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Meine Wurzeln sind römisch-katholisch. Zeitweilig habe ich gottlos gelebt und schwer gesündigt.

Nach meiner Trennung von meinem Mann 2009 suchte ich intensiv Halt in der katholischen Kirche. Ich zog weit weg von meinem Mann in eine katholische Kleinstadt, in deren Nähe ich aufgewachsen bin. Aber die katholischen Seelsorger hatten keine Zeit fü

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Lukas

Lukas Kapitel 17

C.A.C.  - Wortbetrachtungen über das Lukasevangelium

 Abschrift Nicole F.

Kapitel 17

Die Jünger waren unter dem Einfluss Jesu gewesen, und Er hatte ihren Herzen die Glückseligkeit Gottes, der in Gnaden erkannt wird, wie auch die Glückseligkeit des himmlischen Systems gezeigt. Nun warnt Er sie im Voraus, weil das Aufkommen von Ärgernissen unvermeidlich ist. Der Feind wird sich beständig darum bemühen, die Jünger zu verstricken und sie von der Gesinnung der „Kleinen“ abzubringen. Ärgernisse sind unvermeidlich.

Dieses Wort wird oft in Bezug auf den Herrn gebraucht: Christus Selbst ist ein Fels des Ärgernisses; „den Juden ein Ärgernis“; - „das Ärgernis vom Kreuze“. Christus und die Wahrheit werden dem natürlichen Menschen zum Ärgernis werden.

Hier wird aber dieses Wort in Bezug auf Dinge gebraucht, die dem geistlichen Wohlergehen entgegengesetzt sind. Der Herr betrachtet die Jünger als die Kleinen, die von Ihm lernen, Gott in Gnade zu erkennen und im Lichte des himmlischen Systems zu wandeln. Hier sind Ärgernisse solche Dinge, die dazu neigen, dem Einfluss des Herrn entgegenzuwirken.

Wenn man unsere Schwierigkeiten bis an ihre Wurzel verfolgt, so erweist es sich, dass recht viele von ihnen der Selbstwichtigkeit entspringen. Ein Bewusstsein von der Größe Gottes in Gnade macht uns wunderbar klein. Der Feind will aber immer Ärgernisse hervorrufen, das ist irgend etwas, um die Kleinen vom Kleinsein abzubringen. Das ist die beständige Handlungsweise des Feindes. Der Herr schätzt den Zustand eines Herzens sehr hoch, das nicht an sich selbst denkt, sondern an die Glückseligkeit Gottes, der in Gnade erkannt worden ist, wie auch an das himmlische System. Er beurteilt alles das sehr ernst, was davon ablenkt. Der Herr nimmt jeden Einfluss sehr ernst zur Kenntnis, der dahin neigt, uns davon abzubringen, „klein“ zu sein.

 

Halt uns nah bei Dir, o Liebe Gottes,

damit unsre Nichtigkeit wir sehn.

 

Es gäbe keine Störungen und Misstöne, wenn wir alle klein blieben. Die Tatsache, dass der Herr „wehe“ sagt, zeigt, wie ernst Er jeden Einfluss betrachtet, der dazu neigt, Seinem eigenen Einfluss entgegenzuwirken. Jünger sind diejenigen, die sich Seinem Einfluss oder Seiner Unterweisung unterstellen. Er will machen, dass der in der Gnade erkannte Gott uns groß ist, wie auch alles, das zum Vorsatze Gottes gehört - die himmlischen Dinge will Er für uns groß machen. Aber dieses Bewusstsein, wenn es wahrhaftig im Herzen ist, macht uns klein. Dieses Bewusstsein verkleinert uns. Es tut uns not, in beständiger Seelenübung darüber zu sein, damit wir klein bleiben.

Vers 2 bringt zum Ausdruck, wie streng der Herr alles verurteilt, was Seinem eigenen Einfluss entgegenwirkt, und jeder wahre Diener möchte von Herzensgrunde wünschen, dass ihm eher das, worüber Vers 2 spricht, geschehe, als dass er einen dem Herrn entgegengesetzten Einfluss ausüben sollte. Sicherlich möchte ich lieber auf den Grund des Meeres geworfen werden, als auf Erden gelassen werden, um die Heiligen dem Herrn entgegengesetzt zu beeinflussen. Ein Mensch, der das vorsätzlich tut, ist selbstverständlich ein Widersacher des Herrn und wird ganz sicherlich verurteilt werden.

Es ist eine große Gunst, klein genug zu sein, um Gott zum Ausdruck zu bringen. Einem solchen fehlt jede eigene Behauptung, aber er kann den Einfluss Gottes geltend machen. Es ist das, was wir begehren sollten. Wir wissen alle, wieviel Gegensätzliches vorhanden ist, aber der Glaube führt eine Kraft ein, die uns befähigt, das Hinderliche zu beseitigen.

Der Herr sagt uns hier, was uns begegnen kann; Ärgernisse sind unvermeidlich, und wir mögen durch einen Bruder geprüft werden. Er kann ein unartiger Bruder sein, aber er ist wertvoll, wenn wir es verstehen, ihn einzuschätzen, denn er bietet den Heiligen die Gelegenheit, die Gnade auszuüben. Wenn er sündigt, ist eine wiederherstellende Handlung nötig. Der Herr kannte alle Umstände, die uns widerfahren können, und Er wusste, dass ein Bruder unartig genug sein kann, um siebenmal an einem Tage gegen uns zu sündigen. So etwas ist mir noch nicht vorgekommen, aber der Herr sagt, es könnte geschehen, und wir sollen dann darauf achten, dass solch eine Sache uns nicht von der Gesinnung der Gnade abbringt, die einem Kleinen eigen sein sollte. Der Kleine denkt überhaupt nicht an sich, sondern an die Freude, Gnade zu üben, als wenn die Gesinnung von Kap. 15 auf unsere brüderlichen Beziehungen übergehen sollte.

Die Vergebung kann nicht ohne Buße ausgeübt werden. Man kann sie nicht verschenken, obwohl sie im Herzen vorhanden ist. Deswegen soll man es dem Bruder verweisen, wenn er sündigt, nicht damit wir das, was uns zusteht, bekommen, sondern damit e r wiederhergestellt werde. Wir denken an seine Not, nicht an uns selbst. Der Herr nimmt an, dass ein Bruder in einem solchen Zustande sein kann, dass er so weit von einem Kleinen entfernt ist, dass er gegen seinen Bruder sündigen kann, und zwar siebenmal an einem Tage.

Es könnte eingewendet werden, dass, wenn er es wirklich bereut hätte, er es an demselben Tage nicht wieder getan hätte, aber der Herr nimmt sogar diesen äußersten Fall an. In einem solchen Fall richtig vorzugehen, stellt hohe Anforderungen an uns. Ich weiß nicht, wie ich mich dem gegenüber verhalten würde, wenn ein Bruder siebenmal sündigen würde. Ich kann vielleicht beim sechsten oder siebentenmal sagen: Ich bin es nun überdrüssig, ich sehe keinerlei Veränderung an dir!

Hier wird eine wirkliche Sünde in Betracht gezogen, nicht dass man wegen einer Kleinigkeit beleidigt ist. Wenn wir den Dingen, die den Heiligen Kummer bereiten, auf den Grund gehen, so ist meist nichts als die Torheit der Selbstbehauptung vorhanden. Hier wird angenommen, dass eine wirkliche Sünde begangen wurde, und doch soll ihr in dieser wunderbaren, dienstbereiten und gnadenreichen Gesinnung entgegengetreten werden.

Wenn ein Bruder sündigt, kann man mit ihm nicht so weitergehen, als ob nichts geschehen wäre; bis er es bereut, ist man zu einer gewissen Zurückhaltung gezwungen. Man verweist es ihm, aber es geschieht zu seinem Wohl, und nicht um das, was uns zusteht, zu behaupten. Wir wahren nicht von ihm Abstand und wünschen, dass er in unermessliche Tiefen von Selbstverurteilung versinkt. Wenn er bereut, vergeben wir, es ist eine freie Handlung der Gnade, eine freie, herzliche Vergebung.

Zum Verweisen braucht man mehr Gnade als zu allem anderen. Wenn ich einen Bruder in Bezug auf etwas Verkehrtes zur Rede stellen muss, bringt das eine tiefe Seelenübung mit sich, denn bevor man einen Verweis machen kann, braucht man ein außerordentliches Maß von Gnade. Die Seele muss von Gnade durchdrungen sein, weil sonst das Fleisch so leicht zum Vorschein kommt.

Es ist auffallend, dass es die Apostel sind, die sagen: „Vermehre uns den Glauben.“ Sie empfanden, was das für eine scharfe Probe sein würde; sie fühlten, dass dies die Kräfte der Natur mit ihrer ganzen Selbstbehauptung übertraf. Sie waren dem nicht gewachsen. Vielleicht fühlen wir auch dasselbe. Es erfordert eine große Menge Gnade, um verweisen zu können, das Fleisch gerät so leicht in Tätigkeit. Ich habe manchmal einen Verweis bekommen, und ich habe den Unterschied zwischen einem Verweise im Fleische und im Geiste empfunden. Sehr wenige Christen könnten einer Ermahnung in der Gnade Christi widerstehen. Sie wären sehr hart, wenn sie es könnten. Wenn ich von Natur an anderen Unrecht sehe, so ist das eine Art  Selbsterhöhung. Ein Verweis im Fleische neigt dahin, das Fleisch in uns aufzuregen, aber ein Verweis im Geiste dämpft uns.

Wenn der Herr Sich auf den Maulbeer-Feigenbaum bezieht, so deutete Er auf die tief eingewurzelte Selbstbehauptung des menschlichen Herzens hin. Der Herr warnt uns hier vor drei Dingen, die der normalen Wirkung der Erweisung der Gnade hinderlich sein können. Um die Gnade in die Praxis umzusetzen, müssen wir sehr klein sein. Unsere Schwierigkeit besteht darin, dass wir zu groß sind; wir sind nicht klein genug, um die Grundsätze der Gnade auszuführen.

Der Herr richtet hier das Augenmerk auf die Gnade: „Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn.“ Die Jünger wollten eine Vermehrung des Glaubens haben, aber der allerkleinste Teil des Glaubens wird einen neuen Grundsatz in die Seele einführen. Es ist so klein, dass man ihn mit dem Kleinsten der Samen vergleichen kann, doch mächtig genug, um das völlige Entwurzeln des natürlichen Grundsatzes der Selbstbehauptung des menschlichen Herzens zu veranlassen. Hier schildert der Herr den Glauben als klein; manchmal stellt Er ihn als groß dar, aber hier macht Er ihn so klein wie nur möglich. Der Glaube führt Gott ein, und wenn das den kleinsten Platz in der Seele bekommt, wird es zur Kraft, um von uns selbst frei zu werden; das „Ich“ wird hier nicht als gesetzlos oder wollüstig betrachtet, sondern als groß und wichtig.

Bei Gott gibt es Macht, die ganze natürliche Selbstbehauptung des Menschen zu entwurzeln und sie wirksam zu beseitigen. Das ist die wunderbare Wirkung davon, wenn dieser göttliche Grundsatz des Glaubens selbst im geringsten Grade in der Seele einen Platz hat; im Lichte Gottes kann man nicht selbst wichtig sein. Der Glaube führt Gott, der in Gnade erkannt worden ist, ein. Im Lukasevangelium wird Gott in Gnade geoffenbart. Die Erkenntnis dessen, was Gott eingeführt hat, mag sehr gering sein, und der Herr nimmt an, dass der Glaube anfangs sehr klein sein kann, doch es ist Kraft darin vorhanden.

Die Gnade sollte alles beherrschen. Jede Tat, jedes Wort und jeder Gedanke sollten durch die Offenbarung Gottes in Gnade beherrscht werden. Es ist einfach, dies zu sagen, aber es bedeutet viel. Wenn deshalb ein Bruder sündigt, so kann man das, was aus Gott ist, zu seiner Wiederherstellung einführen, und zwar nicht weil wir geschädigt oder durch sein Verhalten uns gegenüber beleidigt worden sind, sondern damit wir die Freude der Gnade erleben möchten.

Wenn die Grundsätze des Gesetzes bei uns wirken, so gibt es nichts Schädlicheres, weil Gott diese Grundsätze als unnütz verworfen hat. Manchmal finden wir, dass sehr viel geistliche Gnade einem Sünder, der ein Trinker oder dergleichen ist, erzeigt wird, aber sehr wenig einem irrenden Bruder gegenüber. Das sollte nicht so sein. Das System des Gesetzes ist von Gott als nutzlos verworfen worden, und die Grundsätze des Gesetzes sollten nicht in der Versammlung Gottes wirken. Der Glaube ist das Licht Gottes, der in Gnade erkannt ist, und alles sollte sich nach dem Lichte der Offenbarung richten. Unser Verlangen ist nicht echt, wenn es nicht durch den Glauben gestaltet wird.

In einem früheren Teil dieses Evangeliums haben wir eine Unterweisung in Bezug auf das Gebet. Unsere Gebete und Wünsche werden durch die Erkenntnis Gottes, die uns durch die Offenbarung erreicht hat, gestaltet, und wenn wir nicht im Einklang damit beten, ist das kein christliches Gebet, denn jedes Gebet sollte durch die Offenbarung Gottes gestaltet sein.

Der Herr setzt diesen Gegenstand fort und zeigt, dass auch Fleiß und Treue in unserem Dienst zur Selbstbehauptung führen können, und wir denken, dass wir Rücksicht verdienen. Einmal hörte ich einen Mann sagen, er habe dem Herrn fünfzig Jahre lang gedient; er beanspruchte deshalb irgendeine Stellung, etwas, was ihm zukommen müsse.

Ich bin sicher, dass wir älteren Brüder uns alle nur schämen können, dass unser Wachstum so gering ist. Wenn wir alles getan haben, was wir tun mussten, sollen wir sagen: „Wir sind unnütze Knechte.“ Der Herr sieht voraus, dass Selbstbehauptung in Verbindung mit unserem Verlangen, Ihm zu dienen, aufkommen kann. Das geschah sogar bei den Aposteln. Der Herr wusste, zu wem Er redete und kannte ihre Herzen. Er sah ihre Selbstbehauptung, dass sie darüber streiten würden, wer der Größte sein sollte, und Er sah auch einige, die eine besondere Stellung haben wollten. Der Herr wusste das alles und Er sagte zu ihnen: Ihr sollt Knechte sein, die geschickt werden zu tun, was ihnen befohlen ist, und dann sollt ihr dabei noch fühlen, dass ihr unnütz seid. Es ist gar nicht recht, euch zu loben, wenn ihr eure Arbeit getan habt, und zwar gut getan habt.

Wir sollen keine Rücksichtnahme erwarten, sondern einfach das tun, was uns befohlen ist. Gnade ist dazu erforderlich, dass, wenn wir viel gearbeitet haben, wir von uns selbst nichts halten. Wenn Gott nach Seinem unumschränkten Willen uns erlaubt, irgendeinen kleinen Dienst zu verrichten, dann sollen wir alle Möglichkeiten unseres Dienstes ausschöpfen und es so treu und fleißig wie nur möglich tun; es ist aber kein Grund zur Selbstbehauptung dabei. Ich bin einfach ein Knecht, und es ist keine besondere Ehre für mich, dass ich das tue, was mein Herr mir befiehlt. Das Bewusstsein davon, wem wir dienen, würde uns demütig halten. Wenn wir die Größe Gottes vor uns haben und die Person, in der Er Sich uns in Gnade geoffenbart  hat, so werden wir gar nichts von uns halten; wenn solche Gefühle in uns aufkommen, sollten wir sie im Geheimen verurteilen. Keiner sollte sich selbst betrügen und meinen, diese Grundsätze seien bei ihm nicht zu finden. Wenn er das dächte, wäre das Selbstbetrug. Wenn ich das aber verurteile, kann ich mit meinem Gott und meinem Meister und Herrn vorangehen; also kann ich meinem Herrn sagen, dass ich ebenso darüber denke wie Er.

Ohne Zweifel wird der Herr sogar das Geben eines Bechers kalten Wassers empfehlen, loben und belohnen; dieses bezieht sich aber auf unsere eigene Gesinnung. Was halte ich von mir selbst?

Große Werke und Verdienste

rechnet uns der Herr nicht  an.

Kleine Dinge im Verborgnen,

spricht Er, habt ihr Mir getan.

 

Der Knecht kehrt von draußen nach seiner Arbeit als Hirte und vom Pflügen zurück, um seinen Herrn zu bedienen und nicht, um von seinem Herrn geehrt zu werden. Er kehrt zurück in der wahren Gesinnung eines Dieners: „Wer über seinen Herrn wacht (eigentl.: auf seinen Herrn achthat), wird geehrt werden.“ Es ist ähnlich wie in Apg. 13; sie waren dort nicht mehr auf dem Felde beschäftigt, dort waren sie gewesen, und sie kamen in der Gegenwart des Herrn zusammen, und in der Gesinnung des Dienstes fasteten und dienten sie Ihm. Ein wahrer Diener, der seinen Herrn liebt, würde es schätzen und als einen Feiertag empfinden, wenn er Ihn bedienen darf. Der Herr hat einige Male gesagt: „Kommet ihr selbst her . . . besonders und ruhet ein wenig aus“, aber dann haben wir mehr Beschäftigung als zuvor.

Hier sind zehn aussätzige Männer, die von ferne stehen. Was die Verantwortlichkeit angeht, so hat der Mensch gänzlich gefehlt - er steht deshalb moralisch in Verbindung mit den zehn Aussätzigen. Wenn sie aber von Gott gereinigt worden sind, ist es möglich, dass sie Gott einen Platz geben. Gott erwarb einen großen Platz bei dem samaritischen Aussätzigen. Die Menschen empfinden es leichter, dass sie von Gott infolge ihres Aussatzes ausgeschlossen sind, und sie wünschen, befreit zu werden, als dass sie Gott wegen der Herrlichkeit, die Ihm infolge der Reinigung gebührt, wertschätzen.

Der Zweck der Reinigung ist, dass Gott bei uns einen großen Platz erwerben möchte. Wir hören vielleicht, dass es an einem Ort viele Bekehrungen gibt, und wir zweifeln nicht daran, aber welchen Platz hat Gott in den Herzen dieser Menschen bekommen? Was ist für Gott darin vorhanden?

Viele gehen einfach mit den Segnungen voran, wie die neun Aussätzigen, welche alles bekamen, was sie wollten. Sie wurden aber nicht durch Gottes unmittelbares Tun an ihnen durch Jesum tief berührt.

Hier sehen wir den Herrn nicht mit den Aposteln oder Jüngern, sondern mit zehn aussätzigen Männern. Es zeigt, was der Mensch ist, der ein System des Hinzunahens zu Gott hat, das aber nicht vollkommen macht. Sie standen von ferne und flehten um göttliche Barmherzigkeit. Gott möchte aber in der Herrlichkeit, in der Er uns reinigt, erkannt werden, damit Er dem Herzen mehr bedeutet als das System, welches Er eingeführt hatte und immer noch anerkannte. Der zehnte Aussätzige wurde sehr durch das unmittelbare Verfahren Gottes mit ihm durch Jesum beeindruckt, und das verdrängte alles andere; Gott erlangte bei ihm einen Platz.

Hier sehen wir die Vollkommenheit der direkten göttlichen Reinigung, womit der Priester nichts zu tun hatte. Wenn er damit nichts zu tun hatte, so war es eigentlich nicht nötig, für einen, der es schätzte, dass die Reinigung direkt von Gott durch Jesum vollbracht wurde, zu den Vertretern eines Systems zu gehen, das eigentlich durch das direkte Wirken Gottes inmitten Seines Volkes beiseitegesetzt worden war. Der Mann, der den Priester aus den Augen verlor, weil er vom Bewusstsein des direkten Verfahrens Gottes mit ihm erfüllt war, war Gottes „Zehntel“.

Es gibt heutzutage ein System, das die neun hält; sie werden aber nicht durch das System geheilt, noch werden sie vom System als rein anerkannt. Es kann keinen als rein erklären. Man mag von der Absolution (der kirchlichen Vergebung) reden, aber wenn man sorgfältig nachforscht, so ist nichts dahinter, denn alles ist unbestimmt.

Der Herr empfand es tief, wenn Er  fragte: „Wo sind die neun?“ Der zehnte Aussätzige bekam hier eine Bestätigung; er kehrte zurück und gab Gott die Ehre. Die größte Besorgnis des Herrn in Bezug auf uns ist, dass Gott bei uns Seinen Platz haben möchte. Die Frage lautet: Was für Gedanken habe ich über Gott? Wird Er in meinen Zuneigungen verherrlicht? Dann bekommt Gott Sein „Zehntel“.