er hat das ganze System der Sünde ein für allemal verlassen. Deshalb sollen wir uns „der Sünde für tot halten, Gott aber lebend in Christo Jesu“. Wir sollen öffentlich unseren Ausgang vollziehen - „mit erhobener Hand“ -, wie auch die Israeliten Ägypten verließen, und nicht als überführte Übeltäter. Das schließt die Lehre von der Taufe in sich. Sie wurden alle in der Wolke und in dem Meere getauft. „In der Wolke getauft“ entspricht Röm. 5; „im Meer getauft“ entspricht Röm. 6.

In der Wolke ist die Herrlichkeit - das Hervorstrahlen des ganzen Wesens Gottes in Gnaden durch Jesum. Wenn wir wüssten, was es bedeutet, darin eingetaucht  zu sein - Rechtfertigung, Frieden mit Gott, Zugang, die Liebe Gottes, Versöhnung und ewiges Leben -, würden wir mehr begehren, im Meer getauft zu sein, den Tod des von Satan regierten Systems anzuerkennen, um hienieden für Gott zu sein.

Die Kinder Israel  zogen triumphierend in Schlachtreihen hinaus, und sie sangen ihr Siegeslied nach dem Übergang über das Rote Meer in der Wüste. In Ägypten gibt es kein solches Lied.

Wenn diese Dinge bei uns ihren Platz haben, werden wir die Glückseligkeit der Sohnschaft kennenlernen. Der Grund, warum wir so wenig unseren Platz als Söhne bei dem Vater erkennen, ist, dass wir die Seelenübungen, die zum Reiche Gottes gehören, nicht durchgemacht haben. Eine moralische Grundlage muss in der Seele gelegt werden.

„Es geschah eine Stimme aus der Wolke“, und der umliegende Schauplatz verblasste. Nichts kann die Vortrefflichkeit des Platzes, den der Sohn beim Vater hat, übertreffen, aber Zustände des Reiches Gottes sind für seine Entfaltung erforderlich. Der Vater lenkt die Aufmerksamkeit auf Seinen geliebten Sohn und sagt: „Ihn höret“, als ob Er sagen wollte: Ich will, dass ihr Mich kennen sollt, und Er kennt Mich.

Unser Platz in der Sohnschaft beim Vater wird in Jesu, dem geliebten Sohn, anschaulich dargestellt. Wir können ihn nur in Ihm und von Ihm kennenlernen; wir können ihn nicht aus Büchern kennenlernen. Er sagte: „Die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben“ (Joh. 17, 22).

Es ist der Ausgang aus einer Welt der Finsternis in das Licht alles dessen, was der Vater im Sohne aufgerichtet hat - es ist Gottes würdig.