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MALEACHI 3.16

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Bibelstellen: Kolosser 4,6; Galater 5,16; Psalm 45,2; Lukas 4,22; Jakobus 3,6-10;

 

Kol 4,6 Euer Wort sei allezeit in Gnade, mit Salz gewürzt, so dass ihr wisst, wie ihr jedem Einzelnen antworten sollt.

 

Wie schwer ist es doch, dass unsere Worte allezeit in Gnade sind.

Wenn wir nicht im Geiste wandeln (Gal 5, 16), we

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Lukas Kapitel 14

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Evangelium

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C.A.C.  - Wortbetrachtungen über das Lukasevangelium

 

Kapitel 14

 

In diesem Kapitel betrachtet der Herr nicht nur alle Dinge voller Barmherzigkeit, sondern Er bringt auch Heilung zustande. Der wassersüchtige Mensch stellte die Gesetzgelehrten und Pharisäer dar, er war ein Beispiel für diese Gesellschaft. Sie lauerten darauf, Denjenigen, der Jehova war, in ihrer Mitte zu verurteilen. Er aber betrachtete den aufgeblähten Zustand des wassersüchtigen Menschen als ein Zeichen von ihrem Zustand, und Er war da, um den Menschen auf sein richtiges Maß herab zu bringen.

Um die göttliche Gnade zu empfangen, muss der Mensch von seiner Wassersucht geheilt werden; nichts kann die eigene Wichtigkeit des Menschen beseitigen als nur die Wirkung des Herrn Selbst. Wenn ein Mensch es darauf absieht, seine eigene Gerechtigkeit aufzurichten, so ist er wassersüchtig; er ist dann nicht bereit, den niedrigsten Platz einzunehmen.

Es gibt keinen anderen Weg zur Erhöhung, als nur ganz nach unten zu rücken, und keiner außer dem Herrn Jesu kann meine eigene Wichtigkeit heilen und mich willig machen, den niedrigsten Platz einzunehmen. Er allein kann den Menschen auf sein richtiges Maß herabsetzen, und nachdem Er ihn dahin gebracht hat, kann Er ihn erhöhen.

Es war eine Handlung des unumschränkten Willens Gottes, denn der Mensch bat nicht um Heilung, und die Tischgesellschaft war dagegen. Der Herr nahm Sich seiner an und heilte ihn nach Seinem unumschränkten Willen. Der Mensch gebrauchte den Sabbat, um in seiner eigenen Wichtigkeit zu leben, und die Menschen suchten sich die ersten Plätze aus - das ist Selbstwichtigkeit. Jeder von uns hat diese Krankheit gehabt, und nur der Herr kann sie heilen.

In Phil. 2 lesen wir, dass der Herr Sich Selbst zu nichts machte. Derjenige, der in Gestalt Gottes war und Gleichheit mit Gott beanspruchen durfte, machte Sich Selbst zu nichts. Er stieg hernieder, um für uns ans Kreuz zu gehen; wir aber müssen aus unserem krankhaften Zustande herabsteigen, um bereit zu sein, den letzten Platz einzunehmen, um unsere ganze eigene Wichtigkeit aufzugeben. Es sind die Letzten, die die Ersten sein werden.

Gerade diese eigene Wichtigkeit macht mich zum Gegenstand der Anteilnahme Gottes. Wenn ich mir dessen bewusst werde, bin ich bereit, heruntergesetzt zu werden. Alle Kennzeichen unseres moralischen Verfalls erwecken die Anteilnahme des Herzens Gottes. Sobald wir unter der Belehrung des Herrn einzusehen beginnen, dass wir selbstwichtig sind, hassen wir uns selbst und denken, Gott muss uns auch hassen; Er liebt uns aber und sagt: Ich werde dich heilen, damit du klein genug wirst, um in der Zeit und der Ewigkeit zu Meiner Familie zu gehören.

Wenn ich den niedrigsten Platz einnehme, sagt Er: „Rücke höher hinauf.“ Gott wird es so führen, dass allerlei Dinge auf uns einwirken, um unsere eigene  Wichtigkeit hernieder zu bringen. Kein Heiliger kann in  seiner eigenen Wichtigkeit vor den Herrn treten. Wir können vorgeben, von uns selbst nichts zu halten; wir mögen bereit sein, herabwürdigende Dinge von uns selbst zu sagen. Gott aber muss darin Wahrhaftigkeit bewirken, und es ist in der Gegenwart Seiner Liebe, dass wir es lernen, den niedrigsten Platz einzunehmen.

Der Dienst des Wortes, den Gott sendet, ist der Dienst Christi, und wenn demselben in unseren Herzen Raum gegeben wird, muss alles Fleischliche hinausgetan werden. Wenn Christus hereinkommt, muss die eigene Wichtigkeit hinausgetan werden. Bei den meisten von uns geschieht das nur in geringem Maße, es verschwindet nur langsam.

Die eigene Wichtigkeit beginnt zu verschwinden, und Christus beginnt hervorzukommen. Gott wirkt nach dieser Richtlinie bei uns. Deshalb sollten wir es dem Herrn überlassen, uns zu erhöhen. Lass den Herrn sagen: „Rücke höher hinauf.“

Maria sagte: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; es geschehe mir nach deinem Worte.“ Sie war bereit, zur höchsten Gunst, die jemals einem aus der menschlichen Familie erzeigt wurde, hinaufzusteigen; es war aber der Herr, der sie erhöhte. Es geschah, weil sie gar keine eigene Wichtigkeit mehr hatte, dass sie auf den höchsten Platz hinauf rücken konnte.

Man sollte deshalb die Gesinnung haben, sich damit zu begnügen, der Letzte zu sein, um mehr als jeder andere die Gunst Gottes einem armen Sünder gegenüber zu schätzen. Einer, der den letzten Platz einnimmt, empfiehlt sich der gnädigen Aufmerksamkeit des Herrn, und auch der gnädigen Aufmerksamkeit der Geschwister. Wenn wir einen Menschen sehen, der einen hervorragenden Platz erlangen will, der sich bemerkbar machen und etwas sein will, so erniedrigt er sich selbst, und wir schätzen ihn sehr gering ein. Wenn er aber gesinnt ist, auf den niedrigsten Platz herabzusteigen, so ist an ihm etwas Empfehlenswertes. Keiner kann deswegen einen Fehler an mir finden, weil ich der Letzte sein will.

Paulus sagte von sich, er sei „der Allergeringste von allen Heiligen“. Ich habe oft gefragt: Wenn Paulus der Allergeringste war, wie groß bist du dann? Es ist eine schöne Gesinnung im Reiche, und eine, die uns die größte Freude bereitet, denn Freude kommt durch die Wertschätzung der Gnade zustande. Je niedriger ich stehe, desto besser bin ich für die Erhöhung durch die Gnade vorbereitet, wie der Mensch, der der Letzte war, und zu dem der Gastgeber sagte: „Rücke höher hinauf.“ Der Herr hat es niemals im Sinn, uns zu erniedrigen; Sein Gedanke ist, uns zu erhöhen und nicht zu erniedrigen; das möchte Er uns überlassen, damit Er uns erhöhen kann.

Wenn die Menschen in ihrem Hochmut wandeln, weiß der Herr sie zu erniedrigen. Doch wir möchten das nicht. Es lohnt sich, den niedrigsten Platz einzunehmen, es ist zu unseren Gunsten. Wenn wir den besten Platz haben wollen, so ist das ungünstig für uns, denn vielleicht wird der Herr ihn einem anderen geben, und wir werden uns schämen müssen; wir fangen dann an „mit Schande den letzten Platz einzunehmen“. Der Herr möchte, dass unser Zustand derartig sei, dass Er uns erhöhen kann.

Jeder von uns sollte die anderen höher achten als sich selbst. Das können wir tun, wenn wir uns nicht mit unseren guten Eigenschaften beschäftigen, sondern mit den guten Eigenschaften der anderen, und sie bewundern und sie höher achten als die unsrigen. Wir können vorgeben, den niedrigsten Platz zu lieben, wenn es auch nicht der Fall ist, aber der Herr kann uns die ganze Wassersucht wegnehmen.

In dem nächsten Abschnitt dieses Kapitels kommen wir zum Dienst der Gnade. Wir denken nicht daran, unsere Zeit angenehm mit Leuten zu verbringen, die ebenso gut zu uns sein können, wie wir es zu ihnen sind, sondern wir denken an den Dienst der Gnade. Gegenseitigkeit ist nicht Gnade. Die Gnade handelt immer von einer Seite aus. Gegenseitigkeit und Liebe wird im Familienkreise gefunden; die Gnade aber geht immer von einer Seite aus, sie kommt ganz von Gottes Seite her, und sie fließt von Gott zu unwürdigen Menschen hernieder. Zuerst müssen wir Gnade haben, dann Liebe. Im Familienkreise haben wir Liebe und Gegenseitigkeit. Hier geht es aber um das Reich, nicht um die Familie, und im Reiche sollen wir zum Dienste der Gnade bereit sein. Derjenige, der etwas hat, ist bereit, es demjenigen zur Verfügung zu stellen, der nichts hat. Das allein ist gerecht.

Wenn ich nicht bereit bin, das, was ich habe, den Geschwistern zur Verfügung zu stellen, ohne an eine Vergeltung zu denken, stehe ich nicht auf dem Boden des Reiches. Ladet also nicht diejenigen ein, die ebenso gut sind wie ihr selbst und auch euch einladen können, ladet aber die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden ein.

Wir müssen nach dem Grundsatze Gottes handeln, und wie handelt Gott? Er hat alles für den armen Sünder gegeben, der nichts hat, und wir sollen niemals diesen Dienst der Gnade aufgeben. Es geschieht am niedrigsten Platz, dass wir tüchtig zum Dienst werden, weil wir dort die Gnade kennenlernen. Wenn wir sie kennengelernt haben, können wir sie anderen gegenüber, ohne eine Vergeltung zu erwarten, zum Ausdruck bringen. Wir wollen keine Vergeltung in der gegenwärtigen Zeit haben, sondern wir bekommen sie in der Auferstehung.

Paulus wollte keinen Lohn haben, er sagt; „Wenn ich auch, je überschwenglicher ich euch liebe, um so weniger geliebt werde.“ Der Herr möchte uns davon abbringen, Menschen zu versorgen, die uns ebensoviel zurückgeben können, wie wir ihnen geben; Er heißt uns aber, solchen Gnade zu erzeigen, die uns nichts geben können, und dann werden wir in der Auferstehung etwas bekommen. Es lohnt sich dann, vergolten zu bekommen.

Man kann zeitweilig in dieser Welt eine große Vergeltung erlangen. Es stellt sich aber heraus, dass Leute, die in einem Augenblick eine gute Meinung von uns haben, im nächsten Augenblick schlecht von uns denken können. Glückseligkeit besteht darin, wie Gott zu handeln: „Geben ist seliger als Nehmen.“ Wenn ich handle wie Gott, kann nichts glückseliger sein. Alles, was wir in der Haushaltung der Gnade besitzen, soll denjenigen zu Diensten stehen, die es nicht vergelten können. Viele arbeiten, und wenn sie nicht gerühmt werden, fühlen sie sich unglücklich, weil man ihnen das, was ihnen ihrer Meinung nach gebührt, vorenthält. Wir sollen aber zu der Auferstehung vorausblicken. Wir sollten wünschen, dass unser Tun in der Auferstehung anerkannt werden möchte. Wir sollten mehr unter den Augen Gottes zu Seinem Wohlgefallen leben und nicht unter der Anerkennung der Geschwister oder irgendeines anderen. Das ist nicht der Beweggrund, obwohl die Geschwister zweifellos unser Tun gutheißen werden.

Die Armen, die Krüppel, die Lahmen und die Blinden sind Leute, die nicht vergelten  können; es sind keine bösen Leute, sondern sie sind ärmer als wir selbst. Unter dem Volke Gottes befinden sich solche, die an irgend etwas Mangel leiden, und solche entsprechen den Krüppeln, den Lahmen und den Blinden. Ihnen soll aber in Gnaden gedient werden. Der Sinn der Sache ist der, dass Gott in der Auferstehung Seine Vergeltung erlangen wird, wenn die Heiligen in einem geistlichen Zustande auferstehen werden und keine Spur der Schwachheit und der Gebrechlichkeit vorhanden sein wird.

Es gibt nichts, was mehr von einer Seite aus geschieht, als die Auferstehung. Es liegt ein Mensch tot im Grabe, und die unumschränkte Macht Gottes, die in Liebe wirkt, schaltet sich ein und weckt ihn auf, und Gott hat Seine Vergeltung. Wenn Gott auf die ganze auferweckte Schar herniederblicken wird - sie alle gleichen Christo -, wird Gott Seine Vergeltung haben. Er wird herniederblicken und einen Augenblick alle die auferstandenen Heiligen auf Erden sehen.

Es ist gut, daran zu denken, dass Gott in der Auferstehung Seine Vergeltung haben wird.- Wir

müssen zugeben, dass wir Ihm im gegenwärtigen Zustande nicht viel vergolten haben. Wie Israel, so ist auch das Volk Gottes Ihm eine Quelle der Sorge und des Kummers gewesen. Gott hat Sein armes Volk weltlich und fleischlich gesehen, Er wird sie aber dann auf ewig in der Auferstehung in einem geistlichen Zustande haben. Was für eine Vergeltung wird das sein!

Wenn ich euch gegenüber im Blick auf die Auferstehung wirke, werde ich diese geistliche Richtschnur befolgen. Wir sollten alle nach der geistlichen Richtschnur im Blick auf die Auferstehung wirken. Diejenigen, die nach diesen Grundsätzen handeln, sind gerecht; sie handeln wie Gott, und es wird ihnen in der Auferstehung der Gerechten vergolten werden.

Gott will, dass wir auf die Belohnung schauen. Es gefiel Ihm wohl, dass Mose auf die Belohnung schaute. Paulus schaute auf eine Krone. Im Allgemeinen sah er alle das Ihrige suchen; Paulus wird aber seine Belohnung erlangen, wenn er die Heiligen in der Auferstehung sieht. Er schreibt an die Thessalonicher: „Wer ist unsere Hoffnung oder Freude oder Krone des Ruhmes? Nicht auch ihr vor unserem Herrn Jesus bei seiner Ankunft?“ Das ist die Zeit, wo Paulus belohnt werden wird. Wir werden dann belohnt werden, sogar wenn wir jetzt leiden müssen.

In der Familie gibt es Gegenseitigkeit, die sich nach beiden Seiten hin auswirkt, die Gnade wirkt aber von einer Seite aus. Das enthüllt das Geheimnis von dem großen Abendmahl. Es ist zur Freude Gottes. Das große Abendmahl soll nicht dem Lindern unserer Not, sondern dem Verlangen Gottes dienen, auf dass Sein Haus voll werde. Er trifft Vorbereitungen im Einklang mit der Größe dessen, was Er vor Sich hat, und Er sagt: „Kommt“, es ist alles von Seiner Seite aus. Keiner von ihnen konnte etwas dazu beitragen, alle vermögenden Leute verfehlten es; diejenigen aber, die nichts hatten, waren froh, hereinzukommen. Hier wirkt Gott um Seiner eigenen Befriedigung willen, es wird kein Wort von Buße oder Vergebung gesagt.

In diesem Gleichnis sehen wir eine größere Darstellung der Gnade, als wir sie sonst in diesem Evangelium gehabt haben. Es ist die Feier der Gerechtigkeit genannt worden, und ich finde das sehr schön. Die Geladenen machten Einwände, weil ihnen das Wohlgefallen Gottes gleichgültig war. Sie interessierten sich für andere Dinge. Der große Schwerpunkt heutzutage ist, dass Gott sagt: Ich habe alles zur höchsten Befriedigung Meines Herzens zubereitet; Ich habe Mein Wohlgefallen völlig gesichert - interessiert ihr euch dafür, hereinzukommen und das, was Ich genieße, zu sehen? - Das ist das Evangelium. Der Ort, wo Jesus verherrlicht ist, ist der Schauplatz des Wohlgefallens Gottes; Gerechtigkeit ist erfüllt worden, und Gott sagt zum Menschen; Ich will, dass du hereinkommst. Gott bereitet alles.

Die bestehende Notwendigkeit ist auf Gottes Seite - Er macht das Abendmahl, und Er hat Gäste nötig, die hereinkommen und es genießen sollen. An das Vorleben dieser Leute wird gar nicht gedacht, es geht gar nicht um ihre vergangene Lebensgeschichte. Das, was Gott bereitet hat, ist zu Seinem Wohlgefallen, der Zustand des Menschen wird hier gar nicht erwähnt. Es ist Gott, der zu Seinem Wohlgefallen alles bereitet, und dann sagt Er: „Kommt.“

Die geladenen Gäste waren Israel, „deren...die Verheißungen“ sind. Einem gewissen Volk gehörten die Verheißungen, und Gott hatte angedeutet, was Er zu Seinem Wohlgefallen tun würde. Aber Israel interessierte sich nicht mehr für das Wohlgefallen Gottes, als die jetzigen Menschen es tun. Wenn wir auf die Straßen hinausgehen und über das Wohlgefallen Gottes reden, sind die Menschen gleichgültig. Sie interessieren sich für ihre Geschäfte, ihre Familien und für andere Dinge.

Das Fest in Matth. 22 ist das, was Gott zu Ehren Seines Sohnes bereitet, aber in Luk. 14 ist es zum Wohlgefallen Seines eigenen Herzens. Er bereitet alles aufgrund des Todes Christi. Ein Mensch ist vor das Angesicht Gottes zu Seinem Wohlgefallen getreten, und der Heilige Geist ist herniedergekommen, um das zu verkünden, damit das, was Gott zu Seinem Wohlgefallen gesichert hat, hienieden genossen werden möchte. Bevor es im zukünftigen Zeitalter entfaltet wird, soll es hienieden genossen werden.

Nicht ein einziger von den geladenen Gästen ging hinein, noch wird das jemals einer tun. Alle, die eingehen, werden genötigt oder gezwungen. Keiner würde zur Feier der Gnade eingehen, wenn er nicht dazu genötigt würde. Es gibt keinen Raum für den freien Willen des Menschen. Gott hat alles für Sein unsagbares Wohlgefallen bereitet. Es ist nicht der Mensch in seiner Unschuld oder als gefallen, sondern der Mensch in Gerechtigkeit im Himmel, ein verherrlichter Mensch in Gerechtigkeit. Gott hat Sein höchstes Wohlgefallen an Christo gesichert, und Er spricht: Kommt herein und genießet dies mit Mir.

Es sind zuerst die geladenen Gäste, dann die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden, und dann die Menschen an den „Wegen und Zäunen“, was die Nationen einführt. Der Knecht stellt den Heiligen Geist dar, der herniedergekommen ist, um zu sagen: „Schon ist alles bereit.“ Gott hat in einem auferstandenen und verherrlichten Menschen alles zu Seinem Wohlgefallen gesichert, und betreffs der Gäste werden keine Fragen gestellt, alles ist gesichert. Die geladenen Gäste wollen aber nicht kommen, und der Hausherr, der das Abendmahl bereitet hat, wird zornig.

Es gibt keinen so schrecklichen Zorn wie den Zorn der Gnade. Gar nichts kann hinzugefügt werden, um das Wohlgefallen Gottes noch größer zu machen als es schon ist, und es liegt alles außerhalb von uns selbst, ob schuldig oder gefallen. Es liegt alles im unumschränkten Willen Gottes. Was in der Zukunft im Reiche Gottes entfaltet werden wird, soll jetzt schon im

Hause Gottes genossen werden.

Das Werk des Nötigens wird dem Knechte zugeschrieben. Im Römerbrief hebt Paulus den Befehl des ewigen Gottes hervor. Das Evangelium im Römerbrief beruht nicht auf einer Einladung, sondern auf einem Befehl: „Es ist geschehen, wie du befohlen hast.“ Dann wird das Nötigen mit der Berufung Gottes verbunden. Der Römerbrief gibt uns die göttliche Berufung. Gewisse Personen werden unter dem Nötigen der göttlichen Gnade berufen. Gott beruft in einer unwiderstehlichen Weise. Die Berufung wird im Römerbrief als das Mittel zur Segnung entfaltet - „welche er berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt“ -, und Paulus schreibt an die Korinther: „Sehet eure Berufung“ - d. h. schaut euch um und sehet, was für Menschen Gott berufen hat.

Man kann der Berufung nicht widerstehen, es ist eine liebevolle Nötigung. Das Aussenden der Einladung war eine Handlung der Gnade, aber auf die Einladung hin ist nie jemand gekommen. Es muss eine göttliche, nötigende Kraft wirksam sein, damit das Haus voll werde.

Das Evangelium wird nur in den Berufenen wirksam, wie mächtig der Ruf auch erschallen mag. Wenn das Evangelium gepredigt wird, so ist es das Flehen Gottes; Gott will Sich vor allen Menschen rechtfertigen, und kein Geschöpf Gottes kann jemals sagen: Du gabst mir keine Gelegenheit.

Diese wunderbare Entfaltung der Gnade erstreckt sich noch weiter als in Kap. 7 und 10. Es ist ein neues System, das nicht dazu eingeführt wurde, um der Not des Menschen gerecht zu werden, sondern um das Herz Gottes zu befriedigen. Es ist ein wunderbares Bild. Niemand als nur der Sohn Gottes hätte es entwerfen können. Weil Er als Mensch vor das Angesicht Gottes getreten ist, ist der Höhepunkt des göttlichen Wohlgefallens erreicht: Gott hat den Menschen in Gerechtigkeit vor Sich. Dann sagt Er: Komm herein und genieße dies und sieh ein, dass es Mein Gedanke ist, dich wie Jesus zu Meinem Wohlgefallen zu haben. Hier wird die Frage nicht berührt, ob wir auch passend sind. Im nächsten Kapitel finden wir das beste Kleid, den Ring und die Sandalen. In diesem Kapitel wird aber dieser Gedanke absichtlich nicht erwähnt, damit wir sehen möchten, dass die Gnade vollständig auf Gottes Seite ist.

Nun müssen wir aber zusehen, dass wir die Gnade nicht in einer oberflächlichen Weise annehmen. „Es gingen aber große Volksmengen mit ihm“; es schien ein leichter Pfad zu sein, Einem zu folgen, der so glückselig von der göttlichen Gnade redete. Es ist nützlich, beide Seiten im Auge zu behalten. Wir sind so geneigt, den Gedanken der Gnade leicht zu nehmen und nicht zu verstehen, was er in sich schließt.

In den beiden Kapiteln 14 und 15 gibt uns der Herr die praktische Wirkung der Annahme der Gnade. Die praktische Wirkung davon ist die Probe, ob wir zum großen Abendmahl eingegangen sind. Wenn wir dies getan haben, sind wir zur Jüngerschaft bereit. Das ist die Probe dafür, ob ich wirklich zum großen Abendmahl eingegangen bin.

Dieses System der Gnade, das Feiern der Gerechtigkeit, ist etwas, was sich ganz außerhalb des Bereiches des Natürlichen befindet. Im Bereiche des Natürlichen neigt alles dazu, sich dem zu widersetzen, ebenso wie die Ochsen, der Acker und das Weib uns dahin bringen, uns dem Wohlgefallen Gottes gegenüber gleichgültig zu machen. Die besten Dinge im Natürlichen neigen dazu, uns von der Glückseligkeit dieses neuen Systems der himmlischen Gnade abzulenken, so dass die Jüngerschaft dazu nötig ist, in unseren Seelen die Freude über das neue System, in welches wir genötigt wurden einzugehen, zu bewahren. Wir können nicht beim großen Abendmahl sein, ohne dem Pfade der Jüngerschaft hingegeben zu sein. Du kannst nicht sagen: Ich will Jesum haben und Seine ganze Liebe und Gnade zu den Menschen, und ich will nichts anderes haben. Wenn du Ihn in Seiner Liebe und Gnade zu den Menschen hast, so musst du Ihn auch in Seiner Treue Gott gegenüber haben - das ist die Treue der Jüngerschaft. Der Herr Selbst war der Jünger. In Jes. 50 sagt Er, dass Ihm „eine Zunge der Belehrten“gegeben wurde, das ist dasselbe Wort wie Jünger.

Der Herr ließ Sich niemals durch das Natürliche ablenken: Er hatte eine Mutter, und Er liebte Seine Mutter, Er sorgte für sie aufs Zärtlichste, indem Er sie sogar am Kreuze dem Johannes anvertraute. Jedoch ließ Er Sich niemals durch sie beeinflussen. „Was habe ich mit dir zu schaffen, Weib?“ sagte Er, als sie Ihm einst einen Hinweis machte. Er wurde nicht vom Natürlichen beeinflusst, und Er wurde immer durch Treue Gott gegenüber beherrscht.

Wir müssen zugeben, dass das Natürliche, wie anziehend es auch sein mag, dazu geneigt ist, uns von der Gnade, in die wir gebracht worden sind, abzulenken. Deswegen müssen wir lernen, es von diesem Standpunkte aus zu hassen. Alle unsere natürlichen Beziehungen müssen überwacht werden, und zwar im Blick auf ihre Neigung, uns von der Erkenntnis Gottes in Gnade abzulenken.

Es gibt nichts, was uns mehr erforscht als die Gnade. Sie ist viel erforschender als das Gesetz. „Dazu aber auch sein eigenes Leben“ (Vers 26). Diese Worte berühren unser Innerstes. Das bedingt eine moralische Absonderung von allem, was natürlicherweise das eigene Leben ausmacht und was nicht das System der Gnade ist, in das wir einzugehen genötigt werden.

Der Herr will uns lehren, eine scharfe Trennungslinie zu ziehen zwischen der himmlischen Gnade, dem Wohlgefallen Gottes an Christo, das ich durch den Geist genieße, und dem Allerbesten von Natur, dem eigenen Leben, das als außerhalb dieses Systems der Gnade betrachtet wird. Ich muss alles in mir hassen, was außerhalb dieses Systems der Gnade liegt.

Was vom Natürlichen herrührt, ist dazu geneigt, uns abzulenken, und wir müssen es überwachen. Das ist nur eine einfache Tatsache, und die meisten von uns sind alt genug in der Schule Gottes, um es in Erfahrung gebracht zu haben. Gott will uns durch den völlig neuen Charakter davon beeindrucken, wohin Er uns durch das Nötigen gebracht hat. Es ist ebenso weit von den natürlichen Beziehungen wie von der Sünde entfernt.

Viele sind der Ansicht, dass das Christentum uns von der Sünde befreit, aber es ist gekommen, um uns auch von dem Besten in der Natur zu befreien. Ein Bruder mag von allen häuslichen Freuden und Bequemlichkeiten umgeben sein; aber beim Berühren der Dinge Gottes gibt es etwas noch Kostbareres für das Herz, eine  tiefere Freude wird geschmeckt, und

wenn wir in rechter Seelenübung sind, müssen wir achtgeben, dass sogar das häusliche Glück uns nicht von der Glückseligkeit ablenkt, in die wir eingegangen sind. Der Herr macht das zum Prüfstein, als ob Er sagen wollte: Ihr habt euch gefreut zu hören, was ich gesagt habe, und ihr drängt auf Mich ein. Versteht ihr aber auch, dass es ein völlig neues Leben bedeutet, nicht nur von der Sünde getrennt, sondern auch vom natürlichen Leben getrennt zu stehen? Das Natürliche  neigt immer dazu, dieses zu verhindern, und deswegen muss es eifrig überwacht werden.

Hier geht es um das Salz des Bundes. Der Bund ist reine Gnade, man kann aber den Bund nicht ohne das Salz haben, und das ist der Grundsatz der Treue Gott gegenüber. Es ist Treue Gott gegenüber in Beziehung zu dem System der Gnade, das Er aufgerichtet hat, es geht um Treue dem wahren Charakter der Gnade gegenüber.

Der Herr lebte in der vollen Glückseligkeit der Gunst Gottes den Menschen gegenüber, aber Er erlaubte nicht, dass irgend etwas auch nur für einen Augenblick Ihn an Seiner Treue Gott gegenüber hinderte. Wir können nicht zum Abendmahl eingehen und an der Festlichkeit teilnehmen, ohne den Pfad der Jüngerschaft zu betreten. Diese beiden Dinge voneinander zu trennen, würde die Gnade Gottes verderben; nichts sollte zugelassen werden, was uns dem Genuss dieses wunderbaren Systems entfremden würde.

Das Kreuz auf sich nehmen, ist mehr die öffentliche Seite. Der Herr gebraucht das allerstärkste Wort. Der Gedanke der Kreuzigung besagte in jenen Tagen das Höchstmaß an Schande und Erniedrigung, denen ein Mensch ausgesetzt werden konnte. Es war eine Todesart, die das römische Gesetz nur auf einen Sklaven anzuwenden erlaubte, und auch nur im Falle eines schrecklichen Verbrechens, wenn er z. B. seinen Herrn ermordet hatte. Bedenkt, dass der Herr dieses Wort gebraucht! Wir haben uns so an dieses Wort gewöhnt, dass wir nicht daran denken, was es bedeutete. Es war die äußerste Tiefe der Schande und der Erniedrigung. Doch der Herr sagt: Dazu müsst ihr bereit sein; ihr müsst bereit sein, euer Kreuz zu tragen.

Wir neigen dazu zu erwarten, dass man uns als Christen wertschätzt, aber das Tragen des Kreuzes bedeutet die Bereitschaft, „der Auskehricht der Welt“ zu sein, wie Paulus sagt. Heutzutage haben wir sehr wenig von solchen Leiden. Wir leben in solchen leichten Zeiten. Wir werden nicht ins Gefängnis geworfen oder am Pfahl verbrannt, wie es vielen unserer Geschwister widerfuhr, aber dieser Grundsatz in unseren Seelen kann uns im Blick auf die geringfügigen Fälle stärken, wo uns Schande, Verachtung und  Schmach widerfahren.

Viele von unseren Geschwistern in einigen Teilen der Welt stehen Grausamkeiten und Verfolgungen gegenüber, während wir hier ruhig sitzen. Wir benötigen aber dieselbe Bereitschaft, um unsere geringfügige Schmach zu erleiden, wie sie diejenigen bedürfen, die größeren Dingen gegenüber standhalten müssen.

Wir müssen diesen Zustand als normal betrachten, damit wir weder niedergeschlagen noch erstaunt sind, wenn die Menschen uns verlachen, verschmähen oder mit Verachtung betrachten. Das Tragen des Kreuzes ist ein wesentlicher Teil der Jüngerschaft. Das Maß unserer Bereitschaft, es zu tragen, ist das Maß, in welchem wir zum Abendmahl eingegangen sind.

Alles das hängt zusammen, es gibt das Erbauen des Turmes und den König, der in den Krieg auszieht. Der Herr wirft dadurch die Frage auf: Habt ihr auch das Nötige zum Ausführen? Seid ihr sicher, dass ihr das Angefangene vollenden könnt? Anzufangen ist eine Sache, aber es mag sehr oberflächlich sein, und der Herr sagt: Setzt euch nieder und berechnet die Kosten. Habt ihr genug Hilfsquellen? Wenn ihr keine Hilfsquellen habt, um dem Feinde zu begegnen, so ist es besser, sich ihm zu ergeben. Es ist das Verständigste, was man tun kann. Wenn alles für das Wohlgefallen Gottes in Christo bereitet ist, und wenn wir alles, was wir haben, hinter uns gelassen haben, um dort einzugehen und das durch den Geist Bereitete zu genießen, dann werden wir, je mehr wir uns niedersetzen und berechnen, um so mehr einsehen, dass wir genug zum Anfangen und auch zum Vollenden besitzen.

Der Herr sagt in Vers 33: „Jeder von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, kann nicht mein Jünger sein.“ Die Frage ist: Gehen wir mit dem, was unser eigen ist, oder mit dem, was von Gott und von Christo ist, voran? Wenn wir mit dem, was von Gott und von Christo ist, vorangehen, so haben wir genug, um zu vollenden. „Wenn Gott für uns ist, wer wider uns?“ Wir haben mehr mit uns, als wider uns. Wenn der Feind Zwanzigtausend hat, so haben wir viel mehr.

In dieser ganzen Angelegenheit handelt es sich darum, der Treue Gottes in Gnade zu vertrauen; Er kann uns hindurchführen, wenn auch die Macht des Feindes zehntausendmal mehr beträgt. Gott kann uns zum Siege verhelfen. Es ist nicht nötig, sich zu ergeben. Alle diese Dinge machen uns frei.

Ich finde, dass ich etwas Besseres besitze als die liebste natürliche Beziehung, und etwas Besseres als irgendwelche eigenen Hilfsquellen. Ich bin mir solch einer Herrlichkeit vor dem Angesicht Gottes bewusst, dass ich zur tiefsten Erniedrigung bereit bin. Das ist das einfache Christentum, und es hängt mit dem großen Abendmahl zusammen. Es ist die Richtlinie der höchsten Befriedigung und des Sieges. Es ist nicht niederschlagend, sondern für eine wahrhaftige Seele ist es ermutigend, denn im Lichte der Gnade, die im großen Abendmahl zum Ausdruck kommt, kann man sagen: Ich habe genug, um zu vollenden.

Die Worte des Herrn betreffs des Salzes sind sehr wichtig. Es ist wichtig, nicht abtrünnig zu werden. Es ist sehr ernst, von der Gnade und der Treue Gott gegenüber abzuirren, denn dafür gibt es keine Wiederherstellung. Wenn das Salz kraftlos geworden ist, so gibt es keine Wiederherstellung.

Das Salz ist der Grundsatz der Treue, der praktisch auf alle Einzelheiten des Lebens angewandt wird, damit keine verderblichen Einflüsse wirken können. Ein guter Vorrat an Salz wird benötigt. Es gibt eine Schriftstelle, die von „Salz ohne Maß“ spricht (Esra 7, 22). Es sollte ein unbegrenzter Vorrat vorhanden sein. Das Salz des Bundes sollte beim Darbringen von keiner Opfergabe fehlen. Wenn ich z. B. Gott wegen der Demut und Sanftmut Christi preise - das ist das Speisopfer -, dann verleiht mir das Salz des Bundes das Empfinden, dass ich mit nichts anderem auskommen kann und dass ich mich darauf einstellen muss, diese Wesensart zu bewahren. Ich kann nicht Gott dafür preisen, weil es in Christo vorhanden ist, und es nicht in mir selbst bewahren. Dieser  Gedanke kommt schön in dem 5. Verse unseres Liedes 230 zum Ausdruck:

 

All Deine Demut wir bewundern,

Und möchten Dir doch gleichen mehr,

Ja, Ruh und Freude darin finden,

Von Dir zu lernen, teurer Herr!