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UNTERREDUNGEN.CH

MALEACHI 3.16

Ein Überblick über das 2. Buch Mose

Hauptgedanken aus Wortbetrachtungen mit:
Charles Andrew Coates

Kapitel 7 - 10

 

In Kapitel 9, 14 lässt Jehova dem Pharao sagen: „dieses Mal will ich alle meine Plagen in dein Herz senden, und über deine Knechte und über dein Volk, auf dass du wissest, dass niemand ist wie ich

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Lukas

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C.A.C.  - Wortbetrachtungen über das Lukasevangelium

 

Kapitel 10

Wir  haben bemerkt, dass der Herr solche aussandte, die Seine persönlichen Vertreter sein sollten. Er erweiterte das Zeugnis der Gnade, indem Er noch andere Gefäße, in welchen es getragen werden sollte, hinzufügte - zuerst die Zwölfe und dann die Siebenzig. Grundsätzlich ist jede Seele, die zur Erkenntnis des Herrn gebracht worden ist, eine Erweiterung des Zeugnisses der Gnade und des Kreises der persönlichen Vertreter Christi in dieser Welt.

Der Herr sagt in Vers 16: „Wer euch hört, hört mich; und wer euch verwirft, verwirft mich; wer aber mich verwirft, verwirft den, der mich gesandt hat.“ Der Herr war der persönliche Vertreter Gottes, und diejenigen, die Er aussendet, sind Seine persönlichen Vertreter.

Darin, dass sie zu je zwei ausgesandt wurden, sehen wir einen göttlichen Grundsatz. Einer ist als Zeuge nicht zuständig: „Damit aus zweier oder dreier Zeugen Mund jede Sache bestätigt werde.“ Petrus stand mit den Elfen auf, er stand aber nicht allein auf.

Wenn wir dazu berufen sind, persönliche Vertreter Jesu zu sein, so ist es wichtig, dass wir auch unserer Mission gewachsen sind. Die Siebenzig waren wie auch wir ihrer Mission nicht

gewachsen. Sie waren in einer wunderbaren Weise gebraucht worden, sie wurden aber ausgesandt, des Herrn Weg zu bereiten; Er sandte sie aus „in jede Stadt und jeden Ort, wohin er selbst kommen wollte“. Sie wurden ausgesandt, um Seinen Weg zu bereiten, und auch als Arbeiter in Seiner Ernte. Weil sie Seinen Geist hatten, wurden sie als Lämmer inmitten von Wölfen gesandt, sie wurden als Friedensboten geschickt, und sie sollten sich mit den Umständen, worin sie sich befanden, begnügen.

Alles dieses war in ihrer Sendung enthalten. Als sie zurückkehrten, freuten sie sich jedoch darüber, dass die Dämonen ihnen in Seinem Namen untertan waren. Dies war auf einem niedrigeren Boden als ihre Sendung; es war etwas, was sie selber auszeichnete. Es war göttliche Kraft da. Sie dachten aber augenscheinlich nur daran, dass sie ihnen eine besondere Auszeichnung verlieh - „die Dämonen sind uns untertan“ -, darüber freuten sie sich. Der Gegensatz in diesem Abschnitt ist bezeichnend. Diese Verse sind die Krone und der Höhepunkt des Lukasevangeliums. Die Freude der Siebenzig war ganz anders als die des Herrn. Er hatte Seine Freude, ihre Freude beruhte aber auf etwas ganz anderem als dem, worauf die Seinige beruhte; und der Herr begnügt Sich nicht damit, dass wir eine Freude, deren Wesen und Grundlage sich von Seiner Freude unterscheidet, haben sollten.

Deswegen ist das der Höhepunkt dieses Evangeliums, weil wir in diesen Versen in das Gebiet der eigenen, persönlichen Freude des Herrn, wie auch in das Wohlgefallen des Vaters und des Sohnes eingeführt werden. Dort können die bösen Mächte unmöglich wirken; da gibt es keine Dämonen, die untertan gemacht werden müssen.

Lukas unterstützt den Paulus sehr, weil er dem Himmlischen in unseren Gedanken den Vorrang gibt. Das Wichtigste ist nicht, dass wir dermal einst in den Himmel kommen werden - alle Christen warten darauf -, sondern dass wir gegenwärtig schon Bürger des Himmels sind; unsere Namen sind dort angeschrieben, wir sind gegenwärtig schon auf der Liste der Bürger des Himmels. Wenn wir da hineinschauen könnten, würden wir unsere Namen und die Namen aller derer, die den Herrn Jesum Christum lieben, dort finden, und zwar als gegenwärtige Bürger des Himmels eingeschrieben.

Die Lehre über die himmlischen Dinge bei Lukas entspricht der Lehre des Paulus: wir haben es mit dem Himmlischen zu tun, und wir sind himmlisch. Kapitel 9 bringt uns zum Himmel. „Es geschah aber, als sich die Tage seiner Aufnahme erfüllten“ - das ist der große Wendepunkt dieses Evangeliums; was darauf folgt, ist mehr oder weniger mit dem Herrn in Seiner himmlischen Stellung als aufgenommen verbunden.

Lukas stellt die Dinge von der moralischen Seite dar, und dies ist der Zeitpunkt, wo der Geist Gottes durch Lukas den Herrn als Den betrachtet, der im Begriff stand, aufgenommen zu werden. Er ging in den Himmel. Von jetzt an dreht sich die ganze Lehre dieses Evangeliums darum, und wir sollten durch die Wichtigkeit des Himmlischen beeindruckt werden.

Die Menschen sagen: Warum habt ihr nicht mehr Bekehrte? Wir müssen die Dinge in ihrem richtigen Verhältnis erkennen. Ich sehe Menschen, die große Taten vollbringen und von Bekehrungen reden können. Wie steht das aber alles in Beziehung zu dem Himmlischen? Das ist die große Frage. Man kann eine große Betätigung der göttlichen Kraft haben und wenig Wertschätzung des Himmlischen, wie es bei den Siebenzig war. Das war aber dem Herrn nicht wohlgefällig. Seine Gedanken sind auf das Himmlische gerichtet. Wenn der Herr uns als  „aufgenommen“ vor Augen gestellt wird, so muss das Himmlische höchst wichtig sein.

Ich sehe, dass Menschen sich mehr dafür interessieren, auf Erden Macht zu haben, als dafür, Bürger des Himmels zu sein. Sie reden von Zungenreden, von Krankenheilungen, von Wundertaten und messen dem allem große Wichtigkeit bei. Das ist aber nicht der Himmel, noch ist es das Himmlische.

Bis zum Ende seines Laufes wurde Paulus zum Predigen des Evangeliums gebraucht, es hatte aber immer einen himmlischen Klang. Sein Evangelium war in Blau gehüllt. Er wurde niemals müde, den Menschen zu sagen, dass er durch ein Licht aus dem Himmel bekehrt worden war; er hatte einen himmlischen Auftrag, und es lag etwas besonders Himmlisches in seiner Art, das Evangelium zu predigen.

Der Herr hatte die Siebenzig im Lichte und in der Kraft des Himmlischen ausgesandt. Doch sie fanden ihre Freude an der Macht, die sie über alles Böse besaßen, und es war auch wirklich der  Fall. Der Herr hatte aber den Fall Satans vom Himmel vor Sich: „Ich schaute den  Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.“ Der Herr dachte an den Himmel, sie aber dachten an ihre wunderbare Macht über das Böse hienieden. Der Herr war dabei, in den Himmel zu gehen. Die Tatsache, dass Er aufgenommen wurde, brachte den Fall Satans mit sich. Die bloße Tatsache, dass Jesus als Mensch in den Himmel aufgenommen wurde, machte es durchaus erforderlich, dass Satan vom Himmel fallen musste.

Wir werden ausgesandt, um den Herrn darzustellen, wir müssen aber empfinden, dass unsere Darstellung mangelhaft ist, wir können das nicht leugnen. Die gegenwärtige Verwaltung hat den Himmel vor sich; somit wird die volle Höhe aller Dinge von der himmlischen Seite aus in Liebe eingeführt. Es ist das, was die Propheten zu schauen begehrten, aber nicht gesehen haben. Das, was die göttliche Liebe befriedigt, muss ein Schauplatz sein, wo nichts Böses gegenwärtig ist.

Die Zusammenstellung dieser Dinge ist köstlich - Christus wird in den Himmel aufgenommen, die Heiligen werden dort angeschrieben, und der Satan fällt vom Himmel. Dann sagt der Herr: „Ich will, dass eure Freude dort sei.“ Der Herr gibt die Kraft, die ganze Macht des Bösen den Füßen der Heiligen zu unterwerfen; sogar Satan selbst soll unter ihre Füße zertreten werden. Das ist aber nicht unsere Freude, noch das, was den Herrn zum Lobpreisen veranlasste. Der Fall Satans hat sich tatsächlich noch nicht ereignet, aber der Herr hatte ihn vor Augen. Ehe Offenbarung 12 eintritt, ist Satan tatsächlich noch nicht hinausgetrieben; doch in den Augen des Herrn wird Satan als vom Himmel gefallen und der Mensch als in den Himmel erhöht gesehen, und die Heiligen sind im Himmel angeschrieben.

Wir sollten viel an den Himmel als unseren gegenwärtigen Platz denken, nicht nur daran, dass wir dahin gehen werden. Je mehr wir anerkennen, dass wir gegenwärtig schon Bürger des Himmels sind, desto mehr sind wir durch himmlische Wesenszüge gekennzeichnet.

Öffentlich wurde der Herr verworfen. Was diesen Abschnitt des Evangeliums kennzeichnet, ist der Gedanke des Besonderen: „Er wandte sich zu den Jüngern besonders“ (Vers 23). Der Herr sagte diese Dinge privat. Das, was wir  hier haben, können wir nicht durch die Predigt oder durch den Dienst des Wortes erlangen; es ist eine private und persönliche Angelegenheit. Der Herr zog ihre Herzen in den Bereich Seiner ewigen Freude.

Es gab einen Bereich der ungemischten Freude für den Herrn, und dort vollzog sich Sein Lobpreisen. Bei dieser Gelegenheit wird es uns erlaubt zu hören, was der Sohn zum Vater redet - wie äußerst interessant für uns! Es liegt ein heiliger Charakter und eine Holdseligkeit darin, was sonst nichts anderem eigen ist. In Johannes 17 ist es auch ein privater Schauplatz; der Herr ist bei Seinen Geliebten, und Er öffnet freimütig Sein Herz, und Er redet in ihrer Gegenwart zu Seinem Vater.

Die Schwierigkeit besteht darin, dass so viele von uns von dem Öffentlichen leben oder von dem, was wir in der Predigt des Evangeliums oder beim Lehren hören; doch auf diese Weise bekommen wir keine Offenbarung. Hier haben wir den Bereich, wo der Vater wirkt; wir haben das Wirken des Vaters und des Sohnes. Es regt sich da sonst gar nichts, wir sind vollkommen außerhalb des Bereichs des Bösen. Der Vater wird gepriesen, weil Er diese Dinge vor den Weisen und Verständigen verborgen und sie den Unmündigen geoffenbart hat; deshalb ist es bedauerlich, weise und verständig zu sein.

Es gibt ein direktes Einwirken des Vaters und des Sohnes in der persönlichen Offenbarung. Es ist ein glückseliger Zufluchtsort. Sogar wenn wir mächtige Werke vollbringen könnten, gibt es etwas weit Besseres, nämlich die Gunst, eine persönliche Offenbarung zu empfangen. Es ist das Wirken des Vaters, dass Er diese kostbaren, himmlischen Dinge Unmündigen offenbart, Menschen, die in dieser Welt kein Ansehen genießen, aber doch Gegenstände der Liebe sind.

Wenn wir bereit sind, dies zu sein, so ist das, was wir durch die göttliche Gunst bekommen können, unbegrenzt. Ein Unmündiger zu sein bedeutet, dass wir Gegenstände des Wirkens Gottes sind, so dass die Selbstwichtigkeit, die uns allen von Natur anhaftet, gerichtet ist und dass eine andere Art Gesinnung bei uns aufgekommen ist, und dann kann uns der Vater himmlische Dinge offenbaren.

Jemand hat einst Bruder J. N. Darby um einige Anweisungen über die beste Art und Weise, die Schriften zu studieren, gebeten. Er antwortete: „Ich finde, dass, wenn ich an das Wort in der Gesinnung eines neugeborenen Säuglings gehe, ich etwas bekomme.“

In Vers 22 sagt der Herr: „Niemand erkennt, wer der Sohn ist, als nur der Vater; und wer der Vater ist, als nur der Sohn, und wem irgend der Sohn ihn offenbaren will.“ Das ist persönlich. Man kann sich nichts Größeres oder Höheres vorstellen, denn es ist das Wohlgefallen des Vaters und des Sohnes. Der Vater wird in Seiner höchsten Gewalt als Herr des Himmels und der Erde gesehen, und es hat Ihm Wohlgefallen, die ganze Glückseligkeit der himmlischen Dinge Unmündigen zu offenbaren.

Alle Dinge im Himmel und auf Erden werden hier als dem Sohne übergeben angesehen. Wir sind außerhalb des Bereichs des Bösen, denn das System der Dinge, das dem Sohne vom Vater übergeben worden ist, kann unmöglich fehlgehen. Das verändert den Charakter derjenigen, denen diese höchste Gunst widerfährt; es steht allen offen, die den Charakter der Unmündigen besitzen. Diese Dinge übersteigen unsere Gedanken - welches Geschöpf könnte den Gedanken erfassen, dass alle Dinge dem Sohne vom Vater übergeben worden sind? Es ist unendlich. Der Sohn ist so groß, dass niemand außer dem Vater Ihn erkennen kann. Was ist das für ein Trost! Wenn Einer in der Gestalt Gottes Mensch wird, so muss an Ihm etwas Unausforschliches sein. Es ist unser großer Gegenstand des Lobpreises, dass niemand den Sohn erkennt, als nur der Vater; wir dürfen nicht meinen, dass wir den Sohn erfassen können.

Dann aber erkennt niemand, wer der Vater ist, als nur der Sohn, „und wem irgend der Sohn ihn offenbaren will“. Es ist eine Angelegenheit der persönlichen Gunst und des Wohlgefallens des Sohnes, den Vater zu offenbaren. Es ist dem Herrn eine Wonne, die Erkenntnis des Vaters, wie Er Ihn kennt, in die Herzen Seiner Heiligen zu legen. Wenn wir überhaupt den Vater erkennen, so erkennen wir Ihn so, wie der Sohn Ihn kennt; es gibt keinen anderen Weg, Ihn in diesem himmlischen System zu erkennen. Er wird durch die Unumschränktheit des Sohnes geoffenbart.

Matthäus 11 stellt die Seite der Verwerfung des Sohnes dar. Hier lobpreist Er im Blick auf die Vollständigkeit des Falles von allem Bösen und des darauffolgenden Aufrichtens des göttlichen Wohlgefallens, und dieses begehrten die Propheten und Könige zu sehen. Es war nicht nur, dass die Dinge vor den Weisen und Verständigen verborgen waren, sondern sie wurden auch nicht einmal von Männern gesehen, die am Platze der größten Gunst bei Gott standen.

Es ist erstaunlich zu denken, dass wir größere Gunst bei Gott genießen als Daniel, David, Salomo oder Jesaja; sie sahen nicht, was wir sehen. Sie hatten nur eine Ahnung von dem himmlischen System. Was für ein Begehren muss im Herzen Davids aufgekommen sein, als er den Psalm 110 schrieb: „Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße“ - wie muss er wohl  danach verlangt haben, das zu verstehen! Die Schrift sagt, dass sie fleißig nachsuchten und nachforschten; es gab im Alten Testament Fingerzeige auf das Himmlische, und das geistliche Verlangen der Propheten und der Könige wurde dadurch so stark erweckt, dass Gott sie tröstete, indem Er ihnen sagte, dass diese Dinge nicht für sie selbst waren, sondern für andere, die nach ihnen kommen sollten. Sie werden zweifellos ihr Teil am Himmlischen haben, sie hatten es damals aber noch nicht; sie sahen diese Dinge noch nicht.

Wir sollten den Gedanken der Überschwenglichkeit der göttlichen Gunst hegen. Wieviele von uns hier haben das tiefe Bewusstsein in der Seele, dass wir viel mehr begünstigt sind als Abraham? Dieses Bewusstsein würde uns vor der Welt bewahren. Wenn wir die Heiligen vor der Welt und vor irdischer Gesinnung bewahren wollen, müssen wir sie in ihren Gedanken mit Christo und mit dem, was droben ist, beschäftigen. Diese Propheten und Könige beschämen uns, denn sie sahen nicht das, was wir sehen.

Wir können diesen Grundsatz auch anders anwenden. Wie viele große und ehrwürdige Diener Gottes in der Kirche haben nicht das gesehen, was wir sehen! Der Geist Gottes erweckt zweifellos himmlische Wünsche. Alle unsere Brüder, die im Geist wandeln möchten, sollten himmlische Dinge begehren, aber sehr viele von ihnen sind in einer Umgebung, wo sie das Himmlische nicht sehen können.

Was ist das für eine Gunst, die Fähigkeit und das Vorrecht zu haben, die himmlischen Dinge zu sehen! Wir sind zu einer himmlischen Stellung, Freude und Verwandtschaftsbeziehung berufen; das dient alles dem Wohlgefallen des Vaters und des Sohnes - es gibt nichts Höheres als das. Diese Verse bringen uns zum Höhepunkt der Dinge, wie Lukas sie darstellt, und von diesem Standpunkte aus gehen wir nun zum letzten Teil des Kapitels über.

Der Mensch unter Räubern war ein hilfloses Opfer. Das ist nicht der Bereich des göttlichen Vorsatzes; in diesem Abschnitt kommen wir zu einem Schauplatz der Not. Wenn wir auf jener himmlischen Höhe gewesen sind, wo lauter Licht und Glückseligkeit ist, und die dort vorhandenen Reichtümer erkannt haben, so können wir auf diesen Schauplatz des Zusammenbruchs und der Not herabsteigen, um dort als wahre Nächsten zu wirken - als solche, die das Nötige für solche Zustände darreichen können. Zustände der tiefsten und bittersten Not herrschen auch bis zum heutigen Tage, und; das sogar unter dem Volke Gottes, denn der Mensch, der unter die Räuber fiel, war zweifellos einer von ihnen. Der Herr konnte die Hilfsquellen des Himmels herab bringen, und der Herr sagt uns jetzt: Dies ist es, was Ich will, dass du sein möchtest - ein Nächster.

Wir werden nicht dadurch geprüft, was im Himmel ist, sondern dadurch, was auf dem Schauplatz der Not zu finden ist. Die Probe ist: Sind wir geistlich im Himmel gewesen, und haben wir die Hilfsquellen des Himmels? Der Herr konnte himmlische Hilfsquellen zum Stillen der bittersten Not herniederbringen. In der Kraft und Glückseligkeit der himmlischen Hilfsquellen wollte der Herr diesen Gesetzgelehrten zu einem Nächsten machen. Der Herr ist das Vorbild dafür, aber dabei soll es nicht bleiben.

In der Kraft und Glückseligkeit dessen, was wir im Verborgenen beim Herrn lernen, können wir uns als Nächste auf einem Schauplatz der Not erweisen. Die himmlischen Hilfsquellen sind grenzenlos, und der Herr möchte uns in dieses Gebiet einführen, um uns auszustatten. Wieviel Not gibt es doch unter den Brüdern! Was für eine Gesinnung ruft das hervor? Die Gesinnung eines Gesetzgebers, der da sagt: Dies und auch das sollte nicht so sein, oder die Gesinnung Dessen, der alle erforderlichen Hilfsquellen darreichen kann? Der Priester und der Levit mögen sehr gute Männer gewesen sein, aber sie hatten keine Hilfsquellen. Der Nächste hatte aber eine Fülle der Hilfsquellen. Wenn wir himmlisch sind, werden wir bei der Berührung mit der Not Hilfsquellen haben.

Von Natur sind wir alle Gesetzgelehrte. Der Gesetzgelehrte wird alles Licht, sogar in Bezug auf die Gesinnung Gottes, in einer gesetzlichen Weise gebrauchen und dazu anwenden, um sich selbst hervorzuheben und die Schwachheit und Unzulänglichkeit anderer bloßzustellen; er hat aber keine Hilfsquellen. Das bezieht sich auf uns alle, wenn die Zustände nicht so sind, wie sie sein sollten.

Der Mensch, der unter die Räuber fiel, hatte den von Gott gegebenen Platz der Gunst verlassen und war in einen von Gott niemals gewollten Zustand geraten. Was kannst du nun für ihn tun? Kannst du so handeln, wie Christus es tat? Dieser Mensch wurde geheilt, getragen

und versorgt; er ist der Gegenstand des Dienstes und der Fürsorge, bis der Herr wiederkommt. Wenn wir wahre Nächsten sind, sollten wir die Heiligen als Gegenstände der Fürsorge betrachten. Der gesetzliche Mensch kann uns sagen, was verkehrt ist und wie ihn das betrübt, aber er kann kein Heilmittel darreichen.

Der Gesetzgelehrte kam und gab an, als interessiere er sich für das ewige Leben; als er aber vor den Herrn trat, wurde eine sehr ernste Frage in Bezug auf seinen eigenen Zustand aufgeworfen, denn er besaß keine Hilfsquellen. Das ewige Leben ist mit dem kommenden Zeitalter verbunden; dann werden göttliche Hilfsquellen zur Verfügung gestellt werden, um dem ganzen Zustande des Elends und der Schwachheit entgegenzutreten. Besitzen wir aber Hilfsquellen, um dem schon jetzt gerecht zu werden? Dazu ist die Gnade des Himmels erforderlich. Der Nächste kam und stellte keine Anforderungen, sondern er reichte alles Erforderliche dar. Wir sollten bereit sein, aus reiner Gnade bis ans Ende als Nächste zu wirken.

Wenn wir wie der Mensch, der unter die Räuber fiel, es erlebt haben, dass wir verarmt waren, und Christus uns alles Notwendige dargereicht hat, so wird das unsere Herzen beeinflussen, und wir werden imstande sein, allen gegenüber in dieser Gesinnung aufzutreten. Die Versammlung ist der Ort, wo Menschen betreut werden; sie ist wie die Herberge ein Ort, wo der Dienst Christi unermüdlich betrieben wird, bis Er kommt. Der Tod des Herrn ist in Sein Kommen an den Ort, wo jener Mensch war, eingeschlossen.

Es  ist bemerkenswert, dass es die Frage über den Nächsten war, die im Gewissen dieses Mannes wachgerufen wurde, nicht die Frage wegen der Liebe zu Gott. Sein Zusammenfassen des Gesetzes in Vers 27 bezog sich auf beides. Der Herr hatte in Kap. 7 gezeigt, wie der erste Teil - die Liebe zu Gott, zuwege gebracht wird. Gott sichert Sich die Liebe Seiner armen Schuldner; der große Gläubiger tritt in der Gnade der Vergebung hervor, und  Er erwirbt Sich dadurch die Liebe des schlimmsten Schuldners, dass Er alles vergibt.

Es gibt aber auch die Frage wegen des Nächsten. Es ist wunderbar, daran zu denken, dass der Herr die Wunden, die ich mir infolge meiner Abtrünnigkeit zugezogen habe, dazu gebrauchen kann, dass ich die Berührung Seiner Hände in einer Weise erlebe, wie es ohne diese Wunden unmöglich gewesen wäre, und das lässt mich das Bewusstsein der Zärtlichkeit Seiner Hände beim Verbinden dieser Wunden verspüren. Es ist in der Gnade, die ich in Ihm erkenne, dass ich anderen dienen kann; wenn ich wirksam dienen soll, muss ich den Dienst an mir selbst erlebt haben.

Dieser Mensch war in Jericho. Es gibt wenig Heilige, die es nicht erlebt haben, dass sie fortgerissen wurden. Der Mann verlor sein Eigentum, er verlor seine Kleidung, er verlor alles außer seinem Leben; er veranschaulicht einen, der vom Herrn abgewichen ist. Viele haben das verloren, was Gott ihnen in Seiner Gunst geschenkt hatte. Der Herr fragte diesen Gesetzgelehrten, was er für diesen Menschen tun konnte; Er wirft diese Frage in deutlichen Worten auf. Er sagt gleichsam: Es nützt nichts, wenn du alle deine reichen Vorräte an Gelehrsamkeit und Gesetz entfaltest; wenn du nichts für diesen Menschen tun kannst, musst du Mir Platz machen.

Das Öl, der Wein und das Tier weisen alle auf den Heiligen Geist hin. Der Heilige Geist wird zuerst vom Standpunkt der Wiederherstellung aus betrachtet. Der Herr kam und brachte göttliche Hilfsquellen, und sie liegen alle im Geiste. Die Lebenskraft wird dem Menschen wiedergegeben, und dann setzte Er ihn auf Sein Tier, um ihn zu tragen. Er war selbst nicht fähig, zu gehen, aber er wird in der Kraft eines Anderen aufgerichtet. Bruder J. B. Stoney pflegte uns zu sagen, dass er geheilt, getragen und versorgt wurde. Die Wiederherstellung und die Kraft zum Wandeln liegen im Geiste.

Der Wirt stellt den Charakter der Verantwortung und der Betreuung im Hause Gottes dar; er handelt nach der Unterweisung des Nächsten. Dieser Dienst zugunsten derjenigen, die das verloren haben, was sie hätten bewahren sollen, ist jetzt in die Hände der Heiligen übergegangen. Der Geist wirkt durch die Heiligen. Eine Herberge ist eine zeitweilige Versorgung, ein Ort für vorbeireisende Fremdlinge. An diesem zeitweiligen Platze wird Nächstendienst geleistet, und Hilfsquellen werden für die verwendet, die nichts besitzen. Die Möglichkeit, noch mehr auszugeben, weist darauf hin, dass alles Erforderliche für jeden Umfang der Betreuung vorhanden ist.

Der Herr ist sehr darum besorgt, dass diese Gesinnung unter Seinem Volke vorherrschen sollte. Wenn wir hienieden gelassen sind, um die Gnade des Himmels auszuteilen, wer wird dann sagen, dass wir nicht genug haben, um diesen Dienst fortsetzen zu können. Ich habe es erfahren müssen, was für ein Nächster Er mir ist. Bedenkt die vielen Arten der Not, in welchen wir uns befinden, und die erforderlichen Hilfsquellen sollten vorhanden sein, um ihnen allen abzuhelfen; das ist die Gesinnung, in welcher wir zusammen wandeln sollen.

Im 1. Korintherbrief zeigt der Apostel, was die Herberge sein sollte; Kap. 13 ist die Gesinnung, die dort herrschen sollte. Im 2. Korintherbrief sagt der Apostel: „Ich will aber sehr gern alles verwenden und völlig verwendet werden für eure Seelen, wenn ich auch, je überschwenglicher ich euch liebe, um so weniger geliebt werde“ (Kap. 12, 15). Das ist die wahre Gesinnung des Nächsten, und der Wirt muss von dieser Gesinnung durchdrungen sein. Der Nächste übernimmt alle Ausgaben, er ist nicht beschränkt, er verwendet für die Betreuung so viel wie er will. Wir müssen die Heiligen als in dem Bereich der Not betrachten; sie sollten versorgt werden.

Welcherart Leute erwarten wir in der Versammlung, wenn wir sie als Herberge betrachten, zu finden? „Weiset die Unordentlichen zurecht, tröstet die Kleinmütigen, nehmet euch der Schwachen an, seid langmütig gegen alle“ (1. Thess. 5, 14) - das sind die Leute, die wir in der Versammlung finden können.

Der Herr will uns durch Sein Abendmahl in einen anderen Bereich führen. Als Er es uns gab, beabsichtigte der Herr, dass wir mittels des Abendmahls aus dem Bereich der Not in den Bereich des göttlichen Wohlgefallens übergehen und diesen Kreis wie Maria wertschätzen sollten. „Jesus aber liebte die Martha“, sie duldete es aber, dass der Dienst sie daran hinderte, Jesu das Wohlgefallen zu bereiten, welches Maria Ihm bereitete. Wollen wir es dulden, dass der Dienst uns hindert?

Martha wurde durch ihr Dienen daran gehindert, was äußerst gut war. Sie hatte den Herrn in ihr Haus aufgenommen, um Ihm zu dienen. Nichts könnte mehr zu empfehlen sein; doch wurde sie dadurch abgelenkt. Hier wird uns hauptsächlich der Gegensatz zwischen einem Menschen, der sich dafür interessierte, was dem Herzen des Herrn sehr nahe ist, und einem, der sogar durch den Dienst daran gehindert wird, gezeigt. Der Herr will uns aus solchen wie Martha zu Marien machen, ebenso wie Er uns aus Gesetzgelehrten zu Nächsten machen will.

In Johannes 12 sehen wir  Martha  ohne jede Ablenkung dienen. Sie war in einer göttlichen Weise zurechtgewiesen worden, so dass sie ihren Platz im Kreise der Liebe einnehmen und den wahren Platz des Dienstes darstellen konnte.

Wenn man sich mit dem Dienst beschäftigt, findet man solch eine Menge von verschiedenen Dingen, die die Aufmerksamkeit verlangen, dass er uns zur Ablenkung wird, um uns des guten Teiles zu berauben. Bei uns allen ist ein starkes Widerstreben vorhanden, in den Bereich des Wohlgefallens Gottes einzugehen. Wir bedürfen des Dienstes Christi; Maria war ein Erzeugnis des eigenen Dienstes des Herrn.

Das ist der Höhepunkt des Evangeliums; alles Vorhergehende führt uns zum Himmlischen. Der Herr will uns zu der Einsicht führen, dass der Himmel unser Platz ist - nicht bloß in der Zukunft, sondern jetzt. Alle Gläubigen geben zu, dass der Himmel in der Zukunft ihr Platz ist, aber sehr wenige haben eingesehen, dass er schon jetzt ihr Platz ist und dass die Welt jetzt ebenso wenig ihr Platz ist, wie sie nicht mehr der Platz Christi ist.

Maria widmete sich Seinen Gedanken und Seinen Worten. Martha diente Ihm tatsächlich ergeben, sie berührte aber nicht den Bereich jenes guten Teiles. Es gibt keinen wahren Dienst, wenn wir nicht zu Jesu Füßen gesessen haben. Die Tatsache, dass man durch den Dienst besorgt und beunruhigt ist, beweist, dass er den Charakter der Martha trägt. Einer der weltlichen Dichter hat gesagt: „Jeder große Dienst entspringt dem Mittelpunkt eines ruhigen Herzens.“

Es ist ein schlechtes Zeichen, wenn wir beginnen, uns über die Geschwister zu beklagen. Martha beklagte sich. Wenn wir allein dienen wollen, denken wir immer, dass andere genau das tun sollten, was wir tun. Die Frage aber ist: Gehört unser höchstes Interesse dem, was dem göttlichen Wohlgefallen dient? Die Segnung Marias lag in ihrem tiefen Interesse an der höchsten Freude des Vaters und des Sohnes. Sie bereitete dem Herzen Jesu die höchste Freude dadurch, dass sie Seinem Worte zuhörte.

Vielleicht haben wir es alle erlebt, wie es ist, wenn wir für einen sehr viel getan haben und diese Person es dankbar und liebevoll annimmt. Und unsere Herzen mögen von etwas erfüllt sein, worüber wir reden möchten; aber wir finden, dass man sich nicht dafür interessiert. Wir kennen die bittere Enttäuschung, welche uns dadurch entsteht. Oft ist es mit uns ebenso, und das Herz des Herrn ist betrübt. Wir interessieren uns mehr dafür, was unserer Not dienlich ist, als für das, was Ihm zum Wohlgefallen gereicht.

Ich merkte das, als ich zuerst zu predigen begann. Wenn ich darüber redete, was sich auf das Wohl oder den Vorteil des Menschen bezog, so wurde Interesse gezeigt; wenn ich mich aber dem zuwandte, darüber zu reden, was dem Herzen Gottes diente, so nahm das Interesse ab. Maria begriff den wahren Charakter und die Glückseligkeit des Augenblicks. Der Sohn war hienieden und offenbarte den Vater; Sein Wort war die Offenbarung Gottes als Vater, und sie empfand, dass dies unendlich größer war als alle Angelegenheiten des Dienstes hienieden, sie widmete sich völlig dem Zuhören.

Das gute Teil ist die Erkenntnis Gottes, der als Vater geoffenbart ist. Die Wahrheit betreffs Gottes, des Vaters, ist geoffenbart worden. Wir brauchen auf kein weiteres Licht über Gott, den Vater, zu warten. Es wurde vor vielen Jahren gesagt: Wer kann nach dem Sohne reden? Wenn der Sohn spricht, so ist es das Schlusswort, und Er redet, um Gott als Vater kundzutun.

Das Maß, in welchem wir diese Offenbarung beherzigt haben, wird durch das Maß unseres Gottvertrauens gemessen. Es hat dem Sohne wohlgefallen, den Vater zu offenbaren, und das erste Erzeugnis dieser Offenbarung ist vollkommenes Gottvertrauen, was zu unserer Glückseligkeit wesentlich notwendig ist. Abhängigkeit ohne Vertrauen bedeutet Elend; aber auf Vertrauen beruhende Abhängigkeit bedeutet das höchste Glück.