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1. Petrus Brief mit Synopsis von J.N. Darby mp3

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Lukas

Lukas Kapitel 20

C.A.C.  - Wortbetrachtungen über das Lukasevangelium

 Abschrift:  Nicole F.

Kapitel 20

 

Dieses Kapitel setzt den Gegenstand des Lehrens im Tempel fort und verbindet ihn mit dem Predigen der frohen Botschaft. „Es geschah an einem der Tage, als er das Volk im Tempel lehrte und das Evangelium verkündigte ...“ Alle Belehrung im Tempel trägt den Charakter des Evangeliums, weil sie immer das Wissen über das vermehrt, was für uns in Gott vorhanden ist, so dass das Licht niemals in Gesetzlichkeit aufgenommen werden sollte. Wir werden niemals angewiesen, Ziegelsteine ohne Stroh zu machen. Alle Lehre erfordert eine Erweiterung der Erkenntnis Gottes in Seiner Gnade und in Seiner Liebe zu den Menschen.

Wenn das Licht uns nur Pflichten auferlegen würde, würden wir überlastet werden. Es bringt uns aber eine größere Erkenntnis Gottes, so dass genügend dargereicht wird, um dem gegebenen Licht zu entsprechen.

Wenn die Lehre wirksam sein soll, so muss sie von dem Charakter der frohen Botschaft durchdrungen sein. Die Lehre vom 2. Korintherbrief - der neue Bund und die Versöhnung - ist mit dem Evangelium verbunden, das von den Heiligen benötigt wird, auf dass sie gestärkt werden, das, was Gottes würdig ist, im Zeugnis aufrecht zu erhalten, damit der Charakter des Tempels bewahrt wird.

In seinem ersten Briefe sagt Paulus zu den Korinthern, sie wären der Tempel Gottes und dass der Tempel nicht durch menschliche Gedanken verunreinigt werden dürfe. Er redet von den Personen der Gottheit. Der Prediger sollte nicht nur wissen, zu wem er spricht, nämlich zu armseligen, notleidenden Sündern - sondern von wem er gekommen ist, nämlich von dem gepriesenen Gott. Die frohe Botschaft bezieht sich auf Seinen Sohn, und sie darf niemals außer Acht gelassen werden.

Als Bruder Darby gefragt wurde, ob er es nicht für erforderlich hielt, zu den ersten Grundsätzen zurückzukehren, sagte er: „Nein, ich verlasse sie niemals.“

Es ist auch wichtig, dass dieser Grundsatz der Autorität, den der Herr aufrecht erhalten möchte, bei uns vorhanden ist. Nichts ist nötiger als Autorität. Die allgemeine Schwachheit besteht darin, dass man sich so wenig der göttlichen Autorität bewusst ist. Die Gesetzlosigkeit besteht darin, dass der Gedanke der Autorität aufgegeben wird.

Der Herr will uns in Seinem Tempel einprägen, dass Autorität hienieden vorhanden ist, jedoch in Demut. Er war hienieden als der demütige König; Er war nicht anmaßend in dem Sinne, dass Er Sich alles unterjocht hätte; aber Autorität war da. Die Priester und Schriftgelehrten und Ältesten merkten das, denn sie sagten: „Wer ist es, der dir dieses Recht (diese Autorität) gegeben hat?“ Sie gaben damit zu, dass sie vorhanden war.

Die Autorität machte sich nicht geltend, aber sie war spürbar vorhanden. Petrus sagt: „Wenn jemand redet, so rede er als Aussprüche Gottes“ (1. Petr. 4, 11). Diejenigen, die die Autorität nicht beachten, erweisen sich als gesetzlos. Es ist eine Autorität, die dem Beurteilen der Menschen nicht unterworfen ist. Sie erkannte nur moralische Zustände an, die bei diesen Leuten gänzlich fehlten. Sie hatten niemals Buße getan, sie hatten sich niemals dem erforschenden Charakter der Lehre von Johannes unterworfen, und deshalb waren sie moralisch außerhalb des Gerichtshofs. Der Herr konnte als Sachwalter nicht einen Augenblick für sie einstehen.

Für die religiöse Lehre wird es immer mehr charakteristisch, dass alles nur auf Vermutungen und auf dem, was die Menschen denken, beruht. Das ist aber nicht der Gedanke Gottes. Wenn wir zum Tempel kommen, haben wir den Gedanken Gottes, und dementsprechend besitzen die Dinge Autorität. Sie können nicht bestritten werden, sondern man muss sich ihnen fügen. „Wenn jemand sich dünkt, ein Prophet oder geistlich zu sein, so erkenne er, was ich euch schreibe, dass es ein Gebot des Herrn ist“(1. Kor. 14, 37). Paulus wollte, dass man seine Schriften als Gebote des Herrn anerkennen sollte.

Das, was mit göttlicher Autorität gesagt oder getan wird, bleibt bestehen. Die Menschen mögen scheinbar diese Dinge unbeachtet lassen oder leichtfertig mit ihnen verfahren, aber sie bestehen. Ich möchte nicht Dinge sagen oder tun, die vermutlich in der Welt des Menschen bestehen bleiben. Es ist aber glückselig, Dinge zu sagen und tun zu können, die im moralischen Weltall bestehen, so dass sie niemals rückgängig gemacht werden können.

Es ist eine Autorität, die mit Sanftmut und Gelindigkeit verbunden ist. Paulus ermahnte die Korinther flehentlich durch die Sanftmut und Gelindigkeit des Christus. Persönlich war er bereit, den niedrigsten Platz im Dienste einzunehmen, sogar sich zu den Füßen der Heiligen herabzubeugen. Er vergaß aber nie, dass er Autorität besaß.

In der Stadt in Offb. 21 gibt es keinen Tempel, weil die ganze Stadt das Gepräge des Tempels trägt. Es handelt sich nicht mehr um ein besonderes Heiligtum in der Stadt, sondern die ganze Stadt wird vom Lichte Gottes und des Lammes durchdrungen sein. Der Überwinder in Philadelphia wird zu einer Säule im Tempel gemacht, und er wird niemals aus dem Gebiete der Gedanken Gottes hinausgehen. In Eph. 2 wird gesagt, dass wir zu einem heiligen Tempel im Herrn heranwachsen - Gott bereitet das in der gegenwärtigen Zeit vor. Es zeigt deutlich, dass wir das Endgültige noch nicht erreicht haben. Wenn der Tempel vollständig ist, dann wird das Endgültige da sein.

Die Gesinnung Gottes wird dann in ihrer Vollständigkeit gesehen werden. Wir müssen ebenso die Gesinnung Gottes wie auch das Herz Gottes wahrnehmen. Die Gesinnung Gottes steht über allen und gegen alle rein menschlichen Gedanken. Im Tempel sind wir von menschlichen Gedanken abgesondert, und wir haben die Gedanken Gottes. Paulus schreibt an die Korinther, sie wären der Tempel Gottes. Er redet von ihnen als von einem Heiligtum. Das ist ein sehr trautes Wort, das den heiligen Charakter zum Ausdruck bringt, der nach den Gedanken Gottes den Heiligen eigen ist.

Im Lichte von dem allen können wir im Gleichnis vom Weinberge sehen, wie das, was Gott gebührt, gesichert wird. Die Früchte standen Gott zu. Wir wenden dieses Gleichnis nicht nur auf die Propheten vor alters an, die verworfen wurden, und auf das Kommen Christi und Seine Verwerfung, sondern es geht uns auch selbst an. Die große Bedeutung dieses Gleichnisses liegt für uns darin, dass Er den Weinberg anderen gegeben hat und wir diese anderen sind.

Uns ist sehr viel mehr anvertraut worden, als Israel je anvertraut wurde. Sie kannten keinen verherrlichten Christus, und sie hatten auch nicht den Geist. Es gibt jetzt die Möglichkeit, Gott das darzubringen, was Ihm zusteht. Gott wird nicht zulassen, dass das, was Ihm zusteht, umkommt. Sind wir darauf eingestellt, dass Gott alles empfängt, was Ihm zukommt? Das ist das Endziel jedes Dienstes, den Gott uns geschickt hat, wie auch das Ziel des ganzen Dienstes am Worte.

Wir sind geneigt zu denken, dass Gott Seine Diener schickt, um uns zu helfen und zu dienen, und wir lassen es dabei bleiben. Der große Zweck des levitischen Dienstes ist aber, dass alles, was Gott zusteht, Ihm auch dargebracht wird. Die Leviten wurden in ganz Israel zerstreut, um dem Volk immer das vor Augen zu halten, was Gott dargebracht werden müsste.

Der Weinberg stellt das dar, was Freude spenden soll. Der Wein erfreut „Götter und Menschen“. In Seiner anfänglichen Berührung mit Abraham und seinem Samen führte Gott solche Grundsätze ein, die darauf abgestimmt waren, alles Gott Wohlgefällige hervorzubringen. Welch eine wunderbare Ordnung der Segnung und der Gunst wurde von Gott eingeführt! Er offenbarte Sich ihnen in der Erlösung, Er führte einen Weinstock aus Ägypten heraus. Er brachte sie in die Wüste und wohnte unter ihnen. Er gab ihnen Manna vom Himmel, Wasser aus dem Felsen, und das himmlische System der Stiftshütte wurde in ihrer Mitte aufgerichtet, und zwar war das alles nach dem Muster der Dinge in den Himmeln.

Er führte sie dann in das Land ein und verhieß ihnen wunderbare Dinge. Auf diese Weise hatte Er den Weinberg gepflanzt, und dann gab Er ihn in ihre Hände, um zu sehen, was sie daraus machen würden. Es war alles so berechnet, dass nur solche Früchte, die Gott wohlgefällig sind, hervorkommen sollten. Sie hätten niemals aufhören sollen, Ihm für die Erlösung zu danken und Ihn für Seine Wunder in der Wüste und dafür, dass Er sie in das Land gebracht hatte, zu preisen. Es hätte ein immerwährendes Lob für die Art und Weise, wie Gott Sich kundgetan hatte, aufsteigen sollen.

Der Weinberg deutet auf ein System der Segnung und der göttlichen Gunst hin, das ganz und gar aus Gott ist. Das trat tatsächlich in den Verheißungen an Abraham, Isaak und Jakob ans Licht, und es wirkte sich in den Wegen Gottes mit Seinem Volke aus. Man kann keinen Teil der Wege Gottes mit Seinem Volke sehen, der nicht äußerst günstig gewesen ist. Seine Regierung griff ein, wenn sie widerspenstig waren; doch das war nicht das, was Er Sich vorgenommen hatte.

Das Pflanzen des Weinberges deutet nicht auf den gesetzlichen Grundsatz hin; Gott hatte viel Größeres im Sinne. Das System des Gesetzes war mit der wunderbarsten Entfaltung der göttlichen Güte und Gunst verbunden, was auf das Hervorbringen von Gott wohlgefälligen Früchten hinzielte. Im Weinberg war alles Fruchtbringende vorhanden, und Gott gab ihn den Weingärtnern.

Ist es unsere große Freude, das darzubringen, was Gott gebührt? Gott möchte diese Frage an einen jeden von uns stellen. Er hat alles gegeben, und Seine Gnade genügt. Sind wir nun gewillt, das, was Ihm gebührt, darzubringen? Es bleibt dabei: „Wenn ihr willig seid und höret, so sollt ihr das Gute des Landes essen.“ Nur einen kurzen Augenblick brachte Israel Frucht dar; Israel war fruchtbar und Gott angenehm, als die Opfergaben für die Stiftshütte gebracht wurden.

Es gibt eine große Gefahr, dass wir geistliche Güter als etwas betrachten, das für uns selbst da ist, und dabei vergessen, dass alle geistlichen Güter das Darbringen dessen, was Gott gebührt, hervorrufen sollten. Das kam so schön in Verbindung mit der Stiftshütte und dem System der Opfer zur Entfaltung. Durch Seine gnadenreiche Gunst ihnen gegenüber hatten sie die schönste Gelegenheit, Gott das Gebührende darzubringen; doch sie ergriffen sie nicht.

Wenn ihr die Persönlichkeiten des Alten Testaments, angefangen bei Mose, studiert, so werdet ihr sehen, dass jeder Diener darum besorgt war, dass etwas für Gott hervorkam. Ich glaube, dass das noch heute wahr ist. Der brennende Wunsch eines jeden von Gott gesandten Dieners ist, dass etwas für Ihn vorhanden sei. Wir können sehr dankbar sein, wenn das bei unseren Zusammenkünften der Fall ist.

Das Versammlungsgebet wird dadurch gekennzeichnet, dass etwas für die Personen der Gottheit vorhanden ist. Der Römerbrief führt dazu, dass wir unsere Leiber als ein lebendiges Schlachtopfer Gott darstellen, und dass wir „einmütig mit einem Munde den Gott und Vater unseres Herrn Jesu Christi“ verherrlichen sollen (Röm. 15, 6). Petrus sagt uns, dass wir zu einem geistlichen Hause aufgebaut werden, zu einem heiligen Priestertum, um darzubringen geistliche Schlachtopfer, Gott wohlannehmlich - d. h. es sollte etwas für Gott darin sein.

Wenn es um den Dienst geht, so scheibt er: „Wenn jemand redet, so rede er als Aussprüche Gottes ... auf dass in allem Gott verherrlicht werde durch Jesum Christum.“ Paulus gibt den Höhepunkt davon im Epheserbriefe an: „Ihm sei die Herrlichkeit in der Versammlung“, d. i. in einem Gefäß, worin alles für Gott ist. Wenn ich Gott, in Verbindung mit Seiner Gnade, in der Er Sich dem Menschen geoffenbart hat, das gebührende Lob nicht darbringe, so bin ich wertlos.

Der Herr sagt: „Jeder, der auf jenen Stein fällt, wird zerschmettert werden; auf welchen irgend er aber fallen wird, den wird er zermalmen“ (Vers 18). Wenn Christus verworfen wird, bleibt dem Menschen nichts anderes als Gericht übrig. Christus wird zum Stein des Anstoßes. Die Menschen fallen auf Ihn, und sie werden von Ihm auch zermalmt werden - beides ist Gericht. Wenn der Wille des Menschen wirkt, wird Christus zu einem Stein des Anstoßes. Petrus sagt uns, dass dies den Ungehorsamen gegenüber der Fall ist. Der verworfene Erbe wird zum Eckstein, und alles wird jetzt durch Christum geprüft. Alle Rechte Gottes, alles, was Ihm gebührt, wird nun in Bezug auf Christum dargestellt.

Der Eckstein ist immer noch mit dem Tempel verbunden. Petrus redet in dieser Weise darüber, dass es einen Bau gibt, dem seine ganze Herrlichkeit und sein ganzer Wert von Christo verliehen wird. „Euch nun, die ihr glaubet, ist die Kostbarkeit“ (1. Petr. 2, 7). Christus ist der Eckstein, auserwählt und kostbar; dem Tempel wird jetzt das Gepräge durch die hervorragende Stellung Christi verliehen. Wenn die Menschen unter uns kommen, sollten sie bemerken, dass Christus eine hervorragende Stellung bei uns einnimmt, dass wir Ihn erhöhen und uns Seiner rühmen. Er ist der Eckstein, das Haupt der Ecke. Christus ist der Erbe von allem, was Gott gebührt. Gott empfängt das Ihm Gebührende durch Christum.

Wenn wir dem Sohne Ehre erweisen, so ehren wir auch den Vater, der Ihn gesandt hat. Wenn Christus erhöht und verherrlicht wird, so wird auch Gott erhöht und verherrlicht. Deshalb ist der geistliche Bau, der Tempel, dadurch gekennzeichnet, dass Christo darin Ehre erwiesen wird.

In Vers 13 ist ein besonderer Zug der Gnade zu sehen: „Ich will meinen geliebten Sohn senden; vielleicht, wenn sie diesen sehen, werden sie sich scheuen“. Es ist eine Andeutung darauf, dass man solch einem Ausdruck der Gunst schwerlich widerstehen kann. Es ist rührend, dass der Herr es in dieser Weise sagt, als ob Er gleichsam sagen wollte, dass Gott Sein Äußerstes getan hat. Vielleicht könnten die Herzen der Menschen dadurch noch gerührt werden. Es ist sehr ernst zu sehen, dass sich diese Menschen durchaus bewusst waren, dass sie Gott das Gebührende nicht dargebracht hatten. „Sie erkannten, dass er dieses Gleichnis auf sie geredet hatte.“

Der nächste Abschnitt (Verse 20 - 26) führt den großen Gegenstand der Regierung Gottes in der Welt ein, und wie wir in Bezug darauf stehen. Wir müssen den Kaiser anerkennen und das, was ihm zukommt. Der Herr sagt aber auch: „Gebet...Gott, was Gottes ist.“ Wir sollten immer durch den Gedanken an das, was Gott gebührt, beherrscht werden. Der Herr hielt das, was der damaligen Obrigkeit gebührte, aber auch, was Gott gebührte, aufrecht. Wir haben es mit einer in der Welt aufgerichteten Obrigkeit zu tun, und wir haben eine gewisse Verpflichtung ihr gegenüber, indem wir dem Kaiser geben, was des Kaisers ist. Was aber Gottes ist, sollte auch gegeben werden, es ist unsere Schuldigkeit.

Diese Dinge sind nicht unserem freien Willen überlassen; für freiwillige Opfergaben wird jede Freiheit gewährt, aber gewisse Dinge sind nicht freiwillig, sondern es sind Verpflichtungen die Gott zukommen. Der Grundsatz, der in dem Liederverse: „O, wieviel wir schulden!“ zum Ausdruck kommt, ist geistlich und moralisch richtig, und alles ist die Frucht Seiner Gnade.

Wenn ich meine Schulden nicht bezahlen will, bin ich nicht ehrlich, wie Maleachi sagt: „Darf ein Mensch Gott berauben?“ Die Anerkennung der Verpflichtung ist eine wichtige Tempel-Belehrung. Nichts anderes ist recht als das, was dem Menschen und Gott gebührt, zu geben. Der Kaiser hat seine Stellung in der Welt, und er soll haben, was ihm gebührt, und es steht allen Menschen zu, dass man ihnen Achtung und Ehre erweist. Wenn ich das nicht tue, bin ich nicht gerecht. Die Schrift sagt uns, wir sollen alle Menschen ehren; das wird nicht dem freien Willen überlassen. Wenn jemand wegen seiner Person oder seines Amtes eine besondere Ehre gebührt, muss ich ihm das Gebührende geben. Auch den Geschwistern gebühren gewisse Dinge - gebe ich ihnen das Gebührende? Wenn ich es ihnen nicht gebe, bin ich eine ungerechte Person.

Dann gibt es aber auch das, was Gott gebührt. Der Römerbrief ist der große Brief der Gerechtigkeit. Ohne Gerechtigkeit gibt es keinen geistlichen Zustand. Das ist ein feststehender Grundsatz. Der Herr liebt Gerechtigkeit und hasst Gesetzlosigkeit. Er liebt, was recht ist, und Gesetzlosigkeit ist das Gegenteil von dem, was recht ist.

Der Herr erwähnte zuerst den Kaiser, weil Er ihre Frage beantwortete. Sie kamen, um Ihn in Seiner Rede zu fangen. Wenn Er gesagt hätte, dass es erlaubt ist, dem Kaiser Steuer zu zahlen, so hätte Er alle nationalen Gefühle der Juden gegen Sich gehabt. Wenn Er gesagt hätte, dass es nicht erlaubt ist, hätte man Ihn als einen Aufständischen der Obrigkeit übergeben. Er antwortete aber weise und brachte sie zum Schweigen.

Das, was Gott gebührt, besteht darin, dass wir eine wohlannehmliche Antwort auf die ungeheuer große Verpflichtung darbringen, weil Seine Gnade und Liebe uns in Christo geoffenbart und unseren Herzen durch den Geist nahegebracht worden sind. Es hängt eigentlich mit dem Dienste Gottes zusammen. Paulus redet davon, dass Christus unter den Nationen Gott lobsingt (Röm. 15, 9). Christus bringt Gott das, was Ihm gebührt, und die Nationen haben jetzt das Vorrecht, sich dem Lobgesang anzuschließen, indem sie das Gebührende darbringen.

Die nächste Belehrung im Tempel (Verse 27 - 40) bezieht sich auf die äußerste Wichtigkeit der geistlichen und ewigen Beziehungen. Sie können nur auf der Grundlage der Gerechtigkeit beruhen.

Wir kommen jetzt zu einem äußerst interessanten Gegenstand, nämlich zur Auferstehung und dem Charakter des Lebens, das der Auferstehungswelt eigen ist. Die Gedanken der Sadducäer waren alle „dieser Welt“ gemäß gestaltet. Der Herr stellt uns aber den geistlichen Charakter „jener Welt“ vor Augen. Diese Welt wird durch das Natürliche gekennzeichnet, und jene Welt durch das Geistliche, und in jene Welt geht nichts ein, was nicht geistlich ist. Der Herr vergleicht weiterhin den vergänglichen Charakter des gegenwärtigen Zeitalters mit dem geistlichen und bleibenden Charakter des kommenden Zeitalters.

Es ist gut, wenn wir uns jetzt daran gewöhnen, das zu fördern, was zum kommenden Zeitalter gehört, und das ist geistlich. In Gottes Auferstehungswelt gibt es nur das, was geistlich ist. Es gibt zwei Welten, die Welt des Natürlichen und die Welt des Geistlichen. Die Sadducäer stellten eine sehr törichte Frage und  zeigten damit, dass ihre Ansichten über die Dinge rein natürlicher Art waren. Der Herr benutzte das aber, um uns eine köstliche Belehrung über die Auferstehung zu geben. Nicht nur wird das Ungerechte oder Verkehrte nicht in die geistliche Welt eingehen, sondern das Natürliche wird auch nicht darin eingehen. Sogar Adam, wenn er nicht gesündigt hätte, wäre nicht darin eingegangen, denn er war ein natürlicher Mensch, und als solcher konnte er niemals in das Gebiet der Auferstehung eingehen.

Der Herr will uns im Tempel die äußerste Wichtigkeit von dem, was geistlich ist, einprägen, und wir sollten auf Seine Worte sehr achten. Wir sollten bedenken, was in die geistliche Welt hinübergehen kann. Natürliche Beziehungen können nicht darin eingehen, und wir sollten sehr darüber in Übung sein, dass wir gut mit dem ausgestattet sind, was darin eingehen kann.

Das Natürliche ist bloß für einen Augenblick, der Tod verschlingt es. Die Auferstehung wird aber die zum Vorschein bringen, die des geistlichen und beständigen Zustandes würdig geachtet werden - sie sind den Engeln gleich in einem Zustande von dauernder Heiligkeit und Unverweslichkeit, und zwar als Söhne Gottes, als Söhne der Auferstehung.

Der Herr redet davon, dass man „würdig geachtet“ werden kann, „jener Welt teilhaftig zu sein“. Bei solchen Menschen ist eine Würdigkeit vorhanden, an der geistigen Welt teilzuhaben. Welch eine Seelenübung sollte das im Herzen eines jeden hervorrufen, der das Licht und den Glauben der Auferstehung besitzt! Das Natürliche gibt uns keine Würdigkeit für jene Welt; nur wenn wir geistliche Wesenszüge haben, können wir würdig sein, Teilhaber jener geistlichen Welt zu sein. Die Schrift stellt diese Sache immer so dar: siehe Joh. 5, 29; Röm. 2, 7; Phil. 3, 11; 2. Thess. 1, 5 - 7.

In jener Welt wird es keinen geben, der nicht würdig geachtet worden ist, dort zu sein. Der Übeltäter von Golgatha wird würdig geachtet werden, denn er richtete sich selbst und rechtfertigte Christum, und er erkannte an, dass das ganze Recht auf das Reich Ihm gehörte. Gott kann so etwas nicht aus Seiner geistlichen Welt ausschließen.

Der Herr will uns in unserem Geiste aus dem Natürlichen in eine Welt führen, wo kein Tod ist, und wo wir den Engeln gleich sein werden - Wesen, die durch die Liebeswahl und Macht Gottes in dem ungefallenen Zustande bewahrt worden sind. Sie sind heilige Wesen, und sie sind unsere Mitknechte (Offb. 22, 9), die gehorsamen und freudevollen Diener Gottes und Jesu, die Zeugen der wunderbaren Gnade Gottes den Menschen gegenüber, und zwar ohne Eifersucht. Sie sind Geister, Wesen von einer geistlichen Ordnung, die von Gott ins Vertrauen gezogen werden.

„Den Engeln gleich“ ist ein sehr hoher und heiliger Zustand. Obwohl unsere wahre christliche Stellung größer ist als die der Engel, ist unser gegenwärtiger Zustand nicht größer. Es hat Gott wohlgefallen, eine gewisse Ordnung der Wesen zu haben, bei welchen alles geistlich ist - „Der seine Engel zu Winden (zu Geistern) macht“ - sie sind nicht und waren niemals natürlich. Sie sind immer geistlich gewesen, und wenn wir den Engeln nicht gleich werden, werden wir die Sohnschaft in ihrer Fülle niemals erkennen. Die natürliche Welt ist durch Heiraten gekennzeichnet. In dieser Welt hängt alles weitgehend vom Heiraten ab; es gibt aber einen anderen Zustand, und er ist geistlich.

In der tatsächlichen Geschichte der Welt scheint Gott alles, was Er einführte, verloren zu haben, sogar Christum; aber Er sichert Sich alles zu Seinem Wohlgefallen in der Auferstehung. Abraham, Isaak und Jakob stellen die Berufung, die Verheißungen und Kraft und die Wege Gottes in der Zucht dar, aber sie starben alle. Aber Hunderte von Jahren später konnte der Herr von ihnen als Lebenden reden; alle leben für Gott, und alle werden in der Auferstehung unbeschwert durch das Natürliche hervorkommen, und zwar in allen geistlichen Wesenszügen, in welchen sie für Gott leben.

Der Herr spricht von den Söhnen Gottes und den Söhnen der Auferstehung. Es wird in der Auferstehung nur das Geistliche hervorkommen. Wir mögen das Natürliche und Fleischliche bis zum Grabe tragen, es wird aber in der Auferstehung nichts hervorkommen als nur das Geistliche - „Es wird auferweckt ein geistiger Leib“ - was für eine gesegnete Wirklichkeit! In jener Welt gibt es nichts, als nur das Geistliche.

Möchten wir uns selbst fragen, ob wir etwas besitzen, was in jener Welt hervorkommen wird. Abraham hatte sehr vieles, ebenso Isaak und auch Jakob. Diese Männer werden herrlich hervorkommen. Gott schämte Sich nicht, ihr Gott genannt zu werden. An ihnen waren solche geistlichen Wesenszüge vorhanden, die Gott unmöglich aus Seiner Welt ausschließen kann.

Die Geister von Abraham, Isaak, David und von vielen anderen werden in der Auferstehung vollkommen gemacht werden, doch keinen Augenblick eher als wir. Diese Männer leben für Gott. Sie sind begraben worden, es ist jedoch erforderlich, dass sie auferweckt werden. Wenn sie für Gott leben, müssen sie auferweckt werden. Sie warten darauf, sogar in Bezug auf ihre Leiber, in ein geistliches Gebiet eingeführt zu werden.

Der Zweck von dem allem ist, dass wir das Geistliche fördern sollen. Das ist ein Teil der Belehrung im Tempel. Ich mag ein großer Mann in dieser Welt sein und viele Gaben besitzen; aber nichts wird in die Auferstehungswelt übergehen als nur das Geistliche. Das Natürliche ist eine Ordnung, die vergeht; das Geistliche aber bleibt bestehen. Die Sohnschaft ist rein geistlich, und sie kann nur von geistlichen Menschen aufgenommen werden. Es ist eine verliehene Würde, aber einem ungeistlichen Mensche