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UNTERREDUNGEN.CH

MALEACHI 3.16

Ein Überblick über das 1. Buch Mose

Hauptgedanken aus Wortbetrachtungen mit Charles Andrew Coates

Kapitel 2

In den einleitenden Versen des zweiten Kapitels kommen wir zum siebenten Tage, dem Tage, an dem Gott ruhte „von all seinem Werk, das er gemacht hatte“.

Es ist gesegnet, daran zu denken, dass ein Tag k

...

Römerbrief

 

VI.  Ein lebendiges Schlachtopfer - Römer 12 - 16

 

Wenn die Erbarmungen Gottes (Röm. 9 - 11) in un­seren Herzen Eingang gefunden haben, sind wir bereit, den Ermahnungen des Apostels (Röm. 12 - 16) freudig zu entsprechen. Wir kommen ihnen aber nicht nach, um die Gunst Gottes zu gewinnen, sondern weil Seine Gunst uns umstrahlt.

In Röm. 12, 1 werden wir aufgefordert, unsere Leiber als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefäl­liges Schlachtopfer darzustellen. Wir alle sollten, durch das Erbarmen Gottes überwältigt, unsere Leiber Gott zur Verfügung stellen und sie niemals zurücknehmen zu un­serer eigenen Befriedigung. Das sollte nicht durch das Lesen eines Buches oder durch eine aufrüttelnde Predigt vorübergehend hervorgerufen werden, sondern es ist „unser vernünftiger Dienst“; es ist die wohlerwogene, be­sonnene Handlung unseres geistlichen Verständnisses, und die Triebkraft dazu ist der Heilige Geist in uns.

 

1.   Die Erneuerung des Sinnes

 (Römer 12)

 

Wenn wir Gott unseren Leib zur Verfügung gestellt haben, ist es wichtig, dass wir uns nicht diese Welt zum Vorbild unseres Wandels nehmen. „Seid nicht gleichförmig dieser Welt.“ Die Menschen, die in dieser Welt leben, sind weise in ihren Augen, sie haben Gefallen an sich selbst und denken nicht daran, sich Gott zu unterwerfen. Der Gläubige sollte dieser Welt nicht gleichförmig sein, sondern „verwandelt“ oder umgestaltet werden durch die Erneuerung seines Sinnes.

In Röm. 1,28 lesen wir von „einem verworfenen Sinn“, d, h. der Sinn des natürlichen Menschen kann nicht zwischen Gut und Böse unterscheiden. In Röm. 7 haben wir dann die Erfahrungen eines geübten Sinnes, der wiedergeboren, aber noch nicht zur christlichen Freiheit gelangt ist.

In Römer 12, 2 wird dann weiter von der Erneuerung des Sinnes gesagt, dass dadurch eine Umwandlung herbeigeführt wird. Der Gläubige, der sich Gott hingegeben hat, hat eine neue Denkart, denn er kann Dinge erfassen, die außerhalb des Sichtbaren liegen. Er kann die Liebe Gottes verstehen und erwidern, und er wird mit dem Himmel und der Auferstehungswelt vertraut gemacht. Das Erfassen dieser Dinge bewirkt, dass der Gläubige verwandelt wird. Er erscheint in einer neuen Weise, mit neuen Charakterzügen, er denkt besonnen über sich (V. 3), er sinnt nicht auf hohe Dinge, sondern hält sich zu den niedrigen (V. 16), er rächt sich nicht selbst, sondern überwindet das Böse mit Gutem (V. 19 - 21).

„Prüfet, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist“. Der Wille Gottes besteht darin, dass wir unseren richtigen Platz in Verbindung mit unseren Mitgläubigen einnehmen. Wir sollen prüfen, ob wir unseren Platz unter den Gläubigen nach dem Maße unseres Glaubens ausfüllen. Gott hat einem jeden das Maß des Glaubens zugeteilt, und dieses Glaubensmaß sollte unseren Dienst, den wir unter denen ausfüllen, die „ein Leib in Christo“ sind, bestimmen.

Wenn wir einen Platz einnehmen, für den Gott uns nicht bestimmt hat, denken wir nicht besonnen, und Zusammenbruch und Demütigung werden die Folge sein. Andererseits ist es aber höchst wichtig, dass wir in unseren Gedanken nicht unter dem Maße bleiben, das uns zugeteilt ist. Es ist unsere Aufgabe, unseren Platz im Leibe zu erkennen und uns unserem Maße entsprechend zu Hause und bei allen Zusammenkünften der Gläubigen zu beteiligen. Das würde vollkommene Einheitlichkeit und ein völliges Zusammenwirken sichern.

Jeder hat seinen besonderen Dienst, und was in dem einen aus Glauben ist, hilft dem, was in dem anderen aus Glauben ist. Wir, die vielen, sind „ein Leib in Christo, einzeln aber Glieder voneinander“. Wie sind wir aufeinander angewiesen!

Doch wir sind ein Leib in Christo, nicht im Fleische. Unstimmigkeiten sind ein Beweis dafür, dass dem Fleische Raum gegeben worden ist.

Die Liebe sollte in unserem Verkehr miteinander alles beherrschen (V. 9 - 21). Ungeheuchelte Liebe und Herzlichkeit zueinander befähigen uns, in Ehrerbietung einer dem anderen voranzugehen; die Liebe wird uns veranlassen, an den Bedürfnissen der Heiligen teilzunehmen und nach Gastfreundschaft zu trachten. Wir sind dann imstande, uns zu freuen mit den Fröhlichen und zu weinen mit den Weinenden.

 

2.   Unser Verhalten der Welt gegenüber

(Römer 13)

 

Die Regierungen in dieser Welt sind von Gott eingesetzt, und wir sollten uns der Obrigkeit unterwerfen, Steuern zahlen und allen geben, was ihnen gebührt. Es ist nicht unsere Sache, die Obrigkeit zu richten, sondern wir sollen aller menschlichen Einrichtung um des Herrn Willen unterwürfig sein. Das befreit uns von dem gesetzlosen Geiste, der die Regierungen verachtet. „Seid niemandem etwas schuldig, als nur einander zu lieben“. Dieser Schuld können wir uns niemals entledigen. Doch alle anderen Schulden, z.B. Steuern, müssen wir zahlen, wenn sie fällig sind. Sonst verunehren wir Gott.

Zuweilen können Gläubige durch Krankheiten, Unglücksfälle oder geschäftliche Notlagen in Umstände geraten, worin sie ihren Verpflichtungen nicht völlig nachkommen können. Die Mitbrüder haben dann eine schöne Gelegenheit, einzugreifen und in Liebe zu helfen.

„Der Tag ist nahe“ (V. 12). Wir sollten vom Schlaf aufwachen und nicht nach äußeren Zeichen in dieser finsteren Welt ausschauen, sondern den Tag erwarten, an dem Christus herrschen wird. Unsere Entrückung (1. Thess. 4, 14 - 17) findet vor dem kommenden Zorn, der großen Drangsal, statt (1. Thess. 1, 10; Offb. 3, 10), die dem Tage der Herrschaft Christi vorausgeht. Doch die Entrückung geschieht mit Blick auf unser Teilhaben mit Christo an Seinem Tage (1. Thess. 5, 1 - 3). Das große Zeichen für die nahe Wiederkunft des Herrn, dass in den Herzen der Gläubigen der Tag angebrochen und der Morgenstern aufgegangen ist. Deshalb sollten wir die Werke der Finsternis ablegen, die Waffen des Lichtes anziehen und anständig wandeln wie am Tage. Der Gläubige sollte nicht in den Lüsten des Fleisches wandeln, sondern mit dem Herrn Jesu Christo, der Sonne des kommenden Tages, bekleidet sein (V. 12-14).

 

3.    Das Reich Gottes

(Römer 14)

 

In unseren gegenseitigen Beziehungen im Reiche Gottes unter dem Herrn ist auf „Schwache im Glauben“ besondere Rücksicht zu nehmen (V. 1). Ein Schwacher ist jedoch kein Gleichgültiger, der ausschweifend in den Lüsten des Fleisches lebt, sondern einer, der infolge mangelhafter Erkenntnis der Gnade Gottes sich ein Gewissen aus Dingen macht, die andere für völlig erlaubt halten.

Das Christentum macht uns frei von den Speisegesetzen und dem Beobachten von bestimmten Tagen im Alten Testament, weil es uns mit dem himmlischen Christus verbindet. Doch wir sollen Schwache tragen, zartfühlend gegen sie sein und ihnen keinen Anstoß geben. „Wer isst, verachte den nicht, der nicht isst; und wer nicht isst, richte den nicht, der isst" (V. 3). Die aus den Nationen waren geneigt, die Gläubigen aus den Juden, wenn sie nur das unter Gesetz ihnen Erlaubte aßen, zu verachten; und andererseits waren die bekehrten Juden geneigt, die aus den Nationen, die alles aßen, zu richten.

Wir haben auch heutzutage nicht alle dieselbe Gewissensfreiheit in solchen nebensächlichen Dingen. Gott ermahnt uns in diesem Kapitel, auf die Gewissensbedenken eines Bruders Rücksicht zu nehmen, dem Gesetzlichkeit noch unbewusst anhaftet, und wer Bedenken trägt, sollte den, der darin frei ist, nicht verurteilen. Dabei ist wichtig, dass wir alles „dem Herrn“ tun (V. 6). Wir alle leben dem Herrn und sterben dem Herrn (V. 8). Es gibt für den Gläubigen keine andere Art zu leben und zu sterben. Christus herrscht über Tote und Lebendige (V. 9). Welch eine Segens-Herrschaft ist das!

Im Reiche Gottes unterstehen wir alle dem Herrn, wie Paulus in 1. Kor. 9, 21 sagt, dass er Christo gesetzmäßig unterworfen ist. Deshalb sollen wir unseren Bruder nicht richten, noch ihn verachten. Wie ernst ist es, jemand zu richten, den der Herr aufrecht hält! „Der Richterstuhl Gottes“ wird erwähnt (V. 10), um uns davon abzuhalten, über Schwache abfällig zu richten. Vor Gottes Richterstuhl muss ich für mein Benehmen gegen Schwache Rechenschaft geben. Dort wird alles in vollkommener Weise untersucht und beurteilt werden. Das Richten liegt also in weit besseren Händen als den unseren. Manchmal ist es nötig, dass wir unsere Freiheit zu Gunsten anderer beschränken, damit wir unseren schwachen Bruder nicht betrüben. Doch das Reich Gottes besteht nicht aus unwesentlichen Dingen wie Essen und Trinken, worin wir uns Zurückhaltung auferlegen können, sondern das Reich Gottes ist Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geiste (V. 17). Wenn wir in Liebe und Rücksichtnahme aufeinander auf dem Pfad der Gerechtigkeit wandeln, gibt der Heilige Geist uns tiefen Frieden und viel Freude in unsere Herzen. Auf diese Weise dienen wir Christo, sind Gott wohlgefällig und den Menschen bewährt (V. 18).

Wenn wir unsere Leiber Gott dargestellt haben, sind wir bereit, nach Frieden und Erbauung zu streben, und nicht um einer Speise willen das Werk Gottes zu zerstören (V. 19 u. 20). Viele verharren jedoch in Dingen, worin sie nicht glücklich sind, und ihr Gewissen sie überführt, dass es falsch ist „Alles, was nicht aus Glauben ist. ist Sünde“ (V. 23). Wir sollten nicht in etwas verharren, was nicht mit dem Glauben vereinbart werden kann, son­dern sollten in allem, was wir tun, die Zustimmung Gottes haben.

 

4.   Die Früchte des Evangeliums Gottes

(Römer 15)

 

Die schöne Gesinnung der Gnade, die uns in unseren gegenseitigen Beziehungen kennzeichnen sollte, führt uns dahin, dass wir die Schwachen im Glauben nicht nur unter uns aufnehmen und nicht verachten, sondern dass wir auch ihre Schwachheiten tragen (V. 1), denn wir sollten unserem Nächsten und nicht uns selbst gefallen.

Wir können in der Freiheit leben, aber uns selbst darin gefallen und Schwachen schaden. Wenn wir aber stark sind, sollten wir die Schwachheiten der Schwachen tragen und schwache Geschwister nicht verachten.

Geistliche Stärke erweist sich im Tragen von Schwachheiten und in Rücksichtnahme auf einander. „Denn auch Christus hat sich nicht selbst gefallen“ (V. 3). Es ist ergreifend und wirklich demütigend für uns, Ihn zu betrachten. Der Herr Jesus lebte nicht, Sich Selbst zu gefallen, sondern Er stellte Gott in Gnade dar und trug die Schmach und Verachtung der selbstgerechten Juden. So sollte der Pfad der Gläubigen sein. Wir sollten in Gnade miteinander wandeln, und Frieden und Eintracht sollten unter uns herrschen, damit Gott, der Vater, Sein Teil in unserem einmütigen Lobe bekommt (V. 6). Die Rücksichtnahme auf Schwache geschieht freiwillig, aus Liebe und nicht aus Zwang, was uns unter Gesetz stellen würde. Deshalb kann der Gesetzliche keine Rücksicht beanspruchen (siehe den Galaterbrief), sondern es muss die Frucht der Gnade sein.

Christus hat der Beschneidung und auch den Nationen gedient, damit ein gemeinsamer Lobgesang zu Gott emporsteigt (V. 8 - 11). Christus Selbst lobsingt Gott unter den Nationen. „Lobsingen“ in Vers 9 bedeutet „singen mit Musikbegleitung“. Unsere Herzen sind die Instrumente, mit denen der Herr Jesus Seine Lobgesänge begleitet. Da dürfen wir keine Misstöne hineinbringen und keine Unstimmigkeiten, keinen Groll hegen. Möchten wir alles derartige in der Kraft der Gnade wegtun.

Der Gott der Hoffnung möchte uns in der Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes überreich machen (V. 13). Gott wird Sein Ziel erreichen und Seinen Vorsatz unfehlbar durchfuhren. Angesichts der Schwachheit und Untreue der Glaubenden hält die Kraft des Heiligen Geistes diese Hoffnung in uns aufrecht. Deshalb können wir stets voll Freude und gutes Mutes sein.

Als Frucht der Gnade Gottes sind die Gläubigen in Vers 14 voll Gütigkeit, aber auch erfüllt mit aller Erkenntnis, so dass Gütigkeit mit Erkenntnis und Einsicht gepaart ist. Paulus war ein Diener Christi Jesu für die Nationen, doch er diente auch priesterlich am Evangelium Gottes, indem er das vor sich hatte, was für Gott daraus hervorging, nämlich Menschen in Christo Jesu, die geheiligt durch den Heiligen Geist und vom Fleische befreit, Gott angenehm für Seinen Dienst sind (V. 16).

Dann schreibt Paulus von seiner Tätigkeit; er hatte das Evangelium des Christus völlig verkündigt von Jerusalem an und ringsumher bis nach Illyrikum (V. 19). In Christo, dem Gesalbten Gottes, ist eine ganz unendliche Fülle, die gar nicht zu erschöpfen ist, und Paulus hatte Ihn in diesem ausgedehnten Landstrich völlig gepredigt. Nun wollte er auch nach Rom kommen und nach Spanien weiterreisen. Doch er wollte nach Rom „in der Fülle des Segens Christi kommen“ (V. 29). Er wollte ihnen dann die ganze Fülle des Segens Christi bringen, was über das Evangelium im Römerbrief hinausgeht und auch die Briefe an die Kolosser und Epheser einschließt, die Paulus später als Gefangener in Rom schrieb.

Die Beisteuer oder Hilfeleistung der Versammlungen aus den Nationen für die Dürftigen unter den Heiligen in Jerusalem, die Paulus nach Jerusalem bringen wollte ehe er nach Rom fuhr (V. 25 - 28), brachte die Wahrheit des einen Leibes praktisch zum Ausdruck. Paulus hatte die Liebe derer aus den Nationen für die Juden in Tätigkeit umgesetzt, und nun lag ihm daran, dass die Juden diesen Ausdruck der Gnade von Herzen schätzen möchten. Würden die gläubigen Juden dankbar diese Hilfeleistung aus den Händen der Nationen annehmen? Paulus wünschte, mit dem Gedanken nach Rom reisen zu können, dass dieses göttliche Band fest geschlossen wäre. Deshalb bittet er die Gläubigen in Rom, durch unseren Herrn Jesum Christum und durch die Liebe des Geistes, mit ihm in den Gebeten zu kämpfen, damit er von den Ungläubigen in Judäa errettet werde und dass sein Dienst in Jerusalem den Heiligen angenehm sei (V. 30 u. 31).

Wir sollten es uns recht angelegen sein lassen, alles zu fördern, was die göttlichen Bande unter den Heiligen festigt. Gefühle der Entfremdung sollten nicht aufkommen. Wie leicht machen sich persönliche, natürliche und nationale Gefühle geltend und erzeugen Unstimmigkeiten! Nur dadurch, dass wir verstehen lernen, dass die Gnade Gottes beiden Parteien zuteil werden muss, können wir davon frei werden. Der Gott des Friedens (V. 33) muss auf beiden Seiten des Risses wirken.

 

5.    Die Grüße

(Römer 16)

 

Phöbe brachte den Römerbrief nach Rom, und Paulus empfiehlt, sie in dem Herrn der Heiligen würdig aufzunehmen und ihr beizustehen, „in welcher Sache sie euer bedarf“. Es kennzeichnete sie, dass sie „eine Dienerin der Versammlung“ war. Sie hatte den Heiligen bereitwillig gedient und vielen beigestanden, darunter auch dem Paulus selbst.

Wir sollten beim Schreiben von Empfehlungsbriefen bestimmte geistliche Züge hervorheben. Man kann sogar bei einem jungen Bruder oder bei einer jungen Schwester lobenswerte Eigenschaften nennen, wenn sie wirklich vorhanden sind. Herzenseinfalt, die viel aus dem Herrn macht, Sein Volk liebt und zum Dienen bereit ist, ist sehr anzuerkennen, ebenfalls Bereitschaft, von der Welt abseits zu stehen und mehr von der Kostbarkeit Christi kennenzulernen. Je geistlicher wir sind, desto mehr werden wir solche Eigenschaften schätzen, und es für angebracht halten, sie zu erwähnen.

Aus den vielen Begrüßungen in Römer 16 geht hervor, dass es in Rom eine Anzahl Männer und Frauen gab, deren Namen man mit diesem Briefe in Verbindung bringen konnte, weil ihr Leben mit seinem Inhalt in Einklang stand. Sie sind ein Beweis dafür, dass das, was Paulus geschrieben hat, keine bloße Lehre war, sondern es hatte in tatsächlich lebenden Männern und Frauen Geltung erlangt und eine Stätte in ihrem Leben gefunden.

Am Schluss des Römerbriefes werden diese 28 Personen von Paulus begrüßt, und ihre Namen werden im Anschluss an die kostbaren Wahrheiten erwähnt. Möchten wir alle unseren Namen neben die ihrigen setzen können!

Die Versammlung wird im Römerbrief nur in den Grüßen (Kap. 16) erwähnt, denn es handelt sich in diesem ganzen Brief um die Gläubigen als Einzelne. Doch diese Einzelnen waren in Rom wie auch in „allen Versammlungen der Nationen“ (V. 4) zusammen gebracht, um örtlich ihren gegenseitigen Beziehungen zu entsprechen. Doch das wird in den Korintherbriefen gezeigt. „Die Versammlungen der Nationen“ bestanden aus örtlichen Scharen von bekehrten Heiden, die die Gnade Gottes in Christo erfahren hatten und berufen waren, der Ordnung der Versammlung gemäß zu wandeln. In Vers 16 grüßen „alle Versammlungen des Christus“ die Gläubigen in Rom. Christus, der Gesalbte Gottes, hatte sie gebildet, es waren Seine Versammlungen, und Gott in Gnade hatte dort Seinen Platz und nicht der Mensch im Fleische.

Wir müssen die Ortsversammlungen als von Christo gebildet und unter Seinem Einfluss stehend betrachten. Satan hat von den frühesten Tagen an seine Werkzeuge in den Versammlungen gehabt und versucht, menschliche Gedanken wie Priesterherrschaft und dgl. einzuführen, entgegen dem, was unter göttlicher Belehrung gelernt worden war. Von solchen sollten wir uns abwenden (V. 17 u. 18). Wir sollten uns nicht durch ihre schönen Reden und süßen Worte verführen lassen, sondern alles von uns weisen, was die Wahrheit über die Person und das Werk Christi verdreht und das Evangelium Gottes zu etwas rein Menschlichem macht. Wir brauchen das, was offenbarlich gegen die Schrift ist, nicht kennenzulernen, denn Paulus schreibt: „Ich will aber, dass ihr weise seid zum Guten aber einfältig zum Bösen“ (V. 19).

„Die Offenbarung des Geheimnisses“ (V. 25) verbindet den Römerbrief mit dem Kolosser- und Epheserbrief. Die Wahrheit ist ein unteilbares Ganzes, keiner ihrer Teile ist unwichtig, sie gehören alle zusammen. Dem allein weisen Gott, der allein uns in Seiner Weisheit zu befestigen vermag, wird die Herrlichkeit zugeschrieben (V. 25 - 27).

Der allein weise Gott befestigt uns aber nicht nur durch das Evangelium des Paulus, das im Römerbriefe ausführlich beschrieben wird, sondern auch durch die Offenbarung des Geheimnisses, das in den Zeiten der Zeitalter verschwiegen war, jetzt aber geoffenbart ist und durch prophetische Schriften nach Befehl des ewigen Gottes kundgetan worden ist.

Der ewige Gott, der über die Zeitalter verfügt, hat die Offenbarung dieses Geheimnisses, das im Alten Testament verschwiegen war, für die jetzige Zeit der Versammlung vorbehalten. Es ist der ewige Vorsatz Gottes, den Er in Christo Jesu, uns­erem Herrn, gefasst hat (Eph. 3, 11), dass nämlich die Versammlung als ewige Gefährtin mit Christo vereinigt ist (Eph. 5, 32).

Doch das wird im Römerbrief nicht entfaltet, sondern Paulus hinterlässt am Schluss nur in unseren Seelen einen tiefen Eindruck von dem Geheimnis und wendet sich dabei anbetend an Gott. „Dem allein weisen Gott durch Jesum Christum sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.“